Online Katalog zur 66. Tribal Art Auktion
231 Maske "deangle"
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Elfenbeinküste, Dan
Holz, dunkelbraune, teilweise glänzende, teilweise krustierte Patina, das Gesichtsfeld konvex eingezogen, die rund vorgewölbte Stirn in horizontaler Linie abgesetzt zum übrigen Gesichtsfeld, Stirn und Nase akzentuiert durch einen erhabenen vertikalen Grat, Randlochung, min. besch., Fehlstellen durch Insektenfrass rückseitig, Risse, leichte Abriebspuren, auf Metallsockel montiert; "deangle" heißt wörtlich "scherzende, lachende" Maskengestalt. Der Name zeigt, dass es sich um eine freundliche, schöne Erscheinung handelt, die Freude erregen soll. Die "dean"-Maskengestalten gehören zu den Beschneidungslagern ("mbon") der Knaben und Mädchen, die sich stets im Heiligen Hain in der Nähe des Dorfes befinden. Das Lager steht unter dem Schutz des unsichtbaren Geistes "nana", der die "deangle"- Maskengestalten einsetzt. Sie fungieren als Mittler zwischen Lager und Dorf und sind für Nahrung und Schutz der Initianden zuständig. Sie werden nicht von Musikanten begleitet und tanzen oder singen auch nicht, sie bewegen sich nur anmutig, scherzen mit den Frauen und bitten sie reichlich Essen ins Lager zu schicken. Auch die Frauen scherzen mit diesen Waldwesen, die sich in menschlichen Nahrungsgewohnheiten nicht auskennen, und bieten ihnen z. B. in einer Reisworfel die Spreu zum Mitnehmen an. Die Maskengestalt trägt einen hohen, konischen Aufsatz aus rotem Stoff, sie ist bekleidet mit einer Stoffpelerine und einem üppigen Grasfaserrock. In den Händen hält sie Kuhschwänze als Wedel.
H: 25 cm
Provenienz
Yann Ferrandin, Paris, France
Preis: 20000 - 40000 €
232 Stehende weibliche Figur "lü mä"
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Elfenbeinküste, Dan
Holz, schwarz patiniert, mit Metallplättchen eingesetzte Zähne, min. besch., kleinere Fehlstellen (Brüste, Kopf, linkes Schulterblatt) durch Insektenfrass, auf Sockel montiert; diese hölzernen Figuren, "lü mä", Holzperson, genannt, sind nie rituelle Ahnenfiguren, nie Darstellungen von Geistern, sondern Porträts, meist von Lebenden, die dann auch den Namen des oder der Dargestellten tragen. So sind beispielsweise Figuren bekannt, die die Lieblingsfrau eines Häuptlings darstellen. Während sie längere Zeit auf der Pflanzung lebte, er aber im Dorf anwesend sein mußte, konnte er auf diese Weise wenigstens ihr Abbild bei sich haben. Diese Porträtfiguren zeigen daher meist individuelle Züge der Dargestellten, sei es, dass die Tatauierung oder Frisur, die Form der Brüste oder des Nabels wiedergegeben ist, dass das Besondere ihrer Lippen oder ihres Gesichtsumrisses in ein sonst typisiertes Gebilde einer Figur eingearbeitet ist.
H: 36 cm
Provenienz
Lydia Janin, Paris, France
Marceau Rivière, Paris, France
Vergleichsliteratur
Fischer, Eberhard, Himmelheber, Hans, Die Kunst der Dan, Zürich 1976, p. 149 f.
Preis: 12000 - 20000 €
233 Spielbrett für das "mankala" oder "serata"-Spiel
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Elfenbeinküste, Dan
Holz, braune, teilweise glänzende Patina, längsrechteckiger Block auf vier Füßen, 12 runde Eintiefungen in zwei parallelen Reihen auf der Oberseite, pfeifenkopfförmige Fortsätze an beiden Schmalseiten (zur Aufnahme der gewonnenen Spielsteine), min. besch., Gebrauchsspuren; das Spiel wird "ma" genannt und vor allem von den Männern benutzt. Als Spielsteine werden gleich grosse, getrocknete graue Baumfrüchte verwendet.
L: 73 cm; H: 20,5 cm
Vergleichsliteratur
Fischer, Eberhard, Himmelheber, Hans, Die Kunst der Dan, Zürich 1976, ill. 168 f.
Verkauft.
234 Löffel
Elfenbeinküste, Dan
Holz, dunkelbraune, teilweise krustierte Patina, runde, schalenförmig eingetiefte Laffe, Griff in Form eines menschlichen Kopfes, min. besch., Gebrauchsspuren
H: 31,5 cm
Preis: 450 - 900 €
235 Figural beschnitzter Löffel
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Elfenbeinküste, Dan
Holz, satte schwarzbraune Glanzpatina, ovale Laffe, Griff in Gestalt einer vollplastisch ausformulierten weiblichen Figur in stolzer selbstbewußter Pose, best., kleinere Fehlstellen (Basis, Rand der Laffe), rep. (Ansatz der Laffe), Abrieb, auf Acrylsockel; diese Löffel werden bei den Dan "wakemia" oder "wunkirmian" genannt, was so viel heißt wie "Löffel der bei Feierlichkeiten verwendet wird". Ein solcher Löffel ist die Vergütung einer Frau, deren Gastlichkeit und Großzügigkeit von allen anerkannt wird und die daher den begehrten Titel "wakede" trägt, "die Frau die Feste ausrichtet".
H: 49 cm
Provenienz
Coll. Rolf Gillhausen, Hamburg, Germany
Vergleichsliteratur
Barbier, Jean Paul (ed.), Art of Côte d' Ivoire, Vol II, Genf 1993, p. 72
Verkauft.
236 Kamm
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Elfenbeinküste, Dan
Holz, braune Glanzpatina, Reste von schwarzer Farbe, mit vier Zinken, beidseitig mit geometrischer Ornamentik beschnitzt, bekrönt von einem menschlichen Kopf, min. besch., Risse
H: 24 cm
Provenienz
Hans Himmelheber, Heidelberg, Germany
Helmut Zake, Heidelberg, Germany
Galerie Wolfgang Ketterer, Munich, 128. Auktion, 30. April 1988, lot 145
Preis: 1000 - 2000 €
237 Zeremonialaxt
Elfenbeinküste, Dan - Wobe
kurzer massiver Holzschaft, über Wulstring rundum beschnitzt mit vier Maskengesichtern, rautenförmig abgeflachtes Kopfstück mit Beschlag aus Messingnägeln, breit abgeflachte Eisenklinge mit bogenförmig geschwungener Oberseite, min. besch., Risse, auf Sockelplatte montiert
H: 33 cm
Provenienz
Robert Banks, Washington, USA
Preis: 3000 - 6000 €
238 Raphiarock
Elfenbeinküste, Dida
feines Grasfasergewebe, in warmen Naturtönen eingefärbt, schlauchförmig, beidseitig offen, Fransen an einem Ende
L: 87 cm; B: 39 cm
Provenienz
Lucien van de Velde, Antwerp, Belgium
Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 125
Preis: 600 - 1200 €
239 Maske
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Elfenbeinküste, Ngere
Holz, farbige Fassung, Stoff, Metall, mandelförmig erhabene Augen mit schmalen Sehschlitzen, dominiert von einem breiten Mund mit vollen Lippen und Metallzähnen, angehängte Glocken, Metallketten und ein Bart aus Echthaar, Sammlungsnummer rückseitig "No 42 Gueré", min. besch., leichte Abriebspuren
H: 23 cm
Provenienz
Coll. Kröner, Gerlingen, Germany
Vergleichsliteratur
Boyer, Alain-Michel, Girard, Patrick u.a., Arts premiers de Côte d' Ivoire, Sepia 1997, p. 65
Verkauft.
240 Maske "gu"
Elfenbeinküste, Guro
Holz, schwarze, weiße und rote Farbe, bekrönt von einem Huhn, Randlochung, min. besch., Riß, leichte Abriebspuren
H: 44,5 cm
Provenienz
Galerie Inge Hett, Berlin, Germany
Preis: 650 - 1300 €
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