Online Katalog zur 68. Tribal Art Auktion
171 Männliche Stampferfigur "deble"
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Elfenbeinküste, Senufo, Guiembe-Region, Dorf Loulouni
Holz, braune Glanzpatina, ohne Füße einer zylinderförmigen Basis entwachsend, auffallend schlanke gelängte Gliedmaßen, schmales Gesicht mit weit vorgezogener Mundpartie, min. besch., Risse, leichte Abriebspuren; wahrscheinlich vom "Meister von Karakpo" stammend; deble"-Figuren treten stets paarweise auf, sie gehören den Geheimbünden des "poro" an. Ihre korrekte Bezeichnung ist eigentlich "poro piibele" (= "Kinder des poro"). Sie stehen für die Tradition der Gesellschaft, symbolisieren den von den Ahnen gefundenen rechten Weg und gewährleisten in diesem Sinne Segen und Fortschritt. Sie werden u. a. bei Beerdigungszeremonien eingesetzt. Bei den südlichen Senufo stoßen alte Mitglieder von "poro" diese Figuren im Rhythmus der Trommeln und Hörner auf die Erde, weshalb sie auch als "Rhythmusstampfer" bezeichnet werden.
H: 118 cm
Provenienz
Èmile-Francois Chambon, Geneva, Switzerland (1995)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Förster, Till, Die Kunst der Senufo aus Schweizer Sammlungen, Zürich 1988, p. 73, ill. 54
Verkauft.
172 Maske "kpelie"
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Elfenbeinküste, Senufo
Holz, schwarzbraune Patina, bekrönt von einwärts gebogenem Hörnerpaar, ornamentale Fortsätze an den Seiten, die typischen nach unten wachsenden "Beinchen" am Kinn, Randlochung, min. besch., leichte Abriebspuren; in der Literatur wird diese Maskenart als "kpelie"-Maske bezeichnet, das aus dem Wort der Senufo für "springen" abgeleitet ist. Ein gültiger Sammelbegriff der neueren Forschung ist "kodal". Die neben dem Kinn ansetzenden "Beine" werden heute größtenteils als Zöpfe an Schläfen und Wangen gedeutet. Während die seitlichen Fortsätze nur die Aufgabe haben die Erscheinung der Maske abzurunden und auszugleichen. Diese Masken haben die Aufgabe, während der Bestattungszeremonien den Geist des Verstorbenen aus dessen Haus zu vertreiben.
H: 27,5 cm
Provenienz
Emil Storrer, Zurich, Switzerland (1959)
Hans Hess, Basel, Switzerland (1968)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Verkauft.
173 Maske "korobla"
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Elfenbeinküste, Senufo
Holz, matte Patina, farbige Bemalung, aus verschiedenen Tieren zusammengesetzt: Krokodilmaul, Hauer eines Warzenschweins, Büffelhörner, von Chamäleon bekrönt, besch., Risse, Spuren von Insektenfrass, Abriebspuren; nicht zum "poro"- Bund, sondern zu einer eigenen Vereinigung gehörend. Außer bei Beerdigungsfeiern tritt die Maskengestalt nachts in Erscheinung, denn um diese Zeit könnten sich Hexen im Dorf herumtreiben und ihre Opfer suchen. Ihnen soll "korobla" auflauern, denn sie ist stärker als jede Hexe. Sie ist außerordentlich schnell und früher muß sie auch für ihre Fähigkeit "Feuer" zu speien, bekannt gewesen sein. Sie stößt langgezogene Schreie aus und sobald sie eine Hexe gefunden hat, verjagt sie sie mit aller Macht.
L: 55 cm
Provenienz
Emil Storrer, Zurich, Switzerland (1948)
René David, Zurich, Switzerland (1959)
Toni Dähler, Basel, Switzerland
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Verkauft.
174 Vier Goldgewichte
Ghana
Gelbguss mit Patina, zwei in Tiergestalt (u.a. Wels), die anderen in Form menschlicher Figuren bei Alltagsverrichtungen, letztere auf Acrylsockel montiert; noch bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts war Goldstaub die Währung des Landes. Bei jedem Kauf oder Verkauf mußte dieser Goldstaub abgewogen werden, wozu man neben Naturgewichten (Samen, Muscheln, Knochen etc.) auch Metallgewichte, die heute sogenannten Goldgewichte verwendete.
H: 2 cm - 4,5 cm
Provenienz
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Preis: 400 - 800 €
175 Stehende Figur
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Togo, Ada
Holz, graubraune Patina, Kaolin, min. Spuren von rotem Pigment (Mund, Kinnbereich), Kaurischnecken als Augen, drei Glasperlenstränge, stilisierte Formensprache, Kreuztataus auf den Wangen, min. best., Farbabrieb; der Ahnenverehrung dienend, auf privaten Ahnenschreinen im Haus aufgestellt.
H: 27 cm
Provenienz
Antonio Fiacco, Zurich, Switzerland (2001)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Verkauft.
176 Kleine stehende Figur
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Togo, Ewe
helles Holz, Glanzpatina, schwarze Farbreste, breite Schultern, Halskette aus weißen Miniaturglasperlen, besch., Fehlstellen (linkes Bein), Risse, auf Holzsockel montiert
H: 24,5 cm
Provenienz
René David, Zurich, Switzerland (1985)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Verkauft.
177 Männliche Zwillingsfigur "venavi"
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Togo, Ewe
helles Holz, Glanzpatina, schwarze Farbreste, Frisur mit Seitenscheitel, min. besch., kleine Fehlstelle (rechtes Ohr), leichte Abriebspuren; "venavi"-Figuren werden wie die "ibeji"-Figuren bei den Yoruba für verstorbene Zwillinge, bzw. Drillinge angefertigt. Sie dienen als Körper für die Seele der Verstorbenen. Sie werden von den Ewe-Frauen bekleidet, wie Kinder versorgt, gewaschen, gefüttert und schlafen gelegt. Denn die Ewe verehren Zwillinge und sehen in ihnen eine Verbindung zur jenseitigen Welt.
H: 20 cm
Provenienz
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Verkauft.
178 Maske "okonpo" des "igri"-Geheimbundes
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Nigeria, Ibo-Afikbo
Holz, leicht konkav eingewölbt, Betonung der Vertikalen durch erhabenen Stirngrat und Nasensteg, unterteilt in einzelne, farblich abgesetzte Kompartimente, Rillenzier, Tragevorrichtung aus geflochtener Pflanzenfaser rückseitig (besch.), Farbabrieb; sehr seltener Maskentypus, der bei großen Festlichkeiten, beispielsweise zur Beginn der Trockenzeit, vorzugsweise von älteren Männern von hohem Rang getragen wurde. Die Bezeichnung "okonkpo" (d. h. fermentiertes Maniokmehl), ist eine Anspielung auf die Ähnlichkeit der Maskenform mit großen Speiseschalen aus Holz.
H: 31,5 cm
Provenienz
Michel Egloff, Neuchâtel, Switzerland (1992)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Publiziert in
Arts Africains dans les Collections Privées Neuchâteloises, Exposition du 8 juin au 11 août 1985, Fondation Le Grand-Cachot-De-Vent, p. 57, ill. 87
Verkauft.
179 Maske "mma ji"
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Nigeria, Ibo-Afikbo
Holz, bemalt mit rotem, weißem und schwarzem Pigment, oval aufgewölbte Form, die Mittellinie in der Vertikalen besetzt mit drei tubusförmigen und einem sichelförmig ausschwingendem Fortsatz, verziert mit flächig eingeschnittenen, farblich akzentuierten Ornamenten, Grasfaserflechtband als Randeinfassung, rep. (Fortsätze); der sichelförmige Stirnfortsatz stellt ein Messer zum Yams Schneiden "mma ji" dar, das der Maske ihren Namen gegeben hat. Die Maske ist ein gängiger Typus der Afikpo und wird vielfältig eingesetzt, beispielsweise bei Erntefesten und Initiationsfeiern von Knaben, bei den bekannten "okumpa"-Maskentänzen und anderen Aufführungen.
H: 32 cm
Provenienz
Galerie Maya, Paris, France (1970)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
ausgestellt
Afrique Noire, Sculptures des Collections Privées Suisses, La Chaux-De-Fonds, Musée des Beaux-Arts, 27 Mars - 6 Juin 1971, Cat. No 154
Vergleichsliteratur
Wittmer, Marcilene K., Arnett, William, Three Rivers of Nigeria, Atlanta 1978, p. 32
Verkauft.
180 Türflügel
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Nigeria, Igbo
Holz, matte, rotbraune Patina, hochrechteckige Form, flächendeckend beschnitzt mit linearem geometrischem Dekor, min. besch., Witterungsspuren, Spuren von Insektenfrass, Risse; es handelt sich hier um Ehrentüren "mgbo ezi".
M: 83,5 cm x 35,5 cm
Provenienz
René David, Zurich, Switzerland (2001)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Cole, Herbert M., Aniakor, Chike C., Igbo Arts, Los Angeles 1984, p. 69
Verkauft.
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