Online Katalog zur 68. Tribal Art Auktion
141 Anthropomorphe Gesichtsmaske "ngil"
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Gabun, Fang
sehr leichtes, helles Holz, vormals mit weißer Kaolinerde farbig gefaßt, min. Reste von dunkelbrauner Farbe, gelängtes Gesicht in das eine leichte Herzform eingeschnitten ist, ungewöhnlich für diese Maskenform sind die aufwändige Frisur aus akkurat eingeschnittenen Mustern, vor allem aber das Fehlen der weißen Gesichtsbemalung, min. best., kleinere Fehlstellen; die typische Gesichtsbemalung mit weißer Kaolinerde, einer Farbe die an die Macht der Ahnen gemahnt, deutet darauf hin, dass die Maske den Geist eines Verstorbenen verkörpert. Die "ngil"-Maskengestalten trugen ein Kostüm aus Raphiafasern. Ihre furchteinflößende und abschreckende Wirkung wurde verstärkt, indem sie überwiegend während der Nachtstunden im Schein von Fackeln in den Dörfern erschienen. Neben "ngil" gibt es den "ngontang"-Typus, entweder als mehrgesichtige Helmmaske oder "eingesichtig", "lo ngon ntân" genannt, was soviel heißt wie "Kopf des weißen Mädchens" oder "Totes junges Mädchen". Masken die einen Toten verkörpern, hatten eine doppelte Aufgabe: einerseits sollten sie Zauberer vom Dorf fernhalten, andererseits machten sie ihre bösartigen Umtriebe wirkungslos.
H: 41 cm
Provenienz
Werner Krauß, Vienna, Austria
Vergleichsliteratur
Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Genf, München, New York 1997, ill. 178 f.
Verkauft.
142 Stehende Fetischfigur "biteki"
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D. R. Kongo, Teke
Holz, matte braune Patina, Kaolinreste, zylinderförmiger Rumpf mit rechteckiger Eintiefung, die Reste von magischen Substanzen enthält, die Gesichtsfläche überzogen mit eingeritzter vertikaler Rillenzier, rep.(Hüfte, Bein), besch., Fehlstellen durch Insektenfrass
H: 43,5 cm
Provenienz
Werner Krauß, Vienna, Austria
Verkauft.
143 Janusköpfige Fetischfigur "biteki"
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D. R. Kongo, Teke
helles Holz, Brandzier, beidseitig rechteckige Vertiefung zur Aufnahme von magischer Masse, der Januskopf mit nahezu identischen Gesichtszügen, vertikalen Skarifikationen und sichelförmiger Kopfbedeckung, min. besch., Fehlstelle (Fußspitze), Risse; derartige Zauberfiguren dienten als Schutzpatron für die Jagd, gegen Krankheit und bösen Zauber. Die Medizin befindet sich in einem von Lehm und Stoff umgebenen, "bilongo" genannten Paket. Dieses enthält je nach Bestimmung verschiedene Ingredienzien. Getragen wird es um den Leib, da sich für die Teke die magische Weisheit "aufessen" läßt und im Bauch konserviert wird.
H: 41 cm
Provenienz
Werner Krauß, Vienna, Austria
Vergleichsliteratur
Lehuard, Raoul, Les arts Bateke, Arnouville 1996, p. 299
Verkauft.
144 Anthropomorphe Helmmaske
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Tansania, Makonde/Mwera
Holz, dunkelbraune Patina, birnenförmiges Gesicht mit henkelförmigen Ohren und breitem, zähnezeigendem Mund, in vertikaler Linie aufgebrachte schwarze Masse an der Nasenwurzel, dichter Behang mit Grasfaser am unteren Rand, kleinere Fehlstellen, Farbabrieb, Risse, rep.
H: 31 cm
Provenienz
Werner Krauß, Vienna, Austria
Verkauft.
145 Nackenstütze
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Sudan, Dinka
Holz, dunkelbraune Glanzpatina, geschwungene Liegefläche mit zwei stilisierten Tierköpfen an den Enden, Nagelzier, Pflanzenfaserschnur zum Transport, min. besch., leichte Gebrauchsspuren; Nackenstützen dienten als eine Art Kopfkissen und sollten die kunstvollen Frisuren davor bewahren im Schlaf zerdrückt oder zerzaust zu werden, gleichzeitig identifizierten sie auch ihren Besitzer hinsichtlich des Ranges und der Klanzugehörigkeit.
H: 28,5 cm; L: 54 cm
Provenienz
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Verkauft.
146 Hörnermaske
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Liberia, Grebo
Holz, schwarzbraune Patina, üppiger Grasfaserbart, in geometrischen Formen hervortretende Gesichtszüge, Bohrlöcher unterhalb der Augen, min. besch., Risse, Farbabblätterungen; die Grebo bilden Masken, die die im Wald wohnenden Geister der unsichtbaren Welt verkörpern. Diese Masken werden von Initiierten der höchsten Stufe geschaffen und treten bei Ritualen und Festen auf, die den Initiierten vorbehalten sind. Es sind kaum Statuen der Grebo bekannt, ihre Masken sind eher selten !
H: 44 cm
Provenienz
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Kerchache, Jacques, Paudrat, Jean-Louis u.a., Die Kunst des Schwarzen Afrika, Freiburg, Basel, Wien 1988, p. 535
Verkauft.
147 Maske "landa"
Liberia, Loma
Holz, grauschwarze, stellenweise krustierte Patina, Kaolin, vereinfachte Formen, das Gesicht reduziert auf eine rund vorspringende Stirn und ein flaches gelängtes Gesichtsfeld, Augen mit Aluminiumauflage, Gesichtsumrisstatauierungen und lineare Skarifikationen, paarweise angeordnete Bohrlöcher an der Stirn zur Befestigung von Federkopfschmuck, min. Reste von Faser und Schnurmaterial rückseitig, min. best., kleinere Fehlstellen, Risse; die Loma besitzen eine Vielfalt von Masken, die bei Feierlichkeiten der "poro" - Geheimgesellschaft der Männer auftreten. Sie können in drei Hauptgruppen eingeteilt werden: die männliche "landa" - Maske, das weibliche Pendant "nyangbai" und den Typus der gehörnten Masken.
H: 44 cm
Provenienz
Émile-Francois Chambon, Geneva, Switzerland (1996)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Encyclopedia of African Art and Culture, München 2009, p. 378 f.
Preis: 1500 - 3000 €
148 Steinkopf "pomdo"
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Sierra Leone, Kissi
graubraune Patina, typische Gesichtszüge und erhabene Skarifikationen zeigend, min. besch., Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; die Kissi glauben, dass diese Figuren ihre Vorväter darstellen. Beim Tod eines Häuptlings oder einer wichtigen Dorfpersönlichkeit wird der "pomdo" (=der Tote) im Reisfeld oder neben einem von dem Verstorbenen gepflanzten Baum vergraben.
H: 8,5 cm
Provenienz
Maria Wyss, Basel, Switzerland (1972)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Verkauft.
149 Stehende weibliche Figur "jo nyeleni"
Mali, Bamana
helles Holz, graubbraune Patina, stilisierter Körperbau mit akzentuierten Brüsten, Skarifikationen an Körper und Gesicht, Augen und Zähne aus Metall, besch., Fehlstellen durch Insektenfrass, auf Holzsockel montiert; diese Figuren stellten "die schönen jungen Frauen des Jo" dar. Die neu in den "jo" initiierten Bundmitglieder reisten während einiger Monate mit solchen Figuren in die benachbarten Dörfer, wo sie auf ihren Erwachsenen-Status aufmerksam machten und ihren Heiratswunsch offenbarten. Die "nyeleni"-Figuren veranschaulichten die Merkmale einer jungen Bamana-Frau im heiratsfähigen Alter.
H: 46 cm
Provenienz
Emil Storrer, Zurich, Switzerland (1967)
Hans Hess, Basel, Switzerland
P. Berger, Binningen, Switzerland
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Preis: 1500 - 3000 €
150 Antilopentanzaufsatz "tjiwara"
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Mali, Bamana, Region Beledougou
Holz, dunkelbraune Patina, Halsband aus Leder, schmaler langgezogener Kopf mit weit nach hinten ausladenden Hörnern, rep. (Kalotte), min. besch., Spuren von Insektenfrass, feine Risse; der "tjiwara" trägt bei seinen Auftritten eine mit langen schwarzen Fasern oder Baumwolltroddeln dicht besetzte, zottige Tunika. Dazu gehört eine aus Baumwolle oder Pflanzenfasern gewobene Kappe. Vorliegender "tjiwara" zählt zu dem horizontalen (weiblichen) Typus, der sich überwiegend im Westen der Bamana-Region findet.
H: 34,5 cm, L: 78 cm
Provenienz
Maria Wyss, Basel, Switzerland
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Colleyn, Jean Paul (Hg.), Bamana, p. 224 f.
Verkauft.
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