Online Katalog zur 66. Tribal Art Auktion
351 Großer Tanzstab "oshe shango"
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Nigeria, Yoruba
Holz, teilweise krustierte schwarzbraune Patina, In Form einer knienden weiblichen Figur, beide Hände das breite Doppelaxtsymbol umfassend, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; diese Tanzstäbe "oshe" wurden zu Ehren des Donnergottes Shango von männlichen und weiblichen Mitgliedern des Kultes während des Shango-Festes getragen. Das Hauptmerkmal ist die Doppelaxt. Im guten Sinne wird Shango mit fruchtbarkeitsspendem Regen assoziiert, er gilt als wahrheitsliebend und soll Lügen und Diebstahl strafen.
H: 63 cm
Provenienz
A. de Jong, The Netherlands
Preis: 2000 - 4000 €
352 Tanzstab "oshe shango"
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Nigeria, Yoruba, Abeokuta-Gebiet
Holz, mittelbraune Patina, Reste von Kaolin und blauem Pigment, beschnitzt mit einer knienden weiblichen Figur, Keule und Opferhuhn in Händen haltend, bekrönt von Doppelaxtsymbol, besch., feine Risse, Abriebspuren, auf Sockel montiert
H: 32 cm
Provenienz
Private Collection, France
Vergleichsliteratur
Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika, Linz 1997, p. 208, ill. III/2.4
Preis: 650 - 1200 €
353 Paar Ritualstäbe "edan oshugbo"
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Nigeria, Yoruba
Kupferlegierung, vollplastische Figuren, männlich/weiblich, um eisernen Stab gegossen, durch Kette verbunden, schlauchförmige Gliedmaßen, die ornamentalen Seitenfortätze vmtl. stilisierte Vögel darstellend, min. besch., Spuren von Korrosion; "edan"-Stäbe waren wichtige Kultgegenstände des "ogboni"-Bundes der Yoruba. Sie dienten als Erkennungszeichen der Mitglieder und wurden um den Hals hängend getragen. Sie boten ihrem jeweiligen Besitzer Schutz vor Krankheiten und wurden besonders verehrt. Eine wichtige Rolle spielten sie bei Bestattungsriten für Bundmitglieder.
H: 23 cm
Provenienz
Jochen Winkler, Konstanz, Germany
Helmut Zake, Heidelberg, Germany
Vergleichsliteratur
Witte, Hans, A Closer Look, Berg en Dal 2004, ill. 87
Preis: 1300 - 2500 €
354 Utensilien des "ifa"-Orakels
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Nigeria, Yoruba
Orakelbrett "opon ifa", reich beschnitzte Randzone mit Maskengesicht "eshus", Holz, Reste von polychromer Fassung, M: 31,5 cm x 22 cm; Klopfer "iroke", beschnitzt mit zwei Paaren von Janusköpfen, Holz, schwarz-braun patiniert, min. besch.; Wahrsagekette "opele", 8 halbierte Fruchthülsen an dünnem Band aus Stoff- oder Schnurmaterial; "ifa"-Orakelköpfchen, Bein, H: 6 cm, kleine Fehlstelle; mit dem Klopfer "iroke" schlägt der Priester "babalawo" gegen das "ifa"-Brett, um die Aufmerksamkeit von "orunmila" zu erlangen, der Gottheit, an welche die Bitte um Weissagung gerichtet ist. Auf dem "ifa"-Brett wird Holzstaub "iyersun" verteilt, in dem durch Werfen der Orakelkette bestimmte Figuren erzeugt werden, die dann entsprechend gedeutetet werden. Die Utensilien werden in "agere ifa" genannten Deckelschalen aufbewahrt.
Provenienz
Prof. Georg Elwert, Berlin, Germany, collected in situ
- Ifa oracle board, collected in Dahomey (nowadays Republic of Benin), Allada, Ayizo (1968)
- Diviners necklace, collected in Dahomey, Allada, Ayizo (1968)
- Ifa tapper, collected in Dahomey, Abomey (1968)
- Ifa oracle head, collected in Ayou, Dahomey (1972)
Vergleichsliteratur
Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika, Linz 1997, p. 190
Preis: 600 - 1200 €
355 Ifa-Orakelzeiger
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Nigeria, Yoruba
Holz, mittelbraune Patina, mit kniender weiblicher Figur beschnitzt, besch., Fehlstellen, Spuren von Insektenfrass, auf Sockel montiert; Ifa-Zeiger werden aus Gelbguß, Elfenbein oder Holz hergestellt. Sie werden vom Wahrsager benutzt, indem er mit dem spitzen Ende auf das Orakelbrett schlägt, um die Aufmerksamkeit von "orunmila" zu erlangen. Das breite Ende ist oft hohl und mit einem kleinen Klöppel versehen mit der Wahrsager oder assistierende Frauen während der Anrufung klappern.
H: 33 cm
Provenienz
Private Collection, Frankfurt a.M., Germany
Vergleichsliteratur
Witte, Hans, Ifa and Esu, Soest-Holland 1984, p. 99, ill. 65
Preis: 500 - 1000 €
356 Armreif der "ogboni"-Gesellschaft
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Nigeria, Yoruba
Bronze mit Patina, im Relief gegossen, verziert mit stilisierten männlichen und weiblichen Figuren sowie Reiterdarstellungen, Ränder in Flechtoptik mit 16 angehängten Glocken, min. besch., Fehlstellen (Glocken), leichte Korrosionsspuren; von Königen, Priestern und "oshogbo"-Würdenträgern getragen, zudem als Grabbeigabe verwendet. Heutzutage werden sie manchmal auf Hausaltären aufgestellt und dienen als Standfuß für Kalebassen.
H: 13,5 cm
Provenienz
Jochen Winkler, Konstanz, Germany
Helmut Zake, Heidelberg, Germany
Christie's, Christie's London, Tribal Art, 1 December, 1982, lot 172
Publiziert in
Marie-Louise Bastin, Introduction aux arts d' Afrique noire, Arnouville 1984, p. 190
Vergleichsliteratur
Dobbelmann, Th.A.H.M., Der Ogboni-Geheimbund, Berg en Dal 1976, ill. 131
Verkauft.
357 Kniendes Figurenpaar "onile" für den "ogboni"-Kult
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Nigeria, Yoruba
Bronze, die männliche Figur Pfeife rauchend und ein Schwert in der Rechten haltend, die weibliche Figur den typischen "ogboni"-Gruß zeigend, erhabene Band-Skarifikationen, große Köpfe mit scheibenförmigen Bärten und ausladenden Gesichtszügen, min. besch.; "die Bronzen der "ogboni"-Gesellschaft lassen sich in zwei Kategorien einteilen. Zum Einen Objekte der Gemeinschaft, wobei es sich vor allem um "edan ogboni" handelt, die innerhalb des "ogboni"-Hauses ("iledi") von jedem gesehen werden dürfen und die gelegentlich auch außerhalb verwendet werden, da sie bei der Überbringung von Botschaften als Erkennungszeichen dienen. Bei der zweiten Kategorie handelt es sich um geheime Objekte, die im "Allerheiligsten" ("ile awo") verborgen werden, wo sie nur von den üblicherweise fünf Ältesten der "ogboni"-Chiefs gesehen werden dürfen. Dazu gehört vorliegendes Figurenpaar "onile", Herrscher der Erde, das Urahnenpaar der "ogboni"..." (nach William Fagg). "Vorliegendes Figurenpaar gehört zu den besten "onile" die uns bisher bekannt sind und bieten die Möglichkeit "onile"-Figuren in ihrer vollkommenen Form zu studieren..." (nach William Fagg).
H: 27,5 cm und 28,5 cm
Provenienz
Jochen Winkler, Konstanz, Germany
Helmut Zake, Heidelberg, Germany
Christie's London, Tribal Art, 1 Dezember, 1982, lot 168
Verkauft.
358 Glocke "omo" der "ogboni"-Gesellschaft
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Nigeria, Yoruba
Bronze, fleckige Patina, vierseitig, mit gebogtem unterem Rand, erhabene Gesichtszüge auf der Frontseite, Flechtbanddekor an oberem Rand und ösenförmigem Griff, komplett mit Klöppel, Spuren von Korrosion
H: 17,5 cm
Provenienz
Jochen Winkler, Konstanz, Germany
Helmut Zake, Heidelberg, Germany
Verkauft.
359 Glocke "omo"
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Nigeria, Yoruba
Gelbguss, dunkle Patina, kegelfömiger Korpus, mit menschlichem Gesicht verziert, Schmuckelemente und Skarifikationen im Gesichtsbereich fein ausgearbeitet, kronenartige Kopfbedeckung, Klöppel fehlt, min. best., leichte Korrosionsspuren; diese Glocken hatten rituellen Charakter und dürften zum Herbeirufen der Ahnen verwendet worden sein.
H: 15,5 cm
Provenienz
Ursula Voorhuis, Sint Agatha, The Netherlands
Vergleichsliteratur
Witte, Hans, Earth and the Ancestors, Ogboni Iconography, Amsterdam 1988, p. 80, pl. 17
Verkauft.
360 Stab "opa osanyin"
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Nigeria, Yoruba
korrodiertes Metall, bekrönt von stilisierter Reiterfigur, einer stehenden weiblichen Figur und einem Vogel, in kreisförmiger Anordnung 16 weitere, kleinere Vögel unterhalb, befestigt auf eisernem Ring, der durch radial angeordnete Speichen mit dem Stab verbunden ist, min. besch., Korrosionsspuren, auf Holzsockel montiert; diese Stäbe wurden am Eingang des abgegrenzten Geländes eines "osanyin"-Priesters plaziert, um die nächtlichen Angriffe von Hexen abzuhalten. Die "osanyin"-Priester müssen im Busch nach Kräutern gegen deren Zauber suchen. Sie wurden außerdem durch die Kräfte von "orunmila" geschützt, der einst selbst in den Busch ging um die Macht der Hexen einzudämmen. "Orunmila" ist in dem großen, den Stab bekrönenden Vogel verkörpert.
H: 64 cm
Provenienz
Joseph Christiaens, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Witte, Hans, A Closer Look, Berg en Dal 2004, p. 251 f.
Verkauft.
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