Online Katalog zur 68. Tribal Art Auktion
231 Kopfskulptur
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D. R. Kongo, Mangbetu
Elfenbein, glänzende Patina, die typische Mangbetu-Kopfform zeigend, min. besch., kleine Fehlstelle (linkes Ohr), Risse, auf Acrylsockel montiert; wahrscheinlich von einer Bogenharfe "kundi" stammend. Harfen, die aus dem Besitz von Hofmusikern der Mangbetu stammten, beinhalten oftmals wertvolle Materialien wie Elfenbein oder aufwändige Schnitzereien. Die Mangbetu-Ältesten behaupten, dass derartige figürliche Darstellungen am Harfenkopf Königin Nenzima zeigen. Sie war Ratgeberin für vier Könige zwischen 1875 und 1926.
H: 14 cm
Provenienz
Eduard Hess, Basel, Switzerland (1982)
Verkauft.
232 Figur "okifa"
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D. R. Kongo, Mbole
helles Holz, dunkelbraune Patina, Pigmentreste, die Hände mit der Hüftregion verschmolzen, flächig kantiger Kopfaufsatz, min. besch., Spuren von Insektenfrass, leichte Abriebspuren, rest.; das religiöse und soziale Leben der Mbole wird von der hierarchisch gegliederten "lilwa"-Gesellschaft gesteuert. In der Gesellschaft der Mbole spielt die Todesstrafe durch Erhängen eine zentrale Rolle. Diese Strafe trifft Ehebrecher, unheilbringende Zauberer und Mitglieder der "lilwa"-Gesellschaft, die Geheimnisse des Bundes verraten haben. Diese "okifa" (=Gehängter) genannten Figuren, sind keine individuellen Porträts, zeigen jedoch deutlich das Motiv des Hängens. Sie werden den Initianden präsentiert, als didaktische Belehrung und Warnung vor Verfehlungen und Geheimnisverrat.
H: 39 cm
Provenienz
Reynold C. Kerr, New York, USA (1974)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 278
Verkauft.
233 Scheitelmaske in Schlangenform
D. R. Kongo, Ngbaka
Holz, graubraune Patina, Spuren von Kaolin und von ritueller schwarzer Opfermasse, scheibenförmig, kleine Kalotte mit Randlochung zur Befestigung auf der Unterseite, min. best., Risse, min. Spuren von Insektenfrass, rep.; wurde von einem Medizinmann horizontal auf dem Kopf getragen und angeblich zur Heilung von Schlangenbissen eingesetzt. Masken der Zande gelten als sehr selten ! Sie werden von der "mani"-Gesellschaft und bei Beerdigungsfeierlichkeiten verwendet. Vermutlich sind sie zusammen mit dem "mani"-Bund etwa um 1910 aus der Zentralafrikanischen Republik eingeführt worden.
D: 28 cm
Provenienz
Eduard Hess, Basel, Switzerland
ausgestellt
Exhibition Oberwil 1990
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, The Handbook, Brüssel 1987, p. 202 f.
Preis: 1500 - 3000 €
234 Wurfmesser
D. R. Kongo, Nzakara
Metall, sichelförmige Klinge mit blattförmigem Fortsatz, auf einer Seite verziert mit fein eingeritzten Ornamenten, Griff mit Leder eingehüllt, min. besch., leichte Korrosionsspuren
H: 48,5 cm
Provenienz
Hans Hess, Basel, Switzerland (1979)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Fischer, Werner, Zirngibl, Manfred A., Afrikanische Waffen, Passau 1978, p. 86
Preis: 650 - 1200 €
235 Helmmaske "giphogo"
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D. R. Kongo, Pende
Holz, farbige Fassung, schmal geschlitzte Augen und rüsselförmige Nase, Bart mit Zackenornamentik, Frisur mit knaufartigem Fortsatz, min. besch., kleine Fehlstellen, feine Risse, leichte Abriebspuren; die Maske "giphogo" ist Teil des herrscherlichen Schatzes und wird zusammen mit anderen geheiligten Objekten aufbewahrt. Die maskierte Figur repräsentiert den politischen Führer und symbolisiert die Macht der Ahnen.
H: 27,5 cm
Provenienz
Harvey T. Menist, Amsterdam, The Netherlands
Pierre Dartevelle, Brussels, Belgium (1977)
Hans Hess, Basel, Switzerland (1978)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Herreman, Frank, Petridis, Constantijn (ed.), Face of the Spirits, Tervuren 1993, p. 73
Verkauft.
236 Maske "phumbu"
D. R. Kongo, Pende
Holz, farbige Fassung, Haube aus Raphiabast mit vier angearbeiteten zapfenförmigen Fortsätzen, min. besch., Abriebspuren; dieser Maskentypus stellt einen Stammeshäuptling dar und trat zur Unterhaltung der Dorfbewohner auf. Sie wurde häufig von einem Assistenten begleitet, der die "tunda"-Maske trägt. Dieser muss dem Häuptling einen Platz aussuchen, von dem aus er die bestmögliche Sicht hat.
H: 26 cm
Provenienz
Leopold Häfliger, Luzern, Switzerland
René David, Zurich, Switzerland (1983)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, Brüssel 1987, p. 143, ill. 7
Preis: 2000 - 4000 €
237 Maske "mbuya"
D. R. Kongo, Pende (West)
Holz, in dicker Schicht mit Rotholzpulver eingefärbt, dunkelbraune Patina, kunstvolle Haube aus Raffiabast, typisch: die durchgehende Brauenlinie und die Augen mit den nahezu geschlossenen Lidern, horizontale Ritztataus auf den Wangen, min. best., kleinere Fehlstellen; Beschneidung und Initiation sind für junge Männer Pflicht und werden begleitet von mehr als 15 Maskentypen, die unterschiedliche Charaktere aus dem dörflichen Leben symbolisieren: "tundu" - der Lebenskünstler, "ngobo" - die Prostituierte, "gabuku" - der junge Liebhaber, der Wahrsager "nganga", der bärtige "kiwoyo-muyombo" und die Häuptlingsmaske "phumbu".
H: 26,5 cm
Provenienz
Hans Hess, Basel, Switzerland (1975)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Schädler, Karl-Ferdinand, Encyclopedia of African Art and Culture, München 2009, p. 499
Preis: 1500 - 3000 €
238 Gesichtsmaske "mbangu"
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D. R. Kongo, Pende (West), Kwilu
Holz, braune Patina, stark nachgedunkeltes Kaolin, schräg abfallende Augen und Brauenwülste, unterschiedlich eingefärbte Gesichtshälften, Haube aus fein geknüpftem Raphiabast mit Grasfaserbüscheln über der Stirn, min. best., kleinere Fehlstellen, Farbabrieb; diese Maske zeigt einen hochangesehenen Jäger, der durch Zauberei Opfer einer Gesichtslähmung wurde. Bei Maskentänzen wird die "mbangu"-Maske von verschiedendsten Charakteren, wie Spaßmachern, Zauberern oder Prostituierten begleitet. Die schwarze und weiße Bemalung stellt Narben dar, die durch einen Sturz ins Feuer aufgrund von Epilepsie oder anderen Krankheiten herrühren.
H: 29 cm
Provenienz
René David, Zurich, Switzerland (1976)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Herreman, Frank, To cure and protect, New York 1999, p. 21, 9-11
Verkauft.
239 Gesichtsmaske "minyangi"
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D. R. Kongo, Pende Kasai, Pende (Ost)
Holz, rot eingefärbt, mit Kaolin akzentuierte Brauenbögen, Nasenrücken und Dreieckstataus, min. besch., Fehlstellen durch Insektenfrass (v. a. rückseitig); vorliegender Maskentypus wird ergänzt durch üppigen Federschmuck und Grasfaserbart. Nach F. Neyt verordnete der Medizinmann "nganga" den Tanz der "minyangi"-Masken im Falle von ansteckenden Krankheiten oder wiederholten Fehlgeburten. Sie wurden von Frauen aus dem Häuptlingshaus getragen.
H: 23,5 cm
Provenienz
Jean-Pierre Lepage, Brussels, Belgium (1978)
Eduard Hess, Basel, Switzerland
Vergleichsliteratur
Sousberghe, L., L' Art Pende, o.O. 1958, ill. 72 f.
Verkauft.
240 Maske "panya ngombe"
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D. R. Kongo, Pende (Ost)
Holz, farbige Fassung, auffallend abstehende Ohren und breite Augenschlitze, eingeschnittene Rautenornamentik, farblich akzentuiert, min. besch., kleine Fehlstellen, Spuren von Insektenfrass, Abriebspuren; der Maskentypus "panya ngombe" steht in Bezug zu wilden Kühen oder Büffeln, die Symbole für Prestige und hohen Stand darstellen. Sie finden sich in Form von Reliefs an den Türstürzen von Würdenträgern und zeigen an, dass es sich um Personen von höchstem Rang handelt. Die "panya ngombe" Masken wurden im Rahmen von Beschneidungsfeierlichkeiten verwendet.
H: 31 cm
Provenienz
Eduard Hess, Basel, Switzerland (1978)
Vergleichsliteratur
Herreman, Frank, Petridis, Constantijn (ed.), Face of the Spirits, Tervuren 1993, p. 77
Verkauft.
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