Online Katalog zur 54. Tribal Art Auktion
1 Anhänger "pinangpanga"
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Philippinen - Luzon
Silber, flache Durchbruchsarbeit, spiegelsymmetrisch angelegt, zwei menschliche Figuren an den Seiten, zwei stilisierte, nach außen gewandte Hirschköpfe am oberen Ende, Umwicklung mit feinem schwarzen Faden, Acrylsockel; die beiden ikonographischen Elemente "bulul" (Ahnenfiguren) und Hirsch verleihen dem Amulett eine wirkungsvolle Schutz- und Fertilitätsfunktion.
H: 4,5 cm, presumably 19./20 century
Vergleichsliteratur
Rodgers, S., Power of Gold, Jewelry from Indonesia, Malaysia and the Philippines, 1985/86
Verkauft.
2 Stab "pagar"
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Indonesien, Batak
Holz, schwarze Glanzpatina, Pflanzenfasern, gerader Griff mit rundem Querschnitt und Metallspitze, mit menschlichem Gesicht beschnitzt, bekrönt von geflochtenem Trichter aus Pflanzenfaser, in dem sich wohl ursprünglich eine Figur befand, min. besch., leichte Abriebspuren, feine Risse; derartige Zauberstäbe gehören zu den wichtigsten Ritualgegenständen eines "guru". Sie werden von diesem selbst hergestellt, geweiht und beseelt, dh. mit magischer Kraft versehen. Sie sollen vor Feuer, kommenden Feindseligkeiten und epidemischen Krankheiten schützen, sie können Regen machen und Unwetter vertreiben, die Fruchtbarkeit von Feldern, Menschen und Tieren sicher stellen. Die Geschichte des Stabes hat ihren Ursprung in der Mythologie. Dabei geht es um ein Zwillingspaar, das zur Strafe für das Übertreten des elementaren Inzestverbotes zu einem Baum erstarrte. Seitdem werden derartige Stäbe aus dem speziellen Holz dieses Baumes (Cassia Javanica) gefertigt.
L: 111 cm
Vergleichsliteratur
Sibeth, Achim, Mit den Ahnen leben - BATAK - Menschen in Indonesien, Ausst.kat., Linden-Museum Stuttgart 1990, p. 129, ill. 155
Verkauft.
3 Männliche Figur
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Indonesien, Batak
Holz, dunkelbraune, teilweise glänzende Patina, auf langen, leicht gebeugten Beinen stehend, ein schlanker, leicht vorgewölbter Rumpf mit einer kleinen Vertiefung, in der sich magische Masse und ein eingedrücktes Schneckenhaus befindet, schmal abfallende Schultern entsenden eng am Körper gearbeitete, angewinkelte Arme, die Hände ruhen vor der Brust und halten einen flachen dreieckigen Gegenstand, bekrönt von langgezogenem ovalem Kopf mit großen hervortretenden Augen, die eine kräftige Nase flankieren, ein kleiner rechteckiger Mund unterhalb, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert
H: 57,5 cm
Vergleichsliteratur
Sibeth, Achim and Bruce W. Carpenter, Batak Sculpture, Singapore 2007, p. 159
Verkauft.
4 Stehende männliche Ahnenfigur "itara"
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Indonesien - Timor, Insel Ataúro
helles Holz, matte dunkelbraune Patina, asketische, schlanke Gestalt, hochbeinig, mit frei neben dem Körper hinabgeführten dünnen Armen, der Hals mit Ring beschnitzt, einen schmalen Kopf tragend, dessen Gelängtheit durch den erhabenen Nasengrat akzentuiert wird, min. besch., Riß (Gesicht), Reparaturstelle (linker Arm genagelt), Farbabrieb, auf Metallplatte montiert; von der bergigen Insel Ataúro stammende Holzskulpturen waren bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein unbekannt. Die "itara" genannten Abbilder von Ahnen werden in Paaren geschnitzt und in dem "ruma-lului", einem speziellen Haus für heilige Objekte aufbewahrt. Ihre Verwendung ist bis heute weitgehend undokumentiert. Man weiß nur, daß sie zur Entdeckung von Dieben verwendet werden. In einem anderen Ritus, zu Ehren der Götter "Lé-Kali" und "Mimítu", bilden fünf "itaras" die symbolische Besatzung eines Miniaturbootes.
H: 28,5 cm
Vergleichsliteratur
Kjellgren, Eric, Oceania: Art of the Pacific Islands in the Metropolitan Museum of Art, New York 2007, p. 246, ill. 144 f.
Verkauft.
5 Theatermaske "butha"
Indonesien - Java
hellgrau, rot und schwarz bemalt, oval aufgewölbte Form, durchbrochen gearbeitete Augen mit kugelförmig vorgewölbten Augäpfeln, eine weit vorspringende, aufwärts gebogene Nase flankierend, ein breiter, kräftige Zähne enthüllender Mund mit hauerartigen Eckzähnen unterhalb, Brauen und Bart aufgemalt, erhabene Haarlocken an den Seiten, best., Reparaturstelle (Bruchstelle/linke Gesichtshälfte), Farbabblätterungen; wohl einen dämonischen Charakter repräsentierend.
H: 20 cm
Provenienz
Private Collection, USA
Vergleichsliteratur
Lucas, Heinz, Java-Masken, Der Tanz auf einem Bein, Erich Röth Verlag Kassel 1973, p. 184
Preis: 250 - 400 €
6 Theatermaske "patihan"
Indonesien - Java
Holz, polychrom bemalt, aufgewölbte, ovale Form, grüne Gesichtsfarbe, vergoldetes Sektenzeichen ("nama") auf der Stirn, bekrönt von ornamental beschnitztem, diademartigem Aufsatz, mandelförmige, schlitzartig durchbrochene Augen, ein spaltartig geöffneter Mund umgeben von ornamental angelegtem Bart, min. besch., Riß am unteren Rand; indirekt geht das ganze javanische Theater auf die Büffelhautfiguren des "wajang purwa" zurück, ist besonders an die Rundfiguren des "wajang golek" angelehnt. Bei vorliegender Maske handelt es sich vmtl. um eine "patihan" Maske, die einen Regierungsverwalter darstellt.
H: 21 cm
Provenienz
Private Collection, USA
Vergleichsliteratur
Lucas, Heinz, Java-Masken, Der Tanz auf einem Bein, Erich Röth Verlag Kassel 1973, p. 157
Preis: 250 - 400 €
7 Steinkopfkeule
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Papua-Neuguinea
schwarz-braun patinierter Holzschaft mit rundem Querschnitt, bekrönt von äußerst massivem, flachem Keulenkopf mit achtfach ausgebuchtetem "blumenartigem" Rand, fixiert durch quadratische Rotanmanschetten die den Keulenkopf oben und unten einfassen und über die Seiten fest miteinander und mit dem Schaft verspannt sind, Stein und Manschette sind mit rotem Farbpigment eingefärbt
L: 36 cm
Provenienz
Coll. Ernst Heinrich, Stuttgart, Germany
Private Collection, Germany
Verkauft.
8 Steinkopfkeule
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Papua-Neuguinea
dünner Schaft aus dunkelbraun patiniertem Holz, bekrönt von flachem, "blumenförmigem" Keulenkopf, mittig durchbohrt, mit strahlenförmigen Einkerbungen und vielfach ausgebuchtetem Rand, fixiert durch Rotanbindung aus quadratischen Manschetten die durch Rotanstränge an den Seiten miteinander verspannt sind, der schwere Stein ist rot eingefärbt, die Manschetten zeigen Reste von schwarzer Farbe; auf Grund des zierlichen Schaftes sicherlich rein zu rituellen Zwecken verwendet.
L: 39 cm
Provenienz
Coll. Ernst Heinrich, Stuttgart, Germany
Private Collection, Germany
Verkauft.
9 Steinkopfkeule
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Papua-Neuguinea
schwarz-braun patinierter Holzschaft mit rundem Querschnitt, bekrönt von schwerem, ringförmigem Keulenkopf mit feinen Ritzlinien, alternierend mit rotem und schwarzem Erdpigment eingefärbt, Rotanbindung: um den Schaft geflochtene rautenförmige Manschetten ober- und unterhalb des Steinringes, durch Rotanstreifen miteinander verspannt und so den Keulenkopf fixierend, Fehlstelle (ein Rotanstrang fehlend); Steinkopfkeulen wurden nicht nur als Waffe eingesetzt, sondern sollten bei bestimmten Kulten und Riten Kraft und Macht ihres Trägers symbolisieren. Sie wurden deshalb als Zeremonialschmuck bei Kriegstänzen, bei Kopfjagdriten und Initiationen zur Schau getragen.
L: 42 cm
Provenienz
Ernst Heinrich, Stuttgart, Germany
Private Collection, Germany
Verkauft.
10 Steinkopfkeule
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Papua-Neuguinea
Holz, Pflanzenfasern, Stein, Stock im oberen Bereich gespalten, durch enges Geflecht zusammengehalten, aufgesteckter sternförmiger Keulenkopf aus dunkelgrauem basaltartigen Gestein, min. besch., Risse, leichte Gebrauchsspuren
L: 101 cm
Verkauft.
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