Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
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211 Stehende weibliche Figur
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Tiv, Nigeria
Holz, rotbraune Patina, ein gedrungener Körper, flankiert von stark verkürzten Armen, dominiert durch einen verhältnismäßig großen Kopf mit Echthaarfrisur und eingetiefte Augen mit gemalten Pupillen, best. (Nase, Mund), Fehlstellen (linkes Ohr, Unterarm und Fußspitze rechts), Farbabrieb und Riss rückseitig, auf Sockelblock montiert; die meisten weiblichen Figuren, "atsuku" genannt, werden bei Riten zur Jagd und zur Beschneidung verwendet. Offensichtlich besteht eine symbolische Beziehung zu Männlichkeit und sexueller Potenz. Möglicherweise in dem Zusammenhang, dass weibliche Figuren dieser Art neben den Eingang zur Hütte der auserwählten Braut gestellt wurden.
H: 18 cm, (5077/003)
Vergleichsliteratur
Wittmer, Marcilene K., Arnett, William, Three Rivers of Nigeria, Atlanta 1978, p. 96
Neyt, Francois, The Arts of the Benue, Belgien 1985, p. 191
Preis: 1000 - 2000 €
212 Große männliche Ahnengeistfigur "edjo"
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Urhobo, Nigeria
schweres Holz, schwarze Patina, überwiegend mit Kaolin geweißt, auf Pfostenfragment, streng frontal ausgerichtet, wuchtige Körperteile, die auf geometrische Formen reduziert sind, beherrscht von großem Kopf mit dem typisch vorgeschobenen, an der Kinnspitze sitzenden Mund, bekrönt von flachem, scheibenförmigem Hut, erhabene Skarifikationen, besch., Risse (Hut, rechte Gesichtsseite, Rücken), Bruchstellen an der Basis mit Metallstiften verklammert, Farbabrieb; dieser Figurentypus repräsentiert den "Geist eines mythischen Kriegers", die als Begründer der Urhobo-Clans betrachtet werden. Die "edjo"-Statuetten werden dramatisch inszeniert. Sie finden in großer Zahl Aufstellung in den großen Dorf Schreinen, wo sie reiche Opfergaben zur Besänftigung der Geistwesen erhalten.
H: 103 cm, (5098/001)
Provenienz
Coll. Robert Terwindt, Rotterdam, The Netherlands
Vergleichsliteratur
Wittmer, Marcilene K., Arnett, William, Three Rivers of Nigeria, Atlanta 1978, ill. 96
Zuschlag: 5300 €
213 Schreinfigur des "eshu ogo elegba"
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Yoruba, Nigeria
Holz,schwarze, matt glänzende Patina, min. Spuren von indigoblauem Pigment, wie stets ist er mit Kleidung (kurzer Hose und Tunika), sowie dem typischen langen Zopf dargestellt, auf seine angesehene Stellung verweisen "eshu"- Stab und Schild die sorgfältigst ausgeführt sind, die Figur wird beherrscht durch das große Haupt mit fein gerilltem Bart und die großen, aufgewölbten Augen, die ehemals mit Nägeln beschlagen waren, das Gesicht mit linearen Ritzskarifikationen gezeichnet, min. besch., feine Risse (Gesicht), kleinere Fehlstellen durch Insektenfrass (Frisur, Schild, Rand der Tunika und Hosenbein, jeweils auf linker Seite), auf Metallplatte montiert; die Altarfiguren "eshus" werden in Stoff gewickelt aufbewahrt und nur während des alljährlich stattfindenden "eshu"-Festes im Schrein aufgestellt, wenn dort Tieropfer dargebracht werden. Die männliche Gottheit "eshu" spielt eine wichtige Rolle in der Yoruba-Religion. Kein Opfer kann ohne eine Gabe an "eshu" durchgeführt werden, da er als Mittler zwischen den Menschen und den Göttern gilt. Ein mit Palmöl, der von "eshu" bevorzugten Opfergabe, übergossener Lehmhaufen am Hauseingang repräsentiert den Gott. "Eshu" soll Übel vom Haus abwenden.
H: 42,5 cm, (5094/023)
Provenienz
Manfred Schäfer, Ulm, Germany
Vergleichsliteratur
Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika - Tradition und Moderne in Südnigeria, Linz 1997, p. 275
Zuschlag: 3800 €
214 Schreinfigur einer sitzenden Gottheit
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Yoruba, Nigeria
Holz, matte schwarzbraune Patina, Ketten mit stabförmigen Glasperlen, in symmetrischer Sitzhaltung, streng frontal ausgerichtet, als Zeichen der Würde mit Kleidung und Fliegenwedel dargestellt, bekrönt von ausladend nach hinten schwingendem Zopf, der durch angearbeitete kugelförmige Ausbuchtungen noch akzentuiert wird, die Pupillen mit Bohrlöchern versehen, Ritzskarifikationen auf den Wangen, min. besch., Riss auf linker Kopfseite, Reparaturstelle (linkes Handgelenk und Knie), Fehlstellen (linke Hand, Basis); Verkörperung des Pockengottes. Der phallische Haarschopf, sowie Fliegenwedel und die Darstellung der Figur mit Kleidung (Hose), könnten allerdings auch Hinweise auf Eshu sein. Eshu gilt als Mittler zwischen der Welt der Geister und der der Sterblichen. Nur er kann die Opfer der Menschen an die Götter, Hexen, ja sogar dem Tod weiterleiten.
H: 29,5 cm, (5103/008)
Provenienz
Gert Stoll, Berchtesgaden, Germany
Preis: 6000 - 12000 €
215 Altarfigur
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Yoruba, Nigeria
Holz, fleckige, braune Patina, Farbreste, Kaolin, in Gestalt einer sitzenden, weiblichen Figur, stammestypische Körper- und Gesichtsskarifikationen, aufwändige Hochfrisur, umgeben von vier kleinformatigen Assistenzfiguren, besch., Risse, kleine Fehlstellen; als Altarfiguren stellen die Skulpturen nur selten Gottheiten selbst dar, sondern meist deren Verehrer und Priester. Die Figuren sollen die Feierlichkeiten der Opferhandlung, sowie die Würde und bestimmte Anliegen der opfernden Personen verdeutlichen.
H: 65 cm, (5092/002)
Provenienz
Private Collection, Stuttgart, Germany
Vergleichsliteratur
Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika - Tradition und Moderne in Südnigeria, Linz 1997, p. 309 ff.
Zuschlag: 2500 €
216 Janusköpfiger Tanzaufsatz
Yoruba, Nigeria, Area of Ijebu
Holz, mittelbraune, stellenweise krustierte Patina, schwarze Farbe, auf kalottenförmiger Basis mit Korbgeflecht, nahezu identisch ausformulierte schmale, gelängte Köpfe mit bekrönendem Hörnerpaar, die extrem schräg gestellten Augen verglast, der Mund rautenförmig, best., Riss (zwischen den Köpfen), Spuren von Insektenfrass (Stirn und Wange auf einer Seite), Reparaturstelle (Horn), Farbabrieb; die Ijebu Yoruba leben an der Küste und ihr Land ist von zahllosen Lagunen und Flüssen durchzogen. Wasser spielt eine große Rolle in ihrem Leben, was zur Einführung des "ekine"-Kultes führte, der den Wassergeistern gewidmet ist. Davon gibt es drei Hauptarten, "igodo", den Vogel - "agira", die Antilope - und "oni", das Krokodil. "Okooro", ein Kopfaufsatz in menschlicher Form, stellt eine Übergangsform dar. Vorliegender Typus möglicherweise eine Mischform aus "okooro" und "agira".
H: 55,5 cm, (5091/017)
Vergleichsliteratur
Poynor, Robin, Spirit Eyes Human Hands, African Art at the Harn Museum, o.O. 1995, p. 82 f.
Preis: 1000 - 2000 €
217 Kleine Figur
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Yoruba, Nigeria
Holz, dunkelbraune, teilweise krustierte Patina, Kaolinreste, auf Hocker sitzend, in der rechten Hand eine Kalebasse, in der Linken eine zum Mund geführte Pfeife haltend, bekrönt von ovalem Kopf mit aufwändiger Kopfbedeckung, besch., kleine Fehlstellen durch Insektenfrass
H: 16 cm, (5085/001)
Preis: 500 - 1000 €
218 Reiterfigur
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Yoruba, Nigeria
Holz, dunkelbraune, matt glänzende Patina, stellenweise krustiert, Tier mit tonnenförmigem Rumpf, über stegartig schmaler Basis auf kurzen, dünnen Beinen stehend, eine Figur mit stark überlängtem Oberkörper tragend, dominiert durch einen kleinen, kugelförmigen Kopf mit deutlich abgesetzter, aufwändig dekorierter Frisur, Hals und Oberarme mit Ringen beschnitzt, dreieckiges Amulett auf Brust und Rücken, min. best., Riß (rechte Körperseite), Spuren von altem Insektenfrass (rechtes Bein, Plinthe)
H: 35,5 cm, (4877/002)
Provenienz
Joseph Christiaens, Brussels, Belgium
Zuschlag: 800 €
219 Maske "gelede"
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Yoruba, Nigeria
Holz, ehemals polychrom bemalt, min. Reste von hellblauem und rotem Pigment unter dem stark abgeblätterten, schwarzen Farbauftrag zum Vorschein kommend, von schmaler, hoch aufsteigender Helmform mit stark zurückspringendem Profil, best., Risse, Fehlstellen (linkes Ohr, Kopfbereich rechts), auf Metallsockel montiert; im Unterschied zu anderen Bünden der Yoruba, die der Ahnenverehrung gewidmet sind, richtet sich "gelede" in erster Linie an Kräfte, die sich in der Welt der Lebenden ("aye") manifestieren und die insbesondere mit Frauen assoziiert werden. Als wichtigste Schutzgottheit von "gelede" gilt "yemoja" oder "yemania", die Göttin der Flüsse und des Meeres, die auch mit "iyanla", der "Großen Mutter" gleichgesetzt wird.
H: 33 cm, (5091/010)
Vergleichsliteratur
Drewal, Henry John, Thompson Drewal, Margaret, Gelede - Art and Female Power among the Yoruba, Bloomington 1983, p. 152 f.
Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika - Tradition und Moderne in Südnigeria, Linz 1997, p. 179 f.
Zuschlag: 500 €
220 Maske "gelede"
Yoruba, Nigeria, Area of Abeokuta
Holz, matt glänzende, dunkelbraune Patina, aufgewölbte Kalotte mit großflächigem Gesichtsfeld, die Gesichtszüge im unteren Bereich auf kleiner Fläche zusammengedrängt, lanzettförmige Ritztataus auf Wangen und Stirn, bekrönt von durchbrochenem Aufsatz aus Schlangenkörpern, überwiegend in vertikaler Anordnung, am unteren Rand zusammengefaßt durch horizontal aufgelegten Korpus, min. best., auf Metallsockel montiert
H: 31,5 cm, (4877/003)
Provenienz
Joseph Christiaens, Brussels, Belgium
Preis: 1200 - 2400 €
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