Online Katalog zur 63. Tribal Art Auktion mit Sonderteil 'Wunderkammer'
361 Weibliche Figur "jo nyeleni"
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Mali, Bamana
Holz, braune, fleckige Patina, auf dünnen Beinen stehend, einen schlanken Rumpf mit spitzen Brüsten und kantigen Schultern tragend, ovaler Kopf mit vereinfachten Gesichtszügen, min. besch., rep. (rechtes Bein), Spuren von Insektenfrass, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; diese Figuren stellten "die schönen jungen Frauen des Jo" dar. Die neu in den "jo" initiierten Bundmitglieder reisten während einiger Monate mit solchen Figuren in die benachbarten Dörfer, wo sie auf ihren Erwachsenen-Status aufmerksam machten und ihren Heiratswunsch offenbarten. Die "nyeleni"-Figuren veranschaulichten die Merkmale einer jungen Bamana-Frau im heiratsfähigen Alter.
H: 68 cm
Provenienz
Adrian Schlag, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Colleyn, Jean Paul (Hg.), Bamana, Afrikanische Kunst aus Mali, Museum Rietberg, Zürich 2001, p. 157, ill. 140
Verkauft.
362 Antilopentanzaufsatz "tjiwara"
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Mali, Bamana
Holz, dunkelbraune Patina, Halsband aus Metallblech, auf ovaler Basis mit vier Bohrlöchern zur Befestigung, Körper und Kopf mit Ritzornamentik verziert, langgezogener Kopf mit weit nach hinten ausladenden Hörnern, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; der "tjiwara" trägt bei seinen Auftritten eine mit langen schwarzen Fasern oder Baumwolltroddeln dicht besetzte, zottige Tunika. Dazu gehört eine aus Baumwolle oder Pflanzenfasern gewobene Kappe. Vorliegender "tjiwara" zählt zu dem horizontalen (weiblichen) Typus, der sich überwiegend im Westen der Bamana-Region findet.
H: 27 cm; L: 56 cm
Provenienz
Peter Pollack, New York, USA
Publiziert in
Peter Pollack, Understanding Primitve Art, New York 1975
Preis: 4500 - 9000 €
363 Antilopentanzaufsatz "sogi ni kun" oder "tjiwara"
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Mali, Bamana
meist aus dem Holz des "dondol" ("bombax cornui"), rotbraun patiniert, Spuren von schwarzer Farbe, stark abstrahierter Körper auf scheibenförmiger Basis, an die Gesichtsmasken der Bamana erinnernder Kopf, seitliche Wangenklappen mit jeweits drei spitz aufsteigenden Hörnern besetzt, lineare Ritztataus, min. best., Farbabrieb, auf Sockelplatte; "sogi ni kun" ist sowohl der Name eines Kopfaufsatzes, als auch ein Maskentanz, der ursprünglich im Wasolon-Gebiet entstand und der sich in der Folge auch in den Nachbarregionen etablierte. Wie der "tjiwara"-Bund ist auch der "sogi ni kun" eine Altersklassenverbindung der Jugend ("ton"), die während Arbeitswettbewerben in Dörfern oder auf den Feldern auftritt.
H: 37,5 cm
Provenienz
Harrie Heinemans, Eindhoven, The Netherlands
Coll. Wim & Willy Spruit, Oss, The Netherlands
Vergleichsliteratur
Colleyn, Jean Paul (Hg.), Bamana, Afrikanische Kunst aus Mali, Museum Rietberg, Zürich 2001, p. 221
Preis: 3000 - 6000 €
364 Türschloss
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Mali, Bamana
Holz, schwarzbraune, stellenweise krustierte Patina, von schlichter, eleganter Formgebung, stark gelängter Hals mit fein geschnitztem anthropomorphem Kopf, rautenförmiger Ritzdekor am Korpus, rückseitig zwei Metallhaken, ohne Querriegel, min. best. (Nase, Ohren), Fehlstellen durch Insektenfrass rückseitig, auf Metallsockel
H: 36 cm
Provenienz
Gapereaux, Toulouse, France
Preis: 1000 - 2000 €
365 Stehende weibliche Figur
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Mali, Dogon
Holz, dunkelbraune Patina, klammerförmig angelegte Arme den zylinderförmigen Rumpf eng einfassend, beide Hände seitlich an den Bauch gelegt, akzentuierte Brüste, Ritztatauierungen, min. best. (Nase, Ohren, Frisur), Risse, Farbabrieb
H: 31 cm
Provenienz
Jean-Baptiste Bedaux, Amsterdam, The Netherlands
Verkauft.
366 Kleine stehende Figur
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Mali, Dogon
Holz, braune Patina, die Füße mit der eckigen Plinthe veschmolzen, ein leicht nach rechts aus der Achse verschobener Kopf mit stammestypischen Gesichtszügen, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Holzplatte montiert; nach K. Ezra stellen die Dogon ihre Figuren auf eine Anzahl verschiedener Altäre, die meistens realen oder mythologischen Ahnen gewidmet sind.
H: 22 cm
Verkauft.
367 Figur mit erhobenen Armen "nommo"
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Mali, Dogon
Holz, dicke, braune Krustenpatina, abstrahierte Formensprache, eine blockhafte Statur und androgyne Merkmale (Bart, Brüste) zeigend, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; das Motiv der erhobenen Arme steht in Beziehung zu verschiedenen mythischen Elementen. Der "nommo" hebt seinen Arm in den Himmel, mit dieser Geste um Regen oder Verzeihung bittend. Mehrere Indizien sprechen dafür, dass die Dogon in Tellem-Grabhöhlen gingen und die dort vorhandenen Skulpturen für ihre Riten nutzten. Der ethnographische Gebrauch eines Großteils dieser Figuren ist noch nicht erklärbar. Man nimmt aber an, dass ein Großteil im Zusammenhang mit der Ahnenverehrung Verwendung fand.
H: 44 cm
Provenienz
Adrian Schlag, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Laude, Jean, African Art of the Dogon, New York 1973, ill. 11
Verkauft.
368 Sitzende weibliche Figur
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Mali, Dogon
Holz, hellbraune Patina, Nagelköpfe als Augen, ein Paar Nasenringe aus Silberblech, stark gelängte, symmetrisch angelegte Gliedmaßen, akzentuierte weibliche Geschlechtsmerkmale, besch., Fehlstellen, Risse, Spuren von Insektenfrass (Kopf) und von Beopferung; diese Figuren sind Eigentum von Frauengesellschaften und dienen der Erziehung der Mädchen. Sie werden anlässlich von Begräbnissen und wahrscheinlich auch bei gewissen Fruchtbarkeits- und Regenritualen aufgestellt. Nach H. Leloup nennt man sie "so-ma-so" ("hör mir zu"), ein Ausspruch der sowohl bei der Erziehung, wie auch für Bittgebete bei Sterilität gilt.
H: 73,5 cm
Vergleichsliteratur
Vogel, Susan, For spirits and kings, African Art from the Paul and Ruth Tishman Collection, New York 1981, p. 16
Ezra, Kate, Art of the Dogon, Selections from the Lester Wunderman Collection, Metropolitan Museum, New York 1988, ill. 14
Preis: 2500 - 5000 €
369 Stehende Figur
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Mali, Dogon
Holz, graubraune dick krustierte Patina, auf zylinderförmiger Basis, gelängte Körperformen mit voluminöser Brustpartie, über dünnem, langem Hals ein kleiner Kopf mit zugespitzer Mundpartie, großen Ohren und wuchtiger Kammfrisur, min. best., kleinere Fehlstellen (Schulterblatt), Risse (Gesicht, Basis), Abblätterung der Patina, auf Sockelblock; wohl zum Typus der "dege dal nda", den "Terrassenfiguren" zu zählen.
H: 40 cm
Provenienz
Coll. Carl Otto Hultén, Malmö, Sweden (member of the Cobra-Group)
Coll. Berndt Helleberg, Stockholm, Sweden
Verkauft.
370 Weibliche Figur
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Dogon, Mali, Area of Senou
Holz, schwarzbraune Glanzpatina, auf spitz abgewinkelten Beinen stehend, die Hände auf den Knien ruhend, bekrönt von einem ovalem Kopf mit gelängter Kinnpartie und Metallnägeln als Pupillen, gerahmt von durchbohrten Ohren mit Metallohrringen, weiterer Metallschmuck im Bereich der Stirn und der Unterarme, min. besch., Spuren von Insektenfrass, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert
H: 44,5 cm
Provenienz
Pierre Langlois, Paris, France
Vergleichsliteratur
Dogon, Galerie Frank van Craen, Paris 2010, p. 43 f.
Dogon, L'eau, l'esprit, Ausst.kat., o.O., 2005, ill. 92
Preis: 8000 - 15000 €
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