Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
331 Zoomorphes Reibeorakel "itombwa"
D. R. Kongo, Lele
helles Holz, dunkelbraune Patina, in Form eines Tieres mit Hörnern, Schnitzverzierungen, Reibevorrichtung fehlend, min. besch., leichte Abriebspuren, min. Fehlstellen; Instrument zur Weissagung, verwendet um zwischen dem Wahrsager und den allwissenden Geistern zu vermitteln, dazu dienend die Ursache für Krankheiten herauszufinden und angemessene Behandlungsmethoden festzulegen.
H: 5 cm; L: 32,5 cm
Provenienz
Coll. Carlo Bold, Belgium
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, The Handbook, Brüssel 1987, p. 75, ill. 6 f.
Preis: 600 - 1500 €
332 Gesichtsmaske
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
D. R. Kongo, Lengola
Holz, dunkelbraun patiniert, oval aufgewölbte Form mit herzförmig eingetieftem Gesichtsfeld und abgesetztem Kinnbart, die Gesichtshälften alternierend mit rotem und weißem Pigment eingefärbt, min. best. (Nasenspitze), kleinere Fehlstellen (Mund, Stirn, Augen, rückseitig am Rand), auf Metallsockel montiert; die Gesellschaft der Lengola besteht aus verschiedenen Clans, jeweils mit dem ältesten Mitglied als Oberhaupt. Übergeordnete Instanz der Machthabenden ist die "bukota"-Gesellschaft, die wichtigste soziale, religiöse und richterliche Instanz. Die "bukota"-Gesellschaft wiederum ist in verschiedene Stufen gegliedert, wobei Mitglieder der höchsten Stufe als Richter fungieren und wichtige Zeremonien ausrichten. Die Masken der Lengola sind Eigentum der "bukota"-Gesellschaft.
H: 22 cm
Provenienz
Ketterer, Munich, 1992, lot 434
Mon Steyaert, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, The Handbook, Brüssel 1987, p. 76
Verkauft.
333 Maske "mfondo"
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D. R. Kongo, Lualwa
Holz, dunkelbraune Patina, Kaolin, eine spitzovale, konkav eingetiefte Gesichtsfläche, bekrönt von brettartigem Aufsatz, min. besch., leichte Abriebspuren, feine Risse, auf Metallsockel montiert; das Loch unterhalb der Nase diente zur Befestigung einer Kordel, die der Tänzer mit den Zähnen festhielt, so dass er die Maske vor dem Gesicht fixieren konnte. Diese Masken sollen urspr. bei der Initiation der Knaben in den "ngongo"-Bund, sowie bei Jagd- und Fruchtbarkeitsriten verwendet worden sein, um Geister zu beschwichtigen oder deren Wohlwollen zu erlangen.
H: 44 cm
Provenienz
Joseph Christiaens, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Afrikanische Masken aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf, München, New York 1997, ill. 85
Verkauft.
334 Große Figur
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D. R. Kongo, Lualwa
schweres Holz, rotbraune, teilweise krustierte Patina, verkürzte Beine tragen einen kräftigen, tonnenförmigen Rumpf mit akzentuiertem Bauchnabel, flankiert von kurzen Armen, ein fast halslos aufsitzender Kopf mit stammestypischen Gesichtszügen, besch., Risse, Spuren von Insektenfrass, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; Figuren der Lualwa sind selten.
H: 55 cm
Provenienz
Ludwig Bretschneider, Munich, Germany
Private Collection, Germany
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, The Handbook, Brüssel 1987, p. 95, ill. 6 f.
Verkauft.
335 Anthropomorphe Kopfstütze
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D. R. Kongo, Luba
Holz, satte rot- und schwarzbraune Glanzpatina, männliche Karyatidenfigur mit schlauchartig gebogenen Beinen und streng symmetrisch angelegten, winkelförmigen Armen, Gesichtszüge und Frisur sorgfältig ausgeschnitzt, min. besch., Risse, Fehlstelle (Auflagefläche rückseitig); die Frisuren geschnitzter Luba-Figuren beinhalten oft medizinische Substanzen, die den Figuren magische Kraft verleihen. Entsprechend findet sich bei vorliegender Kopfstüze ein Bohrloch im Zentrum der Auflagefläche. Kopfstützen gehörten Clanchefs oder hochgestellten Persönlichkeiten.
H: 16,5 cm; D: 13 cm
Provenienz
Coll. Marceau Rivière, Paris, France
Vergleichsliteratur
Baeke, Viviane (ed.), Treasures from the Africa-Museum Tervuren, Tervuren 1995, p. 361
Preis: 2000 - 4000 €
336 Karyatidenhocker
D. R. Kongo, Luba
helles Holz, teilweise glänzende Patina, schwarze Farbe, Kaolin, Figurenpaar auf scheibenförmiger Basis, die männliche Figur einen Stab in der Linken haltend, die weibliche mit stammestypischen Tatauierungen in der Bauchregion, bekrönt von runder, leicht eingemuldeter Sitzfläche, rest. (Teile der Basis ersetzt), Risse, rep. (Sitzfläche), leichte Abriebspuren
H: 42 cm
Vergleichsliteratur
Neyt, Francois, Luba, Aan de Bronnen van de Zaire, Ausst.kat., Paris 1994, p. 86 f.
Preis: 4500 - 9000 €
337 Karyatidenhocker
D. R. Kongo, Luba
Holz, matte, dunkelbraune Patina, auf ovaler Plinthe stehende weibliche Figur, mit stark überlängten, schlauchartig gebogenen Armen und großen Händen eine runde, leicht eingemuldete Sitzfläche auf dem Kopf tragend, min. best., alte Reparaturstelle (linker Arm genagelt), Spuren von altem Insektenfrass (Unterseite der Plinthe), Riss; der Gebrauch von Hockern dieser Art war entweder auf besondere Anlässe wie Geburt, Initiation, Heirat oder Tod beschränkt, oder aber der politischen und geistigen Elite, Königen, Häuptlingen, Priestern, Medizinmännern, Heilerinnen oder hohen Würdenträgern vorbehalten. Sie erfüllten in erster Linie eine repräsentative und/oder kultische Funktion, dienten aber auch als Geschenke an andere Potentaten oder verdiente Würdenträger. Sie waren nicht zum Anschauen bestimmt, wurden vielmehr in weißes Tuch eingeschlagen an bewachter Stelle aufbewahrt und nur zu bestimmten, oben genannten Zwecken, hervorgeholt.
H: 41 cm, ~ 1900
Provenienz
Old Private Collection, Canada
Preis: 10000 - 20000 €
338 Fetischhalbfigur
D. R. Kongo, Luba
helles Holz, rotbraune Patina, Eintiefung mit Resten von magischer Masse auf dem Kopf, min. besch., Spuren von Insektenfrass; magische Substanzen enthielten beispielsweise Menschenknochen oder die Haare von Zwillingen, jeweils in pulverisierter Form. Erst durch das Beifügen solcher Ingredienzien wurde den Figuren magische Kraft gegeben, der Zauberpriester lud damit die Geister ein, das Gefäß zu bewohnen und ihm dann bei bestimmten Aufgaben mit ihren Kräften beizustehen.
H: 29 cm
Preis: 900 - 1500 €
339 Weiblicher Figurentorso
D. R. Kongo, Luba
Holz, schwarzbraune Patina, frontal ausgerichtet mit symmetrisch angelegten ausgewogenen Körperformen, das großflächige, leicht nach oben gekehrte Gesicht ebenmäßige Züge zeigend, in reliefiertem Zopfmuster angelegte Frisur, best., Kratzspuren, Farbabrieb, Risse, Bruchstelle (rechter Unterarm), auf Sockelblock montiert; die Kopf und Armhaltung in Zusammenwirken mit den Gesichtszügen der Figur einen würdevollen Ausdruck verleihend.
H: 19 cm
Preis: 2400 - 5000 €
340 Stehende weibliche Ahnenfigur
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
D. R. Kongo, Luba
Holz, rotbraune Patina mit Spuren von schwarzer Farbe, ein gelängter, an den Seiten extrem abgeflachter Leib von großer Tiefe, die dünnen Arme weit im Rücken den Schulterblättern entwachsend und die Hände nach vorne zu den Brüsten emporgreifend, ein äußerst massiver Hals einen halbrund aufgewölbten Kopf mit dreieckigem Gesichtsfeld tragend, die flach gehaltenen Gesichtszüge auf verhältnismäßig kleiner Fläche zusammengedrängt, die Frisur rückseitig kreuzförmig angelegt, min. best. (linkes Auge, Wange, Zehenspitzen), Risse (v. a. rechte Kopf- und Körperseite), Bruchstelle (rechter Arm), Fehlstelle (linke Ferse), auf Sockelblock montiert; bei der figürlichen Schnitzerei der Luba lassen sich zwei Bereiche unterscheiden, Kultobjekte, wie die Ahnenfiguren und Embleme der Macht, wie Figurenhocker und Schalenträgerinnen. Der ruhige Gesichtsausdruck mit den zu Schlitzen geschlossenen Augen wohl ein Hinweis auf die Verbindung zum Reich der Ahnen, der Welt der Toten. Während die Öffung unterseitig ("Kryptofetisch") zur Befüllung mit magischer Masse, eher auf eine Funktion als Zauberfigur "nkisi" hinweist. Die Geste der auf die Brust gelegten Hände, verweist auf die Stellung der Frau als Lebens- und Nahrungsspenderin und zugleich auf ihre spirituellen Gaben, die sie mit den Geistern der übernatürlichen Welt verbindet.
H: 39 cm
Provenienz
The Johnson Museum, Cornell University, Ithaca, USA
Coll. Dorothy Brill Robbins, New York, USA
Vergleichsliteratur
Roberts, Mary Nooter, Memory, Luba Art and the Making of History, Ausst.kat., New York 1996, p. 42
Agthe, Johanna, Luba Hemba, Werke unbekannter Meister, Frankfurt am Main 1983, ill. 9 f.
Preis: 4400 - 8000 €
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