Online Katalog zur 55. Tribal Art Auktion
1 Reisgott "bulul"
Philippinen - Ifugao
Holz, schwarze Krustenpatina, auf einer massiven mittig eingezogenen Basis stehend, mit einem Stoffschurz bekleidet, eine kräftige Schulterpartie entsendet frei gearbeitete, leicht angewinkelte Arme mit großen Händen, ein kurzer Hals trägt einen ovalen Kopf mit sehr ebenmäßigen Gesichtszügen und großen Ohren mit durchbohrten Ohrlöchern, min. besch., Risse, kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren; die "bulul" Reisgötter sollen eine gute Ernte bewirken, dabei sind sie befähigt, die Menge des Reises sowohl vor, als auch nach der Ernte, bei seiner Einlagerung, zu vermehren. Sie sind zudem Abbilder hoch verehrter Ahnen.
H: 45 cm
Provenienz
collected in situ 1970
Private Collection, Switzerland
Vergleichsliteratur
Newton, Douglas (ed.), Arts of the South Seas, The Collection of the Musée Barbier-Mueller, München/London/New York 1999, p. 156, ill. 16
Preis: 1200 - 1800 €
2 Reisgott "bulul"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Philippinen - Ifugao
Holz, rotbraune Patina mit schwarzen Verfärbungen, auf hoher, mittig eingezogener Basis stehend, kräftige Beine, einen vorderseitig abgeflachten, trapezoiden Rumpf mit lang herabhängenden Armen tragend, über massivem Hals mit angedeutetem Adamsapfel ein schmaler Kopf mit kurzem, wie abgeschnitten wirkendem Kinn, die auf kleiner Fläche zusammengedrängten Gesichtszüge eingefaßt durch die in flachem Bogen angelegten Ohren, Zähne (?) als Augen, besch., Risse, durch Insektenfrass gezeichnete Oberflächenstruktur, kleinere Fehlstellen (Stirn)
H: 52,5 cm
Provenienz
Rudolf Kratochwill, Graz, Austria
Vergleichsliteratur
Newton, Douglas (Hg.), Arts of the South Seas, The Collection of the Musée Barbier-Mueller, München, London, New York 1999, p. 154 f.
Verkauft.
3 Trommelgeld "mokko"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Indonesien, Alor
Bronze, dunkle Patina, sanduhrförmig, Korpus mit floralen Motiven verziert, vier durchbrochen gearbeitete Henkel im oberen Bereich, min. besch., leichte Gebrauchs- und Korrosionsspuren; die Bewohner der Insel Alor verfügten bis zum Jahr 1914 über ein hochentwickeltes Geldsystem. Neben Schweinen dienten Gongs und "Mokkos" als Geld, während Pfeilspitzen die Funktion des Kleingeldes erfüllten. Sie waren auch ein wichtiger Bestandteil des Brautpreises und der Mitgift.
H: 43,5 cm, ~ 1800-1850
Vergleichsliteratur
Greifenstein, Ute I., Fremdes Geld, Tauschmittel und Wertmesser außereuropäischer Gesellschaften, Ausst.kat., Frankfurt am Main o.J., p. 71
Preis: 700 - 1100 €
4 Trommelgeld "mokko"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Indonesien, Alor
Bronze, dunkle Patina, sanduhrförmig, aus drei Teilen bestehend, Korpus mit floraler Ornamentik verziert, vier Henkel im oberen Bereich, min. besch., leichte Korrosions- und Gebrauchsspuren
H: 46,5 cm, ~ 1800-1850
Vergleichsliteratur
Schleich, Herman H., Muscheln, Salz und Kokosnüsse, Wuppertal 2000, p. 35
Preis: 700 - 1100 €
5 Griff eines Keris
Indonesien, Batak
Elfenbein, honigbraune Patina, leicht gebogene Form, mit feinen floralen Ornamenten beschnitzt, min. besch., feine Risse, kleine Fehlstelle; "keris" bezeichnet einen Dolch der über den ganzen indonesischen Archipel verbreitet ist. Er hat stets eine asymmetrische, zweischneidige Klinge die sich zum Griff hin verbreitert. Bezüglich der Klingenform und Dekoration von Griff und Futteral gibt es eine große Bandbreite von Variationsmöglichkeiten.
L: 13 cm
Preis: 300 - 450 €
6 Schamanistische Kultfigur
Malaysia - Sarawak, Melanau - Dayak
Weichholz, stilisierte Formensprache, mit untergeschlagenen Beinen auf halbkreisförmiger Basis sitzend, beide Hände an die Ohren gelegt, derart eine geschlossene, blockhafte Kontur erzielend, bekrönt von aufwändigem Kopfputz, die Figur rückseitig vollständig verziert mit eingeschnittenen Rautenmustern, Beschriftung ebenda "M- 025", min. besch., Risse (Kopfputz, Gesicht, Beinzone, Basis), best., kleinere Fehlstellen, auf Metallplatte montiert
H: 39 cm
Provenienz
Coll. August Flick, Cologne, Germany
Vergleichsliteratur
B. Sellato, Hornbill and Dragon, Singapore 1989, p. 224
Preis: 500 - 1000 €
7 Anthropomorphe Maske
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Indonesien - Borneo, Dayak
Holz, schwarz, rot und weiß bemalt, oval aufgewölbte Form, das in geschwungener, kantig umbrochener Linie von der Stirn abgesetzte Gesichtsfeld konkav eingewölbt, dominiert durch halbkugelförmig hervortretende Augen mit scharfgratig umrissenen Rändern und durchbohrter Mitte, eng eine kurze Nase mit aufgeworfenen Nasenflügeln flankierend, ergänzt durch einen an der Kinnspitze sitzender Mund mit weit vorspringender Unterlippe, zwei Zahnreihen mit hervorspitzender Zunge enthüllend, rückseitig angebrachter Bambusstab zum Halten der Maske mit dem Mund, alte Sammlungsnummer rückseitig "K-040", min. best., kleine Fehlstelle rechts, Farbabrieb, auf Metallsockel montiert
H: 22,5 cm
Provenienz
Francois Coppens, Brussels, Belgium
Private Collection, The Netherlands
Verkauft.
8 Ohrring
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Indonesien - Borneo, Dayak
Gelbguss, eine durchbrochen gearbeitete, zoomorphe Form zeigend, min. best., leichte Abriebspuren; derartige Ohrringe wurden von Männern getragen, ursprünglich von den Kopfjägern.
H: 4,5 cm ; B: 3,5 cm
Provenienz
Private Collection, Stuttgart, Germany
Vergleichsliteratur
Borneo, The Dayak in the Francois Coppens Collection, Musée de Solutré, 1996, p. 8
Verkauft.
9 Sitzende männliche Ahnenfigur "adu zatua"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Indonesien - Nias
Holz, schwarze krustierte Patina, Lehmverkrustungen, über tischförmiger Basis, in streng symmetrischer, frontaler Haltung auf zwei Bambusstreben sitzend, die Arme frei neben dem Körper abgewinkelt, in den großen, kräftigen Händen einen Stab und einen Becher haltend, mit Halskette, Ohrring und Krone beschnitzt, letztere mit Zackenfries, vertikalem Mittelstück und volutenförmig eingedrehtem Farnornament ("ni'o wöli wöli"), akzentuiert geschnittene, symmetrisch angelegte Gesichtszüge, min. best., Farbabblätterungen, min. Fehlstelle (Ohrring), auf Metallplatte montiert; den Geistern der Verstorbenen wurden von den Bewohnern von Nias übernatürliche Kräfte zugeschrieben, wie auch die Fähigkeit die Lebenden positiv oder negativ beinflussen zu können. Indem sie die "adu zatua", hölzerne Abbilder der Verstorbenen verehrten, versuchten sie deren Geister zu besänftigen und positiv zu stimmen.
H: 43,5 cm
Provenienz
Coll. Werner Muensterberger, New York, USA
Private Collection, Washington D. C., USA
Coll. Michael Grebanier, San Francisco, USA
Publiziert in
Traditional Art of Indonesia, May 19 - June 17, 1978, J. Camp Associates, Ltd., West Broadway, New York
Vergleichsliteratur
Nias, Tribal Treasures, Cosmic reflections in stone, wood and gold, Delft 1990, p. 243, ill. 102
Capistrano-Baker, Florina, Art of Island Southeast Asia, The Fred and Rita Richman Collection in The Metropolitan Museum of Art, New York 1994, p. 78, ill. 38
Preis: 4000 - 6000 €
10 Phallusförmige Ahnenfigur
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Indonesien - Sulawesi, Toraja
sehr schweres, beige gesprenkeltes Gestein, zylinderförmiger Block, seitlich abgeflacht, an der Basis schmal zulaufend, Augen, Nase und Mund angedeutet, der Hals leicht abgesetzt, min. best.; die Darstellung von Ahnenfiguren als Phallus ist doppeldeutig, entspricht einer symbolischen Gleichsetzung von Fruchtbarkeit und Kontinuität.
H: 81 cm
Provenienz
Coll. August Flick, Cologne, Germany
Vergleichsliteratur
Barbier-Mueller, Messages in Stone, 1998, pl. 3
Verkauft.
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