Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion
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71 Türschloß
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Dogon, Mali
Holz, schwarzbraune, stellenweise glänzende Patina, teilweise durchbrochen gearbeiteter, rechteckiger Korpus, ornamentale Beschnitzung zeigend, bekrönt von einer Reiterfigur, Querriegel fehlend, min. besch., Risse, Gebrauchsspuren, auf Metallsockel montiert; Reiterfiguren der Dogon sind zumeist als Abbilder von "hogon" zu verstehen. Es kann sich bei dem Dargestellten nur um eine bedeutende Person handeln, da zum Einen der Besitz eines Pferdes nur reichen und mächtigen Personen vorbehalten war und Pferde zum Anderen auch im Schöpfungszyklus der Dogon eine Rolle spielen.
H: 50,5 cm, (5094/057)
Provenienz
Anita Schröder, Munich, Germany
Vergleichsliteratur
Bilot, Alain u.a., Serrures du pays Dogon, Paris 2003, p. 124 f.
Zuschlag: 2600 €
72 Türschloß
Dogon, Mali
Holz, dunkelbraune, leicht krustierte Patina, mit Kerbschnitt- und linearer Ritzornamentik verziert, von einem sitzendem Figurenpaar mit stammestypischen Gesichtszügen bekrönt, Querriegel fehlt, min. besch., leichte Gebrauchsspuren, auf Metallplatte montiert
H: 29 cm, (5094/104)
Preis: 900 - 2000 €
73 Amulett
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Dogon, Mali
Bronze, abgeflachter Fond, nach unten zugespitzt, ein stilisierter Hermaphrodit vorgeblendet, breit eingerollte Öse zur Befestigung, auf kleinen Steinsockel montiert
H: 5 cm, (5119/001)
Provenienz
Afrika Museum, Berg en Dal, The Netherlands
Coll. Cees Kuylman, Maasland, The Netherlands
Preis: 400 - 800 €
74 Amulett
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Soninke/Dogon, Mali
Gelbguss mit Patina, in Form einer knienden, bärtigen Figur, einen Stab auf dem Rücken tragend, bekrönt von spitz zulaufender Kopfbedeckung, min. besch., Spuren von Korrosion
H: 6,5 cm, (5123/005)
Preis: 600 - 1000 €
75 Kniende Figur
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Djenne, Mali
Terrakotta, nach vorne gebeugte Haltung, die wie ein Trauergestus wirkt, die Hände mit angearbeiteten Armreifen ruhen auf den Beinen, eine Schlange windet sich am Rücken, zwei weitere jeweils auf den Armen, min. besch., kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren; die Schlange ist in der mündlichen Tradition Westafrikas das Symbol der Unsterblichkeit und eng verbunden mit dem Kult der ersten Ahnherren. Bis zum heutigen Tage ist die Schlange tabuisiert: wer immer sie tötet bringt schlimmstes Unglück über sich.
H: 16,5 cm, ~ 300 years old (5094/040)
Provenienz
Sotheby's, London, 25. Juni 1984, lot 289
Expertise
Thermolumineszenz-Gutachten liegt vor, Laboratory Ralf Kotalla, Nr. 01050809, Haigerloch, den 13. 08. 2009
Vergleichsliteratur
Claerhout, A., Ancient terracotta statuary and pottery from Djenne, Mali, Antwerpen 1984, cat. 12
Zuschlag: 2200 €
76 Zoomorphe Maske
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Marka, Mali
Holz, Stoffreste, gelängte Form, fast vollständig mit punziertem Metallblech üerzogen, im Bereich von Nase und Schläfen fünf Fortsätze, die mit roten Stoffransen verziert sind, Randlochung, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; die Marka teilen sich in die eigentlichen Marka oder Soninke-Marka, die in Mali leben und die Dafing oder Dafing-Marka, die in Burkina Faso siedeln. Beide Gruppen pflegen auch unterschiedliche Maskentraditionen, die sich stilistisch sehr den sie umgebenden Ethnien nähern, d.h. die Marka den Bambara, die Dafing den Bwa. Dieser Maskentypus wird entlang des Niger für Zeremonien verwendet, die in Zusammenhang mit Fischerei und Landwirtschaft stehen.
H: 46 cm, (5125/003)
Provenienz
Harry Franklin, Beverly Hills, USA
Vergleichsliteratur
Bacquart, Jean-Baptiste, The Tribal Arts of Africa, Surveying Africa's Artistic Geography, London 1998, p. 67, ill. c
Preis: 6000 - 10000 €
77 Würdestab
Isoko, Nigerdelta
Holz, braune Patina, Kaolin, über aufwändig geschnitzter Plinthe eine weibliche Halbfigur, mit den nach oben gestreckten Armen ein Gefäß haltend, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; die Isoko sind eine Volksgruppe im westlichen Nigerdelta, begrenzt von den Urhobo im Westen und Nordwesten, den Ijo im Süden, sowie den Kwale Igbo und Aboh im Norden und Nordosten. Obwohl die Isoko nach Sprache, Ursprung und Kultur zu den Edo gehören, lassen sich doch auch eindeutig kulturelle Ibo-Überlagerungen feststellen, die möglicherweise auf einen gemeinsamen historisch weit zurückliegenden Hintergrund schließen lassen.
H: 101 cm, (5094/010)
Provenienz
Coll. Helmut Gernsheim, Castagnola, Switzerland
Coll. Arendt Oetker, Berlin, Germany
Lempertz, Brussels, 25. April 2009, lot 90
Vergleichsliteratur
Anderson, Martha G., Ways of the Rivers, Arts and Environment of the Niger Delta, Los Angeles 2002, p. 180, ill. 5.16
Preis: 750 - 1500 €
78 Zoomorphe Maske "wan nyaka"
Bobo, Burkina Faso
Holz, polychrome Bemalung, matte Patina, hoch aufgewölbte Kalotte mit erhabenem Stirngrat, bekrönt von langen nach hinten geschwungenen Hörnern, komplett mit farbigen Ornamenten bemalt, Randlochung, min. besch., Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; alle Masken der Bobo tragen totemistischen Charakter und sind Teil der Ursprungsmythen des Klans, dem sie gehören. "Wan nyaka" bedeutet "kleine Antilope" und trat bei Bestattungs- und Beschneidunszeremonien auf.
H: 20 cm, (5091/029)
Vergleichsliteratur
Roy, Christopher, Art of the Upper Volta Rivers, Paris 1987, p. 106, ill. 72
Preis: 650 - 1500 €
79 Stehende weibliche Figur
Bobo, Burkina Faso
Holz, schwarzbraune Patina, hochbeinige Gestalt mit schräg abfallender Schulter-und Oberarmpartie, die Unterarme frei nach unten in den Raum greifend, das abgeflachte ovale Gesichtsfeld vereinfachte Gesichtszüge zeigend, geprägt durch einen die ganze Breite einnehmenden Mund, min. best., Farbabblätterungen, Fehlstelle rückseitig an der linken Ferse, auf Metallplatte montiert; die wichtigsten künstlerischen Erzeugnisse der Bobo sind Masken, figürliche Objekte sind eher selten.
H: 26 cm, (5094/103)
Provenienz
Coll. Leopold Häfliger, Luzern, Switzerland
Preis: 1000 - 2000 €
80 Figurenpaar
Gurunsi, Burkina Faso
Holz, rötlichbraune Patina, eine männliche und eine weibliche Figur, die schematisierten Körper frontal ausgerichtet und die schlauchförmigen Glieder symmetrisch angelegt, das jeweilige Geschlecht besonders betont, Bohrlöcher an Arm und Bauch der männlichen Figur, min. best., kleinere Fehlstellen (Kopf der männlichen, Frisur der weiblichen Figur), Risse, auf Metallplatten montiert; zum Unterschied von den Masken, die öffentlich auftreten, bleiben figürliche Objekte der Gurunsi vor der Öffentlickkeit verborgen. Sie werden ausschließlich bei der Wahrsagerei verwendet und stehen in besonderen Schreinen.
H: 38 cm, (5094/058)
Provenienz
Klaus-Jochen Krüger, Hamburg, Germany (1984)
Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 173
Preis: 2500 - 5000 €
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