Online Katalog zur 63. Tribal Art Auktion mit Sonderteil 'Wunderkammer'
411 Schimpansenmaske "kagle"
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Elfenbeinküste, Dan
Holz, dunkelbraune Patina, das Gesicht eingefasst von dachartig vorkragender Stirn, seitlichen Wangenklappen und abgeflachtem Kinnfortsatz, Bohrlöcher in der Oberlippe, grob ausgeschnitzt, min. best., kleinere Fehlstellen, Risse (rückseitig oben und unten), auf Metallsockel montiert; als Requisiten der Maskengestalt dienen Bündel von Hakenstöcken, mit denen das Publikum in Rage gebracht werden soll. Nach den Asthaken "ka" wird die Maske als "kagle" bezeichnet. Die "kagle"-Gestalten haben alle Eigennamen. Manche heissen direkt nach dem Schimpansen "klua", andere aber auch nach irgendeinem Tier oder einer Tätigkeit.
H: 23 cm
Preis: 1600 - 3000 €
412 Maske
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Elfenbeinküste, Bete
Holz, dunkelbraune, teilweise glänzende Patina, Ziernägel, einzelne Elemente des Gesichtes in horizontalen Ebenen übereinander angeordnet, besonders auffällig: zwei Augenpaare, weit auschwingende Nasenflügel und der geöffnete Mund mit eingesetzten Zähnen, Randlochung, min. besch., Risse, kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; die Bete sind eine Volksgruppe von etwa 800000 Menschen, die im südwestlichen Teil der Elfenbeinküste leben. Am bekanntesten ist ein mit mehreren stilisierten Hauern versehener Maskentypus, der eher einem Ritterhelm mit Visier gleicht. Dieser Typus wurde ursprünglich als Kriegsmaske genutzt, später trat er anlässlich von Beerdigungen, dem Ende der Trauerzeit oder zu Ehren einer bedeutenden Persönlichkeit auf.
H: 26,5 cm
Provenienz
Alex Arthur, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Galerie Helene Kamer (Hg.), Guere-Wobe-Bete, Paris 1978, ill. 19
Preis: 5000 - 10000 €
413 Klappkiefermaske "bugle"
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Elfenbeinküste, Dan
Holz, dunkelbraune Patina, stellenweise Verkrustungen mit lehmartiger Masse, von expressiver Formensprache, rund aufgewölbte Stirn und Wangen, dazwischen eingebettete röhrenförmige Augen, tlw. aus lehmartiger Masse anmodelliert, der schnabelartig weit vorkragende Mund mit angearbeiteten Zähnen, Metallösen, Holzpflöckchen, min. best., Fehlstellen (Unterkiefer, Augen), Spuren von Insektenfrass, Fehlstelle (rückseitig am oberen Rand), auf Sockel montiert; "bugle" sind Kriegsmaskengestalten, die früher Männer für einen Krieg vorbereitet, bzw. sie in den Kampf geführt haben. Das Kostüm besteht häufig aus einem hohen schwarzen Federschmuck als Kopfputz, einer dunklen Pelerine und einem dichten Raphiafaser-Rock. Die dunkle Krustenpatina stammt von aufgespienen Kolanüssen und Blutopfern.
H: 27 cm
Provenienz
Rene Guyot, Neuchâtel, Switzerland (coll. in situ, 1960's)
Craig de Lora, New Jersey, USA
Vergleichsliteratur
Fischer, Eberhard, Himmelheber, Hans, Die Kunst der Dan, Museum Rietberg, Zürich 1976, p. 95 f., ill. 75
Preis: 8000 - 15000 €
414 Großer Zeremoniallöffel "wa ke mia"
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Elfenbeinküste, Dan
Holz, schwarzbraune Glanzpatina, Kaolin, langgezogene, schalenförmig eingetiefte ovale Laffe, die Unterseite verziert mit eingeschnittenen Fischgrätmustern, Griff in Form eines menschlichen Kopfes mit auffallend naturalistischen Gesichtszügen, min. best., Farbabrieb, min. Spuren von Insektenfrass (Unterseite rechts), auf Sockel montiert; aus dem Eigentum einer "wunkirle" genannten, verheirateten und im Dorf hoch angesehenen Frau. Die großen Löffel sind Abzeichen der Würde der Besitzerin und dienen zum rituellen Tragen von Reis, der zum Willkommen der Gäste in die Luft geworfen wird. Die "wunkirle" muß alle ins Dorf kommenden Gäste verköstigen, für die Beschneidungslager Festessen ausrichten und die großen Verdienstfeste ausrichten. Um dies alles bewältigen zu können, bedarf sie der Hilfe eines Geistes, der sich - ähnlich wie der Maskengeist in der Maskengestalt - in dem großen Löffel "wa ke mia" manifestiert.
H: 52 cm
Provenienz
René Rasmussen, Paris, France
Jan Lundberg, Malmö, Sweden
Vergleichsliteratur
Fischer, Eberhard, Himmelheber, Hans, Die Kunst der Dan, Museum Rietberg, Zürich 1976, p. 157 f.
Preis: 8000 - 15000 €
415 Stehende weibliche Figur "mi iri nä"
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Elfenbeinküste, Guro
Holz, fleckige rotbraune Patina, dunkelbraunes und weißes Pigment, Kammfrisur mit spangenartig das Gesicht einfassenden Zöpfen und zackenförmigem Haaransatz, erhabene Skarifikationsmale quer über der Stirn, der große Mund mit gebleckten Zähnen und die wuchtigen Armreifen durch Kaolin akzentuiert, min. best. (Nase, Ohren, Kammfrisur), Risse (Brust, Bauch, beide Kopfseiten), mit lehmartiger Masse verstrichen, auf Sockelblock montiert; Figuren werden bei den Guro "mi iri nä" - "kleine Holzmenschen" genannt. Sie haben nichts mit Ahnenverehrung zu tun, sind vielmehr Kultobjekte die auf sogenannten "zuzu"-Schreinen Aufstellung finden. "Zuzu" sind unsichtbare Geistwesen, die in der Lage sind die Ernte und auch das Haus vor bösen Mächten zu schützen. Die kleinen Holzfiguren auf den Altären gelten als Vermittler zwischen den "zuzu" und den Menschen. Zudem wird ihnen in kleinen Töpfchen regelmäßig Essen als Opfer überreicht, um sich die "zuzu" gewogen zu halten.
H: 48,5 cm
Provenienz
Private Collection, The Hague, The Netherlands
Vergleichsliteratur
Homberger, Lorenz, Fischer, Eberhard, Die Kunst der Guro, Elfenbeinküste, Museum Rietberg, Zürich 1985, p. 227 f., ill. 144
Verkauft.
416 Weibliche Figur "mi iri nä"
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Elfenbeinküste, Guro
Holz, matte schwarze Patina, Spuren von Kaolin, überbreite asymmetrische Schultern, frei gearbeitete, gelängte Arme, Narbenskarifikationen an Bauch und Gesicht, min. best. (Nase, Mund, Frisur), Fehlstellen (beide Fußspitzen), Risse, auf Acrylsockel
H: 41 cm
Vergleichsliteratur
Meyer, Piet, Kunst und Religion der Lobi, Museum Rietberg, Zürich 1981, p. 227 f.
Preis: 800 - 1600 €
417 Webrollenhalter
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Elfenbeinküste, Guro
helles Holz, braune Glanzpatina, hufeisenförmiger Korpus, über säulenartigem Hals ein ovaler Kopf mit feinen Gesichtszügen, Skarifikationen und aufwändiger Frisur, Scheitelloch, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert
H: 17,5 cm
Provenienz
Galerie D' Eendt, Amsterdam, The Netherlands
Vergleichsliteratur
Homberger, Lorenz, Fischer, Eberhard, Die Kunst der Guro, Elfenbeinküste, Museum Rietberg, Zürich 1985, p. 248
Preis: 800 - 1600 €
418 Antilopenmaske "kla"
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Elfenbeinküste, Guro
Holz, schwarz und weiß bemalt, Spuren von gelb, annähernd helmförmige Basis, der das eigentliche Maskengesicht vorgeblendet ist, geprägt durch ausladende, zu einem Oval geschlossene Hörner, Querstab rückseitig zum zusätzlichen Fixieren der Maske mit dem Mund, min. best. (Ohren, Nase), Risse (rückseitig), Farbabrieb, min. Spuren von Insektenfrass; zum "dye"- Maskenensemble gehörig, das man sich als eine Art Schutztruppe vorstellen kann, mit der man das Dorf gegen jeglichen Schaden (Hexerei, Zwist, Unglück) schützen wollte. Die Tiermasken erschienen zuerst, als eine Art Vorhut. Man sagt sie bereiteten den Tanzplatz vor. Dazu gehörten stets: "bohi" die Ziege, "glo" , "zuin" und "kla" drei verschiedene Antilopenarten, "bolu" das Flußpferd, "bi" der Elefant, "blin" der Hund und "du" der Büffel.
H: 53 cm
Provenienz
Private Collection, Switzerland
Vergleichsliteratur
E. Fischer und L. Homberger, Die Kunst der Guro, Elfenbeinküste, Museum Rietberg Zürich, 1985, p. 118, ill. 32
Verkauft.
419 Klappkiefermaske "gägon"
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Elfenbeinküste, Kran
helles Holz, schwarze Glanzpatina, schmalovale, aufgewölbte Form, ursprünglich wohl mit Blech umrandete Sehlöcher, scharfgratig vorspringende Nase und Schnabel, letzterer besetzt mit breiten Fellstreifen mit langem schwarzem Haar (Affenfell), Randlochung, min. besch., kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; nach Himmelheber handelt es sich dabei um eine Maskengestalt die am Sonntagmorgen zur Unterhaltung der Leute in den Dörfern auftritt, manchmal von kleinen Orchestern begleitet wird und sich tanzend zwischen den Menschen bewegt. In früheren Zeiten mögen sie mit ihren Liedern, Sprichwörtern und Sequenzen dagegen durchaus noch lehrreiche Ziele verfolgt haben.
H: 25,5 cm
Provenienz
Private Collection, Luxembourg
French Collection, Strasbourg
Vergleichsliteratur
Guenneguez, André et Afo, Art de la Cote-d'Ivoire et de ses voisins, Paris o.J., p. 47
Preis: 1500 - 3000 €
420 Stehende weibliche Figur
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Elfenbeinküste, Kulango, Region Bondoukou
Holz, schwarze Farbe, Kaolin, Pigmentreste, Glasperlenkettchen, schlanker Körperbau, Wangenskarifikationen, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Acrylsockel montiert; die Kulango sind eine zu den Volta-Völkern gehörende ethnische Gruppe. Ihre geographische Lage spiegelt sich auch in den wenigen Kunstwerken wieder. Ein Charakteristikum der Kulango ist die Akzentuierung der meist schwarz glänzenden Objekte durch weiße oder blaue Farbe.
H: 44 cm
Verkauft.
| 411-420 von 603 |











