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Zemanek-Münster

Einladung zur 52. Tribal Art Auktion

veröffentlicht: 12. Oktober 2007
Sehr geehrte Kunden,

wir möchten Sie herzlich zu unserer kommenden 52. Tribal Art Auktion einladen.

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Samstag, 24. November 2007, Beginn 14.00 Uhr
Im Anschluß erfolgt die stille Auktion für Fachliteratur (ca. 600 Lots)

Vorbesichtigung:
Samstag, 17.11. bis Freitag, 23.11. – 10.00 bis 19.00 Uhr
Samstag, 24.11. – 9.00 bis 12.00 Uhr

Im Mittelpunkt dieser Auktion steht die Kuba-Maske von Carl Einstein aus der Sammlung Georg Neuner, München (Lot 170).

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(Klicken Sie auf eines der Bilder, um hochaufgelöste Versionen zu erhalten)

Alternativ können Sie auch unsere Broschüre zur Carl Einstein Maske herunterladen.

Sie gilt als echte Wiederentdeckung auf dem Markt außereuropäischer Kunst und gibt doch weiterhin Rätsel auf.

Ihre Geschichte ist außergewöhnlich und eng verbunden mit Carl Einstein und seiner Publikation „Negerplastik“ von 1915, dem ersten theoretischen Versuch, sich der Kunst der Afrikaner zu nähern. Bis vor kurzem war der Verbleib dieser Maske rätselhaft. Die Fachliteratur der achtziger und späten neunziger Jahre beschäftigte sich intensiv mit dem Verbleib der Einstein-Maske: Ezio Bassani und Jean-Louis Paudrat konnten in ihrer Publikation von 1985 „La sculture nègre, Carl Einstein“ nahezu alle Besitzer der im Einsteinbuch von 1915 abgebildeten Objekte identifizieren; die Kuba-Maske blieb allerdings auch für sie unauffindbar.

In Paris lernte Einstein den Kunsthändler für Afrika, Joseph Brummer, kennen. Er bot ihm nicht nur finanzielle Unterstützung für sein Buch an, sondern stellte ihm Anfang 1914 auch die meisten Abbildungen der Objekte zur Verfügung, die sich zu großen Teilen in seinem Besitz befanden.

Wie und wann genau die Kuba-Maske in das Linden-Museum Stuttgart gelangte, ist nicht dokumentiert. Gesichert ist, dass sie rückseitig mit der Inventarnummer „L39“ verzeichnet ist und wohl im Zuge der intensiven Erwerbsbemühungen des Museums aufgekauft wurde. Mit der Zerstörung des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg gingen die Inventarisierungskarten verloren, so dass es keinerlei weitere Dokumente über den Verbleib der Kuba-Maske gibt. Bekannt ist, dass schon sehr früh finanzielle Engpässe des Museums sowie der Mangel an echtem ursprünglichen Material dazu führten, dass Objekte wieder verkauft wurden; 1948 jedenfalls gehörte die Maske nicht mehr dem Museum an.

In die Privatsammlung Georg Neuner (1903-1962), Sohn eines Schokoladenfabrikanten am Königlich Bayerischen Hof, gelangte sie über Ludwig Bretschneider, dem Münchner Händler für Afrika. Er war mit Neuner freundschaftlich verbunden und beriet ihn beim Aufbau seiner Sammlung für außereuropäische Kunst und Musik, die er in den zwanziger Jahren ausschließlich unter ethnologischen Gesichtspunkten zusammenstellte.

Die Einstein-Maske zählt zweifelsohne zu den Hauptwerken der Kuba im zentralen Zaire und deren Kunst am königlichen Hof. Sie besticht durch ihre Feinheit und formvollendete Ausarbeitung; aus Hartholz geformt, weist sie eine außerordentlich qualitätsvolle feine Patina in Rotbraun auf; lediglich zwei kleine Reparaturstellen befinden sich oben rechts.

Wenngleich Funktion und soziale Bedeutung dieser Maske bis heute nicht eindeutig erwiesen sind, so zeigt sie eine stilistische Nähe zum Bwoom-Maskentyp, der bei wichtigen Zeremonien am königlichen Hof der Kuba in Ritualtänzen auch mit dem Buschgeist Ngesh identifiziert wird.

Die Entstehungszeit der Maske liegt nach Expertenmeinung um 1850. Mit Gewissheit ist es ein Werk aus der Zeit von der Mitte bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, als das Königreich der Kuba seine Blütezeit erlebte, bevor es gegen Ende des Jahrhunderts zerfiel.

Für weitergehende Fragen und Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.