Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
251 Stehende männliche Figur "mu' po"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Kameruner Grasland, Bamileke
Holz, dunkelbraune Patina, untersetzter, runder Leib mit reliefartig angelegten Armen auf langen, spitz abgewinkelten Beinen, der große Kopf halslos auf dem Körper sitzend, die großformatigen Gesichtszüge eine höchst expressive Wirkung erzielend, min. best., Risse (Brust, linke Kopfseite), Fehlstellen (beide Fußspitzen), Farbabrieb, auf Metallplatte montiert; in die rechteckige Eintiefung in der Brust wurde Medizin eingefügt. Die Figuren werden u. a. bei Tänzen mitgetragen und sollen dabei die Mitglieder des "kungan"-Bundes vor Zauber schützen.
H: 39,5 cm
Provenienz
Private Collection, California, USA
Vergleichsliteratur
Homberger, Lorenz (Hg.), Kamerun, Kunst der Könige, Museum Rietberg, Zürich 2008, p. 192 f.
Preis: 1500 - 3000 €
252 Kopfaufsatz "tu ngünga"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Kameruner Grasland, Bamum
Holz, rotbraune Glanzpatina mit Spuren von schwarzer Farbe, das Grundgerüst des Gesichtes bestehend aus bogenförmigen, an der Nasenwurzel miteinander verwachsenen Brauen, die in eine schmale Nase übergehen und durch einen viereckig vorspringenden Mund unterhalb ergänzt werden, die übrigen "Zutaten" die Expressivität steigernd: kegelförmig hervortetende Augäpfel und "ballonartig" aufgeblasene Wangen, die zusätzlich von klappenartigen Fortsätzen hinterfangen werden, bekrönende Frisur aus rundbauchigen Schöpfen mit Noppenstruktur, min. best., kleinere Fehlstellen (Hals, Kinn, Wangen), auf Sockelblock montiert; möglicherweise zur früheren Kriegergesellschaft "nsorro" gehörend, die ihre Maskentänze bei Begräbnissen ihrer Mitglieder aufführte. Der Kopfaufsatz wurde durch ein weibliches Pendant als Partnerin ergänzt. In jüngerer Zeit war "nsorro" einer der Tänze, die Feste in Fumban- und im Bamum-Palast bereicherten. Dem Künstler "Ndam nji Mare" aus dem Dorf Makoutam zuzuschreiben. Es existieren mehrere Kopfaufsätze aus dem Malantuen-Gebiet, die so frappierend ähnliche Züge tragen, dass sie alle diesem Künstler zugeschrieben werden können. Eine davon kam 1934 an das Musée de l'Homme in Paris (heute Musée du quai Branly). Als Glanzstück des Museums wurde der Aufsatz sogar auf einer Postkarte abgebildet. Ein weiterer Aufsatz gehörte einst dem Maler Maurice de Vlaminck und wurde 2008 im Rietberg Museum in Zürich ausgestellt (publ.: L. Homberger (Hg.), Kamerun, Kunst der Könige, S. 117).
H: 50 cm, 19/20th Century
Provenienz
Julius Konietzko, Hamburg, Germany
GVR Archives Registration Nr.
0120350
Vergleichsliteratur
Sotheby's New York, The Saul & Marsha Stanoff Collection, May 17, 2007, lot 22
Verkauft.
253 Anthropomorphe Maske
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Kameruner Grasland, Bekom
Holz, schwarzbraune Patina, von oval aufgewölbter Form mit abgeflachtem Bart, in zwei kugelförmigen Schöpfen angelegte Frisur mit Noppenzier, voluminöse, runde Gesichtsformen einen expressiven Ausdruck erzielend, min. best., Farbabrieb, feine Risse (Stirn), Fehlstelle am Bart; in traditionellem Bekom-Design. Der Kopfputz mit Noppen ist einer typischen, königlichen Kopfbedeckung nachempfunden.
H: 37 cm
Vergleichsliteratur
Gebauer, Paul, Art of Cameroon, New York 1979, P16
Preis: 1000 - 2000 €
254 Maske "agwe"
Kameruner Grasland, Widekum
Holz, vollständig mit Leder überzogen, dunkelbraun patiniert, schmale, langgezogene Form mit akzentuiert aufgewölbten Wangen, Holzpflöckchen an Schläfen und Stirn, Metallzähne, Bart aus in sich gedrehtem Schnurmaterial (größtenteils fehlend), min. Reste einer netzartigen Haube rückseitig, min. besch., Fehlstellen durch Insektenfrass (unterer Rand im Kinnbereich, Innenseite), Kamm; es handelt sich hier um eine Mischform zwischen Helm- und Gesichtsmaske. Sie gilt als die einzige Maske dieser Volksgruppe und stellt eine Art "Till Eulenspiegel" dar.
H: 43 cm
Provenienz
Old Private Collection, Great Britain
Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 389
Preis: 1000 - 2000 €
255 Anthropomorpher Tanzaufsatz
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Kameruner Grasland, Widekum
Holz, in Gestalt einer Gliederpuppe, auf kleiner, tellerförmiger Basis aus Rotangeflecht, Körper und Kopf mit Holzkern, vollständig überzogen mit schwarzbraun eingefärbter Tierhaut, Arme und Beine separat geschnitzt und in eigens dafür vorgesehene Öffnungen im Körper eingezapft, Kopf mit expressiven Gesichtszügen und einzeln ausgearbeiteten Zähnen, Reste von Echthaar, Holzpflöckchen an Stirn und Schläfen, min. besch., kleinere Risse und Fehlstellen im Leder, auf Sockel montiert
H: 29 cm
Provenienz
Private Collection, France
Vergleichsliteratur
Kamer, Helene, Les "Duen-Fubara", Paris 1976, ill. 31
Preis: 2400 - 4500 €
256 Anthropomorpher Tanzaufsatz
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Kameruner Grasland, Widekum
Holzkern, mit Tierhaut überzogen, vollständig bedeckt mit schwarzer, krustierter Patina, in Gestalt einer Gliederpuppe mit separat gearbeiteten und in den Körper eingezapften Gliedern, auf kleiner kreisförmiger Basis aus Rotangeflecht, Holzpflöckchen an Stirn und Schläfen, Reste von Echthaar, Augenzone kaolingeweißt, rückseitig beschriftet "E. F. Ten Houten 243", min. best. (Hände), feine Risse im Leder, auf Holzsockel montiert
H: 32 cm
Provenienz
Coll. Fred ten Houten, Groningen, The Netherlands
Publiziert in
Afrika, De Ten Houten Collectie Van Afrikaanse Kunst, Eersel, Nederland o. J., p. 27, no 14
Preis: 2800 - 5500 €
257 Helmmaske
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Kamerun
Holz, dunkelbraune Patina, Stirn und Wangen aufgewölbt, dazwischen eingebettete Gesichtzüge, ein "lachender", Zähne zeigender Mund, voluminöse, zweiteilig aufgebauchte Frisur mit Scheitelloch, min. besch., Risse, leichte Abriebspuren
H: 49 cm
Verkauft.
258 Reliquiarwächter
Kameruner Grasland, Beti-Fang, Mabea
Holz, matte rötlichbraune Patina, Spuren von schwarzer Farbe, Sitzhaltung, die stilisierten Hände vor der Brust aneinandergelegt, verglaste Augen mit Metalleinfassung, Beschläge aus Messingblech im Schulter- und Bauchbereich, sowie im Gesicht (Skarifikationen), min. besch., Risse (Kopf, Oberkörper), Fehlstellen (beide Fußspitzen), auf Sockel montiert; am Gesäß ist der Rest eines (abgesägten) Holzstabes zu erkennen, was die Figur als Bestandteil eines "byeri"-Ensembles ausweist. Sie saß ursprünglich als Wächter auf einer hohen walzenförmigen Rindenschachtel oder einem Korb, der Reliquien der Clangründer, oft aber auch Schädel oder Knochen anderer Männer oder Frauen enthielt, die sich in der Clangemeinschaft besonders ausgezeichnet hatten. Wie bei allen "byeri"-Ahnenfiguren war der Kopf wohl ursprünglich mit dem typischen Federschmuck "aseng" versehen, worauf Bohrlöcher an der Frisur hinweisen. Möglicherweise wurden die als besonders wertvoll geltenden Federn beim Verkauf der Objekte zurückbehalten. Nur initiierte Männer durften den Inhalt des Behälters, der zu bestimmten Anlässen ins Freie gebracht und beopfert wurde, ansehen. Im Halbdunkel der Behausung waren die Umrisse der Figur nur zu erahnen, der Glanz heller Spiegelaugen und Lichtreflexe auf den Messingbeschlägen wirkten bedrohlich. Für Metallbeschläge wurden bei den Fang europäische Messingteller, sog. "Neptuns", umgearbeitet. Zur Bedeutung der auf den Reliquienbehältern angebrachten Wächterfiguren gibt es unterschiedliche Ansätze, manche halten sie für Gedenkfiguren, andere betrachten sie als stoffliche Realisierung der Toten, wieder andere bringen sie mit einer Art Reinkarnationsglauben in Zusammenhang. Die Fang sind erst vor etwa 300 Jahren in ihr Siedlungsgebiet eingewandert, wobei sie die hier lebenden Gruppen entweder verdrängt oder assimiliert haben. Mit dem Namen Fang (oder Pangwe, Pahuin) bezeichnet man daher eine weder sprachlich noch kulturell einheitliche, aus zahlreichen Untergruppen bestehende Population von Waldlandbewohnern im südwestlichen Kamerun, Äquatorial-Guinea und im Nordwesten von Gabun. Eine eindeutige Zuordnung ist daher schwierig. So ist vorliegende Figur von der Ausführung des Kopfes und Halses den Mabea zuzuordnen. Während die Beschläge mit Messingblech, vor allem im Schulterbereich, die verglasten, metallumrandeten Augen, sowie die geometrisch-kubische Anlage der Figur im Allgemeinen Bezüge zu den Ngumba, Südkamerun aufweist. Ein vergleichbares Objekt von gleicher Hand publiziert bei Kevin Conru, African and Oceanic Art, Brussels, 2004, S. 4
H: 49 cm, 19th century
Provenienz
Old Colonial Collection, Germany
GVR Archives Registration Nr.
0038462; 0032190
Vergleichsliteratur
Sotheby's New York, Arts of Africa, Oceania & The Americas, May 17, 2002, lot 138
Kecskési, Maria, Kunst aus Afrika, Museum für Völkerkunde München, Ausst.kat, München, London, New York 1999, ill. 112 f. , above all ill. 115;
Kayser, H. (Hg.), Gabun, gestern und heute, Zeitschrift des Museums zu Hildesheim, Neue Folge, Heft 24, 1973, ill.21 a/b, Fang figure, Coll. Tessmann
Preis: 80000 - 150000 €
259 Gesichtsmaske
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Kamerun, Fang
helles, leichtes Holz, Reste von schwarzbrauner Patina, oval aufgewölbte Form, Stirn mit erhabenem Dreiecksornament, das übrige Gesichtsfeld eingetieft und abgeflacht, in der unteren Hälfte durch schmalen, erhabenen Steg eingerahmt, pointiert vorspringendes Kinn, zwei Bohrlöcher seitlich zur Befestigung, min. besch., Risse (Kinn, Wange auf rechter Seite), kleinere Fehlstellen rückseitig am Rand, extremer Farbabrieb; eine klare ethnische Zuordnung ist schwierig, da sowohl Merkmale der Fang, als auch der Kwele an der Maske zu finden sind.
H: 23 cm
Provenienz
Private Collection, Berlin, Germany (1996)
Preis: 1400 - 2500 €
260 Stehende Figur "mosongo"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Kamerun, Kundu
Holz, braune Patina, Pigmentreste, beide Hände zum Kinn geführt, der runde Kopf mit hervortretenden Augen, min. besch., Fehlstellen (Fußspitzen), feine Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; "mosongo" verkörpert eine übernatürliche Macht, welche diejenigen straft, die falsch schwören. Er wird ausschließlich zu diesem Zweck angerufen. Man sagt, wenn jemand bei seinem Namen falsch schwöre, so falle die Figur um, oder mache sonst eine auffallende Bewegung, und dem Meineidigen widerfahre irgendein schreckliches Unglück.
H: 33 cm
Vergleichsliteratur
Gardi, Bernhard, Kunst in Kamerun, Basel 1994, p. 63
Preis: 1200 - 2500 €
| 251-260 von 476 |

