Online Katalog zur 63. Tribal Art Auktion mit Sonderteil 'Wunderkammer'
421 Männliche Kolonfigur
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Senufo
Holz, dunkelbraune Glanzpatina, mit Shorts und Tropenhelm beschnitzt, Gürtel aus Schnurmaterial, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; derartige Figuren entstanden aus der Kontaktsituation zwischen Europäern und Afrikanern. Sie zeigen in der Regel Elemente des traditionellen plastischen Stils der Region. Nicht selten haben die afrikanischen Künstler tatsächlich Witz und Kritik in ihre Gestaltung einfließen lassen.
H: 27 cm
Provenienz
Michel Gaud, Saint Tropez, France
Preis: 3000 - 6000 €
422 Reiterfigur
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Senufo
Holz, dunkelbraune, teilweise glänzende Patina, schmales Gesicht mit vorspringender Kinnpartie, von Tropenhelm bekrönt, min. besch., feine Risse, auf Holzsockel montiert; diese Reiterdarstellungen werden "syonfolo" genannt, was in etwa mit "Herr des Pferdes" übersetzt werden kann. Sie befanden sich im Besitz der Wahrsager. Anlass ihrer Herstellung war das Trauma der Reiterhorden des Samori Touré, der einst in das Land der Senufo einfiel. Heute erinnert sich kaum noch jemand an diese schrecklichen Zeiten. Die Senufo verbanden jedoch Reiter und Pferd noch lange mit Macht und Gewalt, mit Führungsanspruch und später auch mit Wohlstand.
H: 29 cm
Provenienz
Michel Gaud, Saint Tropez, France
Vergleichsliteratur
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, p. 75
Verkauft.
423 Kleine Figur "tugubele"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Senufo
Holz, braune Glanzpatina, rechteckiger, armloser Körper, vereinfachte Gesichtszüge, kappenartige Kopfbedeckung, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; "tugubele" sind Wesen der Wildnis, sie gelten als Freunde von Mensch und Tier und können als solche zwischen beiden vermitteln. Wenn durch Anlegen eines Feldes ein Baum gefällt werden muß, verletzt man ihren Lebensraum, weshalb sie Opfergaben verlangen. Sie wollen daß man ihre Existenz anerkennt. Dazu muß ein Figurenpaar angefertigt werden, denn wie die Menschen leben auch sie in einer Gemeinschaft, sie sind zwergenhaft klein und von menschlicher Gestalt.
H: 23 cm
Provenienz
René Rasmussen, Paris, France
Michel Gaud, Saint Tropez, France
Vergleichsliteratur
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, p. 61
Preis: 3000 - 6000 €
424 Stehende weibliche Stampferfigur "deble"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Senufo
helles Holz, braune, leicht krustierte Patina, Beopferungsspuren, eine zylinderförmige Basis eine schlanke, hochaufragende Gestalt tragend, gelängtes Gesicht mit Stirnfortsatz und Kammfrisur, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; "deble"-Figuren treten stets paarweise auf, sie gehören den Geheimbünden des "poro" an. Ihre korrekte Bezeichnung ist eigentlich "poro piibele" (= "Kinder des poro"). Sie stehen für die Tradition der Gesellschaft, symbolisieren den von den Ahnen gefundenen rechten Weg und gewährleisten in diesem Sinne Segen und Fortschritt. Sie werden u. a. bei Beerdigungszeremonien eingesetzt. Bei den südlichen Senufo stoßen alte Mitglieder von "poro" diese Figuren im Rhythmus der Trommeln und Hörner auf die Erde, weshalb sie auch als "Rhythmusstampfer" bezeichnet werden.
H: 62 cm
Provenienz
Pierre Dartevelle, Brussels, Belgium
Old Collection, France
Vergleichsliteratur
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, p. 183 ff.
Verkauft.
425 Zoomporphe Helmmaske "wanyugo"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Senufo
helles Holz, schwarze und rotbraune Farbe, helmförmige Kalotte mit großem, geöffnetem Maul und kleinem Stirnfortsatz, geometrischen Skarifikationen, besch., Fehlstellen, Risse, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; aufgrund ihrer gefährlichen Kräfte werden diese Masken, die Kostüme und sonstiges Zubehör mit äußerster Vorsicht behandelt und in einer abgesonderten Hütte im Busch aufbewahrt.
H: 30 cm
Provenienz
Coll. Scholz, Frankfurt a. M., Germany
Bernhard Jäger, Frankfurt a. M., Germany
Vergleichsliteratur
Guenneguez, André et Afo, Art de la Cote-d'Ivoire et de ses voisins, Paris o.J., p. 103
Preis: 5000 - 10000 €
426 Maske "kpelie"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Senufo
helles Holz, schwarzbraune Glanzpatina, mit feinen Skarifikationen und Metallnägeln verziertes Gesichtsfeld mit den typischen ornamentalen Seitenfortsätzen, Aufsatz in Gestalt der Frucht des Kappokbaumes, Randlochung, min. besch., kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren; in der Literatur wird diese Maskenart als "kpelie"-Masken bezeichnet, das aus dem Wort der Senufo für "springen" abgeleitet ist. Ein gültiger Sammelbegriff der neueren Forschung ist "kodal". Die neben dem Kinn ansetzenden "Beine" werden heute größtenteils als Zöpfe an Schläfen und Wangen gedeutet. Während die seitlichen Fortsätze nur die Aufgabe haben die Erscheinung der Maske abzurunden und auszugleichen. Diese Masken haben die Aufgabe, während der Bestattungszeremonien den Geist des Verstorbenen aus dessen Haus zu vertreiben.
H: 26 cm
Vergleichsliteratur
Burkhard, Gottschalk, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, p. 151
Verkauft.
427 Webrollenhalter
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Senufo
Holz, teilweise glänzende Patina, Reste einer farbigen Bemalung, beschnitzt mit stilisiertem Kalaovogelkopf, komplett mit Querholz und Spule, min. besch., leichte Abriebspuren; Webrollenhalter sind Eigentum des Webers und werden als geschätztes Erbstück in der Familie weitergegeben. Da es sich um einen sehr persönlichen Gegenstand handelt, kann die Form vom Weber selbst bestimmt werden.
H: 19 cm
Vergleichsliteratur
Förster, Till, Die Kunst der Senufo aus Schweizer Sammlungen, Museum Rietberg, Zürich 1988, p. 110 f.
Verkauft.
428 Anthropomorphes Divinationsobjekt "madeo"
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Senufo
Kupferlegierung, stehendes weibliches Figürchen mit gelängten Gliedmaßen, auf Sockel; ein Geistwesen der Wildnis "madeo" (Pl. "madebele") und damit einen Hilfsgeist des Wahrsagers "sandoo" darstellend.
H: 6,5 cm
Vergleichsliteratur
Glar, Wilfried, Die materialisierte Kultur der Ethnien der Volta-Region, Bedburg 2008, p. 95
Preis: 250 - 500 €
429 Zoomorphes Divinationsobjekt
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Tusia
Gelbguss, dunkelbraune Patina, scheibenförmig eingerollter Schlangenkorpus mit erhobenem Kopf, besetzt mit zwei stilisierten Nashornvögeln, auf Sockelplatte; vmtl. gehörte das Objekt zu den Paraphernalien eines Wahrsagers. Seltenes Stück !
D: 6,5 cm; H: 3 cm
Vergleichsliteratur
Roberts, Allen F., Animals in African Art, The Museum for African Art, New York 1995, p. 69 f.
Verkauft.
430 Anhänger in Gestalt eines Warzenschweins
Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.
Elfenbeinküste, Tusia
Gelbguss, dunkelbraune, stellenweise krustierte Patina, Spuren von Korrosion, von stilisierter Form, verziert mit erhabener Spiralornamentik, ausgreifende Hauer, Öse am Rücken zur Befestigung, auf Sockel montiert; derartige Anhänger in Tierform wurden den Initianden bei Aufnahme in den "do"-Bund verliehen.
L: 7 cm
Vergleichsliteratur
Glar, Wilfried, Die materialisierte Kultur der Ethnien der Volta-Region, Bedburg 2008, p. 119
Verkauft.
| 421-430 von 603 |











