Online Katalog zur 67. Tribal Art Auktion
291 Weibliche Zwillingsfigur "ere ibeji"
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Nigeria, Yoruba
Holz, schwarzbraune matt glänzende Patina, Verkrustungen mit Rotholzmehl "osun", 6 Kettchen mit Miniaturglasperlen, gebohrte Pupillen, Ritztataus auf den Wangen, ungewöhnliche Frisur in Form von zwei spitz aufsteigenden Hörnern, beide Nagelköpfe fehlend, Nasen- und Mundpartie durch Fütterungsprozeduren stark berieben, min. besch., feiner Riss (Plinthe); die Figuren tragen den Namen des Verstorbenen. Die kleinen Perlenkettchen stellen Geschenke an den "Ersatzzwilling" dar. Die Kaurimuschelstränge symbolisieren den Reichtum, den die Existenz von Zwillingen bei den Yoruba verspricht.
H: 24,5 cm
Provenienz
Kegel-Konietzko, Hamburg, Germany
Verkauft.
292 Zwillingsfigurenpaar "ere ibeji"
Nigeria, Yoruba
Holz, mittelbraune fleckige Patina, Rotholzmehl "osun", indigoblaues Farbpigment an der Frisur, Glasperlenketten um die Hüften, Metallspangen um die Fußgelenke, eine männliche und eine weibliche Figur, auf Sandalen mit hohen Sohlen stehend, die Arme frei neben dem schlanken Rumpf hinabgeführt, die Hände jeweils seitlich an die rund vorgewölbten Oberschenkel angelegt, bekrönt von großen Köpfen mit dreiteiligen Frisuren und großen Augen mit genagelten Pupillen, min. besch., Risse
H: 29,5 cm
Provenienz
Auktionshaus Graf Klenau, München, 182. Auktion
Preis: 600 - 900 €
293 Weibliche Zwillingsfigur "ere ibeji"
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Nigeria, Yoruba, Oyo-Gebiet
Holz, braune Patina, Verkrustungen mit "osun" (Rotholzmehl) und Lehm, min. Reste von indigoblauer Farbe an der Frisur, Glasperlenkettchen, Kaurimuschelstrang, Nagelköpfe als Augen, Oyo-typische Merkmale: Hochfrisur aus vier Wülsten, die sich am Hinterkopf in einem Knoten treffen, drei lanzettförmige Stammeszeichen an der Stirn, der zugespitzte Mund, die dicken Arme und die Bauchtätowierungen, Waschpatina im Gesicht, min. best., Fehlstellen durch Insektenfrass rückseitig am Sockel
H: 30 cm
Provenienz
Lore Kegel & Dr. Georg Kegel, Hamburg, Germany (coll. in situ 1956)
Vergleichsliteratur
Stoll, Gert, Ibeji, Zwillingfiguren der Yoruba, München 1980, p. 155 f.
Verkauft.
294 Weibliches Zwillingsfigurenpaar "ere ibeji" im Kaurimuschelmantel
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Nigeria, Yoruba, Oyo-Gebiet
Holz, braune Patina, Verkrustungen mit Rotholzmehl "osun", indigoblaue Farbe an der Frisur, diverse Kettchen mit aufgezogenen Kokosscheibchen und Miniaturglasperlen, Mantel in Gestalt eines rechteckigen Stückes aus mehreren Lagen Stoff, oberseitig flächendeckend besetzt mit aufgenähten Kaurimuscheln und ledergesäumten Ornamenten, dreieckige Halsausschnitte nur die Köpfe der Figuren frei gebend, die ehemals in den Augen eingeschlagenen Nägel bis auf einen ausgebrochen, lanzettförmige Skarifikationsmale, min. besch., rep. (Mantel mit Flicken ausgebessert), dreieckige Ornamente stellenweise ausgerissen; "ibeji" im Kaurimantel sind in Oyo wesentlich häufiger zu finden als anderswo. Kauri-Schnecken galten früher in West-Afrika als Zahlungsmittel und mit dieser Geste soll die besondere Wertschätzung, die man dem Verstorbenen entgegenbringt, demonstriert werden. Gleichzeitig wird hiermit der Wohlstand der Familie gezeigt.
H: 29,5 cm (figures); M: 47 cm x 29 cm (cape)
Provenienz
Lore Kegel & Dr. Georg Kegel, Hamburg, Germany (coll. in situ 1956)
Vergleichsliteratur
Stoll, Gert, Ibeji, Zwillingfiguren der Yoruba, München 1980, p. 155 f.
Preis: 2500 - 5000 €
295 Weibliche Zwillingsfigur "ere ibeji"
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Nigeria, Yoruba
Holz, mittelbraune Patina, schwarze, stellenweise krustierte Farbe, Rotholzmehl "osun", Ketten mit Kokosscheibchen und Glasperlen, große aufgewölbte Augen mit Wimpernkranz und Nagelköpfen als Pupillen, lineare Gesichtsskarifikationen, kronenförmige Frisur, min. besch., feine Risse, Gesichtszüge berieben, Waschpatina, auf Sockelblock
H: 30,5 cm
Provenienz
Lore Kegel & Dr. Georg Kegel, Hamburg, Germany (coll. in situ 1956)
Verkauft.
296 Weibliche Zwillingsfigur "ere ibeji"
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Nigeria, Yoruba, Oshogbo - Oyo-Gebiet
Holz, rotbraune Patina mit Spuren von schwarzer Farbe, Verkrustungen mit Rotholzmehl "osun", min. Reste von Indigoblau, Kettchen mit Kokoscheibchen und Glasperlen, Nagelköpfe als Augen (auf linker Seite ausgebrochen), Ritztatauierungen an Bauch und Gesicht, Nasen- und Mundpartie durch Fütterungsprozeduren stark berieben, min. best., Riss (mit Masse ausgefüllt); da die Yoruba glauben, daß Zwillinge eine gemeinsame, unteilbare Seele haben, befindet sich beim Tod eines Zwillings der Überlebende plötzlich in großer Gefahr, da sein seelisches Gleichgewicht empfindlich gestört wird. Deshalb wird ein Schnitzer beauftragt, als symbolischen Ersatz für den verstorbenen Zwilling eine kleine Holzfigur anzufertigen. Sie dient als neue Wohnstätte für die Seele des Verstorbenen. In einer nach überlieferten Riten festgelegten zeremoniellen Handlung ermöglicht der "babalawo" der Seele in diese kleine Holzfigur zurückzukehren. Sie wird "ere ibeji" genannt, "ibeji" heißt in der Yoruba-Sprache "Zwilling", "ere" = "Idol".
H: 26 cm
Verkauft.
297 Fruchtbarkeitspuppe
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Nigeria, Yoruba
Holz, mittelbraune Patina, rotes und weißes Pigment, zylinderförmiger arm- und beinloser Rumpf, großer Kopf mit hoher Kammfrisur und plastisch ausgearbeiteten Gesichtszügen, min. best., kleinere Fehlstellen, auf Sockelplatte
H: 30,5 cm
Provenienz
Udo Horstmann, Zug, Switzerland
Frederick, Hanley, Great Britain
Preis: 800 - 1500 €
298 Fragment einer Reiterfigur
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Nigeria, Yoruba, Südliches Ekiti Gebiet, Efon - Alaye
helles Holz, Reste von schwarzer Bemalung, massive Brüste, großer Kopf mit hoch ansteigender Kammfrisur und scheibenförmigem Bart, schön geschnittene Gesichtszüge mit Nagelköpfen als Pupillen, halbkugelförmiger Aufsatz mit drei stereotypen Maskengesichtern, besch., Fehlstellen durch Insektenfrass (Pferd, Aufsatz), starke Farbabblätterungen, Riss, auf Metallplatte montiert; Fragment eins Verandapfostens, aus der Werkstatt der "Adesina"-Familie von Efon Alaye, möglicherweise ein Werk "Agbonbiofes", der über 20 Hauspfosten für den Palast von Efon Alaye schuf. Hauspfosten gehören zu den wichtigsten und herausragendsten Skulpturen der Kunst der Yoruba. Abgesehen von ihrer Funktion als figurale Stützelemente für Dächer und Flure war ihre symbolische Aufgabe königliche Macht und Stärke zu repräsentieren.
H: 83 cm
Vergleichsliteratur
Drewal, Henry John, Pemberton, John, Yoruba, New York 1989, p. 92, ill. 105
Verkauft.
299 Kniende weibliche Schreinfigur "eshu"
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Nigeria, Yoruba
Holz, stark krustierte schwarze Patina, großer schmaler Kopf mit gebohrten Pupillen, erhabener Scheitelgrat, die Frisur auf beiden Kopfseiten unterschiedlich gestaltet, alte Sammlungsnummer "607" auf der Unterseite, best., kleinere Fehlstellen, rep. (Zopf); aus der Werkstatt von Dadaolomo, Meisterschnitzer aus der Stadt Ota. Solch kniende, ihre Brüste haltenden weiblichen Figuren werden als Verehrerinnen "eshus" in typischer Opferhaltung identifiziert. Sie könnten aber auch den weiblichen Aspekt der Gottheit verkörpern. Das an den "eshu"-Zopf angeschnitzte Kürbisgefäß soll "eshus" Stärke demonstrieren, denn diese Behältnisse wurden bei den Yoruba für Medizin verwendet.
H: 18 cm
Provenienz
Helmut Zake, Heidelberg, Germany
Vergleichsliteratur
Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika, Linz 1997, p. 272
Verkauft.
300 Schalenträgerin "arugba shango"
Nigeria, Yoruba
Holz, rotbraune Patina, Reste von Kaolin, auf runder Basis kniende weibliche Figur mit akzentuierten Brüsten, mit nach oben gestreckten Armen eine flache, runde Schale tragend, besch., Risse, kleine Fehlstellen durch Insektenfrass; in den "shango"-Schreinen enthielten solche Schalen blutbeschmierte Blitzsteine des Gottes ("orisa"), die von "shango" umhergeschleudert wurden. Er ist die Schutzgottheit der Könige des alten Oyo-Reiches. Seine Blitzkeile trafen jene, die ihm missfielen. Außerdem enthalten waren die Reste der allwöchentlich geopferten Kolanüsse.
H: 70 cm
Vergleichsliteratur
Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika, Linz 1997, p. 214, ill. III/2.19
Preis: 2500 - 5000 €
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