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Zemanek-Münster

Online Katalog zur 60. Tribal Art Auktion

81 Stehende Figur "bateba phuwe"

Burkina Faso, Lobi

Holz, matte Krustenpatina, Beopferungsspuren, hochbeinig, eckige Schultern entsenden frei gearbeitete Arme, besch., Fehlstellen durch Insektenfrass, rechter Arm fehlend, Risse, Abriebspuren, auf Metallplatte montiert

H: 83 cm

Vergleichsliteratur
Meyer, Piet, Kunst und Religion der Lobi, Museum Rietberg, Zürich 1981, p. 76, ill. 49

Preis: 2000 - 4000 €

82 Figurenpaar "bateba phuwe"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Figurenpaar "bateba phuwe", Burkina Faso, Lobi

Burkina Faso, Lobi

Holz, graubraune, stark krustierte Patina (Spuren von Beopferung), eine männliche und eine weibliche Figur, ebenmäßige, schematisierte Gesichtszüge, "phisa"- Frisuren, min. best., kleinere Fehlstellen (Fußspitzen), Risse, Oberflächenstruktur stellenweise in oberster Schicht abgetragen durch Insektenfrass, auf Sockelblock montiert; beide Figuren zeigen eine einheitliche Formensprache, die etwas größere weibliche Figur erscheint jedoch insgesamt ausgereifter, Schultern und Brust-, sowie Rückenpartie kraftvoller und stimmiger ausmodelliert, so dass man in ihr das Werk eines Meisters, in der männlichen Figur das Werk eines Schülers oder Werkstatt vermuten könnte. Die übereinstimmende Patina in jedem Fall auf einen gemeinsamen Standort hinweisend. Nach dem Glauben der Lobi, stellte Gott den Menschen einst die "thila" zur Seite, Wesen, die für das Wohl der Menschen sorgen und die Ordnung in der Gesellschaft aufrecht erhalten sollten. Die "thila" treten ins Leben eines Mannes, seltener einer Frau, und befehlen den Bau eines Schreines und das Schnitzen der "bateba"-Figuren. Der Wahrsager "buor" ist dabei Mittler und Übersetzer zwischen den "thila" und den Menschen. Er wird unter bestimmten Bedingungen, etwa bei einem Unglücksfall oder bei Krankheit konsultiert. Die "bateba"-Figuren werden in dem Moment zu lebendigen und aktiven Wesen, in dem sie auf dem Schrein aufgestellt werden. Sie sind Mischwesen, vereinigen menschenähnliches Aussehen und gewisse übermenschliche Qualitäten der "thila", sind sozusagen ihre Helfer. So können "bateba", im Gegensatz zu den Menschen, Hexen erkennen und bekämpfen, sowie Schadenszauberer abwehren. Sie werden "bateba duntundara" genannt. Hierbei wird zwischen vier Typen unterschieden: den "bateba phuwe" ( "gewöhnliche bateba"), den "bateba bambar" ("gelähmte bateba"), den "bateba ti puo" ("gefährliche Personen") und den "bateba ti bala" ( "außergewöhnliche Personen"). Vorliegendes Figurenpaar ist den gewöhnlichen "bateba phuwe" zuzuordnen, da sie sich weder durch eine Geste oder physiologisches Merkmal besonders auszeichnen. Männliche und weibliche "bateba" sind im Kampf gegen Hexen und Schadenszauberer gleich stark, auch die Größe scheint das Kampfpotential nicht zu beeinflussen. Wobei "bateba" in der Größe vorliegender Figuren heute nur noch selten geschnitzt werden.

H: 82 cm (male), 84 cm (female)

Provenienz
Coll. Theo Poppmeier, Graz, Austria

Vergleichsliteratur
Meyer, Piet, Kunst und Religion der Lobi, Museum Rietberg, Zürich 1981, p. 56

Preis: 18000 - 40000 €

83 Stehende männliche Figur "bateba phuwe"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Stehende männliche Figur "bateba phuwe", Burkina Faso, Lobi

Burkina Faso, Lobi

Holz, matte, graubraune Patina, Beopferungsspuren, "phisa"-Frisur, min. besch., Risse, kleine Fehlstellen, auf Sockel montiert; da sich diese Figur durch keine besondere Geste oder physiologisches Merkmal auszeichnet ist sie dem Typus der "gewöhnlichen bateba phuwe" zuzuordnen. Diese haben verschiedene Funktionen inne: sie beschützen Menschen vor Hexen und Schadenszaubern, sie trauern, damit die Hausbewohner nicht selbst trauern und sie erfüllen verschiedene, zeitlich befristete Aufgaben, wie das Suchen nach einem Ehepartner, die Beseitigung von Unfruchtbarkeit oder die Verhütung von Krankheiten, bzw. deren Heilung.

H: 66 cm

Provenienz
Vittelshuis, Delft, The Netherlands

Vergleichsliteratur
Meyer, Piet, Kunst und Religion der Lobi, Museum Rietberg, Zürich 1981, p. 59, ill. 6

Verkauft.

84 Stehende Schutzfigur "bateba phuwe"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Stehende Schutzfigur "bateba phuwe", Burkina Faso, Lobi

Burkina Faso, Lobi

Holz, graubraune, stark krustierte Patina, hochaufragende schlanke Gestalt mit massiver Schulter-/Brustpartie und frei herabhängenden Armen, der Oberkörper aus der Hüfte heraus leicht gedreht, min. besch., Risse, Fehlstellen durch Insektenfrass (beide Füße, linke Halsseite, Kopf), auf Sockelplatte montiert

H: 74 cm

Provenienz
Coll. Theo van Baaren, Groningen, The Netherlands

Verkauft.

85 Männliche Figur "bateba phuwe"

Burkina Faso, Lobi

Holz, fleckige, braune Patina, Torso mit kreisförmigen Ritzverzierungen, bekrönt von ovalem Kopf mit auffällig schräg stehenden Augen und scharfgratiger Nase, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Metallbasis montiert

H: 22,5 cm

Provenienz
Joseph Christiaens, Brussels, Belgium

Vergleichsliteratur
Frey, Bruno, Warin, Francois, Lobi, Aust.kat., o.O. 2007, p. 32

Preis: 900 - 2000 €

86 Stehende Figur "bateba phuwe"

Burkina Faso, Lobi

Holz, braune, teilweise glänzende Patina, miteinander verschmolzene Beine einen zylindrischen Torso tragend, flankiert von auffallend dünnen Armen, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert

H: 22 cm

Preis: 600 - 1000 €

87 Weibliche Figur "bateba ti puo"

Burkina Faso, Lobi

Holz, fleckige, graubraune Patina, auf leicht gebeugten Beinen mit großen Füßen stehend, über einem gedrungenem Torso ein fast halslos aufsitzender Kopf, überhöht von senkrecht nach oben gestreckten Armen, min. besch., Spuren von Insektenfrass, leichte Abriebspuren, auf Metallplatte montiert

H: 25,5 cm

Vergleichsliteratur
Meyer, Piet, Kunst und Religion der Lobi, Museum Rietberg, Zürich 1981, p. 88 ff.

Preis: 750 - 1500 €

88 Figur "bateba yadawora"

Burkina Faso, Lobi

Holz, matte, graubraune Krustenpatina, Beopferungsspuren, auf einem Stuhl sitzend, aufallend eckige Schultern, beide Hände zum Mund geführt, bekrönt von kappenartiger Kopfbedeckung, min. besch., Risse, kleine Fehlstellen, auf Holzsockel montiert; traurige "bateba" ("bateba yadawora") haben nichts mit Hexen zu tun. Sie wenden sich direkt an Bewohner des Hauses, auf dessen Schreinen sie stehen. Sie drücken mit verschiedenen Gesten tiefe Trauer aus und übernehmen stellvertretend das Leid, das sonst der Besitzer erdulden müsste.

H: 20,5 cm

Provenienz
Joseph Christiaens, Brussels, Belgium

Vergleichsliteratur
Meyer, Piet, Kunst und Religion der Lobi, Museum Rietberg, Zürich 1981, p. 104 f.

Preis: 1000 - 2000 €

89 Figurenpaar

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Figurenpaar, Burkina Faso, Lobi

Burkina Faso, Lobi

Holz, helle, graubraune Patina, stellenweise krustiert, eine männliche und eine weibliche Figur, äußerst sorgfältig gearbeitet, Körper mit geschlossener blockhafter Statur und ausgewogenen Proportionen zeigend, die Gesichtszüge ebenmäßig, die weibliche Figur mit helmförmiger Frisur und gebohrten Pupillen, die männliche Figur mit gerilltem Bart und hoch aufgewölbtem Schädel, min. besch., Fehlstellen durch Insektenfrass (rechte Fußinnenseite und linke Kopfseite der männlichen Figur), nebeneinander auf Sockel montiert

H: 43 cm (male); H: 38,5 cm (female)

Provenienz
Galerie Malichin, Baden-Baden, Germany

Vergleichsliteratur
Meyer, Piet, Kunst und Religion der Lobi, Museum Rietberg, Zürich 1981, p. 60

Preis: 3500 - 7000 €

90 Stehende Kolonfigur

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Stehende Kolonfigur, Burkina Faso, Lobi

Burkina Faso, Lobi

Holz, dunkelbraune Glanzpatina, Kaolinreste, mit Uniform und zugehöriger Kopfbedeckung beschnitzt, die Arme vor dem Körper verschränkt, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; derartige Figuren entstanden aus der Kontaktsituation zwischen Europäern und Afrikanern. Sie zeigen in der Regel Elemente des traditionellen plastischen Stils der Region.

H: 22 cm

Preis: 750 - 1500 €

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