Online Katalog zur 68. Tribal Art Auktion
451 Kopfskulptur
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D. R. Kongo, Mangbetu/Azande
Holz, mittelbraune Glanzpatina, Brandzier, säulenartiger Hals, ein schmales Gesicht mit hoch ansteigendem Hinterkopf, min. besch., feine Risse, kleine Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; die Mangbetu leben im nordöstlichen Zaire, an der Grenze zum Sudan und der Zentralafrikanischen Republik. Ihre Kunst konzentriert sich hauptsächlich auf die Gestaltung und Dekoration von Gebrauchs- und Kultgegenständen. Figuren der Mangbetu sind daher selten. Sie treten einzeln oder paarweise auf und können als Darstellung von Ahnen gelten. Die deformierte Kopfform weist auf den Brauch hin, die Köpfe der Kinder in einer streckenden Form zu bandagieren, um einen ausgeprägten Hinterkopf zu erzielen, der auch heute noch als besonders vornehm gilt.
H: 30,5 cm
Provenienz
Constant Permeke, Antwerpen/Ostende, Belgium
Patric Claes, Brussels, Belgium
Verkauft.
452 Stehende männliche Figur
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D. R. Kongo, Mbala
Holz, rotbraune matt glänzende Patina, betontes Geschlecht, die Hände vor der Brust ruhend, ovales Gesicht mit großen Augen, hängenden Lidern und gebohrten Nasenlöchern, min. besch., Risse, leichte Abriebspuren, auf Holzsockel montiert; die Volksgruppe der Mbala lebt im südwestlichen Zaire, heute teilweise verstreut unter anderen Volksgruppen. Neben Helmmasken haben die Mbala vor allem Figuren, die zum Schatz eines Häuptlings gehören, allgemein "pindi" heißen und vor allem in Gestalt von Trommlern oder weiblichen Figuren mit Kindern auftreten. Daneben gibt es Zauberfiguren, die vom Medizinmann "nganga" für Heilungszeremonien verwendet wurden.
H: 25 cm
Provenienz
French Collection
Fily Keita, Los Angeles, USA
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, Brüssel 1987, p. 103, ill. 5
Verkauft.
453 Schild
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D. R. Kongo, Ngombe
braun patiniertes Rohrgeflecht, längsovale Form, Rotanrahmen, aus Rohr und Stäbchen in mehreren, sich kreuzenden Schichten geflochten und dann mit Rotanfasern zu einem dichten Flechtwerk verbunden, verziert mit dunkel abgesetzten, geometrischen Mustern, separat gearbeitete Griffplatte aus Holz rückseitig, min. besch., leichte Gebrauchsspuren; früher wurden Poto- und Ngombe-Schilde häufig mit den traditionellen Zickzack-Mustern versehen.
H: 89 cm
Provenienz
Max Willborg, Stockholm, Sweden
Verkauft.
454 Fetisch-Rumpffigur
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D. R. Kongo, Nsapo-Nsapo
Holz, Bastschurz, Fellbehang, Tierhorn im Scheitel mit menschlichem Haar und Federn, 3 weitere massegefüllte Tierhörner, das Holz und alle übrigen Materialien eingefärbt mit Rotholzpulver, Kaurimuscheln als Augen, eingeschlagene Nägel an Kopf und Kinn, min. best., Riss, auf Sockel montiert; die Nsapo sind eine kleine Volksgruppe im südlichen Zentrum von Zaire. Aufgrund ihrer Historie erfuhren sie Einflüsse verschiedendster Richtungen, von den Lulua, Luba, wie auch Einflüsse europäischer Art, was sich in in der großen Variationsbreite ihres Figurenstils wiederspiegelt. Masken sind von den Nsapo nicht bekannt. Sie schufen in erster Linie Mutter- und Zauberfiguren mit dem besonderen Charakteristikum der übergroßen Köpfe. Ein Schnitzer wurde als "Meister von Beneki", ein anderer als "Meister der sitzenden Mütter" bekannt.
H: 57 cm
Provenienz
Craig Le Chapel, Santa Fe, USA
Vergleichsliteratur
Felix, Marc L., 100 Peoples of Zaire and their Sculpture, Brüssel 1987, p. 134
Schädler, Karl-Ferdinand, Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, München, Berlin 1994, p. 305
Preis: 5000 - 10000 €
455 Anthropomorphe Amulettmaske "ikoko"
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D. R. Kongo, Pende
Elfenbein, honigbraune Patina, ovale Form, in drei Zacken angelegte Frisur, seitliche Bohrlöcher zur Befestigung, min. best.
H: 4 cm
Provenienz
Peter Loebarth, Hameln, Germany
Vergleichsliteratur
Herreman, Frank, Petridis, Constantijn (ed.), Face of the Spirits, Tervuren 1993, p. 21
Verkauft.
456 Anthropomorphe Miniaturmaske "ikoko"
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D. R. Kongo, Pende
Elfenbein, Glanzpatina, ovale Form, in drei Zacken angelegte Frisur, Tatauierungen in der Stirn- und Wangenregion, seitliche Bohrlöcher zur Befestigung, min. best., auf Sockel montiert; diese Miniaturmasken mit den drei- oder vierschöpfigen Frisuren verkörpern die mächtigen Maskengeister "fumu" und phumbu", zu denen die Jungen eine lebenslange Beziehung haben werden. Diese Masken die meist aus kostbarem Elfenbein oder Nilpferdknochen gemacht wurden zeigen auch den Status und das Prestige des Besitzers an.
H: 6 cm
Provenienz
Ernest Godefroid, Belgium (ca. 1950)
Expertise
Origine Expert, Montreuil, 5.8.2011, Certificat No. 11.07.17/053
Preis: 3000 - 5000 €
457 Maske
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D. R. Kongo, Pende
Holz, farbige Fassung, Kastagnettenaugen mit gebohrten Pupillen, spitz vorspringender Mund, Randlochung, min. besch., leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; trotz der Sehschlitze handelt es sich um eine Maske, die auf der Stirn getragen wird. Sie tritt sehr zu sehr unterschiedlichen Gelegenheiten auf und übernimmt auch Manöver, die eigentlich mit anderen Masken in Verbindung gebracht werden. Da der Tänzer dieser Maske einfach Luft holen und atmen kann und somit nicht so schnell ermüdet übernimmt er zum Beispiel Aufgaben der Maske "kipoko".
H: 15,5 cm
Provenienz
Joseph Christiaens, Brussels, Belgium
Vergleichsliteratur
Pende, Collection J. M. Desaive et Ch. Laeremans, Brüssel 2009, p. 57
Verkauft.
458 Weibliche Figur
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D. R. Kongo, Pende
Holz, dunkelbraune Glanzpatina, fragmentarisch erhalten (Beine fehlend), Schläfentatauierungen und fein ausgeschnitzte Frisur, min. dam., Risse, Fehlstellen, leichte Abriebspuren, auf Sockel montiert; die Pende stellten bevorzugt Figuren weiblichen Geschlechts her, denn Frauen galten als besonders achtsam und beständig. Der Künstler betonte hier vor allem die "Schlafzimmeraugen" ("zanze") von denen man glaubte, dass sie die wesentliche Macht der Frauen über die Männer ausmachen. Die Augen sind relativ klein und die oberen Lider nach unten gesenkt, so dass der Eindruck entsteht sie wären beinahe geschlossen.
H: 20,5 cm
Provenienz
Belgian Private Collection
Preis: 800 - 1500 €
459 Maske "kasangu"
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D. R. Kongo, Salampasu
Holz, schwarzbraune Patina, Kaolin, aufgewölbte Form, mit spitz zulaufendem Kinn, das Gesicht beherrscht durch einen mit spitzen Zahnreihen beschnitzten Mund, Frisur aus Rotankugeln, in zwei Strängen angelegter Bart, min. besch., Spuren von Insektenfrass, leichte Abriebspuren; die Salampasu waren weithin bekannt für ihre Angriffslust und Wehrhaftigkeit, was es ihnen ermöglichte, bis ins 20. Jahrhundert hinein weitgehend unabhängig zu bleiben. Sie unterscheiden drei Maskentypen, die geflochtenen "idangani"-Masken, die mit Kupferblech verkleideten "mukinka"-Masken und vorliegenden Typus "kasangu". Ihre Masken gehören ausnahmslos den Kriegergesellschaften "mungongo" und "matambu" an und finden bei Initiationsriten und sonstigen Maskenfesten Verwendung. Die Anzahl der Masken die ein Geheimbund besaß, gab Aufschluss über den erwiesenen Mut der Mitglieder, ihre Erfahrung in der Kriegskunst und nicht zuletzt über die Anzahl der getöteten Feinde.
H: 29 cm
Provenienz
Old Belgian Collection
Preis: 2500 - 5000 €
460 Würdestab "dibulu"
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D. R. Kongo, Luba-Shankadi
Holz, dunkelbraune Patina, Reste von Kaolin, mit Kupferblechstreifen beschlagener Rundstab, im unteren Bereich runde Fläche beidseitig verziert mit im Relief geschnitzten stehenden Figuren, bekrönt von Kopf mit stammestypischen Gesichtszügen und brettartig flachem Kopfaufsatz, min. besch., feine Risse, leichte Abrieb- und Korrosionsspuren, auf Holzsockel montiert; die zahlreichen Würdenträger in der Hierarchie des einstigen Luba-Reiches - sakraler König, regionale Fürsten, Dorfhäuptlinge und Sippenälteste - verfügten über einen reichen Vorrat an sichtbaren Amtssymbolen. Zu den häufigsten Würdezeichen zählen die kunstvoll geschnitzten Prunkstäbe. Die abgeflachten Abschnitte, "dibulu" geannt, repräsentieren die Verwaltungszentren eines Königreiches. Der unverzierte Rundstab dagegen verkörpert die unbewohnten Savannengebiete und versinnbildlicht die Wege die zu den Verwaltungszentren führen. Die Metallspitze am unteren Ende steht für materiellen Reichtum und die Stärke des Stammesfürstentums, das dieser Stab ehrt.
H: 85,5 cm
Provenienz
Pierre Dartevelle, Brussels, Belgium
French Private Collection
Vergleichsliteratur
Roberts, Mary Nooter, Memory, New York 1996, p. 173, ill. 70
Preis: 15000 - 30000 €
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