Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
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11 Ahnenschädel "ndambirkus"
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Asmat, Area of Ocenep, Papua-Neuguinea
Bein, poliert, von auffallend breit angelegter Knochenstruktur, der Unterkiefer und der sonst übliche Schmuck der Augenhöhlen, sowie die anmodellierte Nase fehlend, Stirnband aus Pflanzenfaser und netzartigem Gewebe mit aufgezogenen Coix- und roten Abrus-Samen, Kasuarfederbüschel in regelmäßigen Abständen, Muschelschalen an den Seiten, Alters- und Abnutzungsspuren auf der Unterseite, möglicherweise auf die Nutzung als "Kopfkissen" zurückzuführen
M: 19 x 15 x 40 cm, 1st third of the 20th century (5102/002)
Provenienz
Private Collection, Belgium
Vergleichsliteratur
Meyer, Anthony J.P., Ozeanische Kunst, Vol. I, Köln 1995, p.84, ill. 64
Helfrich, Klaus u.a., Asmat, Mythos und Kunst im Leben mit den Ahnen, Musuem für Völkerkunde, Berlin 1996, p. 176 f.
Konrad, Gunter und Ursula, u.a., Asmat, Leben mit den Ahnen, Glashütten 1981, p. 104 f.
Preis: 2300 - 4500 €
12 Ahnenschädel "ndambirkus"
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Asmat, Papua-Neuguinea
Bein, braune Patina, der Unterkiefer am Jochbein und über den Mund hinweg mit Schnurmaterial am Schädel befestigt, die Augenhöhlen mit Bienenwachs gefüllt, in das graue Tränengrassamen ("Coix lachryma-jobi") und rote Samen der Paternostererbse ("Abrus precatorius") eingedrückt wurden, die Nase mit schwarzer harzartiger Masse anmodelliert, in die ein mächtiger Nasenschmuck aus Eberhauern eingefügt wurde, Stirnband aus Faserschnur und Coixsamen, an dem in regelmäßigen Abständen Quasten aus Federn des weißen Kakadus befestigt sind, sehr guter Zustand, vollständig erhaltenes Gebiss, kleine Abplatzung am Oberkopf, auf Sockel montiert; menschliche Schädel waren in Asmat wie andere Objekte des Haushalts ein Bestandteil des täglichen Lebens. Mit dem Schädel eines geschätzten Ahnen wurde, wie in vorliegendem Fall, mit größter Ehrfurcht umgegangen, er wurde reich geschmückt und an sicherem Ort aufbewahrt. Bisweilen wurde er an einer Schnur um den Hals auf der Brust oder auf dem Rücken getragen. Die Männer hatten die Schädel bei sich, um mit den Ahnen Kontakt zu halten. Beim Schlafen benutzten sie die Ahnenschädel als Kopfstütze. Die Schädel von Feinden wurden als Kopfjagdtrophäen "ndaokus" im Männerhaus aufbewahrt. Sie weisen im Bereich des Schläfenbeins stets eine Öffnung auf, durch die das Gehirn zum Essen entnommen wurde. Der Unterkiefer dieser Schädel wurde stets getrennt aufgehoben und von Frauen als Brustschmuck getragen - was als höchste Beleidigung galt.
H: 20 cm, (5101/001)
Provenienz
Private Collection, South Germany
Vergleichsliteratur
Meyer, Anthony J.P., Ozeanische Kunst, Vol. I, Köln 1995, p.84, ill. 64
Helfrich, Klaus u.a., Asmat, Mythos und Kunst im Leben mit den Ahnen, Musuem für Völkerkunde, Berlin 1996, p. 176 f.
Konrad, Gunter und Ursula, u.a., Asmat, Leben mit den Ahnen, Glashütten 1981, p. 104 f.
Zuschlag: 7500 €
13 Axtstiel
Asmat, Papua-Neuguinea
Holz, rotbraune Glanzpatina, ein menschlicher Kopf mit stammestypischen Gesichtszügen am unteren und tropfenförmige Verdickung am oberen Ende, in die ursprünglich die Steinklinge eingesetzt war, verziert mit stilisierten Blattmotiven, Sammlungsnummer "64:5", min. besch., leichte Abriebspuren
L: 78 cm, (4843/018)
Provenienz
Private Collection, Italy
Vergleichsliteratur
Helfrich, Klaus u.a., Asmat, Mythos und Kunst im Leben mit den Ahnen, Museum für Völkerkunde, Berlin 1996, p. 56, ill. 3.1.
Preis: 500 - 1000 €
14 Kanusteven
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Geelvink-Bay, Papua-Neuguinea
Holz, matte dunkelbraune Patina, schmaler, brettartig flacher Fortsatz, verziert mit eingeschnittener Ornamentik, bekrönt von stilisierter Vogelfigur mit langem Schnabel, best., Risse, Farbabrieb, Reparaturstelle (Schnabel), auf Metallsockel montiert
L: 55 cm, (5087/002)
Preis: 500 - 1000 €
15 Sprecherstuhl
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Iatmul, Papua-Neuguinea
Holz, matte Patina, Pigmentreste, auf runder Plinthe stehende männliche Figur, an einem Hocker lehnend, die beiden Stützen in Form von gelängten Maskengesichtern, bekrönt von ovalem Kopf, die Augen mit eingesetzten Kaurischnecken, durchbohrtes Septum, Ohrringe aus Conusschnecken, besch., Risse, Fehlstellen, leichte Abriebspuren; diese aus einem Stück geschnitzten Figurenstühle gehören zu den höchsten Heiligtümern eines Klans. Sie wurden in Kulthäusern aufbewahrt und streng gegen Außenstehende abgeschirmt. Sie fungierten als eine Art Rednerpult. Die jeweiligen Redner stellten sich neben dem Stuhl auf, um ihre Darlegungen vorzubringen. Dabei schlugen sie mit einem Blätterbüschel auf die Sitzfläche, um damit ihre Rede im Rhythmus zu begleiten und ihr Ausdruck zu verleihen. Sie sprachen sozusagen in Gegenwart (und im Schutz) des dem Stuhl innewohnenden Klangeistes.
H: 134 cm, (5125/024)
Provenienz
Coll. Peter Schnell, Zurich, Switzerland
P. Wirtz, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Aumann, Georg, Kunst und Kunsthandwerk aus Neu Guinea, Ausst.kat., Naturwissenschaftliches Museum, Coburg 1986, p. 86
Preis: 15000 - 30000 €
16 Kultfigur
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Maprik, Papua-Neuguinea
Holz, roter und gelber Ocker, weißes Pigment, der pfostenförmige Unterleib einen stark aufgewölbten Leib tragend, der große Kopf mit Bart und diademartigem Kopfaufsatz, besch., Risse (v. a. Basis und Rückseite), Farbabrieb; vmtl. einen männlichen Ahnen darstellend. Es liegen Ähnlichkeiten zu Darstellungen des Yamsgeistes "wapinyan" vor, jedoch fehlen die entscheidenden Attribute dieses Typs wie Hinterhauptschmuck, die Netztaschenmuster am Körper oder das Buschhuhn zwischen den Beinen.
H: 68 cm, (5112/007)
Vergleichsliteratur
Koch, Gert, Kultur der Abelam, Museum für Völkerkunde Berlin 1968, ill. 39 f.
Preis: 1500 - 3000 €
17 Ahnenfigur
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Ramu-River, Papua-Neuguinea
leichtes Holz, helle, rotbraune Patina, Kaolin, geprägt durch einen großen, kegelförmig ansteigenden Kopf mit kurvilinearer Ornamentik, sowie die schnabelförmige Nase mit durchbohrtem Septum, feine Schnitzarbeit, alte Sammlungsinschrift rückseitig "Dr. Bäßler - Ramu 11/06", min. best. an der Basis; der "Schnabelstil" ist charakteristisch für viele Plastiken des Unteren Sepikgebietes und weist auf die enge Verbindung von Mensch und Vogel hin. Hier treten Glaubensvorstellungen hervor, die den Vogel als den Träger der Seele ins Jenseits zum Inhalt haben (Seelenvogel).
H: 24 cm, (5122/003)
Provenienz
Arthur Bässler, coll. in situ, before 1899
Linden-Museum, Stuttgart, Germany
Ernst Heinrich, Stuttgart/Bad Cannstatt, Germany
Vergleichsliteratur
Aumann, Georg, Kunst und Kunsthandwerk aus Neu Guinea, Ausst.kat. Natur-Museum Coburg 1986, p. 20 f.
Zuschlag: 3300 €
18 Kalkspatel
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Sepik, Papua-Neuguinea
helles Holz, rotbraune Patina, Griff mit rundem Durchmesser, im oberen Drittel beschnitzt mit stehender Figur mit durchbohrtem Septum, überhöht von lanzenartigem Fortsatz, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; im Sepikgebiet gilt generell, daß durch eine lange Nase ein Geisterwesen, durch eine kurze, naturalistische dagegen ein echter Ahne wiedergegeben wird.
H: 33,5 cm, (5125/019)
Provenienz
Michael Serafin, Los Angeles, USA
Preis: 1000 - 2000 €
19 Dreieckige Flechtmaske
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Sepik, Papua-Neuguinea
aus Lygodiumstreifen, auf Rotanrohr, mit schwarzem und weißem Farbpigment eingefärbt, rund eingetiefte Augenzone mit durchbrochenen Sehöffnungen, großflächig aufgewölbte Mundzone mit zentraler Öffnung, die Randzone umlaufend bestrichen mit harzartiger Masse in die feine Flaumfedern eingedrückt sind, min. Farbabblätterung, auf Metallsockel montiert
H: 34 cm, (5085/002)
Preis: 500 - 1000 €
20 Übermodellierter Schädel
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Vanuatu (bis 1980 Neue Hebriden), wohl Süd-Malekula
menschlicher Schädel ohne Unterkiefer als Unterbau, mit fasriger vegetabiler Masse anmodelliertes menschliches Gesicht mit leicht verschobenen Zügen, die Gesichtshälften mit schwarzem Pigment eingefärbt und mit weißen Tupfen verziert, min. besch.; der Schädel war vermutlich Bestandteil einer vollständigen Totenerinnerungsfigur. Der Körper wurde aus Rohr geformt und mit vegetabiler tonartiger Masse übermodelliert. Anschließend wurde er bemalt und geschmückt mit Rindengürtel, Brustschmuck aus Schweinekiefern, Muschelschalen etc. Als Kopf schließlich wurde der übermodellierte Schädel des Ahnen selbst aufgesetzt. Diese Ahnenabbilder wurden "rambaramp" genannt. Sie wurden traditionellerweise bald nach dem Hinscheiden eines hochrangigen Individuums im Zeremonialhaus seiner Siedlung aufgestellt. Offensichtlich verloren mit dem Verblassen der Erinnerungen jeweils auch die Figuren ihre Bedeutung; sie wurden weggeworfen, später weggegeben oder verkauft. Auch einzelne Schädel wurden zum Andenken an Verstorbene aufbewahrt und an bestimmten Festtagen zum Festplatz mitgenommen.
M: 23 x 14 x 16 cm, beginning 20th century (5102/001)
Provenienz
Private Collection, Belgium
Vergleichsliteratur
Kaufmann, Christian, Vanuatu - Kunst aus der Südsee, Basel 1997, ill. 134 and 163, p. 116
Newton, Douglas (ed.), Arts of the South Seas, The Collection of the Musée Barbier-Mueller, München, London, New York 1999, p. 297
Zuschlag: 3000 €
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