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Zemanek-Münster

Online Katalog zur 63. Tribal Art Auktion mit Sonderteil 'Wunderkammer'

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501 Maske "agwe"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Maske "agwe", Kameruner Grasland, Widekum

Kameruner Grasland, Widekum

Holz, vollständig mit Leder überzogen, erhabener Stirngrat, durchbrochene Augen, ein großer geöffneter Mund mit sichtbaren Zähnen, min. besch., Risse im Leder, leichte Abriebspuren; es handelt sich hier um eine Mischform zwischen Helm- und Gesichtsmaske. Sie gilt als die einzige Maske dieser Volksgruppe und stellt eine Art "Till Eulenspiegel" dar.

H: 41 cm

Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 389

Verkauft.

502 Anthropomorpher Tanzaufsatz

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Anthropomorpher Tanzaufsatz, Kameruner Grasland, Widekum

Kameruner Grasland, Widekum

Holzkern, vollständig überzogen mit schwarzbraun eingefärbter Tierhaut, in Gestalt eines menschlichen Kopfes auf langem Hals, auf tellerförmiger Basis aus Rotangeflecht, min. besch., Risse und kleine Fehlstellen im Leder, auf Sockel montiert; die Widekum sind eine kleine Volksgruppe mit einer Reihe von Klans im Westen des Kameruner Graslandes am Oberlauf des Cross-Flusses, nordöstlich der Banyang und östlich der Anyang. Neben den lederüberzogenen Tanzaufsätzen, wie sie für dieses Gebiet verbreitet sind, verwenden sie eine einzige - ebenfalls lederüberzogene - Maske "agwe".

H: 25 cm

Provenienz
Private Collection, Paris, France
Sotheby's Paris, 3 December 2009, lot 48

Vergleichsliteratur
Preston-Blier, Suzanne, Africa's Cross River, New York o. J., p. 9, ill. 3

Preis: 2500 - 5000 €

503 Stehende Figur

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Stehende Figur, Kamerun, Mambila

Kamerun, Mambila

Holz, graubraune Krustenpatina, gedrungene Formen, eine verschlossene quadratische Vertiefung rückseitig, die zur Aufnahme magischer Masse diente, min. besch., Abriebspuren; in der Fulani-Sprache bedeutet Mambila "die Menschen". Sie selbst nennen sich "nor". Bei ihnen gibt es weder ein Königtum noch eine zentrale Macht, sondern ein Dorfoberhaupt, das unterstützt wurde, durch die sog. "mimin"-Vereinigung. Sie glaubten an einen Schöpfer, den sie bald "nama", bald "chang" nannten, aber einen Kult gab es nur für die Ahnen der Familie. Ihnen zu Ehren wurden auch die meisten Figuren geschaffen.

H: 25,5 cm

Provenienz
W. Hekster, Amsterdam, The Netherlands

Preis: 1500 - 3000 €

504 Schild

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Schild, Kamerun, Mambila

Kamerun, Mambila

zwei Schichten von Palmrippenstreifen, mit Grasfaser mehrfach verflochten, mittig zur Stabilisierung zwei vertikale Streben aus Bambus, die dicht mit Grasfaser umwickelt sind, breit angelegte Form mit geschwungenen Seiten, am oberen und unteren Ende sichelförmige Ausschnitte, Faserbügelgriff, min. best., Gebrauchsspuren; die Mambila steckten oftmals eine Anzahl von nadelscharfen Borsten des Stachelschweins in die Maschen der Schildinnenseite, um sie bei einem eventuellen Rückzug hinter sich auf den Boden zu streuen. Verfolger sollten darauf treten und sich verletzen.

H: 114 cm; B: 97 cm

Provenienz
Private Collection, Germany

Vergleichsliteratur
Zirngibl, Manfred A., Plaschke, Dieter, Afrikanische Schilde, München 1992, p. 129

Verkauft.

505 Großes Richtschwert

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Großes Richtschwert, Kamerun, Tikar

Kamerun, Tikar

Holz, dunkelbraune Patina, Metall, Knauf und Basis zum Einstecken der Klinge ornamental beschnitzt, min. besch., leichte Abrieb- und Korrosionsspuren, auf Metallsockel montiert; die Richtschwerter sind sachlich gestaltet, ohne Schmuck, einzig dem Zweck dienend, den Verurteilten schnell und sicher zu töten. Sie strahlen in ihrer Schlichtheit die schicksalhafte Unerbitllichkeit aus.

H: 144,5 cm

Vergleichsliteratur
Fischer, Werner, Zirngibl, Manfred A., Afrikanische Waffen, Passau 1978, p. 38, ill. 49

Preis: 800 - 1500 €

506 Skulpturales Element eines Reliquien-Ensembles "bwete"

Gabun, Kota

Holzkern, vorderseitig vollständig mit Messingblech verkleidet, die einzelnen Stücke durch Messingstifte verklammert, von dunkler Patina überzogen, stellenweise punziert (Hals, Frisur), das schmale, konkav eingemuldete Gesichtsfeld flankiert von ausladenden Seitenwangen und bekrönt von mondsichelförmigem Aufsatz, der Hals in rautenförmigen Griff übergehend, der ursprünglich in den Deckel des Schädelkorbes eingeflochten war, min. best. (Griff, Rückseite), Reste eines alten Sammlungsetiketts rückseitig; Ahnendarstellungen dieser Art wurden bei den Kota stets auf Ahnenkörben "usuwu" befestigt. Berichte aus der ersten Hälfte des 20. Jh. belegen, dass die Wächterfiguren häufig an europäische Besucher verkauft wurden, die damit verbundenden Reliquienkörbe jedoch streng verborgen gehalten wurden.

H: 58,5 cm

Provenienz
Prof. Robert F. Reiff, Vermont, USA

Vergleichsliteratur
Lagamma, Alisa (ed.), Eternal Ancestors, The Art of the Central African Reliquary, New York 2007, p. 212 f.

Preis: 4500 - 8500 €

507 Wächterfigur "mbulu" oder "mwete"

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Wächterfigur "mbulu" oder "mwete", Gabun, Kota

Gabun, Kota

schwarzbraun patiniertes Holz, separat gearbeitete, aufgenagelte Augen, vollständig überzogen mit Kupfer- oder Messingblech, stellenweise verziert mit getriebenen Punktmustern, min. besch., kleinere Fehlstellen (im Blechüberzug, pflockartige Fortsätze), Riss (Griff), Farbabrieb, auf Acrylsockel montiert

H: 61 cm

Provenienz
Ludwig Bretschneider, Munich, Germany

Vergleichsliteratur
M. Kecskesi, Kunst aus Afrika, Prestel Verlag, Museum für Völkerkunde München, London, New York 1999, p. 126 ff.

Preis: 2500 - 5000 €

508 Reliquiarfigur "mbulu" oder "mwete"

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Reliquiarfigur "mbulu" oder "mwete", Gabun, Kota

Gabun, Kota

Holz, Metallblech, Metallklammern, ovales, konkav eingemuldetes Gesichtsfeld mit parallel verlaufenden Ritzverzierungen, sichelförmige Augen und dreieckige Nase separat gearbeitet, der Hals in einen rautenförmigen Griff übergehend, der ursprünglich in den Deckel des Schädelkorbes eingeflochten war, min. besch., leichte Abrieb-und Korrosionsspuren; diese stark stilisierten, abstrakten Kopfplastiken wurden von den Kota auf den Behältern der Knochenreliquien ihrer Ahnen befestigt und sollten den wertvollen Schatz vor Unbefugten schützen. Sie wurden vor jeder wichtigen Entscheidung - wie zum Beispiel einem Orakel befragt und zur Abwehr gegen Schadenszauberer eingesetzt. Zauberer die vor allem in der Nacht gefährlich waren, sollten vom Glanz der "mwete" verscheucht werden, der sie an die Wiederkehr des Tageslichtes erinnerte.

H: 52 cm

Provenienz
Harvey T. Menist, Amsterdam, The Netherlands (1972)
Renate Pessler, Basel, Switzerland
Eduard Hess, Basel, Switzerland

Vergleichsliteratur
Perrois, Louis, Art ancestral du Gabon dans les collections du Musée Barbier-Mueller, Genf o.J., p. 76
Perrois, Louis, Arts du Gabon, Paris 1979, ill. 193

Verkauft.

509 Januskopf eines Reliquienensembles "bwete"

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Januskopf eines Reliquienensembles "bwete", Gabun, Kota-Obamba

Gabun, Kota-Obamba

Holzkern, mit Kupferblech verkleidet, in mehreren Stücken aufgebracht und durch Metallklammern fixiert, die wie feine Nähte angelegt sind, die halbkugelförmigen Augen und spitz vorspringenden Nasen separat gearbeitet und mit Nägeln fixiert, Metallmanschette um den Hals, sehr fein gearbeitet, guter Zustand, auf Sockelblock montiert; der Ahnenkult bildete das Zentrum des religiösen und sozialen Lebens innerhalb des Familienverbandes. Beim Tode eines Familienoberhauptes wurden seinem Körper diverse Reliquien entnommen und in Körben aufbewahrt, auf denen stilisierte Köpfe befestigt wurden. Jeder Familienklan besaß ein Reliquiar das in der Häuptlingshütte untergebracht war. Bei der Initiation in den Reliquiar-Kult fanden sich die Klans zusammen, um die kollektiven Rituale zu vollziehen. Jedes Klanoberhaupt führte mit dem Reliquiar in Händen einen Tanz auf. Die Shamaye und die benachbarten Obamba verwendeten dabei auch Reliquiare mit kleineren Holzfiguren, wie vorliegende.

H: 14,5 cm, end of 19th century

Provenienz
Coll. Juan Sanz Martinez (1896-1988), Sanary sur Mer, France

Expertise
Galerie Le Cabinet de Curieux, Thierry Ruby, Paris, France

Vergleichsliteratur
Paudrat, Jean-Louis, The Way of the Ancestors, Paris 1986, ill. 38 a, b

Preis: 3000 - 6000 €

510 Kleine Gesichtsmaske "ikwar"

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Kleine Gesichtsmaske "ikwar", Gabun, Punu

Gabun, Punu

helles Holz, mittelbraune Glanzpatina, partienweise geschwärzt, ovales Gesicht mit schräg gestellten Augen und kragenförmigem Fortsatz, Scheitelloch, min. besch., Risse, kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; die sog. "ikwar"-Masken sind von der Morphologie her mit den klassischen weißen "mukudij"-Masken verwandt. Sie sind jedoch mit einem Gemisch aus Palmwein und den fein gemahlenen Samen des "muabi"-Strauches dunkelbraun bis schwarz eingefärbt. Die Farbe Schwarz symbolisiert die geheimnisvollen und bösen Mächte des Todes. Die "ikwar"-Maske tritt stets in der Dämmerung oder Nachts auf, der Maskentänzer trägt Stelzen aus dem Holz des sog. Geisterbaumes. Ihr Auftritt erfolgte nach richterlichen Entscheidungen. "Ikwar"-Rituale standen in Zusammenhang mit der Wiederherstellung der sozialen Ordnung insbesondere nach großen Unglücksfällen, wie Epidemien, schweren Verbrechen, Verletzungen wichtiger Regeln und Verbote etc. Die "ikwar"-Masken wurden auf Grund ihrer Gefährlichkeit streng verborgen gehalten, ihr Auftreten erfolgte im Geheimen. Sie sind sie sehr selten!

H: 17 cm

Provenienz
Sotheby's Paris, 07. 12. 2005, lot 103

Vergleichsliteratur
Falgayrettes-Leveau, Christine, Gabon présence des esprits, Musée Dapper, Ausst.kat., Paris 2006, p. 44 f.

Preis: 5000 - 10000 €

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