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Zemanek-Münster

Online Katalog zur 55. Tribal Art Auktion

471 Kopffragment einer Fetischfigur "nkisi"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Kopffragment einer Fetischfigur "nkisi", D. R. Kongo, Songe

D. R. Kongo, Songe

Holz, helle, rötlich-braune Patina, stellenweise Spuren von krustierter Farbe, schmale, rund abfallende Schultern, oberseitig scheibenförmig abgeflacht, über säulenartig kurzem Hals einen langgezogenen Kopf mit symmetrisch angelegten, scharf geschnittenen Gesichtszügen tragend, die eingewölbten Gesichtshälften eingefaßt durch halbkreisförmige Ohren und den in ihrer Verlängerung stegartig nach vorne ziehenden, am Kinn flach vorspringenden Bart, sichelförmig eingeschnittene Lider mit Nagelköpfen als Pupillen, eine vorspringende Nase mit breitem, abgeflachtem Rücken flankierend, ein fischmaulartig vorspringender Mund unterhalb, mit magischer Masse gefülltes Stoffsäckchen auf dem Kopf, Nagelzier an der Stirn, Farbabblätterung, Körper unterhalb der Oberarm-, Brustpartie fehlend (Insektenfrass), auf Metallsockel montiert; ein vergleichbares Objekt, mit großer Wahrscheinlichkeit von gleicher Hand, wurde am 11. Dezember 1978, Lot 258, bei Sotheby's London versteigert (Yale, GVR-Archives, Registration Nr. 0034360~01). Entsprechend kann man sich vorliegende Statue als Halbfigur mit Stoffschurz vorstellen, mit einer weiteren Öffnung am Oberkörper zum Einfügen von magischen Substanzen. Die zumeist männlichen "nkisi"-Figuren gab es in großformatiger Ausführung, in diesem Falle der ganzen Dorfgemeinschaft gehörend. Sie sollten die Fruchtbarkeit der Menschen und die Fruchtbarkeit des Bodens begünstigen und die Ruhe des Dorfes sichern. Daneben gab es kleinere "mankisi" (sing. - nkisi), die ihren festen Platz im Haus hatten und dem Schutz von Haus und Bewohnern dienten. Sie wurden oft über Generationen vererbt. Diese kleinen persönlichen "mankisi" wurden mitgetragen, wenn Gänge über die vertraute Umgebung des Dorfes hinaus führten. Entscheidend war die magische Ausstattung "bishimba" des Objektes, die in der Bauchhöhle, in Stoffbehältern am Kopf oder in eingesetzten Hörnern verborgen wurde. Die eingearbeiteten tierischen, pflanzlichen und manchmal mineralischen Substanzen erhalten Macht und interagieren mit dem Geisterreich, wenn sie nach den traditionellen Regeln des "nganga", dem Zauberkundigen, zusammengestellt wurden. Die Substanzen lassen sich in zwei Kategorien einteilen, solche die den aggressiven Inhalt zur Verfügung stellen, um bösen Taten entgegenzuwirken - Leopardenkrallen, die Schuppen einer Giftschlange oder die Federn eines Falken; und jene Substanzen, die den gewünschten positiven Effekt auf den oder die Kunden haben.

H: 22,5 cm

Provenienz
Joseph Christiaens, Brussels, Belgium, coll. in situ, Kasongo (1974)
Private Collection, Belgium

GVR Archives Registration Nr.
0034360~01

Vergleichsliteratur
Verswijver, Gustaaf/de Palmenaer , Els u. a. (Hg.), Afrikanische Kunst - Verborgene Schätze aus dem Museum Tervuren, Ausst.kat., München/London/New York 1998, p. 175
Mestach, Jean Willy, Songye Studien, Formen und Symbolik, Ein analytischer Essay, München 1985, p. 65
Neyt, Francois, Songye, La redoutable Statuaire Songye d'Afrique Centrale, Ausst.kat., Brüssel 2004, p. 228, ill. 194

Preis: 28000 - 40000 €

472 Stehende männliche Fetischfigur "nkisi"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Stehende männliche Fetischfigur "nkisi", D. R. Kongo, Songe

D. R. Kongo, Songe

Holz, rotbraune Patina, mit kurzen Beinen auf großen, flächig miteinander verwachsenen Füßen stehend, einen schmalen Rumpf mit kantigen Schultern und frei gearbeiteten Armen tragend, die großen, klobigen Hände seitlich an den rund vorgewölbten Leib gelegt, über kräftigem, säulenartigem Hals ein abgeflachter Kopf mit dreieckigem Gesichtsfeld, Messingnägel als Augen, Tierhorn im Scheitel, min. besch., Risse, mit Masse verstrichen (rechter Unterarm, linker Fuß), auf Sockelblock montiert; die Zauberfiguren ("mankisi"; sing. "nkisi") sind keine für die Zurschaustellung bestimmten Objekte, sondern ganz intim zum Schutz, zur Heilung und zu Therapiezwecken eingesetzte Medien. Ihr Wert ist bemessen nach den magischen Ingredienzien (="bishimba"), die in bekrönenden Hörnern, in speziellen Schläuchen aus Stoff oder Echsenhaut, oder wie in vorliegendem Fall, in Aushöhlungen an Bauch oder Kopf beigefügt sind. Dabei handelt es sich um tierische, pflanzliche oder mineralische Substanzen, die Macht erhalten und mit dem Geisterreich interagieren, wenn sie nach den traditionellen Regeln des "nganga" - des Zaubermeisters zusammengestellt sind. Äußerliche Beigaben sollen die rein optische Erscheinung der Figuren bereichern. So sollen Gürtel aus Reptilhaut beispielsweise auf den Status eines Ministers verweisen. Metallstreifen auf Stirn und Nasenrücken werden mit dem Naturphänomen des Blitzes in Verbindung gebracht. Auf die "nkisi"-Figuren übertragen ist damit die duale Fähigkeit gemeint, den agressiven Aktionen des Bösen nicht nur entgegenzuwirken, sondern diese zugleich umzulenken.

H: 25 cm (ohne Horn)

Provenienz
Coll. Robert and Angelique Noortman, Maastricht, The Netherlands
Sotheby's, Amsterdam, 18. December 2007, lot 364

Vergleichsliteratur
Neyt, Francois, Songye, La redoutable Statuaire Songye d'Afrique Centrale, Ausst.kat., Brüssel 2004, ill. 100 f.

Preis: 7000 - 14000 €

473 Anthropomorphe Gesichtsmaske "kifwebe"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Anthropomorphe Gesichtsmaske "kifwebe", D. R. Kongo, Songe

D. R. Kongo, Songe

helles Holz, rot, weiß und schwarz bemalt, schmale Form mit weit nach vorn auskragenden Gesichtszügen, ein hoher Stirnkamm (männl. Typus), flankiert von tubusförmig vorspringende Augen mit großen Durchbrechungen, ein viereckig vorspringender Mund unterhalb, vollständig mit feinem Rillenbild überzogen, das durch Farbwechsel akzentuiert ist, min. best., kleinere Fehlstellen am Rand, auf Sockel montiert

H: 52 cm

Provenienz
Joaquin Pecci, Brussels, Belgium

Vergleichsliteratur
Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Afrikanische Masken aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf/München/New York 1997, ill. 88

Verkauft.

474 Maske "kifwebe"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Maske "kifwebe", D. R. Kongo, Songe

D. R. Kongo, Songe

Holz, rot, schwarz und weiß bemalt, langgezogen und schmal, mit voluminös ausladenden Formen, ein hoher, in die Nase übergehender Stirnkamm mit rechteckig vorspringendem Mund unterhalb, flankiert von weit vorkragenden Lidern mit durchbrochenen Augen, vollständig von geometrischem Rillenbild überzogen, das durch Farbwechsel akzentuiert wird, langer Bart aus Raphiafasern, Randlochung, min. besch., Abriebspuren, feine Risse, kleine Fehlstellen; durch den hohen Stirnkamm als männlicher "kifwebe"-Typus "kilume" ausgewiesen."Kifwebe"-Masken gehören zur Ausstattung des Bundes "bwadi ka bifwebe", der bis heute bei den östlichen Songe größtes Ansehen genießt. Die Masken werden von einem geflochtenen Kostüm und einem langen Bart aus Raphiabast ergänzt. Sie treten bei verschiedenen Zeremonien, als Polizeitruppe im Auftrag der Herrscher oder zur Abschreckung des Feindes im Kriegsfall öffentlich in Erscheinung.

H: 53 cm

Provenienz
Pierre Dartevelle, Brussels, Belgium
Coll. Berndt Helleberg, Stockholm, Sweden

Vergleichsliteratur
Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Afrikanische Masken aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf, München, New York 1997, ill. 88

Verkauft.

475 Kleine männliche Fetischfigur

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Kleine männliche Fetischfigur, D. R. Kongo, Songe

D. R. Kongo, Songe

Holz, rotbraune Glanzpatina, mit großen Füßen und verkürzter Beinpartie auf runder Plinthe stehend, einen schmalen Torso mit eckigen Schultern und angewinkelten Armen tragend, die großen Hände seitlich an den Bauch gelegt, typische Songe-Gesichtszüge mit halbmondförmig erhabenem Mund, hervortretender Stirn und Scheitelloch, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren; kleinere Zauberfiguren werden von Einzelpersonen verwendet und gehören zum privaten Haushalt.

H: 26 cm

Provenienz
Old Collection, Belgium

Vergleichsliteratur
Mestach, Jean Willy, Songye Studien, Formen und Symbolik, Ein analytischer Essay, München 1985, p. 112, fig. 27

Preis: 1800 - 2700 €

476 Kleine Fetischfigur "nkisi"

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Kleine Fetischfigur "nkisi", D. R. Kongo, Songe

D. R. Kongo, Songe

Holz, braun patiniert, auf viereckige Basis gearbeitet, schematisierte Körperformen zeigend, der spitz vorgewölbte Bauch akzentuiert durch klammerartig angelegen Arme und die seitlich angreifenden Hände, Kopf und Oberkörper gespickt mit eingeschlagenen Kupfernägeln, min. best., kleinere Fehlstellen, Riß (linke Kopfseite), einige Nägel ausgebrochen

H: 15 cm

Provenienz
Gall. Bernard, Ramatuelle, France
Private Collection, Cologne, Germany

Vergleichsliteratur
Alisa LaGamma, Art and Oracle, African Art and Rituals of Divination, The Metropolitan Museum of Art, New York 2000, p. 67
Frank Herremann, To Cure and Protect: Sickness and Health in African Art, New York 1999, p. 55

Verkauft.

477 Stehende männliche Fetischfigur "nkisi"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Stehende männliche Fetischfigur "nkisi", D. R. Kongo, Songe

D. R. Kongo, Songe

helles Holz, fleckige braune Patina, stellenweise krustiert, Beopferungsspuren, gedrungener Leib mit abgeflachten, kantigen Schultern auf stark verkürzten Beinen, beide Hände zu Seiten des vorgewölbten Leibes an den Bauch gelegt, runde Eintiefung zur Anbringung von magischen Substanzen "bishimba", großer Kopf mit voluminöser Helmfrisur und schmal zulaufendem Gesicht mit vorspringendem, abgeflachtem Bart, Holzpflöckchen im Scheitel, besch., Fehlstellen durch Insektenfrass (v. a. Bein- und Sockelzone), Risse, Farbabrieb, auf Sockelblock montiert

H: 28 cm

Provenienz
Philippe & Lisa Laeremans, Liège, Belgium

Vergleichsliteratur
Mestach, Jean Willy, Songye Studien, Formen und Symbolik, Ein analytischer Essay, München 1985, p. 111 f.

Preis: 2200 - 3300 €

478 Weibliche Figur

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Weibliche Figur, D. R. Kongo, Suku

D. R. Kongo, Suku

Holz, braune Glanzpatina, mit großen Füßen auf verkürzten Beinen stehend, einen gedrungenen Oberkörper mit schmalen Schultern und eng am Körper gearbeiteten Armen tragend, die Hände ruhen vor der Brust, ein langer kräftiger Hals einen ovalen Kopf mit abgeflachter Kinnpartie und expressiven Gesichtszügen tragend, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Metallplatte montiert

H: 33,5 cm

Provenienz
Private Collection, Stuttgart, Germany

Vergleichsliteratur
Bourgeois, Arthur P., Art of the Yaka and Suku, Paris 1984, p. 230, ill. 218

Preis: 800 - 1200 €

479 Kleine Figur

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Kleine Figur, D. R. Kongo, Suku

D. R. Kongo, Suku

Holz, braune Glanzpatina, auf kurzen kräftigen Beinen stehend, ein weit vorgewölbter birnenförmiger Bauch, schmale Schultern entsenden eng am Körper gearbeitete Arme, die Hände ruhen vor der Brust, bekrönt von einem großen ovalem Kopf mit leicht eingetieftem Gesichtsfeld, mandelförmig eingeritzte Augen flankieren eine breite flache Nase, ein ovaler geöffneter Mund unterhalb, min. besch., Risse rückseitig, leichte Abriebspuren, auf Metallplatte montiert

H: 22,5 cm

Vergleichsliteratur
Bourgeois, Arthur P., Art of the Yaka and Suku, Paris 1984, p. 212

Preis: 1600 - 2400 €

480 Stehende weibliche Figur

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Stehende weibliche Figur, D. R. Kongo, Tabwa

D. R. Kongo, Tabwa

Holz, dunkelbraune Patina mit Resten von schwarzer Farbe, Glasperlenkettchen, mit durchgestreckten Beinen auf quaderförmiger Basis stehend, einen taillierten Rumpf mit geraden, kantigen Schultern und frei gearbeiteten, dünnen Armen tragend, bekrönt von kleinem Kopf mit fein gerillter Frisur, Narbenskarifikationen an Bauch, Gesicht und Rücken, min. best., Farbabrieb, auf Sockelblock montiert; die deutliche Akzentuierung der weiblichen Geschlechtsmerkmale, das betont breite Becken, der gewölbte Bauch auf eine Verwendung im Fruchtbarkeitsritus hinweisend. Die Tabwa sind eine kleine, im Südosten von Zaire, am Südwestufer des Tanganyika-Sees lebende Volksgruppe. Der Stil der Tabwa-Kunst spiegelt die geographische Lage am ostafrikanischen Graben wieder, sowohl Einflüsse aus dem Luba-Bereich, als auch aus dem Osten, von den Fipa und Nyamwezi sind unverkennbar.

H: 33,5 cm

Provenienz
Coll. Ingo Evers, Bonn, Germany

Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, The Handbook, Brüssel 1987, p. 171, ill. 18

Verkauft.

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