Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
221 Tanzaufsatz "egungun"
Nigeria, Yoruba
Holz, matte honigbraune Patina, Spuren von indigoblau, das in runden Formen angelegte Gesicht dominiert durch große Augen und Ritzskarifikationen, die Schneidezähne gefeilt, ein kleines magisches Paket auf der Stirn tragend, min. best., Riss (Kopf und Basis auf rechter Seite), auf Metallsockel montiert; der "egungun"-Kultbund reguliert die Beziehung zwischen den Ahnen und den Lebenden. Die "egungun"-Maskengestalten treten in Krisenzeiten, bei Totengedenkfeiern und bei dem mehrwöchigen "odun egungun"-Fest auf. Sie sollen den Schutz und das Wohlergehen der Menschen sichern. Die Macht der Ahnenmasken wird durch Medizin "oogun", die wie in vorliegendem Falle an der Stirn, oder am Kostüm angebracht ist, noch gesteigert.
H: 23,5 cm
Provenienz
Galerie Inge Hett, Berlin, Germany
Vergleichsliteratur
Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika - Tradition und Moderne in Südnigeria, Linz 1997, p. 266 f.
Preis: 1000 - 2000 €
222 Zwillingsfigurenpaar "ere ibeji"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Nigeria, Yoruba, Abeokuta/Egba-Gebiet
Holz, matt glänzende, dunkelbraune Patina mit Spuren von schwarzer Farbe, eine männliche und eine weibliche Figur, fast ornamental angelegte Gesichtszüge, Ritzskarifikationen, gebohrte Pupillen, die männliche Figur insgesamt feiner gearbeitet, was die Durchbildung des Körpers, als auch die Gestaltung von Händen und Füßen anbelangt, min. best. (Frisuren, Stirn, Ohren, Mund, Hände), Abrieb; die kleinen Abreibungen an den Mundpartien könnten von symbolischen Fütterungsprozeduren herrühren.
H: 25,5 cm
Verkauft.
223 Weibliches Zwillingsfigurenpaar "ere ibeji"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Nigeria, Yoruba, Abeokuta-Gebiet
Holz, hellbraune Patina, Verkrustungen mit Rotholzmehl "osun", schwarze und indigoblaue Farbe an der Frisur, üppiger Behang mit Perlenketten und Metallreifen, ausdrucksstarke Köpfe mit hoch ansteigender Schopffrisur, große Augen mit genagelten Pupillen, übergroße Brüste, min. besch., Fehlstelle (am Ohr der einen Figur), Risse (Köpfe beider Figuren)
H: 27 cm resp. 27,5 cm
Vergleichsliteratur
Stoll, Gert, Ibeji, Zwillingfiguren der Yoruba, München 1980, p. 50 f.
Chemeche, George, Ibeji, The Cult of Yoruba Twins, Mailand 2003, ill. 251 f.
Verkauft.
224 Zwillingsfigurenpaar "ere ibeji"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Nigeria, Yoruba
Holz, rotbraune Patina, Verkrustungen mit "osun" (Mischung aus fein geriebenem Rotholz und Palmöl), eine männliche und eine weibliche Figur, die Körper nahezu identisch formuliert, ausgestattet mit kronenartigen Frisuren und Nagelköpfen als Pupillen, lineare Ritztataus, Behang mit Kokosscheibchenketten und Metallringen, min. best. (Mund der männlichen Figur), feine Risse (Gesichter), Fehlstellen durch Insektenfrass (linke Körperseite und Arm der männlichen Figur, Basis der weiblichen); da die Yoruba glauben, daß Zwillinge eine gemeinsame, unteilbare Seele haben, befindet sich beim Tod eines Zwillings der Überlebende plötzlich in großer Gefahr, da sein seelisches Gleichgewicht empfindlich gestört wird. Deshalb wird ein Schnitzer beauftragt, als symbolischen Ersatz für den verstorbenen Zwilling eine kleine Holzfigur anzufertigen. Sie dient als neue Wohnstätte für die Seele des Verstorbenen. In einer nach überlieferten Riten festgelegten zeremoniellen Handlung ermöglicht der "babalawo" der Seele in diese kleine Holzfigur zurückzukehren. Sie wird "ere ibeji" genannt, "ibeji" heißt in der Yoruba-Sprache "Zwilling", "ere" = "Idol".
H: 28 cm
Provenienz
Gert Stoll, Berchtesgaden, Germany
Publiziert in
Stoll, Gert, Ibeji, Zwillingfiguren der Yoruba, München 1980, p. 258, ill. 144
Preis: 4000 - 8000 €
225 Männliche Zwillingsfigur "ere ibeji" im Kaurimuschelmantel
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Nigeria, Yoruba, Oyo-Gebiet, Igbuke-Stil
Holz, rot- und dunkelbraune Patina, min. Spuren von indigoblauer Farbe, der Körper mit massiven Schultern und henkelförmig angelegten Armen fast vollständig verborgen unter einem steifen Mantel aus mehrlagigem Baumwollstoff auf den flächendeckend Kaurischnecken aufgenäht wurden, der schmale Kopf bekrönt von fein gerillter Hochfrisur, den typisch zugespitzten "Oyo"-Mund und stammestypische Skarifikationen zeigend, min. best., rückseitig Fehlstellen an der Frisur, Waschpatina, Fehlstellen am Mantel; häufiger als anderswo finden wir in Oyo "ibeji" mit Kauri-Mänteln. Kaurischnecken galten früher in Westafrika als Zahlungsmittel. Die Ausstattung der Figuren mit Kauri-Mänteln sollte die besondere Wertschätzung zeigen, die man dem Verstorbenen entgegenbrachte und zugleich den Wohlstand der Familie angezeigen.
H: 31,5 cm
Vergleichsliteratur
Stoll, Gert, Ibeji, Zwillingfiguren der Yoruba, München 1980, p. 156 f.
Chemeche, George, Ibeji, The Cult of Yoruba Twins, Mailand 2003, ill. 1
Verkauft.
226 Männliche Zwillingsfigur "ere ibeji"
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Nigeria, Yoruba, Shaki-Gebiet
Holz, fleckige braune Patina, Reste von schwarzer Farbe, Rotholzmehl "osun", Kaolin, schlanke Gestalt mit kantigen Schultern und neben dem Körper herabhängenden Armen, bekrönt von schmalem, dreieckigem Gesicht mit Kinnbart und großen, von Wimpern umsäumten Augen, lineare Skarifikationen im Schulter und Bauchbereich, Farbabrieb, kleinere Fehlstellen an der Frisur
H: 28 cm
Verkauft.
227 Weibliches Zwillingsfigurenpaar "ere ibeji"
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Nigeria, Yoruba, Igbomina-Gebiet
Holz, rotbraune Patina, schwarze Farbe und min. Reste von indigoblau an der Frisur, markante Köpfe mit breiter Kieferpartie und abgeflachtem Kinn, die Schneidezähne gefeilt, lanzettförmige Ritztataus auf den Wangen, gebohrte Pupillen, Stränge mit Glasperlen und Kokoscheibchen um Hals und Hüften, rest. (Brust); ein vergleichbares Paar abgebildet bei G. Stoll, Ibeji, 1980, Abb. 192. Möglicherweise im Stil des Schnitzers Dagikonle of Igbomole. Die Igbomina sind ein Volksstamm, ihre Hauptstadt ist Ila-Orangun, neben Abeokuta, Oshogbo und Ekiti eines der bedeutendsten Zentren traditioneller Schnitzkunst. Man zählt die Ila-Skulpturen nicht zu Unrecht zum Besten, was die Yoruba auf diesem Gebiet hervorgebracht haben.
H: 31cm resp. 32 cm
Vergleichsliteratur
Stoll, Gert, Ibeji, Zwillingfiguren der Yoruba, München 1980, ill. 192
Verkauft.
228 Weibliches Zwillingsfigurenpaar "ere ibeji"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Nigeria, Yoruba, Shaki-Gebiet
Holz, hellbraune Patina, indigoblaue Farbe an der Frisur, Lehmverkrustungen, nahezu identisch ausformulierte schlanke Körper mit geschlossener Kontur, die durch große Augen geprägten Gesichtszüge stark berieben, üppiger Behang mit Kettchen aus aufgezogenen Kokoscheibchen und Miniaturglasperlen, Stränge mit Kaurimuscheln um die Handgelenke, min. besch., Risse (Rumpf und rechte Kopfseite einer Figur), kleinere Fehlstellen (Ohren), Haarrisse; die Figuren tragen den Namen des Verstorbenen. Die kleinen Perlenkettchen stellen Geschenke an den "Ersatzzwilling" dar. Die Kaurimuschelstränge symbolisieren den Reichtum, den die Existenz von Zwillingen bei den Yoruba verspricht.
H: 25 cm resp. 25,5 cm
Verkauft.
229 Männliches Zwillingsfigurenpaar "ere ibeji"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Nigeria, Yoruba, Ila-Gebiet
Holz, rotbraune Patina, schwarze und indigoblaue Farbe, Verkrustungen mit Rotholzmehl, geschmückt mit Glasperlen- und Kokoscheibchenketten, sowie geflochtenen Pflanzenfaserbändern, von schmaler, geschlossener Kontur mit gerade neben dem Körper herabhängenden Armen, das männliche Geschlecht besonders hervorgehoben, auf Brust und Rücken reliefierte Amulette, das islamische Dreieck zeigend, die Köpfe gelängt, mit großen Augen und hochaufragender Kammfrisur, min. best., feine Risse, Farbabrieb, min. Spuren von Insektenfrass (Frisur); beim Tod beider Zwillinge wäre die Anfertigung von Holzfiguren eigentlich nicht nötig, wenn man nur den Aspekt der Seeleneinheit betrachtet. Da aber den Zwillingen übernatürliche Kräfte zugeschrieben werden, können sie, stärker noch als die Ahnen, der Mutter und der Familie Schutz gewähren. Ein weiterer Grund ist, dass eine Zwillingsmutter Privilegien genießt, auch wenn die Kinder verstorben sind. Sie führt die "ibeji" als eine Art Abzeichen mit sich, zuvorkommende Behandlung und kleine Geschenke sind ihr damit sicher.
H: 33 cm
Provenienz
Gert Stoll, Berchtesgaden, Germany
Publiziert in
Stoll, Gert, Ibeji, Zwillingfiguren der Yoruba, München 1980, p. 298, ill. 193
Verkauft.
230 Männliches Zwillingsfigurenpaar "ere ibeji"
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Nigeria, Yoruba, Shaki-Gebiet
Holz, matte, rotbraune Patina, schwarze Farbe an der Frisur, Spuren von Kaolin, gedrungene Körper, geprägt durch massive, breite Schultern und henkelförmig angelegte Arme, die wuchtigen Köpfe auf kurzen Hälsen sitzend, ausgestattet mit bügelförmigen Frisuren und winkelförmig angelegten Ritzskarifikationen, eingelegte, geschwärzte Pupillen, Perlenstränge um Hüften und Handgelenke, Fehlstellen durch Insektenfrass (bügelförmiger Haarschopf bei einer Figur, Basen beider Figuren)
H: 24,5 cm resp. 26 cm
Vergleichsliteratur
Stoll, Gert, Ibeji, Zwillingfiguren der Yoruba, München 1980, ill. 136
Verkauft.
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