Online Katalog zur 58. Tribal Art Auktion
1 Reisgottpaar "bulul"
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Philippinen - Ifugao
Holz, matte, teilweise krustierte graubraune Patina, eine weibliche und eine männliche Figur, jeweils auf massiver, mittig eingezogener Basis stehend, nahezu identisch ausgebildete Körper zeigend: lange Beine einen abgeflachten, trapezförmig ansteigenden, in breiten Schultern endenden Rumpf tragend, flankiert von frei neben dem Körper herabhängenden Armen, über kurzen Hälsen sitzen kugelförmige Köpfe mit vereinfachten Gesichtszügen und einem wie "abgeschnitten" wirkendem Kinn, gebohrte Ohrlöcher, min. besch., leichte Abriebspuren, feine Risse; die "bulul"-Reisgötter sollen eine gute Ernte bewirken, dabei sind sie befähigt, die Menge des Reises sowohl vor, als auch nach der Ernte, bei seiner Einlagerung, zu vermehren. Sie sind zudem Abbilder hoch verehrter Ahnen.
H: 62,5 resp. 64,5 cm, 19th century
Provenienz
Rudolf Kratochwill, Graz, Austria
Vergleichsliteratur
Newton, Douglas (ed.), Arts of the South Seas, The Collection of the Musée Barbier-Mueller, München, London, New York 1999, p. 154 ff.
Verkauft.
2 Reisgott "bulul"
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Philippinen - Ifugao
Holz, matte, grau braune Patina, auf massiver, mittig eingezogener Basis stehend, kurze, kräftige Beine einen abgeflachten, trapezförmig ansteigenden, in breiten Schultern endenden Rumpf tragend, flankiert von frei neben dem Körper herabhängenden Armen, bekrönt von ovalem Kopf mit vereinfachten Gesichtszügen, Scheitelloch, min. besch., Risse, kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren
H: 38 cm, ~ 1900
Provenienz
Rudolf Kratochwill, Graz, Austria
Vergleichsliteratur
Newton, Douglas (ed.), Arts of the South Seas, The Collection of the Musée Barbier-Mueller, München, London, New York 1999, p. 156
Preis: 600 - 900 €
3 Deckel einer Graburne
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Philippinen - Mindanao, Lotabato Valley
Kreidestein, halbkugelförmig aufgewölbt, bekrönt von menschlicher Halbfigur mit vereinfachten Körperformen: ein zylinderförmiger Rumpf mit scheibenförmig abgeflachten Schultern, flankiert von dünnen Armen die mit großen langgliedrigen Händen auf der Wölbung des Deckels ruhen, der kugelförmige Kopf mit abgeflachtem Gesichtsfeld, dominiert durch erhaben herausgearbeitete, in tiefen Höhlen liegende Augen, der Mund in gerader Linie eingekerbt, das kurze Kinn breit und abgeflacht, min. best., kleinere Fehlstellen, starker Moosbewuchs
H: 40 cm, 15th-16th century
Provenienz
Rudolf Kratochwill, Graz, Austria
Verkauft.
4 Trophäenschädel
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Indonesien - Borneo, Dayak
menschlicher Schädel, von lehmartiger schwarzbrauner Krustenpatina überzogen, Ober- und Unterkiefer zusammengehalten durch Rotanstränge die schlingenförmig den Kopf umschließen, das aufgefiederte Blattende den Kopf wie eine Frisur üppig auf der linken Seite hinterfangend, auf Metallsockel montiert; die Kopfjagd zählt zu den ältesten Ritualen überhaupt und war einst auf der ganzen Welt verbreitet. Bei einigen Völkern wurde sie gar bis ins 20. Jahrhundert hinein betrieben. So etwa bei den Dayak (Borneo), den Naga (Hinterindien), den Ekoi (West-Afrika) und den Suhar (Südamerika). Der dahinter stehende Gedanke ist stets gleich. Die Trophäenschädel verliehen soziales Ansehen und da im Kopf angeblich die Lebenskraft sitzt, sollten auch die Eigenschaften des Opfers auf den Kopfjäger übergehen. In vielen Völkern mußte ein Jäger erst einen Kopf erbeuten um als Mann zu gelten und in die Gesellschaft aufgenommen zu werden. Auch für eine Heirat oder zur Erlangung der Häuptlingswürde war das Vorzeigen eines oder mehrerer Schädel nötig.
H: 19 cm
Provenienz
Coll. August Flick, Cologne, Germany
Vergleichsliteratur
Headhunters and Woodcarvers, from the Francois Coppens Collection, Aust.kat. Arnhem 2000, ill. 12, ill. 17
Verkauft.
5 Schamanistische Kultfigur
Malaysia - Sarawak, Melanau - Dayak
Weichholz, stilisierte Formensprache, mit untergeschlagenen Beinen auf halbkreisförmiger Basis sitzend, beide Hände an die Ohren gelegt, derart eine geschlossene, blockhafte Kontur erzielend, bekrönt von aufwändigem Kopfputz, die Figur rückseitig vollständig verziert mit eingeschnittenen Rautenmustern, Beschriftung ebenda "M- 025", min. besch., Risse (Kopfputz, Gesicht, Beinzone, Basis), best., kleinere Fehlstellen, auf Metallplatte montiert
H: 39 cm
Provenienz
Coll. August Flick, Cologne, Germany
Vergleichsliteratur
B. Sellato, Hornbill and Dragon, Singapore 1989, p. 224
Preis: 500 - 1000 €
6 Amulettfigur
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Indonesien - Borneo, Dayak
Holz, dunkelbraune Glanzpatina, auf gerundeter Plinthe kniend, eine blockhaft geschlossene Kontur mit eng am Körper gearbeiteten Armen zeigend, eine Hand die Scham bedeckend, die andere vor der Brust ruhend, bekrönt von einem rundem Kopf mit vereinfachten Gesichtszügen, auf Holzsockel montiert; diese Amulettfiguren wurden vom Medizinmann angefertigt, sie sollten ihren Träger vor Krankheiten schützen.
H: 9,5 cm
Provenienz
Coll. Lüders, Stuttgart, Germany
Preis: 600 - 900 €
7 Schwert "mandau"
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Indonesien - Borneo, Dayak
mit geflochtenem Pflanzenfaserband umwickelte Griffzone, Knauf aus Bein, kunstvoll figural und ornamental beschnitzt, teilweise durchbrochen gearbeitet, Eisenklinge mit abgeschrägtem Ende, aus zwei Hälften bestehende Holzscheide, kunstvoll mit Pflanzenfasern umwickelt und mit feiner Ornamentik beschnitzt, rückseitig ein zweites Futteral mit Lederbezug, darin ein weiteres Meser mit langem Holzgriff und verziertem Endstück aus Bein, ein Gurt aus geflochtenen Pflanzenfasern zum Transport mit daran befestigtem Amulett, min. besch., Spuren von Korrosion, Gebrauchsspuren, auf Metallsockel montiert; dieses Schwert wurde für die Kopfjagd, im Alltag als Machete verwendet. Das kleinere Messer wurde unter anderem dazu verwendet die Weichteile von den abgetrennten Köpfen der Feinde zu entfernen. "Mandaus" werden von vielen Ethnien in Kalimantan verwendet und sind weit verbreitet.
H: 67,5 cm
Vergleichsliteratur
van Zonneveld, A.G., Traditional weapons of the Indonesian Archipelago, Leiden 2001, p. 87
Preis: 2000 - 3000 €
8 Matte
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Indonesien - Borneo, Dayak
rechteckig Form mit abgerundeten Ecken, Pflanzenfasergeflecht, hellbeige und dunkelbraun, ein rautenförmiges Muster ausbildend, jeweils ein Karo dazwischen zweifarbig angelegt, in gutem Zustand; Matten werden verwendet für Heilungs- und andere Rituale, sie werden auch ausgelegt als Sitzunterlage für verehrte, wichtige Gäste.
M: 162 x 91 cm
Provenienz
Michel Blanc, Paris, France
Verkauft.
9 Matte
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Indonesien - Borneo, Dayak
Pflanzenfasergeflecht, beige-grundig, mit dunkelbraun eingefärbten Fasern ein diagonal angelegtes Karomuster eingeflochten, die Ränder durchwirkt mit ausschnitthaft wirkenden, geschwungenen und gezackten Mustern, in sehr gutem Zustand
M: ca. 195 x 120 cm
Provenienz
Michel Blanc, Paris, France
Vergleichsliteratur
Johnson, Mark, Art Borneo, Marina del Rey 2008, p. 40
Verkauft.
10 Kleine Figur
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Indonesien - Timor, Insel Atauro
Holz, dunkelbraune Glanzpatina, mit langen Beinen auf einer eckigen Plinthe stehend, leicht nach hinten geneigte Haltung, schmale Schultern entsenden eng am Körper gearbeitete Arme, die Hände ruhen vor dem Bauch, bekrönt von einem ovalem Kopf mit unterhalb der Stirn eingetieftem Gesichtsfeld und vereinfachten Gesichtszügen, bekrönt von einer dreiteiligen Kopfbedeckung, leichte Abriebspuren, auf Metallplatte montiert; Atauro (auch Pulau Atauro, Ataúro) ist eine kleine Insel 25 km nördlich von Dili, Ost-Timor und liegt zwischen den indonesischen Inseln Alor und Wetar. Ihr Name bedeutet auch "Ziege" und ist deshalb bei den Indonesiern auch als Kambing Insel (Pulau Kambing) bekannt ("kambing" heißt Ziege auf indonesisch). Diesen Namen erhielt sie, weil auf dieser Insel sehr viele Ziegen gehalten wurden.
H: 29 cm
Preis: 800 - 1200 €
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