en de
A A A
Zemanek-Münster

70. Tribal Art Auktion

veröffentlicht: 13. August 2012

Yombe, D.R. Kongo
Provenienz:
Philippe Laeremans, Liège, Belgien
Pierre Dartevelle, Brüssel, Belgien

Nach den überaus erfolgreichen Versteigerungen europäischer Privatsammlungen zurückliegender Auktionen, dürfte auch die Privatsammlung Harald und Ursula Suhr, Kanada / Deutschland ein Magnet für kenntnisreiche Sammler werden (Lose 86-183).
Ganz vorne rangiert eine großfigurige Maternité der Yoruba, Nigeria, mit Stilmerkmalen der Werkstatt Efon-Alaye, deren berühmtester Schnitzer Agbonbiofe (gest. 1945) war (Los 153).
Eines der ältesten Objekte dieser hochwertigen Privatsammlung ist zweifelsohne die kleine Schutzfigur der Lulua aus dem Kongo, eine Arbeit des 19. Jahrhunderts (Los 171). Sie trägt eine wunderschöne Patina und wurde – obschon ihr ein Arm fehlte – auch weiterhin kultisch intensiv genutzt; ein Beleg dafür, wie wichtig diese Figur innerhalb der Gesellschaft war.

Mit rund 130 Objekten aus dem Kongo legt das Auktionshaus in seiner Septemberauktion einen deutlichen Schwerpunkt auf die ehemalige belgische Kolonie und die vielseitigen Werke der ihr angehörenden Volksgruppen.
Die Sparte – fast durchweg vertreten von Klassikern afrikanischer Kunst – reicht von den Azande bis zu den Zombo. Meisterhaft: eine sitzende Gedenkfigur für einen Häuptling der Yombe, dessen hoher Rang durch die Körperhaltung sowie durch die nur Häuptlingen vorbehaltene Kopfbedeckung mit geometrischen Mustern sichtbar gemacht wird. Ladungen an Bauch, Kopf und Rücken, teilweise noch mit Resten der magischen Masse versehen, unterstreichen seinen hohen Stellenwert als Gedenkfigur (Los 488).

Unter den Toplosen der Gesamtofferte beeindruckt ein Figurenpaar der Baule wegen seiner Eleganz und Sammlungsgeschichte gleichermaßen: es stammt aus der ehemaligen Kollektion Helena Rubinstein und findet sich auf Interieur- und Portraitfotografien von 1950 und 1965 wieder, die in ihrem New Yorker Appartement entstanden. 1966 wurde die Helena Rubinstein Kollektion in New York bei Parke-Bernet versteigert; im weiteren "Lebenslauf" des Baule-Paars sind u.a. das Israel Museum in Jerusalem, Andreas Lindner (München) und eine französische Privatsammlung verzeichnet (Los 245).