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Zemanek-Münster

Online Katalog zur 68. Tribal Art Auktion

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191 Stehende männliche Figur

Kamerun, Mambila

Holz, matte Patina, Reste einer farbigen Fassung, herzförmiges Gesichtsfeld mit großen Augen und geöffnetem Mund, typisches Detail: die Zickzack-Kontur der Beine, besch., Risse, Spuren von Insektenfrass, auf Sockelplatte montiert; bei den Mambila gibt es weder ein Königtum noch eine zentrale Macht, sondern ein Dorfoberhaupt, das unterstützt wurde, durch die sog. "mimin"-Vereinigung. Sie glaubten an einen Schöpfer, den sie bald "nama", bald "chang" nannten, aber einen Kult gab es nur für die Ahnen der Familie. Ihnen zu Ehren wurden auch die meisten Figuren geschaffen.

H: 49,5 cm

Provenienz
Eduard Hess, Basel, Switzerland

Preis: 1300 - 2000 €

192 Maske "suaga"

Kamerun, Mambila

Holz, matte Patina, schwarze, rote und weiße Farbe, beschnitzt mit gabelförmigem Hörnerpaar und großem geöffnetem Maul, rep. (rechtes Horn), Spuren von Insektenfrass; die "suaga"-Maske trägt zoomorphe Züge, die kaum mit einer bestimmten Tierart verbunden werden können. Am ehesten ließe sich das aufklaffende Maul als eine Hundeschnauze deuten. Man vermutet, dass für die Herstellung dieser Masken Zauberstoffe verwendet wurden, die die rituelle Tötung von Hunden erforderte.

H: 21 cm: L: 40 cm

Provenienz
Helmut Zimmer, Zurich, Switzerland
Eduard Hess, Basel, Switzerland

Preis: 1500 - 2500 €

193 Trompete

Kamerun, Mambila

Holz, dunkelbraune Patina, rotes Pigment, Kaolin, langgezogene schlanke Form, bekrönt von einer menschlichen Halbfigur, besch., Risse, Abriebspuren; diese Trompeten treten bei den zweimal im Jahr stattfindenden Saat- und Erntefesten auf, zu Zeiten der Unterhaltung, wenn die Männer in andere Dörfer reisen um an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen und Freundschaften zu erneuern.

H: 61,5 cm

Provenienz
Gallery Alibaba, Bordeaux, France (1971)
Eduard Hess, Basel, Switzerland

Preis: 850 - 1500 €

194 Marionettenkopf

Gabun, Fang

Holz, rötlichbraune Patina, Spuren von Kaolin und schwarzer Farbe, reduzierte Gesichtszüge, separat gearbeitete Ohren, rechteckige Aussparung am Hinterkopf, min. best., Riss (Hinterkopf), auf Metallsockel; Marionettenköpfe der Fang sind äußerst selten !

H: 18 cm

Provenienz
Harvey Menist, Amsterdam, The Netherlands (1973)
Eduard Hess, Basel, Switzerland

Preis: 2500 - 5000 €

195 Kopfplastik eines "bieri" - Reliquiars

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Kopfplastik eines "bieri" - Reliquiars, Gabun, Fang

Gabun, Fang

Holz, satte schwarze Patina, stellenweise krustiert, ebenmäßige Gesichtszüge: konkav eingeschwungenes herzförmiges Gesichtsfeld mit großen Metallaugen, der Haaransatz begrenzt durch diademartiges Band, gerillte Frisur mit Mittelgrat, auf säulenartig langem Hals mit mehreren Bohrlöchern zur Befestigung an der Basis, Spuren von Verwitterung ebenda, min. best., kleinere Fehlstellen, auf abgetreppten Sockel montiert; im Rahmen des "bieri"- Kultes (= Schädelkult) verwendet. Die Schädel wurden bei den Fang in einem zylindrischen Behälter aus Baumrinde aufbewahrt und mit einem Kopf oder einer Figur versehen, der oder die im Deckel befestigt wurde. Dieses, Rindenschachtel und Kopf oder Figur umfassende Objekt heißt "bieri" und diente sowohl innerhalb der Familie als auch bei den Zeremonien der bündischen Organisationen religiösen und magischen Zwecken. Kopf bzw. Figur sollten an den Toten erinnern und hatten zudem Wächterfunktion, sollten Uneingeweihte, vor allem Frauen, davon abhalten, den Inhalt der Schachtel zu untersuchen. Die "bieri" wurden bei jeder Kulthandlung mit Öl oder Blut bestrichen und mit Nahrung versorgt, wobei die wichtigste Kulthandlung die Knabeninitiation war.

H: 33 cm

Provenienz
Hans Hess, Basel, Switzerland (1975)
Eduard Hess, Basel, Switzerland

Verkauft.

196 Reliquiarfigur "mbulu" oder "mwete"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Reliquiarfigur "mbulu" oder "mwete", Gabun, Kota

Gabun, Kota

Holz, Metallblech, Metallklammern, ovales, konkav eingemuldetes Gesichtsfeld mit parallel verlaufenden Ritzverzierungen, sichelförmige Augen und dreieckige Nase separat gearbeitet, der Hals in einen rautenförmigen Griff übergehend, der ursprünglich in den Deckel des Schädelkorbes eingeflochten war, min. besch., leichte Abrieb-und Korrosionsspuren; diese stark stilisierten, abstrakten Kopfplastiken wurden von den Kota auf den Behältern der Knochenreliquien ihrer Ahnen befestigt und sollten den wertvollen Schatz vor Unbefugten schützen. Sie wurden vor jeder wichtigen Entscheidung - wie zum Beispiel einem Orakel befragt und zur Abwehr gegen Schadenszauberer eingesetzt. Zauberer die vor allem in der Nacht gefährlich waren, sollten vom Glanz der "mwete" verscheucht werden, der sie an die Wiederkehr des Tageslichtes erinnerte.

H: 52 cm

Provenienz
Harvey T. Menist, Amsterdam, The Netherlands (1972)
Renate Pessler, Basel, Switzerland
Eduard Hess, Basel, Switzerland

Vergleichsliteratur
Perrois, Louis, Art ancestral du Gabon dans les collections du Musée Barbier-Mueller, Genf o.J., p. 76
Perrois, Louis, Arts du Gabon, Paris 1979, ill. 193

Verkauft.

197 entfällt

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

198 entfällt

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

199 Gesichtsmaske "okuyi"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Gesichtsmaske "okuyi", Gabun, Punu/Lumbo

Gabun, Punu/Lumbo

helles Holz, Kaolin, rotbraune Patina, Reste von schwarzer Farbe, gekennzeichnet durch eine weiche, liebliche Formensprache: die sichelförmig geschlitzten Augen unter hochgezogenen zarten Brauen in Zusammenwirken mit dem kleinen festen Mund einen heiteren, fast lächelnden Gesichtsausdruck erzielend, alter Sammlungsaufkleber "H. Hess" rückseitig, Nasenspitze best., kleinere Fehlstellen, Farbabrieb (Frisur), Risse; dargestellt ist ein idealisiertes weibliches Gesicht, worauf sowohl die Haartracht, als auch die Skarifikationsmale an Stirn und Schläfen hindeuten. Laut Hans Himmelheber eine verstorbene, aus dem Totenreich zurückgekehrte Frau wiedergegebend. "Okuyi"-Masken wurden ursprünglich bei Beerdigungszeremonien getanzt. Bei ihren Auftritten trugen die Tänzer Kostüme aus Raphiastoffen und bewegten sich geschickt auf bis zu zwei Meter hohen Stelzen, wobei sie die Zuschauer mit wilden Schreien erschreckten. Nach E. Leuzinger sprachen sie mit "Geisterstimmen" durch ein Geheiminstrument, das aus einem kleinen, mit Spinnmembran verschlossenem Kürbis bestand.

H: 33 cm

Provenienz
Lorenz Eckert, Basel, Switzerland (1950)
Hans Hess, Basel, Switzerland (1970)
Eduard Hess, Basel, Switzerland

Publiziert in
Afrique Noire, Sculptures des Collections Privées Suisses, La Chaux-de-Fonds, Musée des Beaux-Arts, 27 Mars - 6 Juin 1971, Cat. No 96

Vergleichsliteratur
Himmelheber, Hans, Negerkunst und Negerkünstler, Würzburg 1960, p. 308 f.
Leuzinger, Elsy, Die Kunst von Schwarz-Afrika, Recklinghausen 1972, p. 264 f.
Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Afrikanische Masken aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf, München, New York 1997, ill. 75

Verkauft.

200 Maske "ngongo munene"

Dieses Objekt ist nicht mehr erhältlich.

Maske "ngongo munene", D. R. Kongo/ Angola, Dinga

D. R. Kongo/ Angola, Dinga

gehämmertes Kupferblech, Augen und Mund eingeschnitten, gepunzte rosettenartige Punktmuster an Stirn und Schläfen, min. Spuren von Korrosion, altersbedingte Patina; die Kupfermasken heißen "ngongo munene", "der Häuptling der Erde". Sie werden bei Beerdigungen von Häuptlingen, der Inthronisierung eines neuen Häuptlings, bei Ahnenopfern und vom Oberhaupt zur Initiation von Knaben in den "mukanda" genannten Lagern getragen. Sie sind zudem Manifestationen der agrarbezogenen Dorfgemeinschaft ("ekuluwanda") und Ausdruck gemeinsam zu bewältigender Aufgaben in Wirtschaft und Gesellschaft. Weil es verboten ist, dass Frauen und Kinder solche Masken zu Gesicht bekommen, werden sie von "kfufutshi" genannten Amtsträgern aufbewahrt, in Stoff eingehüllt und in einer Kalebasse lagernd in einer winzigen Grashütte ("kaseke ya shifulumiko") versteckt, die in einer Baumgabel errichtet wird. Die erste Maske dieser Art, die Afrika verlassen hat, wurde 1961 von Marie Louise Bastin vor Ort gesammelt.

H: 28 cm

Provenienz
Michel Egloff, Neuchâtel, Switzerland (1997)
Eduard Hess, Basel, Switzerland

Vergleichsliteratur
Roy, Christopher D., Kilengi, Afrikanische Kunst aus der Sammlung Bareiss, München 1997, S. 213
Schädler, Karl-Ferdinand, Encyclopedia of African Art and Culture, München 2009, p. 180
Herreman, Frank, Petridis, Constantijn (ed.), Face of the Spirits, Tervuren 1993, p. 97

Verkauft.

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