Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
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131 Miniaturfigurenpaar "tugubele"
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Senufo, Elfenbeinküste
leichtes Holz, schwarzbraune Patina, stellenweise stark krustiert, eine männliche und eine weibliche Figur, nahezu identische Körperformen zeigend, wobei die männliche Figur insgesamt feiner und ebenmäßiger ausgearbeitet ist, beschnitzt mit Halsschmuck und bogenförmig durchbrochener Frisur, die weibliche Figur mit scheibenförmiger Kammfrisur und Kalaovogelschnabel oberhalb der Stirn, min. best., Farbabblätterungen, nebeneinander auf Sockelplatte montiert; die "tugubele" erscheinen immer paarweise, männlich und weiblich. Sie sind die Hilfsgeister des Wahrsagers. Er weiß, wo sie zu Hause sind und legt ihnen von Zeit zu Zeit an dieser Stelle Opfergaben nieder, als Dank für ihre Hilfe und um sich ihr Wohlwollen zu sichern. Wenn eine solche persönliche Beziehung besteht, werden die Hilfsgeister "madebèlè" genannt (sing. "madèo"). Die "tugubele" haben Kenntnis von allen Vorkommnissen, so nebensächlich sie auch scheinen mögen. Nichts geschieht ohne einen Anlass, denn einen Zufall gibt es nicht. Da sie aber nicht überall sein können, beziehen sie ihre Kenntnisse von dem Chamäleon, der kleinen Wasserschildkröte und dem Python, der die größte Bedeutung hat. Er ist Schirmherr der "tugubele" und sie sind seine Gesandten.
H: 13,5 cm, (5095/001)
Provenienz
Josef Herman, Suffolk, Great Britain
Publiziert in
Fagg, William, Miniature Wood Carvings of Africa, New York 1970, p. 23, ill. 8
Vergleichsliteratur
Förster, Till, Die Kunst der Senufo aus Schweizer Sammlungen, Museum Rietberg, Zürich 1988, ill. 67 f., p. 79 f.
Zuschlag: 8000 €
132 Weibliche Figur "tugubele"
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Senufo, Elfenbeinküste
Holz, matt glänzende schwarzbraune, stellenweise rötliche Patina, mit stark hochgezogenen und auffallend spitz zulaufenden Schultern auf gebeugten Beinen stehend, der schmale Kopf mit kalaoschnabelähnlichem Fortsatz an der Stirn, min. besch., Risse (Bodenplatte, rechte Kopf- und Körperseite auf Brusthöhe), Reparaturstelle (linker Fuß), auf Sockelblock montiert
H: 22 cm, (5083/003)
Provenienz
Hans Schneckenburger, Munich, Germany
Vergleichsliteratur
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, p. 40 f.
Zuschlag: 3000 €
133 Stehende Figur "tugubele"
Senufo, Elfenbeinküste
Holz, schwarze Patina, ein überlängter, schlanker Rumpf, flankiert von frei gearbeiteten Armen mit nach vorne weisenden Handflächen, schmaler Kopf mit Kammfrisur, Ritztatauierungen, min. best. (Kammfrisur), Riss auf rechter Kopfseite
H: 34,5 cm, (4877/004)
Provenienz
Joseph Christiaens, Brussels, Belgium
Preis: 800 - 1500 €
134 Figurenpaar "tugubele"
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Senufo, Elfenbeinküste
helles Holz, fleckige Patina, eine männliche und eine weibliche Figur, dominiert durch eine breite, gerundete Schulterpartie und schmale Köpfe mit stilisierten Gesichtszügen und Scheitelkamm, min. besch., Risse, kleine Fehlstellen, Abriebspuren
H: 15,5 cm resp. 16,5 cm, ~ 1910 (5123/003)
Provenienz
Dick Meijer, Amsterdam, The Netherlands
Zuschlag: 500 €
135 Anthropomorphe Figur "kafigelejo"
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Senufo, Elfenbeinküste
Holz, hochaufragende schlanke Gestalt, einschließlich der Arme vollständig in Stoff, bzw. Tierhaut eingehüllt, der durch Gebrauch und Beopferung stark verkrustet und von braungrauer Farbe ist, ein bügelförmiges Aststück vor dem Leib fixiert, der Kopf mit dreieckigen Stoffohren ebenfalls in dicker Schicht mit Masse verkrustet, so dass keinerlei Gesichtszüge erkennbar sind, min. besch., Masse stellenweise ausgebrochen (Ohren), auf Sockel montiert; der "kafigelejo" ist die Verkörperung eines gefürchteten Geistwesens, dem man schreckliche Kräfte beim Richten, Bestrafen und im Schadenzauber zuschreibt. Man sagt der "kafigelejo" könne Verstöße gegen die ungeschriebenen Gesetze der Gemeinschaft und Vergehen zum Schaden einzelner Dorfbewohner entdecken und den oder die Täter entlarven. Sein Name bedeutet übersetzt "sag die Wahrheit". Sie wurden in kleinen Hütten aufbewahrt, zu der nur der Dorfchef, der Hexer und wenige vertrauenswürdige Personen Zugang hatten.
H: 39,5 cm, (5094/052)
Provenienz
Ludwig Bretschneider, Munich, Germany
Vergleichsliteratur
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, p. 204 ff.
Förster, Till, Die Kunst der Senufo aus Schweizer Sammlungen, Museum Rietberg, Zürich 1988, p. 95
Zuschlag: 1500 €
136 Gesichtsmaske
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Senufo, Elfenbeinküste
Holz, matte, stellenweise krustierte dunkelbraune Patina, geprägt durch eine reduzierte, geometrische Formensprache, die Oberflächenstruktur durch Insektenfrass gezeichnet, kleinere Fehlstellen (vor allem auf rechter Seite und Rückseite), feine Risse, auf Sockel montiert; vergleichbar abstrakte Masken wurden von Burkhard Gottschalk dem "kpelié"-Maskentypus zugeordnet, bei dem es eine große Vielseitigkeit an Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Ihr Name bedeutet wörtlich "Gesicht des Springers". Es ist die Maske des Schnitzerbundes "kulibèlè". Sie tritt aus Anlass von Beerdigungen auf, um des oder der Verstorbenen zu gedenken. Sie ist nicht von Geheimnis umwittert und kann daher von jedermann gesehen werden. Getragen wird sie vornehmlich von Jugendlichen, die noch nicht initiiert sind.
H: 46 cm, (5099/001)
Provenienz
Georges Vidal, Cannes/Paris, France
Vergleichsliteratur
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, ill. 157
Preis: 3500 - 7000 €
137 Figural beschnitzter Stab "tefalapica"
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Senufo, Elfenbeinküste
Holz, schwarzbraune, ölige Patina, Rundstab, am oberen Ende beschnitzt mit sitzender, weiblicher Figur, ein bauchiges Gefäss mit abnehmbarem Deckel auf dem Kopf tragend, min. besch., leichte Abriebspuren; "tefalapica" bedeutet "das Mädchen des mit der Hacke arbeitenden" und stellt das Preisgeld für einen bei den Senufo beliebten Hackwettbewerb dar. Im September oder Oktober müssen die jungen Männer die neuen Yamsfelder anlegen, eine schwere Feldarbeit, die in einem Wettbewerb organisiert wird.
L: 125 cm, (5125/009)
Provenienz
Hélène Leloup, Paris, France
Vergleichsliteratur
Förster, Till, Die Kunst der Senufo aus Schweizer Sammlungen, Museum Rietberg, Zürich 1988, p. 22, ill. 5
Preis: 9000 - 15000 €
138 Gesichtsmaske
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Wé, Elfenbeinküste
Holz, ein oval abgeflachtes Gesichtsfeld, die leicht eingeschwungene Stirnzone nach oben hin auskragend und mit rotem Ocker eingefärbt, die untere Gesichtshälfte geschwärzt, dominiert durch eine klobige, dreieckig ausgeschwungene Nase, drei Bohrlöcher oberhalb der kastagnettenförmigen Augen, breiter Rand mit rückseitig umlaufender Lochung, min. best. (Augen, Nasenspitze), zwei Fehlstellen am Mund (sowie rückseitig am Rand), auf Metallsockel montiert
H: 24 cm, (5094/071)
Provenienz
Maria Wyss, Basel, Switzerland
Zuschlag: 3500 €
139 Weibliche Figur
Abron, Ghana
Holz, fleckige Glanzpatina, Glasperlenkettchen, die frei gearbeiteten Arme rund vor den Körper greifend, wo beide Hände an den gewölbten Leib einer Schwangeren gelegt sind, ein mit Ringen beschnitzter Hals einen ovalen Kopf mit aufgewölbter Noppenfrisur tragend, min. besch., Fehlstellen (Plinthe), Risse, leichte Abriebspuren, auf Metallplatte montiert; wie in den Kunsttraditionen anderer Völker, so spielt das Mutter-Motiv auch bei den Skulpturen afrikanischer Ethnien eine überragende Rolle. Diesen Statuen ist natürlich in erster Linie eine fruchtbarkeitsfördernde Macht zuzuschreiben, außerdem galten sie als vorübergehender Sitz für die Seelen der Verstorbenen.
H: 33 cm, (5094/034)
Vergleichsliteratur
Cole, Herbert M., Ross, Doran H.,The Arts of Ghana, Los Angeles 1977, p. 115, ill. 238
Preis: 1000 - 2500 €
140 Stehende weibliche Figur
Abron, Ghana
Holz, schwarz glänzende Patina, statische Körperhaltung, mit gestreckten Handflächen neben dem Körper herabhängende Arme, das großflächige Gesicht mit linearen Ritztatauierungen, die Frisur von einem zentralen Scheitelpunkt ausgehend in vier flach am Kopf anliegenden Strähnen um den Kopf gelegt, min. best., Farbabrieb (Nase, Kinn, Brüste, Basis)
H: 31,5 cm, (5094/044)
Preis: 1500 - 3000 €
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