Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
351 Tabakspfeife
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D. R. Kongo, Mangbetu
Rohr, komplett mit eingebrannten Dreiecksmustern verziert, mit tönernem Mundstück, L: 45 cm; dazu: eine schmälere Pfeife, ebenfalls mit ornamentaler Brandzier geschmückt, beide min. besch., feine Risse, leichte Gebrauchsspuren, L: 41 cm
Provenienz
Jordaan Costermans, Ghent, Belgium
Preis: 500 - 1000 €
352 Harfe "kundi"
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D. R. Kongo, Mangbetu
Holz, braune Patina, eingezogener Korpus, mit Reptilienhaut bespannt, zwei runde Resonanzlöcher schräg gegenüberliegend, Kopf der Bogenharfe mit menschlichem Kopf beschnitzt, Saiten an fünf hölzernen Zapfen in Form von stilisierten menschlichen Figuren befestigt, min. besch., Risse, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; Harfen, die aus dem Besitz von Hofmusikern der Mangbetu stammten, beinhalten oftmals wertvolle Materialien wie Elfenbein oder aufwändige Schnitzereien. Die Mangbetu-Ältesten behaupten, dass derartige figürliche Darstellungen am Harfenkopf Königin Nenzima zeigen. Sie war Ratgeberin für vier Könige zwischen 1875 und 1926.
L: 99cm
Provenienz
Jordaan Costermans, Ghent, Belgium
Vergleichsliteratur
Cogdell, Jacqueline, Turn up the Volume! A Celebration of African Music, University of California 1999, p. 297, ill. 72
Preis: 2500 - 5000 €
353 Ahnenfigurenpaar
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D. R. Kongo, Mangbetu, Uele-Gebiet
Holz, honigbraune Patina, dunkelbraune Farbe an der Frisur, Stoffbänder mit angehängten Tierkrallen, eine männliche und eine weibliche Figur von gedrungener Statur, geprägt durch voluminöse, runde Körperformen, die Arme nur flach ausgebildet, der Hauptakzent auf der Ausgestaltung der Hände liegend, die unterschiedliche Gesten zeigen, bekrönt von zylinderförmigen Schopffrisuren, die die elegante Gelängtheit der Köpfe unterstreichen, die vor allem im Profil betrachtet, eine besonders schön geschwungene Nackenlinie zeigen, min. best., kleine Fehlstelle am rechten Ohr der weiblichen Figur, feine Risse, Reparaturstellen (beide Füße der männlichen Figur), auf Sockelblock montiert; ein Werk des Künstlers Dopia Mototo. Eine figürliche Rindenschachtel des gleichen Künstlers wurde bei Sothebys New York (19. Mai 2000, Lot 269) versteigert. Die Zuschreibung ist sowohl stilistisch als auch durch eine Inschrift eindeutig belegt: "DOPIA MOTOTO NA BAKENGE ASSALI". Sie stammte von Egon Gunther, Johannesburg, vormals Emil Storrer, Zürich. Eine weitere, eng verwandte figurale Rindenschachtel, befindet sich in der Sammlung des Museums für Völkerkunde, Hamburg (Zwernemann/Lohse, 1985, Abb. 179). Vorliegendes Figurenpaar wie auch die beiden Rindenschachteln sind ein Beispiel für die naturalistische Tendenz der Mangbetu-Kunst. Die Mangbetu haben sich im 8. Jahrhundert am Bomokandi-Fluß im Nordosten Zaires niedergelassen. Sie hatten einst ein blühendes Königreich. Von daher ist ihre Kunst hoforientiert und war allein der herrschenden Klasse vorbehalten. Sie spiegelte Reichtum und Ansehen der Besitzer wider und war in erster Linie auf die Gestaltung und Dekoration von Gebrauchs- und Kultgegenständen beschränkt. Figuren sind daher selten und können stets als Darstellungen von Ahnen gelten. Statuetten wie die vorliegenden wurden mit dem Namen "beli" bezeichnet. Sie gehörten der Geheimgesellschaft "nebeli" und wurden an geheimen Orten aufbewahrt. Der Stil ist geprägt von einem gelängten Schädel, dem Schönheitsideal der Mangbetu-Aristokratie. So wurde bei kleinen Kindern der Kopf mittels dünner Bastschnüre zusammengepresst und dadurch entsprechend deformiert.
H: 45 cm
Provenienz
Emil Storrer, Zurich, Switzerland
Pierre Dartevelle, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Kerchache, Jacques, Paudrat, Jean-Louis u.a., Die Kunst des Schwarzen Afrika, Freiburg, Basel, Wien 1988, p. 581
Burssens, Herman, Mangbetu, Afrikaanse hofkunst uit Belgische privé-verzamlingen, Ausst.kat., Brüssel 1992, ill. 43
Baeke, Viviane (ed.), Treasures from the Africa-Museum Tervuren, Tervuren 1995, ill. 223 f.
Zwernemann, Jürgen, Lohse, Wulf, Aus Afrika, Ahnen-Geister-Götter, Hamburg 1985, p. 174, ill. 179 (work of Dopia Mototo)
Preis: 50000 - 100000 €
354 Stehende Zauberfigur
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D. R. Kongo, Mbala
Holz, rot eingefärbt, vereinfachte Körperformen, massiver Hals, Mund- und Ohröffnungen eingetieft, Öffnung zwischen den Beinen ("Kryptofetisch") zum Befüllen der Figur mit magischen Materialien, min. besch., Risse (Körpervorderseite, linke Kopfseite), Fehlstellen (Fußspitzen, linke Ferse), auf Sockelblock montiert; die Volksgruppe der Mbala lebt im südwestlichen Zaire, heute teilweise verstreut unter anderen Volksgruppen. Neben Helmmasken haben die Mbala vor allem Figuren, die zum Schatz eines Häuptlings gehören, allgemein "pindi" heißen und vor allem in Gestalt von Trommlern oder weiblichen Figuren mit Kindern auftreten. Daneben gibt es Zauberfiguren, wie vorliegende Skulptur, die vom Medizinmann "nganga" für Heilungszeremonien verwendet wurden.
H: 34 cm
Provenienz
Dr. Kummert, Frankfurt, Germany
Preis: 2500 - 4500 €
355 Figuraler Mörser
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D. R. Kongo, Mbala
Holz, rotbraune Patina mit schwarzen Verfärbungen, Karyatidenfigur mit streng symmetrisch angelegtem, schematisiertem Körper, überragt von trichterförmigem Aufsatz mit unregelmäßigem Rand, min. besch., Risse, Reparaturstellen (Basis, Risse im Mörser mit Masse verstrichen); Mörser dieser Art wurden zur Herstellung von Schnupftabak, für die Zubereitung von Medizin und Opferspeisen oder zum Zerstampfen von "pembe", der weißen Erde (Kaolin) verwendet. Die aufwändige Gestaltung hebt ihn von einem alltäglichen Gebrauchsgerät ab, in dem Gewürze zerstoßen wurden.
H: 37 cm
Vergleichsliteratur
Verswijver, Gustaaf, de Palmenaer , Els u. a. (Hg.), Afrikanische Kunst - Verborgene Schätze aus dem Museum Tervuren, Ausst.kat., München, London, New York 1998, p. 104, ill. 69
Verkauft.
356 Figur "okifa"
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D. R. Kongo, Mbole
Holz, mittel- bis rotbraune Patina, charakterisiert durch schlauchartig dünne Glieder, der Rücken gerundet, die Schultern vorgeschoben und die Arme unnatürlich nach vorne gewölbt, der Kopf gesenkt, best., Risse (Gesicht), Fehlstelle (linke Fußspitze), auf Sockelblock montiert; das religiöse und soziale Leben der Mbole wird von der hierarchisch gegliederten "lilwa"-Gesellschaft gesteuert. In der Gesellschaft der Mbole spielt die Todesstrafe durch Erhängen eine zentrale Rolle. Diese Strafe trifft Ehebrecher, unheilbringende Zauberer und Mitglieder der "lilwa"-Gesellschaft, die Geheimnisse des Bundes verraten haben. Diese "okifa" (=Gehängter) genannten Figuren, sind keine individuellen Porträts, zeigen jedoch deutlich das Motiv des Hängens. Sie werden den Initianden präsentiert, als didaktische Belehrung und Warnung vor Verfehlungen und Geheimnisverrat.
H: 30,5 cm
Vergleichsliteratur
Afrikanische Skulptur, Die Erfindung der Figur, Ausst.kat., Museum Ludwig, Köln 1990, p. 213 f.
Verkauft.
357 Schild
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D. R. Kongo, Mbugbu
Rohrgeflecht, teilweise dunkel patiniert, leicht gebogene Form mit Holzgriff rückseitig, wurde aus Rohr und Stäbchen in mehreren, sich kreuzenden Schichten geflochten und dann mit Rotanfasern zu einem dichten Flechtwerk verbunden, min. besch., leichte Gebrauchs- und Abriebspuren; diese Schilde hatten schon immer den Ruf, so fein und fest geflochten zu sein, daß sie spitzen Waffen ausreichend Widerstand boten. Besonders typisch sind die durch eine Mischung aus Ruß und Schlamm gefärbten und in geometrischen Mustern eingeflochtenen Fasern.
H: 126 cm
Vergleichsliteratur
Zirngibl, Manfred A., Plaschke, Dieter, Afrikanische Schilde, München 1992, p. 109, ill. 99
Verkauft.
358 Häuptlingsmesser
D. R. Kongo, Ngombe
Metall, leichte Korrosionsspuren, Griff aus Gelbguss, eine breite, teilweise durchbrochen gearbeitete Klinge mit eingepunzten Verzierungen tragend, min. besch., leichte Gebrauchsspuren; die Ngombe schmieden Messer, die durch ihren kraftvollen Aufbau faszinieren. Auch hier tritt die Zweckmäßigkeit in den Hintergrund, sie sind durch Überhöhung der Schmuckform in ihrer Funktion als Waffe zurückgedrängt. So unterstreicht die Form die Selbstsicherheit des Trägers. Äußerst selten sind die übergroßen Messer der Häuptlinge.
L: 72,5 cm, 19th century
Vergleichsliteratur
Fischer, Werner, Zirngibl, Manfred A., Afrikanische Waffen, Passau 1978, p. 102, ill. 179
Preis: 1300 - 2500 €
359 Stehende Figur
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D. R. Kongo, Ngombe
Holz, dunkelbraune Patina, bemalt mit Tupfen in rotem und weißem Pigment, stark abstrahiert, auf drei kurze Beine gearbeiteter zylinderförmiger Unterleib mit schalenförmiger Eintiefung, dominiert durch einen langen, mittig verdickten Hals, bekrönt von abgeflachtem Kopf mit rechteckig eingetiefter Augenzone, min. besch., Risse (Mund-, Hals-, Brustbereich, schalenf. Eintiefung), Fehlstellen (schalenf. Eintiefung), Farbabrieb; die Ngombe leben seit 1870 in verschiedenen Gebieten im Nordwesten von Zaire zwischen den Flüssen Ubangi und Zaire. Ihre Kunst zeigt große Ähnlichkeit mit derjenigen ihrer Nachbarvölker, wie den Ngbandi, Bwaka, Togbo und Ngala, so daß eine Differenzierung schwer fällt. Die Figuren sollen von den Wahrsagern "bendo", vor der Jagd verwendet worden sein.
H: 66,5 cm
Provenienz
H. Peter Loebarth, Hameln, Gemany (80s 20th century)
Vergleichsliteratur
Grootaers, Jan-Lodewijk (ed.), Ubangi - Art and Cultures from the African Heartland, Africa Museum, Berg en Dal, 2008, p. 136
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 298
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, The Handbook, Brüssel 1987, p. 127, ill.8
Preis: 4500 - 10000 €
360 Maske
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D. R. Kongo, Nyindu
helles Holz, rote und weiße Farbe, kantige Form, Augen und Mund durchbrochen gearbeitet, Maskenrand und Mund mit Kerbschnitt, die Gesichtsfläche in vier Felder unterteilt, die alternierend mit rotem und weißem Pigment eingefärbt sind, Punktverzierungen in Brandzier um die Augen, sich am Kinn wiederholend, besch., kleinere Fehlstellen durch Insektenfrass, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; männlicher Maskentypus, vmtl. Darstellung eines Ahnen.
H: 25 cm
Provenienz
Marc L. Felix, Brussels, Belgium
Publiziert in
Felix, Marc L., Maniema, München 1989, p. 96 f., ill. 21
Verkauft.
| 351-360 von 476 |

