Online Katalog zur 53. Tribal Art Auktion
421 Fetischfigur
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D. R. Kongo, Luba
Holz, rotbraune Patina, Spuren von Rotholzpulver, eine scheibenförmige Basis, beschnitzt mit zylinderförmigem Korpus, Durchbrechungen Beine und Arme markierend, die klobigen "Hände" vor den Leib gelegt, ein massiver, kegelförmig ansteigender Hals einen großen Kopf mit dreieckigem Gesichtsfeld tragend das durch die schräg gestellten Augen mit umgebenden Strichtatauierungen geprägt ist, bekrönt von wuchtigem, scheibenförmig abeflachtem Kopfaufsatz mit Öffnung zum Einfügen von magischer Masse, weitere kleine Öffnungen in Rücken und Brust (hier mit Füllmaterial), min. besch., Spuren von altem Insektenfrass, kleine Risse, rest., auf Sockelblock montiert
H: 32 cm
Provenienz
University of Virginia Art Museum (1980.69.13), USA
Vergleichsliteratur
Agthe, Johanna, Luba Hemba, Werke unbekannter Meister, Frankfurt am Main 1983, p. 38 f.
Preis: 1800 - 2700 €
422 Amulett
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D. R. Kongo, Luba
Elfenbein, fleckige Patina, in Gestalt einer weiblichen Halbfigur mit angedeuteten Armen und Brüsten, beide Hände vor dem Leib aneinandergelegt, bekrönt von helmförmigem Kopf, die zackenförmige Kontur der Frisur und die Augen eingeritzt, Mund und Nase ausgeschnitzt, zwei Bohrlöcher, auf kleinen Sockel montiert; Elfenbeinamulette der Luba sind Portraits oder haben zumindest Ähnlichkeit mit bestimmten Personen. Sie bekommen einen Namen und werden im Andenken an bestimmte Vorfahren verehrt. Diese kleinen, sehr fein gearbeiteten Figuren wurden mit anderen Gegenständen wie Amuletten, Perlen und kleinen Hörnern an Schnüren aufgehängt. Diese Schnüre wurden diagonal über der Brust getragen oder am Arm befestigt. Ihre Verehrer ölten die Figuren im Gedenken an die Vorfahren ein. Diese Behandlung in Kombination mit regelmäßigem Berühren und Kontakt zum menschlichen Körper gab den Amuletten eine glatte glänzende Oberfläche und eine satte Karamellfarbe die von gelblich-braun bis hin zu rotbraun reicht. Manchmal wurden die kleinen Figürchen auch an der Spitze des Häuptlingsszepters befestigt.
H: 9,5 cm
Provenienz
Coll. Marc Felix, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Roberts, Mary Nooter, Memory: Luba Art and the Making of History, Ausstellungskatalog, New York 1996, p. 108 f.
Preis: 13000 - 20000 €
423 Schwertmesser
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D. R. Kongo, Luba
leicht korrodiertes Metall, ovale spitz zulaufende Klinge, Griff mit Kupferdraht umwickelt, in einer hölzernen verzierten Scheide, mit einem Band aus geflochtenen Pflanzenfasern zum Transport, min. besch., alte Reparaturstellen rückseitig
L: 45,5 cm (without sheath)
Vergleichsliteratur
Fischer, Werner, Zirngibl, Manfred A., Afrikanische Waffen, Passau 1978, p. 135, ill. 241
Verkauft.
424 Amulettfigur
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D. R. Kongo, Luba
Elfenbein, fleckige Patina, in Form einer Halbfigur mit reliefartig geschnitzten Armen, die Hände vor dem Nabel ruhend, eingeritzte Gesichtszüge und erhabener Haaransatz, Durchbohrung in Höhe der Schultern zum Aufhängen, Sammlungsnummer innen "AF 09", leichte Abriebspuren, kleine Fehlstellen; Elfenbeinanhänger der Luba zählen zu den persönlichsten der Luba-Objekte and spiegeln eine enge Bindung zum menschlichen Körper wider. Sie sind klein genug, um in der Hand gehalten und liebkost zu werden und haben dennoch die gleich Ästhetik inne wie die größeren Hoheitszeichen.
H: 8 cm
Provenienz
Coll. Ladislas Segy, New York, USA
Christie`s Amsterdam, 7 December, 1998, lot 202
Vergleichsliteratur
Roberts, Mary Nooter, Memory: Luba Art and the Making of History, Ausstellungskatalog, New York 1996, p. 109
Vatter, Ernst, Religiöse Plastik der Naturvölker, Frankfurt am Main 1926, p. 48, ill. 8
Preis: 5200 - 7800 €
425 Weibliche Figur
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D. R. Kongo, Luba
Holz, dunkelbraune Glanzpatina, mit verkürzten, angewinkelten Beinen sitzend, ein zylindrischer Torso mit vorgewölbtem Bauch und Skarifikationen trägt eine breite eckige Schulterpartie, die verkürzte Arme mit geschnitzten Armreifen und stilisierten Händen entsendet, über einem kräftigen Hals ein ovaler Kopf mit stammestypischen Gesichtszügen und aufwändig durchbrochen gearbeiteter Frisur, min. besch., feine Risse, Fehlstellen und leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; die Luba glauben, dass Schönheit nicht angeboren ist, sondern erst im Laufe eines Lebens geschaffen wird. Der Körper ist eine Leinwand auf der man arbeiten muß: man verschönert sich durch kosmetische Behandlungen und Veränderungen, die die Luba für ästhetisch und sprituell bereichernd befinden. Diese ruhig hoheitsvolle Figur zeigt Skarifikationen, eine elegante Frisur, eine schimmernde Haut und die Geste der Hände ist ein Platz der Erinnerung und eine Heimstatt der Geister.
H: 26,5 cm
Provenienz
Coll. Westermann, Hamburg, Germany
Preis: 3800 - 5700 €
426 Persönliche Schutzfigur "lupingu lua luimpe"
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D. R. Kongo, Lulua
Holz, schwarz braun patiniert, stellenweise krustiert, schlanke Gestalt mit ausgewogenen, wohl proportionierten Körperformen, nahezu gestreckte Beine einen schlanken Rumpf mit leicht zurückgenommen Schultern tragend, die Arme frei vor den Leib greifend, wobei die Rechte an den Bauch gelegt ist, während die Linke einen Gegenstand hält, bekrönt von relativ großem Kopf mit abgeschrägten Gesichtshälften, bis auf die eingemuldete Augenzone mit rasterartig eingeritzten Tatauierungen beschnitzt, wie auch die kappenartig abgesetzte Frisur mit pflockartigem Fortsatz, beschnitzt mit Schurz in den rückseitig ein Dolch eingesteckt ist, min. besch., Risse (v. a. rückseitig an Kopf und Rücken), Fehstellen durch Insektenfrass (v. a. am rechten Bein, linke Fußspitze, Kopfpflock), auf Sockelplatte montiert; Lulua oder Bena Lulua ist ein Sammelbegriff für autonome Volksgruppen, die in einzelnen Chefferien im Süden von Zaire angesiedelt sind. Sie entstanden, nachdem Häuptling Kalamba um 1875 die alte Religion unterdrückte. Er ließ Figuren des alten Kultes vernichten und verbot das Schnitzen neuer Figuren. Doch das neue Regime hielt nicht lange und das Volk hing wieder seiner alten Religion an. Neben wenigen Masken und großen Kriegerfiguren, die auch im Feld mitgeführt wurden, sind von den Lulua hauptsächlich diese kleinen, persönlichen Schutzfiguren bekannt. Bei vorliegender Figur handelt es sich um eine Statuette des "Buanga Bua cibola"-Kultes, die zum Erhalt von Schönheit und Glück beitragen sollen.
H: 31 cm
Provenienz
Coll. Joseph and Doris Gerofsky, Brooklyn, New York, USA
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, The Handbook, Brüssel 1987, p. 89, fig. 2
Preis: 12000 - 18000 €
427 Hocker
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D. R. Kongo, Mangbetu
Holz, schwarzbraune Glanzpatina, abgestufte Form, gerillte Basis mit gerundetem Stützelement, runde Sitzfläche mit linearen und schraffierten Mustern verziert, min. besch., Abriebspuren, kleine Fehlstellen, Risse; geschnitzte Hocker wurden von den Mangbetu-Frauen überall mitgetragen, wo immer sie hingingen, die Mangbetu-Männer setzten sich nicht auf Hocker. Nur Häuptlinge waren im Besitz einer großen, doppelstöckigen Version dieser Hocker, um immer etwas höher zu sitzen als die sie umgebenden Frauen.
H: 52 cm; D: 52 cm
Vergleichsliteratur
S. Bocola (Hrsg.), Afrikanische Sitze, München, New York 1994, p. 127
Verkauft.
428 Ziermesser
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D. R. Kongo, Mangbetu
Griff aus Elfenbein, in Form eines langen Halses mit vier Wulstringen, bekrönt von schmalem Kopf mit der typischen Schädeldeformation und sorgfältig geschnitzten Gesichtszügen, beidseitig geschliffene Metallklinge mit erhabener Mittelrille, min. besch., Fehlstelle am rechen Ohr; wohl mehr als Ziermesser angefertigt, welche auch im kultischen Bereich Verwendung gefunden haben dürften.
L: 22 cm, 19th century
Vergleichsliteratur
Zirngibl, Manfred A., Seltene afrikanische Kurzwaffen, Grafenau 1983, p. 83, ill. 88 f.
Preis: 9500 - 14000 €
429 Mörser in Gestalt einer stehenden weiblichen Figur
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D. R. Kongo, Mbala
Holz, mittelbraune Patina, mit stark abgewinkelten Beinen auf runder Plinthe stehend, einen gedrungenen Leib tragend, mit den senkrecht nach oben greifenden Armen ein zylinderförmiges Gefäß auf dem Kopf haltend, ein niedriges, breit angelegtes Gesichtsfeld zeigend, letzteres akzentuiert durch lanzettförmig geschnittene Augen und die flakierenden trichterförmigen Ohren, kreisrund abgeflachte Stirn, Narbenskarifikationen rund um den Leib, die Gefäßwandung verziert mit linearer Ritzornamentik, die in quadatische Felder eingepaßt ist, min. besch., Risse (Hinterkopf, Rücken, Gefäß), Fehlstellen durch alten Insektenfrass, best., auf Sockelplatte montiert
H: 23 cm
Provenienz
William Brill, New York, USA
Preis: 2000 - 2900 €
430 Primitivgeld in Form eines Fußreifs
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D. R. Kongo, Mbole
korrodiertes Metall mit Patina, offene Form, mit stark ausgebauchter Wandung, min. best., auf Metallsockel montiert
H: 26 cm; D: 26 cm
Vergleichsliteratur
Opitz, Charles J., An Ethnographic Study of Traditional Money, Ocala/Florida 2000, p. 201
Preis: 250 - 400 €
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