Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
311 Gesichtsmaske
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D. R. Kongo, Bodo
Holz, matte, dunkelbraune Patina, oval aufgewölbte Form, in vertikalem Mittelgrat kulminierend, Augen und Mund durchbrochen gearbeitet, Bemalung mit weißen Punkten und Halbkreisen, Randlochung mit rundum eingeknüpften, braun eingefärbten Grasfaserbüscheln, rückseitig beschr. "FX000626", min. besch., kleinere Fehlstellen (Augen, Zähne, Wange auf rechter Seite); Ituri-Masken werden aus dem Holz des "ntondo"- oder "agbagba"- Baumes geschnitzt, der speziell zu diesem Zweck gefällt wird. Während des Schnitzens werden Gebete verrichtet und bestimmte Tabus beachtet. Danach wird die Maske von einem "ishumi" bemalt. Während dieser Arbeit sagt der Ritenfachmann heilige Formeln her und bringt Opfer dar. Später wird von einem anderen Spezialisten, gewöhnlich dem Kräuterkundigen (der zudem Heiler ist), die Umrandung aus Pflanzenfasern angebracht. Die Masken werden ausschließlich von Männern getragen. Oberkörper und Extremitäten sind nackt, nur mit weißen Punkten verziert. Sie tragen Zibetkatzenhäute oder einen Rock aus Blättern über einem Lendenschurz aus Rindenstoff. Das Kostüm wird ergänzt durch Fußrasseln aus Metall und Nüssen, Armstulpen aus Pflanzenfaser und kleine Rattan- oder Netzhüte, an denen Federn oder Haarbüschel befestigt waren. Die Masken kommen zum Einsatz bei Initiationsfeierlichkeiten, der Beschneidung junger Knaben, bei Zeremonien die in Zusammenhang mit Männergesellschaften stehen, sowie bei Beerdigungen hoher Würdenträger.
H: 24 cm
Provenienz
Marc L. Felix, Brussels, Belgium
Publiziert in
Marc L. Felix, Ituri, The Distribution of Polychrome Masks in Northeast Zaire, Munich 1992, p. 223, ill. 23
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., Ituri, München 1992, p. 141 f.
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 202 f.
Verkauft.
312 Maske
D. R. Kongo, Ituri
Holz, rotes und weißes Pigment, vorspringende Stirn mit Ziernagel, rund durchbrochene Augen, rechteckiger Mund mit einzeln gearbeiteten Zähnen, min. besch., kleine Fehlstellen, Risse, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert
H: 26 cm
Provenienz
Michel van den Dries, Gavere, Belgium
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., Ituri, München 1992, p. 161, ill. X/9
Preis: 1700 - 3000 €
313 Maske
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D. R. Kongo, Kumu
Holz, stellenweise krustierte Patina, rechteckige Form mit asymmetrisch ausgeschnittenen Augen, großer durchbrochener Mund mit gezackten Zahnreihen, eine Gesichtshälfte mit rotem, eine mit weißem Pigment eingefärbt, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; als die bedeutendsten Objekte der Kumu können neben verschiedenen Wahrsage- und Ahnenfiguren ihre Masken gelten, die "nsembu" oder "ibole" heißen und vom "nkunda"-Bund der Zauberer und Wahrsager verwendet werden. Sie sind abstrakt gestaltet und zeichnen sich durch meist rechteckige Augen und einen ebensolchen Mund aus. Bei den Initiationsfeierlichkeiten für die "nkunda"-Gesellschaft erscheinen die Masken paarweise mit kontrastierender Rollenverteilung.
H: 37 cm, coll. in situ, 1961
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., Maniema, München 1989, p. 233
Preis: 2400 - 4500 €
314 Stehende Figur
D. R. Kongo, Kuba
Holz, schwarzbraune Glanzpatina, tonnenförmiger Oberkörper mit verhältnismäßig dünnen Armen, verziert mit fein gearbeiteten Schmuck-Tatauierungen, die auch den kräftigen Hals zieren, der Kopf gekennzeichnet durch symmetrische, ruhige Gesichtszüge und stammestypische Frisur, min. besch., Risse (v. a. am Hinterkopf), leichte Abriebspuren; wahrscheinlich handelt es sich um eine "ndop" genannte Figur, die den höchsten Führer der Kuba "nyim" repräsentiert. Die Statuen wurden in den Frauengemächern (dem königlichen Harem) aufbewahrt. Denn die mit dem Herrscheramt verknüpfte Macht, Fruchtbarkeit zu spenden, wurde eng mit der Figur assoziiert. Für die Ehefrauen des Königs war die Figur auch eine Art Ersatz für den Monarchen. Während seiner Abwesenheit salbten, "schlugen" und streichelten sie die Statue.
H: 35 cm
Provenienz
Maria Wyss, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Robbins, Warren M./Ingram Nooter, Nancy, African Art in American Collections, o.O. 1989, p. 421, ill. 1070
Preis: 2500 - 5000 €
315 Helmmaske "bwoom"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
D. R. Kongo, Kuba
Holz, braune Glanzpatina, mit vorkragender Stirn, kräftig ausgebildeter Nase und ornamental angelegtem Mund und Kinnbart, farblich akzentuierte Skarifikationen im Stirn- und Wangenbereich, bekrönt von stammestypischer Frisur mit ausrasierten Schläfen, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert
H: 37 cm
Provenienz
collected by Freddy Sauvage, Rallier, France in 1939
Vergleichsliteratur
Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Afrikanische Masken aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf, München, New York 1997, p. 83
Preis: 2000 - 4000 €
316 Maske "bwoom"
D. R. Kongo, Kuba
helles Holz, dunkelbraune Patina, Kupferblech, voluminöse Formensprache, üppig verziert mit bunten Glasperlen und Kaurischnecken, Frisur und Bart aus geflochtenen Pflanzenfasern und Tierhaar, min. besch., Risse, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; als eine der drei königlichen Masken gehört "bwoom" zu den ältesten Maskengestalten der Kuba. Außer bei Beerdigungen tritt "bwoom" bei zahlreichen zeremoniellen Anlässen auf, wobei sich seine Bedeutung dem jeweiligen Kontext entsprechend wandelt: während der Knabeninitiation versinnbildlicht er den Naturgeist "ngeesh". Innerhalb der königlichen Maskentrias wiederum repräsentiert "bwoom" einen oppositionellen, widerspenstigen Charakter, der mit seinem Bruder "mwaash amboy" um dessen Ehefrau und Schwester "ngaady a mwaash" und um die Herrschaft kämpft. Dieser rebellische Aspekt der "bwoom"-Maskengestalt findet in einem stolzen und aggressiven Tanzstil seinen Ausdruck.
H: 33 cm
Provenienz
Belgian Collection
Vergleichsliteratur
Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Afrikanische Masken aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf, München, New York 1997, ill. 83
Preis: 2500 - 4500 €
317 Gesichtsmaske "ngaady a mwaash"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
D. R. Kongo, Bushoong
leichtes Holz, mittelbraune Farbe, Rotholzpulver, Kaolin, gelängte Gesichtsform, im Kinnbereich eingeschnittenes Dreiecksmuster (Hautschuppen des Schuppentiers), diagonales Bandtatau unterhalb der Augen (Tränendarstellung), im Stirnbereich eingeschlagene Nägel (zur Befestigung der Kopfhaube aus Raphiagewebe), best., starker Farbabrieb, Fehlstellen durch Insektenfrass (va. rückseitig am oberen Rand, linke Wange); die drei bedeutendsten Maskengestalten der Kuba sind "mwaash amboy", "bwoom" und vorliegender Typus "ngaady a mwaash", der die Schwester und Ehefrau von "woot", dem Ahnherrn der Bushong personifiziert.
H: 30 cm
Vergleichsliteratur
Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Afrikanische Masken aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf, München, New York 1997, ill. 82
Verkauft.
318 Becher
D. R. Kongo, Kuba
Holz, matte braune Patina, mit vier Maskengesichtern besetzter Fuß auf scheibenförmiger Basis, der eigentliche Becher mit auskragendem Rand und feiner Rillenzier auf der Wandung, min. besch., zwei alte Reparaturstellen (Bruchstelle in der Becherwandung mit Silberblech verklammert und sorgfältig mit Masse verstrichen, kleine Bruchstelle an der Basis genagelt)
H: 16 cm; D: 9,5 cm
Provenienz
Galerie Inge Hett, Berlin, Germany
Preis: 900 - 1800 €
319 Becher
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D. R. Kongo, Kuba
Holz, braune Patina, abgeflachte Standfläche, die Außenwandung vollständig überzogen mit Flechtbandmuster, Zwischenräume ausgefüllt mit kleinteiliger Noppenornamentik, min. best.
H: 17,5 cm
Vergleichsliteratur
Ginzberg, Marc, Afrikanische Formen, Mailand 2001, p. 68
Preis: 650 - 1500 €
320 Doppelbecher
D. R. Kongo, Kuba
Holz, dunkelbraune Glanzpatina, in Gestalt von zwei Köpfen auf Standfuß, sorgfältig ausgearbeitete Ornamente, Frisuren und Gesichter, dünnwandig, min. besch., kleine Fehlstellen, Risse
H: 17 cm
Preis: 800 - 1500 €
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