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Zemanek-Münster

Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion

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61 Weibliche Figur

Dogon, Mali

Holz, satte dunkelbraune, stellenweise krustierte Patina, abstrakt gestaltete Figur von geschlossener schmaler Kontur, beide Hände unterhalb des spitz vorspringenden Leibes an den Bauch gelegt, über säulenartigem Hals ein kleiner kugelförmiger Kopf mit Kammfrisur und schnabelförmig spitz zulaufendem Kinn, auf die Kennzeichnung von Gesichtszügen wurde vollständig verzichtet, min. best., Risse (linke Gesichtshälfte, Brust), Fehlstellen durch Insektenfrass (linkes Bein, Basis, vor allem rückseitig), auf Sockelblock montiert; diese Figuren sind Eigentum von Frauengesellschaften und dienen der Erziehung der Mädchen. Sie werden anlässlich von Begräbnissen und wahrscheinlich auch bei gewissen Fruchtbarkeits- und Regenritualen aufgestellt. Nach H. Leloup nennt man sie "so-ma-so" ("hör mir zu"), ein Ausspruch der sowohl bei der Erziehung, wie auch für Bittgebete bei Sterilität gilt. Der vorgewölbte Leib und die in schützender Geste davor gelegten Hände weisen auf die Darstellung einer Schwangeren hin. Laut G. Dieterlen wurden so angelegte Figuren für Altäre geschaffen an denen Rituale für die Seelen von Frauen stattfanden, die während der Schwangerschaft oder Geburt verstarben. Diese Frauen wurden bei den Dogon niemals auf den Clanfriedhöfen begraben. Sie waren Geächtete, ihre Seelen dazu verbannt ruhelos umherzuwandern. Es wurde jedoch ein spezieller Kult mit entsprechenden Altären für sie eingerichtet. Die Statuen wurden neben einem mit Wasser gefüllten Tonkrug aufgestellt, dem reinigende und medizinische Kräuter beigegeben waren. Schwangere, die eine Fehlgeburt vermeiden wollen, sowie unfruchtbare Frauen übergaben dem Heiler Tiere die in ihrem Namen geopfert werden sollten. Sterilität und Unfruchtbarkeit wurden als Übel angesehen, das von einem mythischen Urahn auferlegt wurde, der auf Grund ernster Verletzungen von Verboten einst selbst während der Schwangerschaft verstarb.

H: 42,5 cm, (5048/002)

Provenienz
Paul Rutten, Amsterdam, The Netherlands

Vergleichsliteratur
Vogel, Susan, For spirits and kings, African Art from the Paul and Ruth Tishman Collection, New York 1981, p. 16
Ezra, Kate, Art of the Dogon, Selections from the Lester Wunderman Collection, Metropolitan Museum, New York 1988, ill. 14
Schmidt, Johann-Karl (Hg.), Dogon-Die Meisterwerke der Skulptur, Stuttgart 1998, Nr. 27
Laude, Jean, African Art of the Dogon, New York 1973, ill. 52

Preis: 18000 - 35000 €

62 Weibliche Figur

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Weibliche Figur, Dogon, Mali, Area of Senou

Dogon, Mali, Area of Senou

Holz, dunkelbraune, teilweise glänzende Patina, auf spitz abgewinkelten Beinen stehend, mit gelängten, dünnen Armen zum Kopf emporgreifend, die Hände hinter den Ohren ruhend, Kopf mit feinen Skarifikationen im Schläfen- und Wangenbereich, rund eingetiefte Augen, mehrfach durchbohrte Ohren, Stirnkamm, min. besch., rep. (linkes Bein), leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; laut Kjersmeier wird beim Tode eines Mitgliedes der Sippe eine Figur vom Ahnenschrein entfernt und kurze Zeit neben den Leichnam gestellt, damit er einen Teil des "nyama", der Geisteskräfte des Toten, aufnehmen kann. Die Figur wird dann wieder zum Schrein zurückgebracht, auf dem oder in dessen Nähe Opfer abgehalten werden können, um Gesundheit und Fruchtbarkeit zu erlangen. Die Figur dient als Verbindungslinie zwischen den Lebenden und den Geistern ihrer Vorfahren, darunter des Urvaters der Sippe.

H: 34,5 cm, (5125/016)

Provenienz
Pierre Dartevelle, Brussels, Belgium

Vergleichsliteratur
Hélene, Leloup, Dogon Statuary, Strassburg 1994, ill. 71
Laude, Jean, African Art of the Dogon, New York 1973, p. 67, ill. 2
Ezra, Kate, Art of the Dogon, Selections from the Lester Wunderman Collection, Metropolitan Museum, New York 1988, p. 21

Preis: 15000 - 30000 €

63 Sitzende Figur

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Sitzende Figur, Dogon, Mali

Dogon, Mali

Holz, schwarzbraune krustierte Patina, ein schlanker, gelängter Rumpf mit geschlossener Kontur, bekrönt von schmalem, bärtigem Kopf, Lederschnur mit eingehängter Holzpfeife um den Leib, min. besch., Risse (rechte Körperseite, Hinterkopf), Farbabrieb, auf Acrylsockel montiert; bei derartigen Figuren handelt es sich wahrscheinlich um Schutzgeister, denen von Familie und Dorf Opfer gebracht wurden.

H: 40,5 cm, (5097/011)

Provenienz
Ludwig Bretschneider, Munich, Germany

Vergleichsliteratur
Roy, Christopher D., Die Dogon von Mali und Ober-Volta, München 1983, p. 14 f.

Preis: 3500 - 7000 €

64 Stehende Figur

Dogon, Mali

helles Holz, matte Patina, nur fragmentarisch erhaltene Beine tragen einen gelängten Torso, der über die gesamte Länge von eng am Körper gearbeiteten Armen flankiert wird, bekrönt von einem fast halslos aufsitzendem Kopf mit stammestypischen Gesichtszügen, Sammlungsnummer "H8" auf der Rückseite, min. besch., Fehlstellen (Beine), Risse, auf Metallplatte montiert

H: 38 cm, (5091/025)

Preis: 1000 - 2000 €

65 Stehende Figur "dege dal nda"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Stehende Figur "dege dal nda", Dogon, Mali, Area of Wakara

Dogon, Mali, Area of Wakara

Holz, dunkelbraune krustierte Patina, ein streng frontal ausgerichteter, aus geometrischen Formen zusammengesetzter Körper, dessen Gliedmaßen im Gleichklang vollkommener Symmetrie angelegt sind: hochbeinig, die Knie gebeugt, der trapezoide Rumpf eine flache Brustplatte tragend, die abgewinkelten Arme mit nach unten weisenden Handflächen an die Oberschenkel angelegt, der helmförmige, bärtige Kopf mit typischer pfeilförmiger Nase, min. besch., Risse (Hinterkopf, Hals, Brust), Fehlstelle (rechte Fußspitze), der dicke Lehmüberzug stellenweise abgeblättert oder ausgebrochen, auf Sockelblock montiert; vorliegende Figur gehört zum Typus der "dege dal nda", den "Terrassenfiguren", so genannt, weil sie bei Begräbnissen auf den terrassierten Hausdächern der Verstorbenen Aufstellung finden. Sie werden im Hause des "hogon" aufbewahrt und ihre Verwendung ist wohlhabenden Familien vorbehalten.

H: 48 cm, (5094/067)

Provenienz
Alexander Pollmer, Munich, Germany

Vergleichsliteratur
Schmidt, Johann-Karl (Hg.), Dogon-Die Meisterwerke der Skulptur, Stuttgart 1998, p. 122, Nr. 34
Ezra, Kate, Art of the Dogon, Selections from the Lester Wunderman Collection, Metropolitan Museum, New York 1988, ill. 14
Laude, Jean, African Art of the Dogon, New York 1973, ill. 52

Zuschlag: 6000 €

66 Stehende weibliche Figur

Dogon, Mali

Holz, rotbraune Patina mit Spuren von schwarzer Farbe, stellenweise krustiert, in geometrischen Formen angelegte Gestalt, die Beine in typischer Weise abgewinkelt, der schmale Oberkörper mit spitz vorspringendem Leib akzentuiert durch die rahmenartig darum gelegten Arme, Betonung der weiblichen Geschlechtsmerkmale, helmförmiger Kopf mit typisch pfeilförmiger Nase, best. (Brüste), Riss (Kopf rückseitig und Rücken), Fehlstelle (Basis), vor allem in der Beinzone stark durch Insektenfrass und Verwitterung gezeichnete Oberflächenstruktur, auf Sockel montiert

H: 44,5 cm, (5094/069)

Provenienz
Ludwig Bretschneider, Munich, Germany (1983)

Vergleichsliteratur
Roy, Christopher D., Die Dogon von Mali und Ober-Volta, München 1983, p. 14 f.

Preis: 4500 - 8500 €

67 Stehende Figur "dege dal nda"

Dogon, Mali

Holz, graubraune krustierte Patina, schlanke hochaufragende Gestalt mit blockhafter Schulter-/Brustpartie und lang herabhängenden Armen, bekrönt von halbkugelförmigem Kopf mit Kammfrisur und angedeuteten Gesichtszügen, min. best., Fehlstellen auf linker Kopfseite und an der Basis, auf Sockelblock montiert

H: 46,5 cm, (5111/004)

Provenienz
Hermann Sommerhage, Germersheim, Germany

Preis: 3800 - 7000 €

68 Gefässtragende Figur

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Gefässtragende Figur, Dogon, Mali

Dogon, Mali

Holz, rot- und dunkelbraune Patina, stellenweise krustiert, aus einzelnen geometrischen Formen zusammengesetzter Körper, die halbkugelförmige Schale mit flach gehämmerten Metallteilen bestückt, angedeutete weibliche Geschlechtsmerkmale, min. best., Farbabrieb (Brüste), auf Sockelblock montiert; die Schüssel als Symbol für die Rolle der Frau, deren traditionelle Aufgabe es ist, ihrem Mann die Speisen zu bringen. Vielleicht im Auftrag eines Mannes/Witwers geschnitzt, der seine Ahnen bittet, ihm eine den Traditionen ergebene Frau zu schicken.

H: 33 cm, ~ 1800 (5117/001)

Provenienz
John Tenney, s'Hertogenbosch, The Netherlands

Vergleichsliteratur
Schmidt, Johann-Karl (Hg.), Dogon-Die Meisterwerke der Skulptur, Stuttgart 1998, p. 96

Preis: 5000 - 10000 €

69 Stehende weibliche Figur

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Stehende weibliche Figur, Dogon, Mali

Dogon, Mali

Holz, dunkelbraune Patina, hochaufragende, schlanke Gestalt, die frei gearbeiteten Arme und Hände in rechteckigem Rahmen um den Oberkörper gelegt, massive Brüste und den akzentuierten Nabel einfassend und auf das weibliche Geschlecht hinweisend, Kopf mit Kammfrisur, rund eingetieften Ohren und spitz vorspringendem Adamsapfel, min. best., kleinere Fehlstellen, auf Metallplatte montiert

H: 65 cm, (5094/091)

Zuschlag: 700 €

70 Webrollenhalter

Dogon, Mali

Holz, braune Patina, u-förmiger Korpus mit Ritzverzierungen, von kleiner menschlicher Figur bekrönt, komplett mit Querholz und Spule, min. besch., leichte Gebrauchs- und Abriebspuren, auf Holzsockel montiert

H: 17 cm, (5091/001)

Provenienz
Galerie Inge Hett, Berlin, Germany

Preis: 750 - 1500 €

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