Online Katalog zur 65. Tribal Art Auktion
41 "Malagan"-Figur
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Papua-Neuguinea - Bismarck Archipel - Neu Irland
helles Holz, bemalt mit schwarzem, weißem und rotem Pigment, Augen mit Turbo Petholatus-Muscheleinlage, schlanke Gestalt mit hoch aufsteigender kronenförmiger Kopfbedeckung auf Sockel mit dornartigem Fortsatz, geprägt durch stilisierte, filigran durchbrochene Formen, die schlanken Gliedmaßen ergänzt durch zierliche Streben, belebt durch farbige Bemalung, min. best., kleinere Fehlstellen und Risse, auf Metallsockel; wohl einen "n'gass"-Geist darstellend. Mit "malagan" bezeichnet man die Bestattungsriten, die dazu bestimmt sind, die Seele vom Körper des Verstorbenen zu befreien, so daß sie in ihre letzte Ruhestätte eingehen kann. Gleichzeitig nutzt man einen "malagan"-Zyklus, um die jungen Männer ins Erwachsenenleben einzuführen.
H: 146,5 cm
Provenienz
Coll. Christian Couturier, Paris, France
Vergleichsliteratur
Meyer, Anthony J.P., Ozeanische Kunst, Vol. II, Köln 1995, p. 348
Gunn, Michael, Ritual Arts of Oceania - New Ireland, Genf, Mailand 1997, p. 123
Preis: 6000 - 8000 €
42 Fisch-Doppelskulptur
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Papua-Neuguinea - Bismarck Archipel - New Irland - Tench Island
Holz, hell- und rotbraune Patina, nahezu identisch ausgebildete, gegengleich angeordnete Fischkörper mit spitzer Rücken- und Bauchflosse, die aneinanderstoßenden Schwanzflossen ein zentrales Rautenornament ausbildend, die Körper leicht aufgewölbt, der erhabene Mittelgrat umgeben von eingeschnittener geometrischer Ornamentik und Fischmotiven im Miniaturformat, die Augen eingesetzt mit den grünen Schneckenböden der Turbo phetolatus, einer der Fische vorder- und rückseitig verziert, der andere ohne jeglichen Dekor, alte Sammlungsnummer "435" in weißer Farbe, min. besch., Risse, min. Spuren von Insektenfrass; vorliegende Skulptur könnte von der zwischen 1908 -10 durchgeführten Hamburger Südsee-Expedition stammen. Ein vergleichbares Objekt findet sich in der Publikation von Hans Nevermann über die St. Matthias Gruppe (Hamburg 1933, S. 233, ill. 7.) Ein reger Austausch an Objekten zwischen deutschen und niederländischen Museen ist in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts nachweisbar. Auf diesem Wege könnte die Fischskulptur nach Nymwegen gelangt sein. Das Tench-Atoll ist eine entfernt gelegene Insel der St. Matthias Gruppe in der Provinz Neu Irland, Papua Neuguinea. Objekte von dort sind sehr selten, das wenige bekannte befindet sich heute in Museen. Das stilisierte Fisch-Doppelmotiv findet sich heute nur noch in der Provinz Neu Irland an "malagan"-Schauwänden die eigens für Begräbniszeremonien errichtet werden. Der Zweck der Plastik von Tench ist uns unbekannt. Die einzige Besonderheit ist, dass den Figuren Augen aus Conchylienschalen eingesetzt wurden. Es könnte sich bei vorliegendem Objekt um einen Tanzstab handeln.
B: 62 cm; H: 13 cm
Provenienz
Nymeegs Volkenkundig Museum (Coll. Nr. 435), Nymwegen, The Netherlands
Michel Thieme, Amsterdam, The Netherlands
Vergleichsliteratur
Dr. Hans Nevermann, St. Matthias-Gruppe, Hamburg 1933, ersch. in der Reihe: Ergebnisse der Südsee-Expedition 1908-1910, hrsg. von Dr. G. Thilenius, II. Ethnographie: A. Melanesien, Band 2
Verkauft.
43 Zeremonialbeil
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Cook Inseln, Mangaia Insel
Holz, rotbraune Patina, Schaft mit rundem Querschnitt, die Oberfläche vollständig aufgelöst in tief eingeschnittene Ring- und Zackenornamentik, eingezapfte "Klinge" aus schwarz eingefärbtem Holz mit eingesetzer Schneide aus Muschelschale, Bindung mit äußerst fein geflochtenen Strängen aus Pflanzenfaser (stellenweise gerissen oder fehlend), min. best., kleinere Fehlstellen, Farbabrieb (Klinge)
L: 72,5 cm
Verkauft.
44 Kriegskeule "totokia"
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Fidji Inseln
schweres, gemasertes Holz mit heller rotbrauner Patina, massiver Keulenkopf mit eingeritzten Noppen, in Spitze auslaufend, min. best., kleinere Fehlstellen, Risse; die Keule wurde vor ca. 50 Jahren von einem Kind in einem Abbruchhaus in Deutschland gefunden. Der Keulenkopf ist der Frucht des Pandanuß-Baumes nachempfunden. Diese in ihrer Wirkung sehr "effektiven" Keulen wurden für den Nahkampf im Unterholz, zum Töten Verwundeter oder auch für Exekutionen verwendet. Ihre große Wertschätzung zeigt sich darin, daß Häuptlingen derartige Keulen bisweilen mit ins Grab gelegt wurden, so dass sie für ihre Reisen im Jenseits gewappnet waren.
L: 74 cm
Vergleichsliteratur
Wardwell, Allen, Island Ancestors, Oceanic Art from the Masco Collection, 1994, p. 165, ill. 67a
Preis: 800 - 1500 €
45 Parierschild
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Australien
helles weichfasriges Holz (Bohnenbaum ?), roter Ocker, weißes Pigment, länglich ovale Form mit unregelmäßiger Kontur, von Rillenmuster überzogen, angeschnitzter bügelförmiger Griff rückseitig (Fehlstelle mit teerartiger schwarzer Masse nachmodelliert), Bohrloch, min. best., kleinere Fehlstellen
L: 71, 5 cm
Provenienz
Coll. Dr. George Alan Solem, Chicago, USA
Michael Auliso, San Francisco, USA
Vergleichsliteratur
Carrick, John (ed.), Art of the first Australians, Camperdown o.J., p. 15
Preis: 600 - 1200 €
46 Parierschild
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Australien
Holz, roter Ocker, dunkelbraune Farbe, feines Rillenmuster, auf der Vorderseite in winkelförmigem Verlauf, rückseitig vertikaler Verlauf, angearbeiteter Griff ebenda, min. best., kleinere Fehlstellen am Rand, auf Metallsockel; die schmalen Parierschilde dienten zur Abwehr von Keulenschlägen und Boomerangs, die breiteren zur Abwehr von Speeren. Die fertigen Schilde wurden mit Tierfett eingerieben um Bruchstellen zu vermeiden.
H: 70 cm
Provenienz
Private Collection, USA
Preis: 1400 - 2800 €
47 Miniaturfigur
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Kanada, Inuit
Walroßelfenbein, stehende armlose Figur, mit Halskette beritzt, diffizil gearbeitet, alte Sammlungsnummer rückseitig "0964", rep., auf kleinem Sockel
H: 4,5 cm
Provenienz
coll. in situ by Otto William Geist (1920)
Jeffrey Myers, New York, USA
Thomas Murray, Mill Valley, USA
Al Farrow, California, USA
Verkauft.
48 Löffel
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Nordamerika, Haida
leichtes Holz, helle rotbraune Patina, seitlich abgeflachter Griff, beschnitzt mit stilisiertem anthropomorphem Wesen, Reste eines alten Sammlungsetiketts auf der Unterseite der Laffe, Schriftzeichen unleserlich, min. best., Farbabrieb, auf Metallsockel
L: 26 cm
Provenienz
Old Collection, Great Britain
Verkauft.
49 entfällt
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50 Ritualgefäß
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Mexiko, Maya, El Salvador
gebrannter Ton, runder Standboden, bemalt mit polychromen geometrischen und figürlichen Elementen, min. besch., feine Risse, leichte Abriebspuren; die Maya sind ein indigenes Volk bzw. eine Gruppe indigener Völker in Mittelamerika, die insbesondere aufgrund der von ihnen im Präkolumbischen Mesoamerika gegründeten Reiche und ihrer hoch entwickelten Kultur bekannt sind.
H: 19 cm, Late Classic, ca. 550 - 950 AD
Provenienz
American Collection, Florida, USA
Vergleichsliteratur
Leyenaar, Ted u.a., Von Küste zu Küste, o.O. 1992, p. 362, ill. 345
Verkauft.
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