Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
121 Maske "gu"
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Elfenbeinküste, Guro
Holz, matte, teilweise krustierte Patina, Pigmentreste, ovale Form mit harmonischen Gesichtszügen, einen lächelnden Mund mit einzeln gearbeiteten Holzzähnen zeigend, bekrönt von hoher Kammfrisur, Randlochung, min. besch., Spuren von Insektenfrass, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; "gu" bildet zusammen mit "zauli" - einer grotesken tiergestaltigen Maske mit langen Hörnern - und "zamble" - dessen Gesicht an einen Leoparden oder an ein Krokodil erinnern soll - eine Maskenfamilie. Bei "gu" handelt es sich stets um die Darstellung einer jungen Frau - die meist als Ehefrau von "zamble" gilt. Bei ihrem Auftritt, der lediglich von Flötenmusik begleitet wird, bewegt sie sich langsam und anmutig und singt Lieder zu Ehren "zambles". "Gu" erscheint beim Maskentanz nach den beiden zoomorphen Masken "zauli" und "zamble", die mit der Schlichtung von Streitigkeiten und der Suche nach Hexern betraut sind oder bei Beerdigungen und anderen Festlichkeiten tanzen.
H: 33 cm
Provenienz
Gallery Lemaire, Amsterdam, The Netherlands
Coll. Gerard Schapperkotter, Amsterdam, The Netherlands
GVR Archives Registration Nr.
0020317
Vergleichsliteratur
Homberger, Lorenz, Fischer, Eberhard, Die Kunst der Guro, Elfenbeinküste, Museum Rietberg, Zürich 1985, p. 171 ff.
Preis: 2500 - 4500 €
122 Webrollenhalter
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Elfenbeinküste, Jimini
Holz, dunkelbraune Patina, hufeisenförmiger Korpus, bekrönt von zoomorphem Kopf mit Hörnern und stammestypischen Gesichtszügen, Spule fehlt, min. besch., rep., Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; der Webrollenhalter (Rollenzug) ist ein beim Trittwebstuhl verwendetes Gerät, das über dem Webstuhl hängt und bewirkt, daß der Kettfaden, der die Litzenschäfte hochhält und sie auf und nieder gehen läßt, geführt wird und nicht herunterhängen kann.
H: 15,5 cm
Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Weaving in Africa, South of the Sahara, München 1987, p. 222
Verkauft.
123 Webrollenhalter
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Elfenbeinküste, Jimini
helles Holz, braune Patina, hufeisenförmiger Korpus, bekrönt von gehörntem Maskengesicht, min. besch., rep. (rechtes Horn), leichte Abriebspuren, Spule fehlt, auf Metallsockel montiert
H: 15,5 cm
Provenienz
Private Collection, Brussels (1964)
Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Weaving in Africa, South of the Sahara, München 1987, p. 222
Preis: 400 - 700 €
124 Kleine Figur
Elfenbeinküste, Kulango
Holz, glänzende, schwarzbraune Patina, die vor dem Körper ruhenden Arme annähernd ein rahmendes Quadrat ausbildend, über säulenartigem Hals mit Skarifikationen ein ovaler Kopf mit spitz zulaufendem Kinn, min. besch., Fehlstellen durch Insektenfrass, auf Holzsockel montiert
H: 22,5 cm
Provenienz
Private Collection, Germany
Preis: 800 - 1500 €
125 Sitzende Figur
Elfenbeinküste, Kulango
Holz, schwarze Patina, stellenweise krustiert, frontal ausgerichtet, mit symmetrisch angelegten Gliedern auf Stuhl sitzend, über langem Hals bekrönt von schmalem Kopf mit oval abgeflachtem Gesichtsfeld und voluminös nach hinten ausladender Frisur, Augen und Seitenscheitel mit indigoblauer Farbe akzentuiert, min. best., Risse, Fehlstellen (beide Fußspitzen), Farbabrieb und -platzungen; die Kulango sind eine zu den Volta-Völkern gehörende ethnische Gruppe, die im Nordosten der Elfenbeinküste, südlich der Lobi, östlich der Jimini und nördlich der Agni und Abron lebt. Ihre geographische Lage spiegelt sich auch in den wenigen Kunstwerken wieder, die vor allem, wie auch in vorliegendem Falle, Akan-Einfluss verraten. Ein Charakteristikum der Kulango ist die Akzentuierung der meist schwarz glänzenden Objekte durch weiße oder blaue Farbe.
H: 36 cm
Provenienz
Galerie Inge Hett, Berlin, Germany
Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 239
Preis: 1800 - 3500 €
126 Miniaturmaske
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Elfenbeinküste, Ngere
Holz, braune Patina, ovale Form, leicht asymmetrische Gesichtszüge, durchbrochen gearbeitete Augen und Mund, die Oberflächenstruktur von Insektenfrass gezeichnet, auf Acrylsockel montiert
H: 8 cm
Preis: 400 - 900 €
127 Webrollenhalter
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Elfenbeinküste, Senufo
Holz, schwarzbraune Glanzpatina, Kaolinreste, hufeisenförmig abgeflachter Korpus, die Griffplatte verziert mit Ritzornamentik, bekrönt von menschlichem Kopf mit feinen, stammestypischen Gesichtszügen und Kammfrisur, komplett mit Querholz und Spule, Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert
H: 17 cm
Provenienz
Kim Redlich, Düsseldorf, Germany
Vergleichsliteratur
Förster, Till, Die Kunst der Senufo aus Schweizer Sammlungen, Museum Rietberg, Zürich 1988, p. 48 f.
Verkauft.
128 Stampferfigur "deble"
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Elfenbeinküste, Senufo
Holz, mittelbraune Patina, Spuren von schwarzer Farbe, schlanke Gestalt mit gelängten Gliedmaßen, die vom Körper abgespreizten Hände das Geschlecht akzentuierend, der Kopf mit den typischen, feinen Gesichtszügen, dominiert durch eine massive Frisur, min. best., Farbabrieb
H: 85 cm
Provenienz
Maria Wyss, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, p. 172 f.
Preis: 3300 - 6500 €
129 Stehende weibliche Figur "deble"
Elfenbeinküste, Senufo
Holz, schwarzbraune Patina, Spuren von Rotholzpulver, hoch aufragende, schlanke Gestalt mit überlängten Armen, die Hände in typischem Gestus schützend zu Seiten des betonten Nabels an den Bauch gelegt, üppige Ritzskarifikationen, beschnitzt mit einer Art Leibgurt und Armringen, min. best., kleinere Fehlstellen (Frisur), Risse, Spuren von Verwitterung (Basis), Farbabrieb, auf Sockelplatte montiert
H: 81 cm
Provenienz
Coll. Karl-Heinz Krieg, Neuenkirchen, Germany
Vergleichsliteratur
Förster, Till, Die Kunst der Senufo aus Schweizer Sammlungen, Museum Rietberg, Zürich 1988, p. 71, ill. 51
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, ill. 183
Preis: 2500 - 5000 €
130 Stehende männliche Stampferfigur "pombibele"
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Elfenbeinküste, Senufo
helles Holz, braune Patina, über einer zylinderförmigen Basis geschnitzt, eine kräftige Beinpartie mit Skarifikationen im Hüftbereich einen gelängten Oberkörper tragend, bekrönt von einem vergleichsweise kleinem Kopf mit stammestypischen, reduzierten Gesichtszügen, durchbohrten Ohren und Stirnkamm, min. besch., Risse, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; das Volk der Senufo lebt verstreut an der nördlichen Elfenbeinküste, in Burkina Faso und Mali. Das von ihnen über die Jahrhunderte hinweg entwickelte künstlerische Vokabular ist bezogen auf die Erde, von deren Früchten sie als Ackerbauern leben, sowie auf Fruchtbarkeit im Allgemeinen. Das Leben innerhalb der Gemeinschaft wird geregelt durch den "poro"-Geheimbund, basierend auf einer Art Kastensystem, bestimmt durch Alter der Mitglieder und entsprechende Initiationsstufen. Die Senufo selbst bezeichnen diese Figuren als "pombibele", was soviel wie "Kinder des Poro" bedeutet. Sie werden von Geheimgesellschaften sowohl der Männer als auch der Frauen verwendet und zwar in Zusammenhang mit Begräbnis- und Initiationsfeierlichkeiten. Von der westlichen Literatur wurden sie "umgetauft" in Rhythmusstampfer, seit bekannt wurde, dass junge Initiierte die "pombibele" im Gleichklang mit den Trommeln und Hörnern auf den Boden stampfen. Ansonsten standen die Figuren nahe der "kpaala", dem großen, aus Baumstämmen und starkem Knüppelholz errichteten Unterstand, den es in jedem Initiationszentrum eines Dorfes gab.
H: 88 cm
Provenienz
Emil Storrer, Zurich, Switzerland
GVR Archives Registration Nr.
0070644
Vergleichsliteratur
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, p. 188
Förster, Till, Die Kunst der Senufo aus Schweizer Sammlungen, Museum Rietberg, Zürich 1988, p. 71 ff.
Verkauft.
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