Online Katalog zur 55. Tribal Art Auktion
381 Prestigehocker
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Kamerun
Holz, dunkelbraune Patina, stellenweise krustiert, eine ringförmige Basis, beschnitzt mit zylinderförmig durchbrochener Wandung aus schlangenlinienförmig ineinander verwobenen Querverstrebungen, durch vertikale Stege die massive, runde Sitzfläche abstützend, min. best., Farbabrieb, Bruchstelle (Sitzfläche, Wandung unterhalb)
H: 33 cm; D: 33 cm
Preis: 600 - 900 €
382 Spielmarken "abia"
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Kamerun
Nussschale, insgesamt 12 Stück, spitzovale Form, zum Teil mit zoomorphen Motiven, zum Teil ornamental verziert, min. best., leichte Gebrauchsspuren
L: ~ 3,5 cm
Vergleichsliteratur
Gardi, Bernhard, Kunst in Kamerun, Basel 1994, p. 69, ill. 68
Verkauft.
383 Große Glocke
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Kamerun
korrodiertes Metall, konische Form, Lederband am oberen Ende, min. besch., Korrosionsspuren, kleine Fehlstellen, auf Metallsockel montiert
H: 102 cm
Provenienz
Coll. Pierre Robin, Paris, France
Preis: 400 - 600 €
384 Büffelmaske
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Kamerun, Bali
Holz, schwarzbraune Patina, stellenweise krustiert, von voluminöser, expressiver Formensprache, dabei auffallend ebenmäßige, symmetrische Züge zeigend, eine helmförmige Kalotte, beschnitzt mit langgezogenem Kopf, der dominiert wird durch die erhabenen, lanzettförmigen Augen und die bekrönenden rundplastischen, gerillten Fortsätze, die an Stelle der Hörner plaziert sind, min. best., Farbabblätterungen, Fehlstellen durch Insektenfrass rückseitig am Rand und an der Frisur, auf Metallsockel montiert; der Schädel eines Büffels wird mit königlicher Autorität und mit Palast- und Jagdgesellschaften in Verbindung gebracht. Von diesem Tier stammen auch die Trinkhörner, die weitverbreitete Prestigeobjekte sind und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Der Büffel ist also nicht nur königliches Symbol, sondern steht auch für die Verbindung zwischen den Generationen.
H: 47 cm, coll. in situ
Provenienz
Coll. Karl Woermann, Hamburg, Germany
Vergleichsliteratur
Gardi, Bernhard, Kunst in Kamerun, Basel 1994, p. 94, ill. 96
Verkauft.
385 Janusgesichtige Nachtmaske der Geheimgesellschaft "troh"
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Kamerun, Bangwa
Holz, braune Krustenpatina, helmförmig, auf beiden Seiten beschnitzt mit menschlichen Gesichtern, nahezu identisch gestaltet: unter leicht vorgewölbter Stirn liegen große, mandelfömige Augen, eine flache, dreieckige Nase flankierend, ein breiter geöffneter Mund unterhalb, min. besch., Risse, Abrieb- und Gebrauchsspuren; die Masken der Nachtgesellschaft treten in erstaunlich unterschiedlichen Formen auf. Die meisten zeigen einen extremen, sogar gewalttätigen Gesichtsausdruck, der zu ihrer furchteinflößenden Rolle passt. Nachtmasken werden nicht mit Federn, Spiegeln, Farbe oder Häuten geschmückt (wie andere Masken dieses Stammes). Jahrelange Beopferungen geben ihnen eine dicke Patina, die nach Meinung der Bangwa zur Wirkkraft dieses Emblems der Nachtgesellschaft beitragen.
H: 26,5 cm
Provenienz
Dr. Karl-Ferdinand Schädler, Munich, Germany
Private Collection, Stuttgart, Germany
Vergleichsliteratur
von Lintig, Bettina, Cameroun, Galerie Dulon, Paris 2006, p. 101
Verkauft.
386 Figurenpaar
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Kamerun, Bangwa
Holz, matte schwarzbraune Patina, Echthaar, rote Farbe, eine weibliche und eine männliche Figur, breit angelegte, gedrungene Körper mit voluminösen, gerundeten Körperformen zeigend, jeweils stehend, auf kurzen stämmigen Beinen, die durch eine leicht gegrätschte Haltung und großflächige Fußsohlen fest auf dem Boden verankert sind, kräftige Oberkörper mit breiten Schultern und langen Armen tragend, bei der weiblichen Figur rund vor den Körper greifend, während sie bei der männlichen Figur rechts neben dem Körper herabhängen und links ein Messer in der übergroßen Hand halten, über kurzen Hälsen sitzen kahle, kugelförmige Köpfe mit abstehenden Ohren, die Gesichszüge geprägt durch weit auseinanderstehende, kleine Augen mit Perlmutteinlage und eine kurze, dreieckige Nase mit vorspringender, spaltartiger Mundpartie unterhalb, eingebettet zwischen wohlgerundeten Wangen, punktierte, bzw. strichförmige Tatauierungen im Gesicht und am Körper, deutliche Akzentuierung der Geschlechtsmerkmale, zusätzlich durch den Einsatz von menschlichem Haar (z. B. Bart der männl. Figur), min. besch., kleinere Fehlstellen (Fuß- und Nasenspitzen, linkes Ohr der weibl.Figur), Spuren von Insektenfrass (linke Körperseite der weibl. Figur), Reparaturstellen (linkes Handgelenk und Unterarm der weibl., rechte Fußspitze und Daumen der männlichen Figur); vorliegende Figuren wurden von Bettina von Lintig den östlichen Bangwa zugeordnet. Sie verweist auf vergleichbare Objekte aus der ehemaligen Sammlung Bareiss, siehe: Kilengi, Afrikanische Kunst aus der Sammlung Bareiss (1997), S. 299 und African Masterpieces from Munich (1987), S. 194, Abb. 201. Vmtl. handelt es sich um die Gedenkfigur eines Clangründers, der wie die großformatigeren königlichen Gedenkfiguren der Bangwa, als Paar, zusammen mit seiner ersten Frau, oder Mutter dargestellt ist. Der muskulöse Körperbau, die übergroßen Hände, die Bewaffung mit einem Messer, die Barthaare und die Betonung des männlichen Geschlechts wohl Zeichen seiner Stärke und Bedeutsamkeit. Die Bangwa sind eines von mehreren Völkern, aus denen sich die große Bamileke-Gruppe im westlichen Grasland Kameruns zusammensetzt. Sie zählen vierzig-, bis fünfzigtausend Menschen und leben in den Bergregionen um Fontem und in dem Gebiet des Cross-Fluß-Beckens.
H: 36 cm (female); 37,5 cm (male)
Provenienz
Private Coll. Aloys Faust, Cologne, Germany (1930)
Vergleichsliteratur
Roy, Christopher D., Kilengi, Afrikanische Kunst aus der Sammlung Bareiss, München 1997, p. 299, ill. 193
Kecskési, Maria, African masterpieces and selected works from Munich: The Staatliches Museum für Völkerkunde, New York 1987, p. 194, ill. 201
Von Lintig, Bettina, Cameroun, Galerie Dulon, Paris 2006, p. 71
Preis: 25000 - 40000 €
387 Stehende männliche Figur
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Kamerun, Kaka
Holz, schwarz-braune Krustenpatina, Beine mit stark verkürzter Oberschenkelpartie einen gedrungenen, blockhaften Oberkörper mit abfallenden, kantigen Schultern tragend, die vor der Brust emporgreifenden Arme reliefartig ausgebildet, der halslos aufsitzende Kopf mit scheibenförmiger Frisur geprägt durch schräg abgesetzte Brauen, die in eine breite, abgeflachte Nase übergehen und dem Gesicht einen "grimmigen" Ausdruck verleihen, best., kleinere Fehlstellen (Nase, Ohren, Frisur), Farbabblätterungen, Risse, auf Sockelplatte montiert
H: 32,5 cm
Provenienz
John Dintenfass, New York, USA
Vergleichsliteratur
Dr. Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München/Berlin 1994, p. 208
Preis: 3000 - 4500 €
388 Stehende männliche Ahnenfigur
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Kamerun, Kaka
Holz, braune, stark krustierte Rußpatina, u-förmige Beinpartie, vorderseitig zackenförmig konturiert, einen schmalen, seitlich eingedrückten Rumpf tragend, der von den massiven, vorgeschobenen Schultern und rund angelegten Armen gleichsam klammerartig eingefaßt ist, der halslos aufsitzende Kopf trichterförmig, das Gesichtsfeld abgeflacht, mit weit bis auf die Brust hinabreichendem Kinn, der Mund gekennzeichnet durch eine Kerbe mit gezahntem Rand, Kammfrisur, ein Kind auf dem Rücken tragend, min. besch., Risse, stark durch Lehmverkrustungen und Farbabblätterungen gekennzeichnete Oberflächenstruktur, auf Metallplatte montiert; die Kaka haben nichts mit den Keaka zu tun. Sie sind eine kleine ethnische Gruppe von ungefähr 18000 Menschen, die im westlichen Kamerun entlang des Donga-Flusses leben und mit ihren südlichen Nachbarn, den Tikar, einige Gebräuche gemein haben. Bei vorliegender Figur handelt es sich um ein Ahnenbildnis, denn auch bei den Kaka hat die Ahnenverehrung eine vorrangige Bedeutung. Sie wird kontrolliert durch Vertreter der Männergesellschaft "mbir", aus dem Kreise der Ratgeber des Häuptlings. Bis heute ist wenig über ihre Verwendung bekannt. Der expressive, eigenständige Stil der Kaka schlägt eine Brücke zu dem Stil Nordwest-Kameruns.
H: 53 cm
Provenienz
Gall. Bernard, Ramatuelle, France
Private Collection, Cologne, Germany
Vergleichsliteratur
Pierre Harter, Keaka, Kaka & "KAKA", in: Tribal Arts, September 1994, p. 45 ff.
Dr. Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München/Berlin 1994, p. 208
Verkauft.
389 Weibliche Figur
Kamerun, Mambila
Holz, Reste einer polychromen Fassung, stilisierte Formensprache, mit großen Füßen auf langen, gebeugten Beinen stehend, einen kurzen gedrungenen Oberkörper mit empor gestreckten Armen und großen Händen tragend, rechteckige Vertiefung zur Aufnahme magischer Substanzen auf der Rückseite, über kräftigem Hals ein runder Kopf mit expressiven Gesichtszügen, rückseitig Sammlungsnummer, min. besch., Originalreparaturen (linkes Bein, linker Arm), Abriebspuren; in der Fulani-Sprache bedeutet Mambila "die Menschen". Sie selbst nennen sich "nor". Bei ihnen gibt es weder ein Königtum noch eine zentrale Macht, sondern ein Dorfoberhaupt, das unterstützt wurde, durch die sog. "mimin" - Vereinigung. Sie glaubten an einen Schöpfer, den sie bald "nama", bald "chang" nannten, aber einen Kult gab es nur für die Ahnen der Familie. Ihnen zu Ehren wurden auch die meisten Figuren geschaffen. Bei den Figuren der Mambila handelt es sich entweder um Ahnenfiguren oder um sogenannte Dorfwächter, die in einer Mauernische aufbewahrt werden und teilweise auch Medizin (meist in einer Öffnung im Rücken) enthalten.
H: 32 cm
Provenienz
University of Virginia Art Museum (1980.47.8), USA
Preis: 2000 - 3000 €
390 Ritualimplement
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Kamerun, Tikar
leichtes Holz, geschwärzt, zylinderförmige Basis mit zwei übereinander angeordneten, viereckigen Eintiefungen, die durch einen schmalen Steg voneinander separiert sind, bekrönt von stehender Figur, mit den rund angelegten Armen ein angedeutetes Behältnis vor dem Schoß haltend, der Kopf mit kronenartiger, in drei Zacken angelegter Frisur, flache, nur grob ausgeschnitzte Gesichtszüge zeigend, auf kleine Holzplatte montiert
H: 28 cm
Provenienz
Private Collection, Stuttgart, Germany
Preis: 550 - 850 €
| 381-390 von 759 |

