Online Katalog zur 63. Tribal Art Auktion mit Sonderteil 'Wunderkammer'
431 Zoomorphe Maske
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Elfenbeinküste, Wé
Holz, dunkelbraune Patina, rote und indigoblaue Pigmentreste, tubusförmig vorspringende Augen, klappenartige Wangenfortsätze, Randlochung, min. besch., kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; die Wé sehen diese Masken als übermenschliche Wesen an, weshalb man ihnen keinen menschlichen Willen aufzwingen kann, speziell auch im Hinblick auf ihre Weitervererbung. Da aber der Maskenträger vom Geist der Maske durchdrungen ist, kann er selbst einen Nachfolger bestimmen. Stirbt er ohne dies getan zu haben, übernimmt einer seiner Söhne die Maske. Selbige hat aber immer noch die Möglichkeit sich ihm zu versagen, indem sie ihn erkranken lässt und sie dann einem anderen übertragen wird.
H: 30,5 cm
Vergleichsliteratur
Guenneguez, André et Afo, Art de la Cote-d'Ivoire et de ses voisins, Paris o.J., p. 40
Preis: 2200 - 4000 €
432 Gesichtsmaske
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Elfenbeinküste, Yaure
Holz, dunkelbraune Patina, aufgewölbte, rundovale Form mit ausgestülptem schmalem Rand und angedeutetem Kinnpflock, die Frisur in bogenförmiger Kontur zum Gesichtsfeld hin abgesetzt, wo die Gesichtszüge auf kleiner Fläche zusammengedrängt angeordnet sind, kammartiger Aufsatz mit sechs Zinken, min. best.; Darstellung einer jungen Frau. Der Kamm den sie in den Haaren trägt, weist sie als Frau eines reichen Mannes aus. Er ist ein Zeichen dafür, dass sie niemals niedere Dienste verrichten und etwa Wasserkrüge auf dem Kopf tragen muss.
H: 34 cm
Preis: 6000 - 10000 €
433 Maske "tu bodu"
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Elfenbeinküste, Yaure
Holz, schwarze, teilweise glänzende, teilweise leicht krustierte Patina, oval aufgewölbte Form mit Kinnpflock und umlaufendem Zackenbart, von nach unten gebogenen Hörnern bekrönt, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; die bekanntesten Masken der Yaure stellen ein menschliches Gesicht dar, das von Tierattributen ergänzt wird. Sie gehören entweder zu den "je" oder den "lo"-Masken, mit deren Hilfe übernatürliche Kräfte "ju" beeinflußt werden sollen, die den Menschen Schaden zufügen, aber auch ihr Wohlergehen sicherstellen. Insbesondere ein Todesfall, der die gesellschaftliche Ordnung aufbricht, erfordert den Auftritt der Masken. Durch ihren Tanz stellen sie das gestörte Gleichgewicht wieder her und geleiten den Toten in die Welt der Ahnen.
H: 34,5 cm
Provenienz
John Dintenfass, New York, USA
Vergleichsliteratur
Barbier, Jean Paul (ed.), Art of Côte d' Ivoire, Catalogue Vol II, The Barbier-Mueller-Museum, Genf 1993, p. 106, ill. 180
Guenneguez, André et Afo, Art de la Cote-d'Ivoire et de ses voisins, Paris o.J., p. 177
Preis: 10000 - 20000 €
434 Stehende männliche Figur
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Ghana, Abron
helles Holz, schwarze Glanzpatina, ein mit Ringen beschnitzter Hals einen relativ großen Kopf mit harmonischen Gesichtszügen tragend, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren, kleine Fehlstellen, auf Sockelplatte montiert
H: 27 cm
Provenienz
Private Collection, Paris, France
Preis: 800 - 1600 €
435 Stehende Figur
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Ghana, Akan
Holz, schwarze, teilweise gräulich krustierte Patina, mit Schurz bekleidet, eine Art Schwert in den Gürtel eingesteckt, min. besch., Fehlstellen (Fußspitzen), leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert
H: 32,5 cm
Provenienz
Galerie Fred Jahn, Munich, Germany
Vergleichsliteratur
McLeod, M. D., The Asante, The Trustees of the British Museum, London 1981, p. 59
Aspects, Akan cultures in Ghana, Den Haag 2001, p. 77
Verkauft.
436 Gedenkkopf "mma"
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Ghana, Ashanti
Terrakotta, dunkle Patina, inkrustierte Kaolinschicht, ein langer, mit Ringen verzierter Hals ein scheibenförmiges Gesicht mit reduzierten Gesichtszügen tragend, min. besch., kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Sockelplatte montiert; derartige Objekte waren den königlichen Familien und den Personen, die ihnen gedient hatten, vorbehalten und wurden meist 40 Tage nach dem Ableben (im Idealfall, wenn der Tote den Ahnenstatus erreicht hatte) bei den Trauerfeierlichkeiten verwendet und auf das Grab oder den Grabplatz gestellt.
H: 20,5 cm
ausgestellt
Kunst der Akan, Kunstverein Aalen e.V. , Aalen 1995
Vergleichsliteratur
Cole, Herbert M., Ross, Doran H.,The Arts of Ghana, Los Angeles 1977, p. 128
Preis: 1000 - 2000 €
437 Gedenkkopf "mma"
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Ghana, Ashanti
Terrakotta, schwarze Farbe, über langem Hals ein flächiges, ovales Gesicht mit vereinfachten Gesichtszügen und Skarifikationen, min. besch., leichte Abriebspuren
H: 22,5 cm
Provenienz
Galerie Tabula, Tübingen, Germany
Vergleichsliteratur
Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika - Tradition und Moderne in Südnigeria, Linz 1997, p. 175 f.
Preis: 300 - 650 €
438 Stehende weibliche Figur
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Ghana, Ashanti
Holz, schwarze, teilweise krustierte Patina, Glasperlenkettchen, zwei englische Münzen aus dem Jahr 1947 um den Hals, besch., Fehlstellen (Fußspitzen), Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert
H: 28 cm
Provenienz
Steyler Mission
Vergleichsliteratur
Aspects, Akan cultures in Ghana, Den Haag 2001, p. 75, ill. 51
Preis: 1800 - 3500 €
439 Stehende männliche Figur "obrafo"
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Ghana, Ashanti
Holz, schwarze, krustierte Patina, streng frontal ausgerichtet, in statischer Körperhaltung verharrend, die frei gearbeiteten Arme wohl ursprünglich Gegenstände haltend (Bohrlöcher zum Einzapfen vorhanden), min. best., Risse (rechte Gesichtshälfte), Reparaturstelle (linker Fuß), auf Sockelplatte montiert; möglicherweise handelt es sich um die Figur eines Scharfrichters, der in der Rechten ein Schwert und in der Linken den Kopf eines Hingerichteten hielt. Am Hofe der Akan gab es eine Reihe von "Beamten", sog. "abrafo" (obrafo Sing.), die als eine Art Schutztruppe fungierten und bestimmte rituelle und zeremonielle Aufgaben inne hatten. Dazu gehörte unter anderem die Durchführung der vom König verhängten Urteile, wie auch Exekutionen.
H: 56 cm
Provenienz
Lucien van de Velde, Antwerp, Belgium
Victor van Craen, Antwerpen, Belgium
Vergleichsliteratur
Aspects, Akan cultures in Ghana, Den Haag 2001, p. 77, no. 53
Preis: 9000 - 18000 €
440 Fruchtbarkeitspuppe "akua ba"
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Ghana, Ashanti
helles Holz, Glasperlenkette, typische Form, großflächiger scheibenförmiger Kopf mit leicht asymmetrischen Gesichtszügen und eingeritzten Narbenskarifikationen, rückseitig aufwändige lineare Ritzmuster, min. best., Farbabrieb, auf Sockelplatte montiert; diese Puppen sollen nicht nur Fruchtbarkeit bewirken, sondern zugleich die Geburt eines gesunden Kindes mit einem "schönen, großen Kopf" gewährleisten. Es ist bekannt, daß Frauen sie vor und während der Schwangerschaft auf dem Rücken tragen und sie wie wirkliche Kinder behandeln. Sie erhalten ihre magischen Kräfte über den Wahrsager von einer Gottheit. Nach der Geburt werden sie entweder dieser Gottheit geweiht, auf einen Altar oder Schrein gestellt oder einem Mädchen als Spielzeug gegeben.
H: 37 cm
Provenienz
Morton Dimondstein, Los Angeles, USA
Vergleichsliteratur
Dagan, Esther A., African Dolls for play and magic, Montreal 1990, p. 70 f.
Preis: 3000 - 6000 €
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