Online Katalog zur 55. Tribal Art Auktion
71 Figural beschnitztes Oberteil eines Zeremonialstabes
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Peru, Chancay
Holz, matte mittelbraune Patina, flach gearbeitete, stehende Figur mit breit angelegten Proportionen, beschnitzt mit kurzärmeligem Gewand aus dem dünne Unterarme hervorgreifen, ein Gefäß und einen menschlichen Kopf in Händen haltend, das großflächige, zähnezeigende Gesicht umrahmt durch scheibenförmige Ohrringe und einen hohen, bogenförmigen Frisurenaufbau, verziert mit Kerbschnitt, linearen und kreisförmig eingeritzten Ornamenten, min. besch., Risse, kleinere Fehlstellen, auf Acrylsockel montiert; eines der bevorzugten Themen der Mochica aufgreifend, die "köpfende Gottheit", stets dargestellt mit einem an den Haaren gehaltenen menschlichen Kopf. Die Mochica sind eine alte an der Nordküste Perus lebende Zivilisation, die ehemals mit Alt Chimu bezeichnet wurde. Sie waren ein Kriegervolk mit einer hochentwickelten sozialen und politischen Gesellschaftsstruktur.
H: 26,5 cm
Provenienz
Coll. August Flick, Cologne, Germany
Private Collection, Cologne, Germany
Vergleichsliteratur
Purini, Sergio/Emmerich, André, La sculpture en bois dans l'ancien Pérou, Paris 2006, p. 78, ill. 26
Verkauft.
72 Statuette der Mutter-Gottheit "astarte"
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Syrien
hellbeige Terrakotta, schematisierte Formen, flach gearbeitet, mit geschwungenen Konturen, die kurzen Arme vom Körper abgespreizt, bekrönt von kleinem Kopf, hinterfangen von großflächiger Frisur mit Bohrlöchern, auf Sockel montiert
H: 11 cm, ca. 2nd. Millenium BC
Provenienz
Private Collection, New York, USA
Verkauft.
73 Stehende weibliche Ahnenfigur "blolo bla"
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Elfenbeinküste, Baule
Holz, matte, dunkelbraune Patina, mit kurzen Beinen auf stark gelängten Füßen stehend, der Oberkörper geprägt durch sehr breite, oberseitig abgeflachte Schultern und kräftige, muskulöse Arme, beide Hände mit den Spitzen der einwärts gebogenen Finger an den Bauch gelegt, über säulenartigem Hals ein ovales, fein modelliertes Gesicht, bohnenförmige Augen mit erhabenem Rand und dunkel eingefärbten Pupillen auf abgeschrägter Ebene liegend, dem Blick in Zusammenwirken mit dem Mund einen leicht melancholischen, betrübten Ausdruck verleihend, fein gerillte Kammfrisur, die Seitenkontur durch feine Flechtzöpfe akzentuiert, erhabene Tatauierungen an Schläfen und Nacken, Nagelzier, Stoffschurz, besch., Risse (Oberkörper, rechte Kopfseite), Fehlstellen durch Insektenfrass (Füße), best. (Ohren, Frisur), auf Sockelplatte montiert
H: 45 cm
Provenienz
Coll. Friedrich Louis Anton Gurlitt, Berlin, Germany
Gall. Henseler, Munich, Germany (1994)
Coll. Roland Hartmann, St. Gallen, Switzerland
Preis: 2600 - 4000 €
74 Getreidespeichertür
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Mali, Dogon
helles Holz, Reste von schwarzbrauner, krustierter Patina, aus zwei Holzplanken gefertigt, durch Holzbeschläge und Metallstifte verklammert, pflockartige Fortsätze oben und unten zum Einzapfen in den Türrahmen, die Vorderseite in ganzer Fläche beschnitzt, dabei in der Horizontalen in drei Kompartimente unterteilt, schönes Detail, eine "kleine Tür in der Tür", rechteckige Öffnung im Zentrum, verschlossen durch eine Art "Fensterladen" mit kleinem Miniaturschloß, seitlich davon, eine vollplastisch ausformulierte Figur, ober- und unterhalb in dichter Reihung beschnitzt mit stilisierten stehenden Figuren, oben männlichen Geschlechts, unten weiblich, rückseitig ein weiteres Schloß, komplett mit Querriegel und verziert mit linearer Ritzornamentik, min. best., kleinere Fehlstellen, Farbabrieb, Risse, Spuren von Verwitterung, Wasserflecken rückseitig, altes Sammlungsetikett; in den Siedlungen der Dogon gibt es zahlenmäßig mehr Getreidespeicher, als Wohnhäuser, worin sich die Wichtigkeit des Speicherns von Korn manifestiert, der der kärglichen, steinigen Landschaft mit harter Arbeit abgerungen wurde. Jede Familie hat mehrere Kornspeicher, einen für jede Frau, alle anderen dem Oberhaupt der Familie gehörend. Auch persönliche Wertgegenstände und Familienaltäre werden bisweilen dort aufbewahrt. Die Bedeutung der in großer Zahl auf den Türen dargestellten anonymen, gleichartigen Figuren ist nicht geklärt. Zumeist werden sie als mythische Wesen interpretiert, aus denen sich die verschiedenen königlichen Geschlechter der Dogon entwickelt haben.
H: 62 cm; B: 42 cm
Provenienz
Private Collection, France (1964)
Coll. Roland Hartmann, St. Gallen, Switzerland
Vergleichsliteratur
Homberger, Lorenz (Hg.), Die Kunst der Dogon, Museum Rietberg Zürich 1995, p. 92 f., ill. 55 f.
Ezra, Kate, Art of the Dogon, Selections from the Lester Wunderman Collection, Metropolitan Museum New York 1988, p. 92 f.
Verkauft.
75 Ring
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Mali, Dogon
Bronze, besetzt mit scheibenförmigem Zierelement mit konzentrischen Rillen, durch flache Stege kreuzförmig unterteilt, von stilisiertem Reittier bekrönt, Spuren von Korrosion, Fehlstellen am Rand, Ring leicht deformiert
D: 2 cm
Provenienz
Coll. Roland Hartmann, St. Gallen, Switzerland
Preis: 400 - 600 €
76 Ring mit Reiterfigur
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Mali, Dogon
Bronze, geschlossener, breiter Reif mit Flechtbandornamentik, mittig angearbeitete flache Scheibe mit konzentrischem Rillenmuster, darauf eine stilisierte Reiterfigur mit schlauchförmigen Gliedern, min. Spuren von Korrosion, kleine Fehlstelle im Guß, auf Sockel montiert; in der Region südlich der Sahara geben solche Bronzeringe Auskunft über den sozialen Status ihres Trägers.
D: 2,5 cm
Provenienz
Coll. Roland Hartmann, St. Gallen, Switzerland
Vergleichsliteratur
Borel, France, Schmuck, Kostbarkeiten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika, Speyer 1999, p. 95
Preis: 400 - 600 €
77 Zwei Armstulpen
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Westafrika
Kupferlegierung, offene Form, auskragende Ränder oben und unten, vollständig überzogen mit Rillenornamentik, rechteckige Ziermotive mit eingeschnittener Rautenornamentik im Zentrum und entlang der offenen Ränder, min. deformiert, Spuren von Korrosion
B: 14 cm; D: 9,5 cm
Provenienz
Coll. Roland Hartmann, St. Gallen, Switzerland
Preis: 400 - 600 €
78 Gesichtsmaske "deangle"
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Elfenbeinküste, Dan
Holz, matte, dunkelbraune Patina, oval aufgewölbte Form mit vorkragender Stirn und spitz zulaufendem Kinn, in horizontaler Linie eingetiefte Augenzone mit eng zusammenstehenden, durchbrochenen Sehschlitzen, vertikaler Stirnwulst, best., kleinere Fehlstellen (Kinn und rückseitig am Rand), Kratzer und Spuren von altem Insektenfrass; "deangle" heißt wörtlich "scherzende, lachende" Maskengestalt. Der Name zeigt, daß es sich um eine freundliche, schöne Erscheinung handelt, die Freude erregen soll.
H: 24 cm
Provenienz
Coll. Roland Hartmann, St. Gallen, Switzerland
Preis: 400 - 600 €
79 Maske
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Elfenbeinküste, Ngere
Holz, dunkelbraune Patina, Rotholzpulver, expressive, plastisch ausgreifende Formensprache, eine dachartig vorkragende Stirn mit flankierenden spitzen Ohren, vorspringende Kastagnettenaugen mit tubusförmigen Fortsätzen unterhalb, die gesamte Gesichtskontur aufgelöst in zacken- oder hauerförmige Projektionen, min. Fellreste am Kinn, min. best., Farbabrieb, Spuren von altem Insektenfrass rückseitig
H: 33 cm
Provenienz
Coll. Roland Hartmann, St. Gallen, Switzerland
Verkauft.
80 Ring mit Büffelkopf "nyi-kar-yi"
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Elfenbeinküste, Senufo
Gelbguß, stilisierte Form, mit langgezogener Schnauze und weit ausgeschwungenen Hörnern, mit Patina; dieser "nyi-kar-yi" wird auch "Ring des Schweigens" genannt, weil die Mitglieder einer Heilerzunft ihn zwischen den Zähnen festhielten, wenn einer von ihnen bestattet wurde. dazu: ein Ring der Lobi, Gelbguß, mittig besetzt mit Zierelement aus langgezogenen, flachen Halbkreisbögen, ein keulenförmiges Mittelteil flankierend, konzentrische Kreisornamentik im Zentrum und an den Enden
D: ca. 2 cm
Provenienz
Coll. Roland Hartmann, St. Gallen, Switzerland
Vergleichsliteratur
Borel, France, Schmuck, Kostbarkeiten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika, Speyer 1999, p. 89
Verkauft.
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