Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
461 Zeremonialstab
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Südafrika, Nguni
Holz, braune Glanzpatina, partienweise geschwärzt, mit stilisierter Schlange beschnitzter Rundstab, von menschlichem Kopf bekrönt, die Augen mit roten Perlen eingesetzt, parallele Skarifikationen an den Schläfen, min. besch., Fehlstellen (rechtes Auge), Risse, auf Metallsockel montiert
H: 99, 5 cm
Provenienz
British Collection
Vergleichsliteratur
Conru, Kevin (ed.), The Art of Southeast Africa, Mailand 2002, p. 98
Verkauft.
462 Nackenstütze in Tierform (Rind)
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Südafrika, Nguni
helles Holz, min. Reste von dunkelbrauner Patina, rote Glasperlen (Augen), vier kegelförmige Beine eine leicht eingemuldete Auflagefläche mit stilisiertem Kopf und Schwanz tragend, der Körper gekennzeichnet durch spitz zulaufenden Bauch mit eingeschnittener Dreiecksornamentik und kleiner rautenförmiger Durchbrechung, min. best., leichte Kratzspuren, Farbabrieb, muldenförmige Eintiefung am linken Vorderbein; die Nackenstütze war im Besitz Wilhelm Pohligs, der bis 1918 Sanitäts-Sergeant bei den Schutztruppen in Deutsch-Ostafrika war. Er unterstand dem Kommando von General Paul von Lettow-Vorbeck, der am 25. November 1918 nach mehrjährigem Widerstand vor den britischen Streitkräften kapitulieren mußte. Wilhelm Pohligs Sohn, der damals sechsjährige Helmut und seine Mutter waren die letzten Bürger des Kaiserreiches, die das Land verließen. Der Tod des Vaters, der in einem britischen Militärlazarett einer heftigen Malaria erlag, verhinderte ihre pünktliche Abreise. Der Vater verstarb just in dem Moment, als das letzte Schiff, dem die Engländer freies Geleit zugesagt hatten, den Hafen verließ. Nur auf persönliche Intervention von Schutztruppen-Kommandeur Lettow-Vorbeck machte Wochen später ein zweites Schiff im Hafen von Daressalam fest und nahm Helmut Pohlig und seine Mutter an Bord. Die Nackenstützen dienen als Kopfkissen, zudem sollen sie die kunstvollen und zeitaufwändigen Frisuren davor bewahren zerdrückt zu werden. Letzendlich geben sie auch über Rang und Klanzugehörigkeit ihres Besitzers Auffschluss.
L: 36 cm; H: 17 cm
Provenienz
Coll. Wilhelm Pohlig, Daressalam, Tanzania
Coll. Helmut Pohlig, Bielefeld, Germany
Publiziert in
Tageszeitung Westfalen-Blatt, Nr. 208, Sonnabend, 7. September 1968
Vergleichsliteratur
Conru, Kevin (ed.), The Art of Southeast Africa, Mailand 2002, ill. 82
Nettleton, Anitra, African Dream Machines, Styles, Identity and Meaning of African Headrests, Johannesburg 2007, p. 336, ill. 424
Preis: 30000 - 60000 €
463 Gefäß
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Südafrika, Nguni
Holz, dunkelbraune Glanzpatina, bauchiges Gefäß mit hohem Rand, Basis in Gestalt eines menschlichen Fußes, besch., Fehlstellen durch Insektenfrass (Fuß), leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; geschnitzte Behälter fand entweder als Melkgefässe oder als Mörser um Mais oder Hirse zu zerstampfen Verwendung.
H: 67,5 cm
Provenienz
Michel Gaud, Saint Tropez, France
Preis: 7500 - 15000 €
464 Axt
Südafrika, Zulu
Holz, braune Glanzpatina, Messingdraht, runder Schaft mit knaufartiger Verdickung am oberen Ende, eingezapfte Eisenklinge, min. besch., leichte Gebrauchs- und Korrosionsspuren; die Besonderheit der Zulu-Äxte liegt in ihrer Umwicklung mit Messingdraht. Ehemals Kriegsäxte, verwenden die Zulu, die heute friedlich leben und den Tanz lieben, sie bei Tanzfesten.
H: 59 cm, 19th century
Provenienz
Old Colonial Collection
Vergleichsliteratur
Fischer, Werner, Zirngibl, Manfred A., Afrikanische Waffen, Passau 1978, p. 198, ill. 364
Preis: 600 - 1500 €
465 Nackenstütze
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Simbabwe, Shona
Holz, dunkelbraune Glanzpatina, ovale, mittig eingemuldete Basis, aufwändig beschnitzte Stütze mit reliefierter Zickzack-, Kreis- und Rautenornamnetik, eingeschwungene Auflagefläche mit Zickzackmuster an den Seiten und Dreiecksdekoration in der Mitte, min. best.; die Shona und ihnen verwandte Tsonga-sprachige Bevölkerungsgruppen in Simbabwe und Mosambik schufen einige klassische Formen afrikanischer Nackenstützen, die man sofort identifizieren kann, obgleich man sie nicht exakt zuordnen kann. Der Glanz ist das natürliche Ergebnis des Polierens von Holz, das von Haaröl durchdrungen ist.
H: 13 cm; L: 16 cm
Provenienz
Coll. Michael Grabanier, San Francisco, USA
Vergleichsliteratur
Ginzberg, Marc, Afrikanische Formen, Mailand 2001, p. 42
Dewey, William J., Sleeping Beauties, Los Angeles 1993, p. 113, ill. 20
Verkauft.
466 Nackenstütze
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Simbabwe, Shona
Holz, braune Glanzpatina, ovale aufgewölbte Basis, bekrönt von drei Stützen, die eine Auflagefläche mit nach oben schwingenden Seiten tragen, unterseitig kleine Fortsätze, min. besch., kleine Risse
H: 13,5 cm; L:13 cm
Provenienz
Pierre Loos, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Dewey, William J., Sleeping Beauties, Los Angeles 1993, p. 142, ill. 111
Preis: 800 - 1500 €
467 Messer
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Simbabwe, Shona
Holz, Metall, spitz zulaufende Klinge mit leicht erhabenem Mittelgrat, hölzerne Scheide und Griff mit feinem Drahtgeflecht überzogen, min. besch., leichte Abrieb- und Korrosionsspuren
L: 31 cm
Preis: 500 - 1000 €
468 Stehende Figur
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Mosambik, Makonde
Holz, schwarzbraune Patina, geprägt durch einen voluminösen Körper auf extrem verkürzten Beinen, eingefasst von henkelförmig angelegten Armen, mit beiden Händen einen Gegenstand quer vor dem Leib haltend, über massivem Hals mit "Stiernacken" ein großer Kopf mit rautenförmig abgeflachten Lippen und linearen Ritzskarifikationen, min. best., kleinere Fehlstellen (Ferse des linken Fußes), Farbabblätterungen, auf Metallplatte montiert; die meisten freistehenden traditionellen Figuren der Makonde befinden sich in Museen. Dabei handelt es sich zumeist um weibliche Figuren, männliche Figuren sind selten. Die Gestaltung des Gesichtes bei vorliegender Figur stark an die Helmmasken der Makonde erinnernd.
H: 35,5 cm
Provenienz
Maria Wyss, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Art Makondé, Tradition et modernité, Malesherbes 1989, p. 99
Verkauft.
469 Helmmaske "lipiko"
Mosambik, Makonde
leichtes Holz, matte schwarze Patina, weiße Farbe, Echthaar, aufgewölbte Lider, Augen mit gemalten Pupillen, eine flache Nase überleitend zu einem rautenförmigem Mund mit sichtbarer Zahnreihe, min. besch., feine Risse, kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; die "lipiko"-Masken treten im Kontext von Initiationsfeierlichkeiten auf. Sie werden beim "mapiko"-Fest von einzuweihenden Knaben "vaali" getragen. Sie stellen meist Frauen dar und weniger Männer. Sie wurden aufbewahrt in speziellen heiligen Maskenhäusern außerhalb des Dorfes und durften von Frauen nicht gesehen werden.
H: 27 cm
Vergleichsliteratur
Fenzl, Kristian, Makonde, Linz 1997, p. 52, ill. 75 f.
Preis: 1000 - 2000 €
470 Affenmaske
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Mosambik, Makua
Holz, schwarzbraune und hellbraun inkrustierte Patina, von schmaler Form mit rund aufgewölbter Stirnpartie und gelängter Schnauze, kleine, halbkreisförmig durchbrochene Augen, ein geöffnetes, zähnezeigendes Maul, min. best. (linkes Ohr), Riss und kleine Fehlstelle (Kinnbereich) rückseitig am Rand, min. Spuren von Insektenfrass, auf Metallsockel montiert
H: 19,5 cm
Verkauft.
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