Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
51 Helmmaske "sowei" der "bundu"-Gesellschaft
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Sierra Leone, Mende
Holz, matt glänzende, schwarzbraune Patina, zylinderförmig, hoch aufgewölbte Zopffrisur mit knaufförmigem Abschluss, die Gesichtszüge im unteren Drittel des oval abgesetzten Gesichtsfeldes angesiedelt, zart ausformuliert, der Hals in drei Wulstringen angelegt, min. best. (Nase, Stirn), kleinere Fehlstellen rückseitig am Rand, Spuren von Insektenfrass ebenda; dieser Maskentypus wurde ausschließlich von den Mitgliedern des "sande" - Frauenbundes getragen. Die Masken repräsentieren einen weiblichen Wassergeist und zeigen stets ein idealisiertes Frauengesicht. Während die Gestaltung der Gesichtsmerkmale aufgrund ihres Symbolgehaltes an strenge Vorgaben gebunden war, lassen die Frisuren zahlreiche Variationen erkennen, die der jeweiligen Mode entsprachen.
H: 31,5 cm
Vergleichsliteratur
Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Afrikanische Masken aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf, München, New York 1997, cat. 70 f.
Preis: 1900 - 3500 €
52 Steinfigur "nomoli"
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Sierra Leone, Sherbro
Speckstein, auf runder Basis kniend, ein Kind in den Armen haltend, im Vergleich zum Körper überdimensionierter Kopf, hervortretende Augen- und Mundpartie, Loch im Scheitelbereich, min. besch., leichte Abriebspuren; diese meist männlichen Figuren wurden bei Fruchtbarkeitsriten verwendet, die eine gute Reisernte gewährleisten sollten. Die Haltung den "nomoli" gegenüber ist nicht von Ehrfurcht getragen. Wenn die Ernte nicht zufriedenstellend ausfiel, konnte es vorkommen, daß die Steinfigur zeremoniell ausgepeitscht wurde, wodurch sie beschädigt oder sogar zerstört werden konnte.
H: 25,5 cm
Provenienz
Galerie d' Eendt, Amsterdam, The Netherlands
Vergleichsliteratur
Tagliaferri, Aldo, Hammacher, Arno, Die steinernen Ahnen, Alte Steinplastik aus Sierra Leone & Guinea, Graz 1974, ill. 33
Preis: 3000 - 6500 €
53 Sitzende Figur "iran"
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Guinea Bissau, Bidyogo
schweres Holz, mittelbraune Patina, rotes Pigment, der gedrungene Körper geprägt durch überbreite, massive Schultern und schlauchartig gebogene, auf Bauchhöhe entwachsende Beine, über kräftigem Hals ein verhältnismäßig kleiner Kopf mit Metallaugen und Tonsur, eingeritzte Fischgrätornamentik quer über der Brust, min. best., Fehlstellen (Großteil der rund aufgewölbten Basis, beide Füße), Spuren von Insektenfrass (Kopf, Rückseite des Halses); die Bidyogo sind eine kleine Volksgruppe in Guinea-Bissau, die auf den vorgelagerten Bissagos-Inseln lebt. Alles was heilig ist, trägt den kreolischen Namen "iran" und verursacht Furcht und Achtung. Der große Geist als Besitzer der Erde wird vor jeder ackerbaulichen Tat angerufen. Ebenso bei allen Unternehmungen, die die Gemeinschaft betreffen, wie Initiation, Thronbesteigung eines Oberhauptes oder bei Begräbnissen. Wenn die Gottheit anthropomorph wiedergegeben ist, zeigt sie sich sitzend, die Hände auf den Kanten ihres gebogenen Sitzes, wie es bei vorliegender Figur der Fall ist.
H: 43,5 cm
Provenienz
Merton Simpson, New York, USA
Vergleichsliteratur
Kerchache, Jacques, Paudrat, Jean-Louis, Stephan, Lucien, Die Kunst des Schwarzen Afrika, Freiburg, Basel, Wien 1988, p. 527
Verkauft.
54 Weibliche Figur "jo nyeleni"
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Mali, Bamana
Holz, ölige, rötlich-braune Patina, auf einem runden Hocker mit fünf winkelförmigen Stützelementen stehend, schematisierte Körperformen zeigend, leicht gebeugte Beine tragen einen vorgewölbten Bauch, eckige Schultern entsenden frei gearbeitete Arme mit angeschnitzten Reifen, bekrönt von einem schmalen Kopf mit stammestypischen Gesichtszügen, mit Metallnägeln eingesetzten Augen, Ohrringen und hohem Stirnkamm, min. besch., leichte Abriebspuren
H: 56 cm
Provenienz
Private Collection, Italy
Vergleichsliteratur
Colleyn, Jean Paul (Hg.), Bamana, Afrikanische Kunst aus Mali, Museum Rietberg Zürich 2001, p. 148
Preis: 2500 - 4500 €
55 Weibliche Figur "jo nyeleni"
Mali, Bamana
Holz, braune, fleckige Patina, auf dünnen Beinen stehend, einen schlanken Rumpf mit spitzen Brüsten und kantigen Schultern tragend, ovaler Kopf mit vereinfachten Gesichtszügen, min. besch., rep. (rechtes Bein), Spuren von Insektenfrass, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; diese Figuren stellten "die schönen jungen Frauen des Jo" dar. Die neu in den "jo" initiierten Bundmitglieder reisten während einiger Monate mit solchen Figuren in die benachbarten Dörfer, wo sie auf ihren Erwachsenen-Status aufmerksam machten und ihren Heiratswunsch offenbarten. Die "nyeleni"-Figuren veranschaulichten die Merkmale einer jungen Bamana-Frau im heiratsfähigen Alter.
H: 68 cm
Provenienz
Adrian Schlag, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Colleyn, Jean Paul (Hg.), Bamana, Afrikanische Kunst aus Mali, Museum Rietberg, Zürich 2001, p. 157, ill. 140
Preis: 3800 - 8000 €
56 Hyänenmaske "suruku"
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Mali, Bamana
Holz, matte schwarzbraune Patina, stellenweise krustiert, in stilisierter Formensprache angelegt: in langgezogenen Dreiecken ausgeschnittene Augen, die Stirn mit erhabenem Mittelgrat, hufeisenförmige Ohren die Kontur ausgleichend, min. best. (Ohren, linkes Auge), Fehlstelle und Riss rückseitig am Rand, min. Spuren von Insektenfrass (Unterseite der Schnauze), Reparaturstelle (rechtes Ohr), auf Metallsockel montiert; die Masken gelten als Energieträger und bereits während der Anfertigung wurden ihnen Blutopfer dargebracht. Bei ihren Auftritten nehmen die Tänzer eine gebeugte Stellung ein. Indem sie sich auf kurze Stöcke stützen, verlängern sie optisch ihre Arme, um so die Haltung der Hyänen zu imitieren. Die äußerst komplexe Symbolik dieses Tieres bringt es mit sich, dass ihr Erscheinen je nach Zusammenhang stark wechselnde Bedeutung aufweisen kann. Meistens jedoch versinnbildlicht die Hyäne im Rahmen der "koré"-Feier die Anstrengung der Prüflinge, ihr Geheimwissen zu vervollkommnen.
H: 33 cm
Provenienz
Coll. Lorenz, Leipzig, Germany
Vergleichsliteratur
Colleyn, Jean Paul (Hg.), Bamana, Afrikanische Kunst aus Mali, Museum Rietberg, Zürich 2001, p. 116 f.
Preis: 3000 - 6000 €
57 Hyänenmaske "suruku"
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Mali, Bamana
Holz, rotbraune Patina mit Spuren von schwarzer Farbe, von stilisierter Form mit schmalem, winkelförmig abgeknicktem Nasengrat und langen Ohren, besonders auffallend, das der Stirn entspringende geöffnete und mit Zähnen bewehrte Maul, das Gesichtsfeld überzogen mit linearen Kreuztataus die rituelle Hautritzungen symbolisieren sollen, min. best., kleinere Fehlstellen (Maul an der Stirn), Risse, Farbabrieb, auf Metallsockel montiert; die Einweihung in den "koré" dient der Festigung der männlichen Identität und markiert den Übertritt der Knaben ins Erwachsenendasein. Der "koré" wird alle sieben Jahre gefeiert. Dabei erfährt eine aus Kindern verschiedener Altersgruppen zusammengesetzte Novizengemeinschaft in einer umfassenden Reifeprüfung ihren symbolischen "Tod". Um mit der Identität eines Erwachsenen "auferstehen" zu können, müssen die Initianden fortan auf die Privilegien ihrer Kindheit verzichten und ihre Eignung als "cè fari", "willensstarke Männer" unter Beweis stellen.
H: 36 cm
Provenienz
Coll. Prof. Knöll, Jena, Germany
Vergleichsliteratur
Colleyn, Jean Paul (Hg.), Bamana, Afrikanische Kunst aus Mali, Museum Rietberg, Zürich 2001, Kat. 109
Preis: 3500 - 7000 €
58 Maske "ntomo"
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Mali, Bamana
Holz, braune matte Patina, ovale Form, bekrönt von sieben hohen, zinkenförmigen Fortsätzen, altes Sammlungsetikett rückseitig, min. besch., rep. (Hörner), Abriebspuren, Fehlstellen (linkes Horn)
H: 55 cm
Provenienz
Private Collection, Italy
Vergleichsliteratur
Bambara sculpture from the Western Sudan, The Museum of Primitive Art, New York 1960, ill. 31 ff.
Verkauft.
59 Antilopentanzaufsatz "tjiwara"
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Mali, Bamana
helles Holz, braune fleckige Patina, horizontaler Typus, geometrisch angelegter Körper auf rechteckiger Plinthe, durch Metallklammern befestigter, langgezogener Kopf mit weit nach hinten ausladenden Hörnern, min. besch., Abriebspuren, Fehlstellen (Hörner), auf Holzsockel montiert; das religiöse und soziale Leben der Bamana wurde von sechs Initiationsbünden bestimmt, die jeder männliche Stammesangehörige nacheinander durchlaufen mußte. Jede Initiationsstufe war mit dem Gebrauch bestimmter Maskentypen verknüpft. Die "tijwara"-Aufsätze gehören zur 5. Stufe. Angehörige derselben sollten durch rituelle Tänze die Fruchtbarkeit der Felder fördern. Die Masken traten immer als männlich-weibliches Paar auf, das die Sonne und die Erde und deren Bedeutung für das menschliche Leben symbolisierte.
H: 22 cm; L: 51 cm
Vergleichsliteratur
Colleyn, Jean Paul (Hg.), Bamana, Afrikanische Kunst aus Mali, Museum Rietberg Zürich 2001, p. 225, cat. 216
Preis: 700 - 1400 €
60 Gesichtsmaske
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Mali, Dogon
Holz, krustierte braun-graue Patina mit Resten von schwarzer, weißer und indigoblauer Bemalung, flacher Fond von schmaler, gelängter Form, das eigentliche, stark abstrahierte Maskengesicht erhaben herausgearbeitet, bekrönt von fünf zinkenförmig aufsteigenden Fortsätzen, Querholz auf der Rückseite zum zusätzlichen Fixieren der Maske mit dem Mund, min. besch., Riss, Fehlstellen durch Insektenfrass (v. a. seitlich und hinten), Farbabrieb, auf Sockel montiert; alle Masken gehören den "awa"-Gesellschaften und erscheinen bei den "dama" genannten Beerdigungsfeierlichkeiten, die alle zwei oder drei Jahre zu Ehren der inzwischen verstorbenen Ältesten abgehalten werden. Marcel Griaule dokumentierte 1930 siebzig unterschiedliche Maskentypen, Tiere, Vögel, Menschen oder abstrakte Wesen darstellend. Bei vorliegender Maske handelt es sich vermutlich um eine Antilopenmaske "walu", deren Tanz an eine Begebenheit aus der Stammesmythologie erinnert.
H: 67 cm
Provenienz
Old Private Collection, France
Vergleichsliteratur
Ezra, Kate, Art of the Dogon, Selections from the Lester Wunderman Collection, Metropolitan Museum, New York 1988, p. 73
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 131
Preis: 2800 - 5500 €
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