Online Katalog zur 63. Tribal Art Auktion mit Sonderteil 'Wunderkammer'
201 Kopf des Buddha Sakyamuni
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Kambodscha, Khmer
hellbrauner Sandstein, ebenmäßige, fein geschnittene Gesichtszüge, den schönen Mund ein leichtes Lächeln umspielend, das Gesicht eingefasst durch kleine Ohren mit langen Schmuckgehängen, bekrönt von hoch aufgetürmter dreiteiliger Frisur, ein reliefplastisch verziertes Diadem oberhalb der Stirn, min. best., kleine Fehlstelle (rückseitig am Hals), auf blockartiger Basis; das Ideal kambodschanischer Bildhauerkunst hat wenig mit der westlichen Auffassung von Schönheit gemein. Auch wenn die Bildwerke menschliche oder Tiergestalt besitzen, dienten sie allein der Vision der Göttlichkeit. Die idealisierte Physiognomie, ihre Formvollendung, sind nicht irdischer Perfektion gewidmet.
H: 26 cm
Provenienz
Nagel Stuttgart, Varia - Asiatica, 1998
Vergleichsliteratur
Fahr-Becker, Gabriele (Hg.), Ostasiatische Kunst, Bd. 1, Köln 1998, p. 26 f.
Verkauft.
202 Knauf
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Vietnam
Bronze, in Gestalt eines Drachenkopfes, starke Versinterungen und Spuren von Korrosion aufweisend, auf Sockel; wohl Grabungsfund.
H: 4,5 cm
Preis: 500 - 1000 €
203 Männliche Pfostenfigur
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Laos
Holz, graubraune Patina, Lehmverkrustungen im unteren Bereich, halbrunder Pfosten mit brettartigem Fortsatz, in stilisierter Formensprache eine armlose männliche Figur vorgeblendet, rückseitig abgeflacht, stark von Windschliff und Verwitterung gezeichnete Oberflächenstruktur, seitliche Einkerbungen darauf hinweisend, dass ursprünglich Arme eingezapft waren, auf Metallplatte montiert
H: 116 cm
Provenienz
Private Collection, Berlin, Germany (1993)
Verkauft.
204 Buddhistische Dämonenmaske
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Bhutan
Hartholz, polychrome Fassung, von rechteckiger Form, expressive Gesichtszüge zeigend: beherrscht durch einen aufgerissenen Mund und die in Folge verzerrten Gesichtszüge, diademartiger Aufsatz aus fünf Miniaturschädeln, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren; möglicherweise eine Darstellung des Dämons "gonpo", einer der schrecklichen Schutzgottheiten des "mahakala", einer tantrischen Gottheit des Buddhismus.
H: 35 cm, 17th - 18th century
Provenienz
Private Collection, Vienna, Austria
Vergleichsliteratur
Chazot, Eric, Masks of the Himalayas, Ausst.kat., New York 1990, p. 8
Preis: 3500 - 7000 €
205 Amulettbehälter
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Tibet, Gau
Silber (92 g), verziert mit reliefplastischem Abbild der Göttin Palden Lhamo, auf ihrem Maultier reitend, rückseitig mit Kupferplatte verschlossen, min. best.; Palden Lhamo ist eine der bedeutendsten Schutzgottheiten im tibetischen Pantheon. Sie gilt als Schutzgöttin von Lhasa und des Dalai Lama. In den üblichen Darstellungen treibt sie ihr Maultier durch ein Meer aus Fett und Blut. Sie wird blau-schwarz, mit hängenden Brüsten, flammenden Augenbrauen, Schnurrbart und zu Berge stehendem Haar dargestellt. Sie hält eine langstielige Keule und eine Schale, die aus dem Schädel eines Kindes besteht, das einer inzestuösen Verbindung entsprungen ist. Fünf weitere Schädel bilden eine Art Krone auf ihrem Haupt.
H: 8 cm; B: 8 cm, 19th century
Provenienz
Private Collection, Vienna, Austria
Preis: 2000 - 4000 €
206 Amulettgehänge "kumusch doga"
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Turkmenistan
Silber, teilvergoldet, rechteckiger Amulettbehälter mit dreieckigem Verschlussdeckel, zahlreiche mondsichel- und sonnenförmige Applikationen, Besatz mit zwei flach geschliffenen Karneolen und 10 Cabochons, fünf blättchenförmige Anhänger mit Schellenpaar am unteren Rand, an dreisträngiger Kette mit gestanzten Zwischenstücken, Gehörnmotiv am Verschlussdeckel, sehr guter Zustand; die ursprünglich enthaltenen Koransprüche werden in der Regel vor dem Verkauf entfernt.
M: 10 cm x 7 cm (Behälter), L: 34 cm (Kette)
Vergleichsliteratur
Schletzer, D. & R., Alter Silberschmuck der Turkmenen, Berlin 1983, p. 111
Preis: 600 - 1000 €
207 Amulettgehänge "atschar bag"
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Afghanistan, Turkmenen, Jomud
Silber, tlw. feuervergoldet, rechteckige Platte, verziert mit kleinteiligen Mustern, in Anken getrieben, typisches Gehörnmotiv, Besatz mit Cabochons - Glassteine in dunklem Rot, Blau und Grün (zwei davon erneuert), verschlossenes flaches Behältnis rückseitig, an dreisträngiger Kette mit floralen Zwischengliedern, guter Zustand
M: 7,8 cm x 4,8 cm (Behälter); L: 32 cm (Kette)
Vergleichsliteratur
Prokot, I. & J., Schmuck aus Zentralasien, München 1981, ill. 134
Preis: 500 - 1000 €
208 Knaben Amulett "ok yay"
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Afghanistan, Turkmenen, Jomut-Knabeb
Silber, verziert mit runden, bzw. blattförmigen, feuervergoldeten Applikationen, Besatz mit sechs flachen Karneolen, elf Kompositanhänger aus blattförmigen Gliedern und Kettchen, zwei Ösen zur Befestigung am oberen Rand, auf Sockel montiert; dieses Amulett stellt einen Bogen ("yay") mit angelegtem Pfeil ("ok")dar. Es wurde am Rücken auf die Knabenkleidung aufgenäht und sollte den Träger schützen.
H: 14 cm; B: 12,5 cm
Vergleichsliteratur
Wittich, Ute, Schönheit und Magie, Schmuck Ferner Länder, Hirnsturm 2008, p. 96
Rudolph, H., Der Turkmenenschmuck, Sammlung Kurt Gull, Stuttgart 1984, p. 78
Preis: 600 - 1200 €
209 Spiralhalsreif "kati ger"
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Afghanistan
Silberlegierung, offener Reif, eingerollte Enden mit einfachen geometrischen Gravuren, applizierte Fassungen für blaue Glassteine auf beiden Seiten, durchbohrt und durch Niet mit Zierkopf gehalten, die Spirale ursprünglich mit gezwirntem Draht durchwickelt (nur noch in Resten vorhanden), einer der Glassteine best.; Janata vermutet die Herstellungszentren dieser Reifen im Swat-Tal in Pakistan, von dort sollen sie über Umwege nach Afghanistan zu den Kafiren verhandelt worden sein. Im vorislamischen Kafiristan waren diese Reifen Symbole, die nur von Männern hohen Ranges und von deren Frauen oder Töchtern getragen werden durften.
D: 14,5 cm
Provenienz
Nagel Stuttgart, Tribal Art, November 2003, lot 857
Vergleichsliteratur
Janata, Alfred, Schmuck in Afghanistan, Graz 1981, p. 105, ill. 1
Preis: 700 - 1400 €
210 Kette mit Amulettbehälter "bazband"
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Usbekistan
Amulettbehälter aus Silber, teilvergoldet, in Niello-Technik verziert, rundumlaufender Besatz mit kleinen Türkisen, Appliken in Granulé am unteren Rand, ebenda Behang mit blattförmigen Ornamenten, Korallen- und Perlmuttperlen, beide Seiten des Behältnisses identisch gestaltet, Deckel mit Scharnier am oberen Rand, an viersträngiger Silberkette, unterbrochen durch Schmuckplättchen, die mit Türkisen und Cabochonsteinen besetzt sind, sehr guter Zustand, intakt; die Amulettbehälter dienten zur Aufnahme von Koransprüchen. Das hier abgebildete Behältnis gehörte zur Ausstattung einer Braut aus wohlhabendem Hause und wurde zusammen mit ebenfalls aufwändig gearbeitetem Diadem entweder auf der Brust, oder seitlich an der Hüfte getragen.
L: 38 cm (Kette); M: 10 cm x 7 cm (Amulettbehälter), G: 198 g, late 19th century
Vergleichsliteratur
Janata, Alfred, Schmuck in Afghanistan, Graz 1981, p. 168 f.
Preis: 1900 - 3800 €
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