Online Katalog zur 63. Tribal Art Auktion mit Sonderteil 'Wunderkammer'
371 Stehende männliche Ahnenfigur
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Mali, Dogon
rotbraunes Holz, schwarze krustierte Patina, auf Pfostenfragment gearbeitet, eine hoch aufragende schlanke Gestalt mit asymmetrischen, leicht verschobenen Körperformen, der Leib rund vorgewölbt, Schultern und Kopf zurückgenommen, der Körper im Profil betrachtet einen weiten Bogen beschreibend, die Gesichtszüge durch rautenförmig angelegte Ritzlinien gekennzeichnet, min. besch., Risse (beide Beine am Oberschenkelansatz, Hals), Spuren von Verwitterung und Insektenfrass (Bauch, Basis), Farbabrieb, auf Sockelplatte; bei vorliegender Figur kann es sich um eine "dege dal nda", eine sogenannte "Terrassenfigur" handeln, oder aber um eine "vageu" genannte Figur, die auf einem Familienaltar Aufstellung fand. Figuren des ersten Typus wurden bekleidet und bei Begräbnissen reicher und bedeutender Stammesangehöriger auf den terrassierten Hausdächern der Verstorbenen aufgestellt. Sie wurden im Hause des "hogon" aufbewahrt und ihre Verwendung war wohlhabenden Familien vorbehalten. Figuren des zweiten Typus werden beim Tode eines Mitgliedes der Sippe für kurze Zeit neben den Leichnam gestellt, um einen Teil des "nyama", der Geisteskräfte des Toten, aufnehmen zu können. Dann wird die Figur am Familienschrein plaziert, auf dem oder in dessen Nähe Opfer abgehalten werden können, um Gesundheit und Fruchtbarkeit zu erlangen. Die Figur dient als Verbindungslinie zwischen den Lebenden und den Geistern ihrer Vorfahren.
H: 83 cm, presumably 18th century
Provenienz
Valluet-Ferrandin, Paris, France
Alain Bovis, Paris, France
Publiziert in
African Sculpture from Private Collections in London, An exhibition selected by Ian Auld and & Tom Phillips, 19 October to 8 November 1979, South London Art Gallery, ill. 3
Vergleichsliteratur
Ezra, Kate, Art of the Dogon, Selections from the Lester Wunderman Collection, Metropolitan Museum, New York 1988, p. 52
Roy, Christopher D., Die Dogon von Mali und Ober-Volta, München 1983, p. 14
Preis: 60000 - 120000 €
372 Pfosten eines "togu na"
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Mali, Dogon
Holz, fleckige grau- und rotbraune Patina, Spuren von schwarzer Farbe, Vierkantpfosten mit gabelförmiger Spitze, die Frontseite beschnitzt mit stilisierter androgyner Figur im Halbrelief, best., Fehlstelle (Aushöhlung oberhalb der Figur), Spuren von Insektenfrass in der Gabelung, auf Metallplatte montiert; unter "togu na" versteht man eine Schutzhütte, die als Versammlungsort für die männlichen Ältesten des Dorfes errichtet wird. Es handelt sich um eine offene Konstruktion mit vertikalen Elementen, die ein Strohdach tragen. Im Idealfall sind es 8 Pfähle, die in Schlangenlinie aufgestellt sind, ein Verweis auf die 8 "nommo"-Ahnen. Das Dach ist niedrig, so dass die Männer bei Versammlungen sitzen müssen, hält aber kühl.
H: 153 cm
Provenienz
Coll. Pierre Langlois, Paris, France
Vergleichsliteratur
Phillips, Tom (Hg.), Afrika, Die Kunst eines Kontinents, Berlin 1996, p. 511, ill. 6.25
Preis: 6000 - 12000 €
373 Maske "satimbe"
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Mali, Dogon
helles Holz, matte graubraune Patina, charakterisiert durch große rechteckig ausgeschnittene Augen, die fast das ganze Gesichtsfeld einnehmen, bekrönt von ungewöhnlich großformatiger weiblicher Figur mit akzentuierten Brüsten, Randlochung, besch., repariert (linker Arm), Fehlstellen durch Insektenfrass (Maske, rechte Hand), feine Risse; Masken der Dogon werden von demjenigen geschnitzt, der sie auch bei den rituellen Anlässen tragen wird. Die dazugehörige Tracht besteht aus Fasern die den größten Teil des Körpers bedecken. Die Maske kontrolliert die Lebenskraft, die gefährlich werden würde, wenn man ihr zu wandern erlaubte.
H: 94 cm
Provenienz
Galerie Carrefour, Paris, France
Vergleichsliteratur
Bilot, Alain, Masques du pays Dogon, Paris 2001, p. 141
Homberger, Lorenz (Hg.), Die Kunst der Dogon, Museum Rietberg Zürich 1995, p. 127
Preis: 5500 - 10000 €
374 Affenmaske
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Mali, Dogon
Holz, matte, fleckige Patina, schmale Form mit spitz zulaufendem Kinn, menschliche und tierische Gesichtszüge in sich vereinend, das Gesichtsfeld dominiert durch eine vorspringende Nase mit fein geformten Nasenflügeln und kleine gerundete Ohren, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; während das Schnitzen der Skulpturen dem Schmied obliegt, werden die Masken von jungen Männern der "awa"-Gesellschaft gefertigt. Alle Masken gehören den "awa"-Gesellschaften und erscheinen bei den "dama", den Beerdigungsfeierlichkeiten. Diese werden alle zwei oder drei Jahre zu Ehren der inzwischen verstorbenen Ältesten abgehalten. Sie stellen Tiere, Dinge oder Menschen dar und werden aus Pflanzenfasern, Stoff oder Holz gefertigt.
H: 37,5 cm
Provenienz
Old Collection, France
Vergleichsliteratur
Bilot, Alain, Masques du pays Dogon, Paris 2001, p. 93, ill. 30
Preis: 10000 - 20000 €
375 Vierbeiner
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Mali, Dogon
Holz, rötlichbraune Patina, stilisierte Formensprache, auf kräftigen Beinen stehend, wahrscheinlich einen Hund darstellend, min. besch., Spuren von Insektenfrass, Risse, auf Holzsockel montiert
H: 10,5 cm; L: 34 cm
Provenienz
Dr. A. J. Jansen, The Netherlands
Vergleichsliteratur
Laude, Jean, African Art of the Dogon, New York 1973, ill. 54
Preis: 800 - 1700 €
376 Vierbeiner
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Mali, Dogon
Holz, matte graubraune Patina, kurze Beine einen gedrungenen, zylinderförmigen Körper tragend, Kopf mit kaum erkennbaren Gesichtszügen, min. besch., Fehlstelle (Vorderbeine), feine Risse, auf Holzsockel montiert; als die auf Wanderschaft befindlichen Dogon im Gebiet des Bandiagara Cliffs ankamen, gerieten sie in Konflikt mit den Tellem, die eifersüchtig ihren Wohnraum und ihre Wasserstellen für sich behaupten wollten. Erschöpft von der Reise und vom Wassermangel sahen die Dogon einen ihrer Hunde mit nassen Pfoten umherlaufen. Sie besetzten die von dem Tier entdeckte Wasserstelle und konnten - vom Wasser gestärkt- die Tellem vertreiben. Die Darstellung von Hunden soll an dieses wichtige Ereignis in der Geschichte der Dogon erinnern.
H: 7 cm; L: 20,5 cm
Vergleichsliteratur
Laude, Jean, African Art of the Dogon, New York 1973, ill. 54
Preis: 1000 - 2000 €
377 Eisenkette "amma talu" oder "nommo koro" mit Steinperle
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Mali, Dogon
gelängte ösenförmige Kettenglieder mit kreisförmigen Zwischenstücken, grau-grün gesprenkelte walzenförmige Steinperle als Anhänger, ebenmäßig geformt und der Länge nach durchbohrt, Spuren von Korrosion (Kettenglieder); die Steinperle aus neolithischer Zeit stammend, vmtl. ein Ackerfeldfund auf dem Land der Dogon. Solche Anhänger aus poliertem Stein werden "dugo" genannt. Sie sind optisches Zeichen für das zwischen Träger und Ahnengeist geschlossene Bündnis. Auch hochrangige Priester der "Lebe", die "hogon", tragen diese Anhänger als Zeichen ihrer Verbundenheit mit eben diesem mythischen Ahnen.
L: 130 cm (Gesamtlänge der Kette), L: 8,5 cm (Steinperle)
Provenienz
Ch. Krüger, Vienna, Austria
Vergleichsliteratur
Ezra, Kate, Art of the Dogon, Selections from the Lester Wunderman Collection, Metropolitan Museum, New York 1988, p. 104 f.
Preis: 900 - 1800 €
378 Figuraler Anhänger
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Mali, Dogon
Gelbguss, Patina, zwei nebeneinander angeordnete, stilisierte Figuren in identischer Körperhaltung, zwei Ösen rückseitig zur Befestigung, auf Metallsockel; auf Grund der embryonalen Haltung wohl das Zwillingswesen "nommo" aus der Schöpfungsgeschichte der Dogon darstellend. "Nommo" soll vor Unheil schützen. Möglicherweise der Djenné - Kultur zuzuordnen.
H: 5 cm
Provenienz
Ernst-Olof Siré, Forchheim, Germany
Verkauft.
379 Anthropomorpher Anhänger
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Mali, Djenne
Gelbguss, Spuren von Korrosion, stellenweise krustiert, in Gestalt einer hockenden Figur mit schlauchförmigen Gliedmaßen, Öse zur Aufhängung, auf quaderförmigen Metallsockel montiert; die klassische Djenné-Kultur im Binnendelta des Nigers wird für den Zeitraum 12. -16. Jahrhundert angesetzt.
H: 5,4 cm
Vergleichsliteratur
Glar, Wilfried, Die materialisierte Kultur der Ethnien der Volta-Region, Bedburg 2008, p. 23
Preis: 800 - 1500 €
380 Fingerring
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Mali, Djenne
Gelbguss, stark korrodierte, verkrustete Oberflächenstruktur, runde Schmuckscheibe mit dornartigem Fortsatz, Stoffreste, Riss (Schmuckscheibe), Metallsockel; der Ring könnte auch an einer Fußzehe getragen worden sein, wo er mit dem dornartigen Fortsatz zum Antreiben des Pferdes diente.
H: 7,5 cm; D: 4 cm
Vergleichsliteratur
Glar, Wilfried, Die materialisierte Kultur der Ethnien der Volta-Region, Bedburg 2008, p. 25, p. 28
Verkauft.
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