Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
281 Fetischhalbfigur "kakudji"
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D. R. Kongo, Bangubangu
Holz, matte, braune Patina, Stoffstreifen um Hüften, Bauch und Hals, kleiner Kopf mit stammestypischen Gesichtszügen und ringförmigem Aufsatz mit Eintiefung, besch., Risse, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert
H: 20 cm
Provenienz
Private Collection, Brugge, Belgium
Vergleichsliteratur
The Collection Ban Baaren, Volkenkundig Museum, Groningen, The Netherlands 1998, VB 258
Preis: 2300 - 4500 €
282 Stehende Ahnenfigur
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D. R. Kongo, Basikasingo
Holz, dunkelbraune Patina, stellenweise krustiert, Rotholzpulver, Perlenkette, ein streng frontal und symmetrisch angelegter Körper mit gelängtem, schlankem Rumpf, das dreieckig abgeflachte Gesicht geprägt durch vertikalen Nasengrat und aufgewölbte Rillenfrisur, durch Rille gekennzeichnetes Rückgrat mit flankierenden Dreiecksskarifikationen, min. best., Risse, Fehlstellen durch Insektenfrass an der Basis, auf Sockelblock montiert
H: 32 cm
GVR Archives Registration Nr.
0116196
Verkauft.
283 Stehende männliche Ahnenfigur
D. R. Kongo, Basikasingo
Holz, schwarzbraune, matt glänzende Patina, seitlich abgeflachte Beine mit dornartig vorspringenden Knien, der gedrungene Rumpf mit spitz vorspringendem Bauch, eingefasst von klammerförmig angelegten, reliefierten Armen, dreieckiges Gesichtsfeld mit gelängtem Kinn, min. besch., Risse (Brust), kleinere Fehlstellen, Spuren von altem Insektenfrass (Unterseite der Basis), Farbabrieb; die zu Unrecht mit den Bembe gleichgesetzten Basikasingo haben ihre Identität durch die Arbeiten Biebuycks zurückgewonnen: sie sind nicht mit den Bembe verwandt, sie bewohnen nur das gleiche Territorium am Westufer des Tanganjika-Sees. Bei den Basikasingo gibt es einen Kult für die Ahnen, die die Macht haben, Krankheit und Unglück zur bringen. Ist das Unheil da, versucht man den Willen der Ahnen durch Traumdeutung oder Wahrsagen zu erfahren. Nicht selten waren die Figuren Verkörperungen individueller Ahnen, "bashumbu" genannt. Sie wurden in speziellen Schreinen aufbewahrt und waren dem Schutz des Dorfältesten oder Stammesführers unterstellt.
H: 45,5 cm
Provenienz
Ludwig Bretschneider, Munich, Germany
Vergleichsliteratur
Biebuyck, Daniel P., Statuary from the pre-Bembe hunters, Tervuren 1981, p.115
Kerchache, Jacques, Paudrat, Jean-Louis u.a., Die Kunst des Schwarzen Afrika, Freiburg, Basel, Wien 1988, p. 584 f.
Preis: 7000 - 12000 €
284 Stehende männliche Ahnenfigur
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D. R. Kongo, Bembe
Holz, rot- und schwarzbraune Patina, ein schlanker, gelängter Rumpf mit typischen Narbenskarifikationen, die durch ein umgewickeltes Baumwolltuch jedoch fast vollständig verdeckt werden, das bärtige Gesicht mit weißer Porzellaneinlage in den Augen, ausladende Frisur mit gedrehtem Nackenzopf, beide Handgelenke mit Glocken beschnitzt, Öffnung (Rektum), min. best. (Ränder von Frisur, Ohren und Bart), Risse, auf Sockel montiert; die Öffnung diente dem "nganga" (Medizinmann) dazu der Schnitzerei Lebenskraft einzuhauchen, bevor an dieser Stelle die magische Ladung angebracht wurde. Dabei handelte es sich um "bilongo" (Medizin) oder Reliquien eines Ahnen (Haare, Schnipsel von Fingernägeln oder Knochen) als Symbol der Kraft und des Geistes des verstorbenen Verwandten. Danach wurde die Öffnung durch ein Stück Stoff oder einen Pfropfen verschlossen. Solange der Geist in der Statue blieb, wachte er über seine Nachkommen und bestrafte Verstöße gegen Bräuche und Vorschriften. Aufgrund der Öffnung den sogenannten "Krypto-Fetischen" zuzuordnen, eine Terminologie die von William Fagg eingeführt wurde. Zu den herausragendsten Merkmalen der Bembe-Figuren zählt der gelängte, mit Narbenschmuckmustern verzierte Rumpf. Diese zeigen laut Lehuard sowohl die Identität der dargestellten Person, als auch ihren gesellschaftlichen Rang an.
H: 42 cm
Provenienz
Coll. Andreas Lindner, Munich, Germany
Sotheby's, New York, 6 May 1994, lot 159
Sotheby's, Paris, 15 June 2004, lot 174
GVR Archives Registration Nr.
0024445
Preis: 20000 - 40000 €
285 Säbelmesser
D. R. Kongo, Binja
Holz, Eisen, geschwungene Klinge mit feiner Rillenverzierung auf einer Seite, Griff aus Holz, teilweise mit Kupferblech umwickelt, min. Spuren von Korrosion, min. best.; wahrscheinlich handelt es sich um eine zurückgebildete Form der vielklingigen Wurfmesser, oftmals ist es für afrikanische Messer ungewöhnlich lang, mit flacher verbreiteter Spitze und einem kleinen Haken über dem Griff, ein Überbleibsel der Wurfmesser-Rückentwicklung. Diese Haumesser sind meist mit sehr schönen Mustern versehen und durch Stabilisierungsstege für den robusten Gebrauch gefertigt.
L: 75 cm
Provenienz
Colonial Collection, Leipzig, Germany
Vergleichsliteratur
Fatal Beauty, Traditional weapons from Central Africa, Brüssel 2009, p. 176, ill. 170
Preis: 1000 - 2000 €
286 Stehende weibliche Figur
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D. R. Kongo, Bwaka
Holz, rotbraune Patina mit Spuren von schwarzer Farbe, schlanke Gestalt mit flachen Brüsten und verkürzten Armen, die flach eingemuldeten Gesichtshälften in dicker Schicht mit Kaolin geweißt, kleine Glasperlen als Augen eingesetzt, min. best., Haarrisse, Riss rückseitig (mit harzartiger Masse ausgestrichen), auf Sockelblock montiert; möglicherweise eine Verkörperug von "nabo", der Schwesterfrau von "seto". Die beiden gelten bei den Bwaka als Urahnenpaar, als Boten des höchsten Wesens "gale" oder "gbogboso". Ein solches Figurenpaar findet sich in fast jedem Haus. Sie werden auf Altären aufgestellt und erhalten täglich Opfer um Unglück zu vermeiden.
H: 48 cm, ~ 1920
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, The Handbook, Brüssel 1987, p. 120 f.
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994. p. 104
Preis: 8000 - 15000 €
287 Maske
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D. R. Kongo, Chokwe
Holz, fleckige dunkelbraune Patina, Rotholzpulver, oval aufgewölbte Form, die großflächig eingetieften Augen und der Mund schlitzförmig durchbrochen, Kinn und Haaransatz tief eingefurcht, Stirn- und Nasengrat durch Messingnägel akzentuiert, min. best., kleinere Fehlstellen (Stirnzone, Nase), Kratzspuren, Farbabrieb, auf Metallsockel montiert
H: 28,5 cm
Verkauft.
288 Mädchengeistmaske "mwana pwo"
D. R. Kongo, Chokwe
Holz, rotbraune Patina, schwarze Farbe, oval aufgewölbtes Gesicht mit fünfschöpfiger Frisur, breiter Mund mit zackenförmigen Zahnreihen, typisches Kreuztatau auf der Stirn, Randlochung, min. besch., kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; eine weibliche Ahnfrau darstellend, wobei die Chokwe zwischen "pwo", einer reifen, erwachsenen Frau und "mwana pwo", einem jungen Mädchen unterscheiden. Wenige Skarifikationen lassen auf ein junges Mädchen schließen, viele dagegen auf eine ältere Frau. Die "pwo"-Masken treten während der "mukanda" genannten Initiation der jungen Männer auf. In den Tänzen wird die Rolle der Frau in der Gesellschaft der Chokwe charakterisiert. Getragen und getanzt werden die Masken stets von erwachsenen Männern, die bereits die höchste Initiationsstufe erreicht haben.
H: 24 cm
Provenienz
Peter Loebarth, Hameln, Germany
Vergleichsliteratur
Wastiau, Boris, Visions of Africa: Chokwe, Mailand 2006, pl. 64
Preis: 2500 - 5000 €
289 Kleine stehende Figur
D. R. Kongo, Chokwe
helles Holz, fleckige, braune Patina, kompakter Körper, der tonnenförmige Rumpf flankiert von klammerartig angelegten Armen, ovaler Kopf mit vereinfachten Gesichtszügen, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Metallplatte montiert
H: 22,5 cm
Provenienz
Private Collection, Germany
Preis: 600 - 1500 €
290 Kleine Figur
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D. R. Kongo, Chokwe
helles Holz, schwarzbraune Glanzpatina, kräftige, gebeugte Beine tragen einen langen zylindrischen Torso mit eng am Körper gearbeiteten Armen, mit beiden Händen einen Gegenstand haltend, bekrönt von ovalem Kopf mit stammestypischen Gesichtszügen und aufragender Schopffrisur, rep. (Hände), besch., Spuren von Insektenfrass, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert
H: 31 cm
Vergleichsliteratur
Jordan, Manuel (Hg.), Chokwe! Art and Initiation among Chokwe and Related Peoples, München, London, New York 1998, p. 36, ill. 10
Preis: 1500 - 3000 €
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