Tribal Art Katalog jetzt verfügbar

Der Katalog zur 85. Tribal Art Auktion am 4. März ist ab sofort verfügbar. Telefonische Bieterbetreuung auch in Französisch !

kpan Maske, Baule, Côte d'Ivoire, aus der Offerte Tribal Art Auktion 4. März 2017 bei Zemanek-Münster, Würzburg

Der Katalog zur Tribal Art Auktion am 4. März ist jetzt online und als Printkatalog erhältlich. Mehr als 500 Werke, Klassisches, Traditionelles und Außergewöhnliches aus Afrika, Asien, Australien und der Südsee umfasst die Offerte.

Zu den Highlights gehört diese weibliche 'kpan' Maske der Baule, ein Werk aus der Zeit vor 1920, ehemals Sammlung Edith Hafter, Solothurn (Los 174). Gleich 9 weitere Werke aus dieser Sammlung gelangen zum Aufruf, darunter eine seltene Dida Figur (Los 188) , der außergewöhnliche, extrem seltene und superbe gearbeitet Talisman von den Admiralitätsinseln (Los 44), das Baule Figurenpaar (Los 167), datiert um 1900 .

 

 

Vorbesichtigung in Würzburg:
Mi 1. bis Fr 3. März von 10 bis 19 Uhr
Sa 4. März  von 9 bis 13.30 Uhr

Auktion in Würzburg:
Samstag, 4. März 2017 ab 14 Uhr 

Telefonische Bieterbetreuung in Deutsch, Englisch und Französisch !

 

 

Sammlungen und Sammlungsgeschichten haben ihren besonderen Reiz. Vor allem dann, wenn sie dem außenstehenden Betrachter und Kunstinteressierten den Blick hinter die Sammlung gewähren. Die Versteigerung der Sammlung Hans D. Rielau, Teil I, vor genau einem Jahr gehört dazu (nachzulesen im Katalog zur 82. Tribal Art Auktion in Würzburg vom 27. Februar 2016).

Auch im zweiten Teil der Sammlung Rielau zeigt sich, was diese Sammlungauszeichnet: kleine Spezialsammlungen innerhalb einer Sammlung mit dem Ziel, jeweils einen favorisierten Basistypus vielfältig und variantenreich zu repräsentieren. So auch bei den filigran geschnitzten ‚lukwakango‘-Masketten der Lega (Lose 66-69), den ‚venavi‘-Figürchen (Lose 71,72) und ‚kakudji‘-Miniaturen (Lose 74,76,77). Eindrucksvoll belegt wird dies auch bei der kleinen Gruppe von Maternité-Figuren (Lose 80-86). Geschaffen von Künstlern verschiedenster Volksgruppen, haben sie das Tragen des Kindes wandlungsreich aufgegriffen und auf vielfältigste Weise künstlerisch anspruchsvoll umgesetzt.

 

 

Die Äthiopiensammlung Sachau-Zeies (Lose 470 - 486) ist ein Spiegel der unterschiedlichsten, vom Nahen Osten geprägten Kulturräume. Denn kulturell zählt der bevölkerungsreichste Binnenstaat der Welt mehr als 80 ethnische Gruppen, deren Größe von mehreren Millionen bis zu wenigen Hundert reicht. Nirgendwo sonst auf der Erde finden sich unterschiedlichste Ethnien so dicht versammelt wie hier. Und gleichwohl Äthiopien geographisch dem ‚Afrika südlich der Sahara‘ zugerechnet wird, sind große Teile des Landes in ihrer historischen und kulturellen Entwicklung stark von Einflüssen aus dem Nahen Osten geprägt: Das aksumitische Reich, der koptisch-christliche Norden, Harar und der muslimische Osten, sowie die unberührten Kulturen des Südens und Westens.
Ein kleiner Spiegel dessen findet sich in der Äthiopien-Sammlung Sachau-Zeies mit Werken ganz gegensätzlicher Kulturräume. Kulturräume, die sich wohl auch deshalb so entfalten konnten, weil Äthiopien selbst nie wirklich Kolonie war, trotz kolonialer Umklammerung der Nachbarländer. Einige dieser Arbeiten beherbergt heute das Ikonenmuseum Recklinghausen, sowie in den USA das Houston Museum of Natural Science und das F. Johnson Museum of Art der Cornell University in Ithaca, New York.
Objekte der vorliegenden Offerte, wie die meisterlich gefertigte Ikone aus dem 17. Jahrhundert (Los 470) und die Konso Stele (Los 478), waren 2007/08 in der Wanderausstellung »Lucy‘s Legacy: The Hidden Treasure of »Ethiopia« (Houston, Seattle, New York) zu sehen.

Afrika ist Tradition und Moderne: Die Kunstsammlung von Marlies Sachau-Zeies und Klaus Sachau eint beides. Klaus Sachau arbeitete fast 25 Jahre, von 1981 bis 2004, für verschiedene Entwicklungsorganisationen in Asien und Afrika, davon fünf Jahre allein in Äthiopien.

 

 

Weitere Themenschwerpunkte der Offerte sind - neben den Masken und Skulpturen der Kulturräume Gabuns - eine bedeutende Goldschmucksammlung der Akan / Baule (Lose 214 - 227). Schmuck aus Gold gilt bei den Baule und vielen Akangruppen als Zeichen von Reichtum und Ansehen. An eigens dafür festgesetzten Festtagen stellten Männer die von ihnen erworbenen Goldornamente öffentlich aus. Damit erwarben sie den Status eines „big man", eines bedeutenden Mannes. Die Teilnehmer des Festes trugen ihre besten Kleider und die schönsten Goldornamente, die sie besaßen. Nach Auskunft von Goldschmieden der Baule sollen die  Ornamente gängige Sprichwörter verkörpern. Neben  menschlichen Gesichtern finden sich vor allem Halbmonde, Widderköpfe und Welsdarstellungen. Außerdem werden den Ornamenten magische Kräfte zugeschrieben, sie sollten Körper und Geist ihres Trägers vor Unheil schützen.

 

 

Expressive, archaisch wirkende Kleinplastiken finden wir bei verschiedenen ethnischen Gruppen in ganz Kamerun. Die bekanntesten unter diesen monumentalen Miniaturskulpturen sind die anthropomorphen „mu po" Zauberfiguren aus den Werkstätten und von den Künstlern der Bamileke/Bangwa Kultur im Kameruner Grassland.

Die künstlerische Qualität dieser Figuren ist in ihrer Direktheit unvergleichlich in Afrika. Die brutale, beinahe urtümliche Gewalt, die sie ausstrahlen, fasziniert die Sammlerwelt schon seit Jahrzehnten.

Aus der Sammlung des bekannten Kamerun Experten Dr. Pierre Harter stammen die Lose 307-309, 312, 313, 315. Seine Erforschung und Dokumentation der Kunst und Kultur Kameruns formuliert er in seinem Standartwerk „Arts anciens du Cameroun" von 1986. Wichtige Objekte aus seiner Sammlung sind heute Highlights in den Pariser Museen und gehören zum Kanon der Weltkultur.