Online Katalog zur 65. Tribal Art Auktion
31 Speiseschale in Vogelform
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Papua-Neuguinea - Huongolf, Tami-Inseln
Holz, dunkelbraune Patina, spitzovale Form, linearer Schnitzdekor, akzentuiert durch eingeriebenes weißes Pigment, min. best., Farbabrieb; der Golf von Huon gehört zum sogenannten Handelssystem der Vitiaz-Straße, bei dem lange Bootsfahrten über das Meer zum Alltag gehören: so gelangen im Markham Tal hergestellte Tontöpfe nach Neubritannien, Obsidian aus Neubritannien wird auf die Insel Siassi gebracht und Holzschüsseln von den Tami-Inseln erreichen das gesamte Küstengebiet.
L: 61 cm
Vergleichsliteratur
Meyer, Anthony J.P., Ozeanische Kunst, Vol. I, Köln 1995, p. 159 f.
Preis: 2500 - 5000 €
32 Übermodellierter Ahnenschädel
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Papua-Neuguinea, Iatmul, Palimbei
menschlicher Schädel, weiße Kalkfarbe, rotes und schwarzes Pigment, Nassaschnecken, Conusscheibenring, menschliches Haar, bemalt mit symmetrisch angelegter kurvinlinearer Ornamentik, Muschelscheiben als Augen, auffallend große Nase, alte Sammlungsnummer "1714" auf der Rückseite, min. best., kleinere Fehlstellen (Mund), Risse, auf Sockel; die Modelliermasse, die "yiba" genannt wird, besteht aus rotem Ton, Kalk und Tigasso-Öl. isDie Prozedur des Übermodellierens findet im Männerhaus statt. Sie wird von einem Mann ausgeführt, der nicht direkt mit dem Verstorbenen verwandt ist. Einzig wichtig ist sein Geschick im Modellieren. Die Paste wird auf Stirn und Kopf aufgetragen, der Hinterkopf bleibt frei. Die Schädelöffnungen werden mit einem speziellen leichten und weichen Holz verschlossen. Die Nase wird aus Rotan geformt. Dann wird die Paste gleichmäßig über das Gesicht verteilt, wobei versucht wird die Züge des Toten so lebensnah wie möglich nachzubilden. Über Nacht wird der Schädel auf einem Regal im Männerhaus zur Schau gestellt, damit der Geist des Toten ihn begutachten kann. Nach einer Trockenzeit von zwei Tagen wird der Schädel bemalt. Danach folgen die Begräbniszeremonien, die aus drei Teilen bestehen: "kytakamat", "minsago" und "yiken kudi". Alle Zeremonien finden im ehemaligen Wohnhaus des Toten statt.
H: ca. 28 cm
Provenienz
Wayne Heathcote, Australia/USA, (coll. in situ, 1970)
Coll. J. R. Folch, Barcelona, Spain
Coll. G. Gili - R. Amoros, Barcelona, Spain
Publiziert in
E. Serra, A. Folch, Arte de Papua y Nueva Guinea, Poligrafa, Barcelona 1976, p. 137
Vergleichsliteratur
Aufderheide, Arthur C. (ed.), Overmodeled skulls, Duluth 2009, p. 85 f.
Verkauft.
33 Stehende männliche Ahnenfigur
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Papua-Neuguinea - Sepik, Turubu Mündung
Holz, mittelbraune Patina, Spuren von schwarzer Farbe, kegelförmige Kopfbedeckung mit abstrahiertem Vierbeiner, Betonung des männlichen Geschlechts, Sammlungsetikett, min. besch., Risse, kleinere Fehlstellen, Farbabrieb, auf Sockelplatte; große männliche Figuren stellen entweder Urahnen oder aber große Sagenhelden dar. Figuren von diesem Typus gehörten bedeutenden Personen. Wenn darum gebeten, spricht der Ahne durch seinen Besitzer, dem er im Traum erscheint. Es ist üblich und wichtig, dass die jungen Männer im Rahmen der Initiationsriten den Ahnenfiguren vorgestellt werden.
H: 107 cm
Provenienz
Coll. Georg Höltker, Bonn, Germany
Missionsmuseum St. Augustin, Bonn, Germany (Inventory number "71.10.2", copy of inventory card available)
Verkauft.
34 Maske eines Ahnengeistes
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Papua-Neuguinea - Sepik
Holz, rotgrundig, die eingetiefte Augenzone schwarz bemalt, Conusscheibenringe als Augen, fleckig, min. best.; im Gebiet am Unteren Sepik gilt generell, daß durch eine lange Nase ein Geistwesen, durch eine kurze, naturalistische dagegen ein echter Ahne wiedergegeben wird.
H: 37 cm
Verkauft.
35 Kopfstütze in Gestalt eines stilisierten Tieres
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Papua-Neuguinea - Sepik
Holz, mittelbraune Patina mit schwarzen Verfärbungen, über ovaler Bodenplatte tragen vier gegengleich angeordnete, winkelförmige Stützen eine Auflagefläche, die an beiden Enden mit zoomorphen Maskengesichtern beschnitzt ist, verziert mit Kerbschnitt und Ritzornamentik, min. best., auf Sockelplatte montiert
H: 19 cm; B: 64 cm
Provenienz
Pitt-Rivers-Museum, Oxford, Great Britain
Alex Arthur, Brussels, Belgium
Gallery Joris Visser, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Meyer, Anthony J.P., Ozeanische Kunst, Vol. I, Köln 1995, p. 195, ill. 204
Verkauft.
36 Schlegel
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Papua-Neuguinea - Sepik
helles Holz, schwarzbraune Patina, abgeflachte Schlagfläche, oberseitig verziert mit kurvilinearer Ornamentik, an handlichem Griff mit Tierkopf als Knauf, min. best., Gebrauchsspuren (Schlagfläche)
L: 33 cm
Provenienz
Jaap Hillenius, Amsterdam, The Netherlands
Preis: 250 - 500 €
37 Aufhängehaken
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Papua-Neuguinea - Sepik
Holz, dunkelbraune Patina, Bemalung mit weißem und rotem Pigment, ankerförmiger Haken mit weit nach oben gebogenen Spitzen, mit stilisiertem anthropomorphem Gesicht beschnitzt, Schneckenringe als Augen, Laffe mit Öse zur Aufhängung, min. best., Farbabrieb, kleinere Fehlstellen, auf Metallsockel; Aufhängehaken gehören in den meisten Gebieten Melanesiens zum üblichen Haushaltsgerät. Sie werden durch lange Lianen am Dachgebälk befestigt - womit man die Haken hochziehen und herablassen kann - und dienen dazu, Körbe und Netze mit Nahrungsmitteln und sonstigen wichtigen Utensilien aufzuhängen, um diese so vor Mäusen und Ratten zu schützen.
H: 58 cm
Provenienz
Coll. James Thomas Hooper, Arundel, Great Britain
Verkauft.
38 Aufhängehaken
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Papua-Neuguinea - Sepik
Holz, schwarzbraune Patina, ankerförmig angelegte Haken, der Korpus beschnitzt mit stilisierter menschlicher Figur, Bohrloch am Kopf zur Aufhängung, krustierte Patina, rußgeschwärzt, min. best.; ursprünglich im Männerhaus verwendet, denn nur dafür wurden Aufhängehaken derart aufwändig mit Darstellungen bedeutender Ahnen- und Mythenwesen beschnitzt.
H: 68 cm
Provenienz
Ludwig Bretschneider, Munich, Germany
Verkauft.
39 Stehende männliche Ahnenfigur
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Papua-Neuguinea - Yuat Fluß
Holz, schwarzbraune Patina, Nasschnecken als Augen, Körper von geschlossener Kontur mit symmetrisch angelegten Gliedmaßen, auffälliges Detail: Hände und Füße kreisförmig abgeflacht, die Fußzone mit der Basis verschmolzen, min. best., min. Spuren von Insektenfrass, Risse, Farbabrieb (v. a. rückseitig), auf Sockelblock montiert; der Yuat mit seinen aggressiven Menschen und den kraftvollen Kunstformen bildet die oberste Grenze des Stils vom Unteren Sepik. Kleinere Figuren, wie vorliegende, verkörpern Ahnengeister und wurden im Turm des Männerhauses aufgestellt. Sie wurden begleitet von kleinen buckligen Männerfiguren mit großen Köpfen, die die Hauptgeister darstellen und auf heiligen Flöten platziert wurden, durch die sie "sprachen".
H: 58 cm
Provenienz
Gallery Dalton - Somaré, Milan, Italy
Private Collection, Switzerland
Vergleichsliteratur
Meyer, Anthony J.P., Ozeanische Kunst, Vol. I, Köln 1995, p. 211 f.
Preis: 1500 - 3000 €
40 Zierpanel von der Kopfseite eines Bettes
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Papua-Neuguinea - Bismarck Archipel - Admiralitätsinseln
Holz, rotbraune Patina, abgeflachtes Panel mit leicht aufgeschwungenen Seiten, beschnitzt mit zwei stilisierten anthropomorphen Figuren in horizontaler Anordnung, Krokodilsköpfe an den Seiten, verziert mit eingeschnittener Ornamentik, die Höhen akzentuiert durch schwarze Farbe, die Eintiefungen durch eingeriebenes weißes Pigment, min. besch., rep.(an Hand- und Fußgelenken einer der beiden Figuren), auf Metallsockel; die Figuren stellen Ahnengeister dar, die in Vebindung mit dem allgegenwärtigen Krokodil auftreten.
B: 65 cm, early 20th century
Provenienz
Michael Auliso, San Francisco, USA
Old Collection, The Netherlands
Preis: 1200 - 2000 €
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