Online Katalog zur 63. Tribal Art Auktion mit Sonderteil 'Wunderkammer'
221 Miniaturkopf
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Mexiko, Olmeken
grünlicher Stein, braun und weiß marmoriert, regelmässige Gesichtszüge, eine Art Haube tragend, Scheitelloch, guter Erhaltungszustand; als Olmeken (Nahuatl: "Leute aus dem Kautschukland") werden die Träger der mittelamerikanischen La-Venta-Kultur bezeichnet. Die Olmeken waren Meister der Steinbearbeitung. Sie schufen hervorragende Großplastiken in Gestalt der berühmten Kolossalköpfe und skulpierten Steinaltäre sowie Kleinplastiken aus Jade.
H: 2,5 cm
Provenienz
Private Collection, South Germany
Verkauft.
222 Jaguarmaske
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Mexiko
Holz, schwarz und weiß bemalt, Spuren von roter Farbe, gelängte Form, zylinderförmig aufgewölbt, breit angelegtes rundes Maul, durchbrochene Augen, alte Sammlungsnummer in weißer Farbe "880" vorne links an der Schnauze, min. besch., Fehlstellen (linkes Auge, Randlochung), Risse, Farbabblätterungen; der Jaguar spielte in der Schöpfungsmythologie der Azteken eine bedeutende Rolle.
H: 16 cm, 19th century
Provenienz
Dick Meijer, Amsterdam, The Netherlands
Preis: 500 - 1000 €
223 Sitzender Buckliger
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Mexiko, Jalisco
gebrannter Ton, graubraune Patina, Reste von farbiger Fassung, Hohlfigur, Brennloch oben im Kopf, gelängter, von Deformation gezeichneter Kopf, scheibenförmiger Ohrschmuck, min. best. (Lippen, Ohren); in ganz Mesoamerika kommen Darstellungen körperlicher Mißbildung vor. Menschen von derartig ungewöhnlichem Aussehen hatten vermutlich einen wichtigen Platz in der Gesellschaft, wahrscheinlich spielten sie eine Rolle bei Ritualen. Dies wird dadurch gestützt, dass die Figuren größtenteils aus Gräbern stammen und kultische Bedeutung hatten.
H: 21 cm, ca. 100 BC - 250 AD
Provenienz
Private Collection, California, USA
Vergleichsliteratur
Leyenaar, Ted u.a., Von Küste zu Küste, Prä-Kolumbianische Skulpturen aus Meso-Amerika, Ausst.kat., o.O. 1992, p. 339
Verkauft.
224 Große Hohlfigur einer stehenden Frau
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Mexiko, Nayarit
gebrannter Ton, orangerot eingefärbt, weiß und ockergelb bemalt, mit großflächigen Füßen fest am Boden verankert, kastenförmiger Leib mit kurzen, schlauchartig eingerollten Armen, Nase, Ohren und Oberarme mit den typischen Ringen der Nayarit-Kultur geschmückt, Brennöffnung im Kopf, min. besch., Fehlstelle (Ohrring am rechten Ohr), Abplatzung an der linken Schulter; die rechte Hand greift nach oben zur Schulter und hält dort ein Gefäß, die linke liegt flach unterhalb der Brust. Diese Geste kommt bei weiblichen Figuren der Westküstenkulturen häufig vor. Man nimmt an, dass es sich dabei um einen Hinweis auf die weibliche Fruchtbarkeit, auf bereits bestehende Schwangerschaft, oder um die Bitte um Fruchtbarkeit handelt.
H: 37,5 cm, ~ 100 BC - 250 AD
Provenienz
Private Collection, New York, USA
Vergleichsliteratur
Hoffmann, Ulrich (Hg.), Frauen des alten Amerika in Kult und Alltag, Stuttgart 2001, p. 187
Verkauft.
225 Idol
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Mexiko, Guerrero, Mezcala
Jadeit mit Einsprenkelungen, poliert, kompakter, abgeflachter Korpus mit großem Kopf, Arme und Gesichtszüge durch Kerben gekennzeichnet, besch., Fehlstelle links am Kopf, auf Metallsockel; die Mezcala-Idole Mesoamerikas entwickelten sich aus steinbeilähnlichen Gebilden, die durch Einkerbungen zwar eine zunehmende Differenzierung der menschengestaltigen Form erfuhren, bei denen jedoch die Grundelemente der Beilform stets beibehalten wurden.
H: 23 cm, 900 - 300 B.C.
Provenienz
Galerie Chavin, Vienna, Austria
Expertise
Galerie Chavin, G. Bohuslav, Vienna, Austria, 27.02.2006, Zertifikatseriennummer PC 000252
Vergleichsliteratur
Leyenaar, Ted u.a., Von Küste zu Küste, Prä-Kolumbianische Skulpturen aus Meso-Amerika, Ausst.kat., o.O, 1992, p. 75 f., p. 388, ill. 372
Verkauft.
226 Idol
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Mexiko, Guerrero, Mezcala
grünes Gestein mit Einsprenkelungen, poliert, stilisierte Formgebung, durch tiefe Einschnitte gekennzeichnete Arme vor dem Leib, Verkrustungen mit Lehm
H: 13 cm
Provenienz
Private Collection, Utrecht, The Netherlands (2000)
Dick Meijer, Amsterdam, The Netherlands
Vergleichsliteratur
Leyenaar, Ted u.a., Von Küste zu Küste, Prä-Kolumbianische Skulpturen aus Meso-Amerika, Ausst.kat., o.O, 1992, p. 75 f., p. 388, ill. 372
Verkauft.
227 entfällt
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228 Schildkrötenfetisch
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Honduras
helles Holz, fleckige graubraune Patina, min. Reste farbiger Fassung, von stilisierter Formensprache, spitzovaler, aufgewölbter Korpus mit erhabenem Mittelgrat, stilisierter Kopf, min. besch., Fehlstelle (Rand), Risse, Spuren von Insektenfrass, Farbabrieb; als Fetisch für Jagd, Fischerei und das Sammeln pflanzlicher Nahrungsmittel verwendet.
L: 53,5 cm
Provenienz
Nijmeegs Volkenkundig Museum, The Netherlands (Inventory Number 585)
Michel Thieme, Amsterdam, The Netherlands
Preis: 500 - 1000 €
229 Stoff-Fragmente
Südamerika
4 Stk., Stoffband, L: 114 cm, B: 9 cm, Baumwoll/Wollrepsbindung, mit eingewebter zoomorpher Doppelfigur, aufwändig rest.; Fransenbordüre, M: 48 cm x 24 cm, Alpacawolle/Baumwolle, Schlitzwirkerei (Kelim oder "slit-tapestry") mit Repsbindung, mit Jaguar- und Vogelmotiv, aufwändig rest., Fehlstellen mit Gaze hinterlegt; dazu: Gewebefragment mit Vogelkopfmotiv, M: 21 cm x 14 cm und Stoffragment mit geometrischen Motiven, M: 28 cm x 15 cm, die Konturen jeweils umstochen; alle vier Fragmente mit altersbedingten Fehlstellen (brüchig), auf schwarzen Fotokarton aufgezogen; Textilien aus präkolumbischer Zeit stammen alle aus Grabfunden, zumeist entlang der peruanischen Küste. Denn dieser fast 3000 km lange Küstenstreifen verfügt über die Voraussetzungen, um ein so vergängliches Material wie Textilien über Jahrtausende zu konservieren und zu erhalten: große Trockenheit und ein hoher Salpetergehalt im Boden. Die Textilien selbst verdanken wir dem ausgeprägten Totenkult, den die verschiedenen Kulturen über Jahrhunderte hinweg pflegten. Die Verstorbenen wurden unbekleidet, meist in Hockstellung in einer Korbschale sitzend, in vielen Lagen dünnen Baumwollstoff gewickelt, bis ein Mumienbündel entstand, dem schließlich noch ein Scheinkopf aufgesetzt wurde. Die schlichten Baumwolltücher wurden mit aufwändig gewebten Borten und Schärpen verziert und zusammengehalten. Schließlich wurde die Mumie vollständig in ein Totentuch eingehüllt, das je nach Ansehen des Verstorbenen, mehr oder weniger prächtig angelegt war.
Provenienz
Coll. Roland Hartmann, St. Gallen, Switzerland
Vergleichsliteratur
Hoffmann, Ulrich (Hg.), Frauen des alten Amerika in Kult und Alltag, Stuttgart 2001, p. 127 f.
Preis: 400 - 750 €
230 entfällt
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