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Zemanek-Münster

30 Jahre Kunsthandel Zemanek-Münster

veröffentlicht: 8. Januar 2008
Zum 30-jährigen Firmenbestehen wartet das Tribal Art Auktionshaus am 1. März 2008 unter anderem mit einem expressionistisch anmutenden Karyatidenhocker auf, der auch bei Sammlern der klassischen Moderne viel Aufmerksamkeit finden dürfte.
Die Figur stammt von den Holoholo, einer kleinen Volksgruppe am mittleren Tanganyika See, von denen nur sehr wenige Skulpturen gesichert sind. Zugeschrieben wird sie dem „Master of slit eyes“, dessen bekanntesten Objekte Museen verwahren (Aufrufpreis 40.000 €).
Ihre Entstehung liegt im ausgehenden 19. Jahrhundert und gelangte nach der deutschen Ruanda Expedition 1893/94 in die koloniale Sammlung des Gouverneursekretärs Max Wentzel in Tabora (Tansania). Seit 1909 ist sie in deutschem Familienbesitz und gelangt nun erstmals in den Kunstmarkt.

Unter den Dan-Ojekten rangiert eine Deangle-Maske ganz vorne. In ihrer Formvollendung gehört sie zweifelsohne zu den Klassikern der afrikanischen Kunst, die in den 20er Jahren vor allem in Frankreich gesammelt wurde (Aufrufpreis: 33.000 €). Gesichert ist ihre Provenienz Jean-Paul Delcourt, französischer Händler und Sammler, der seit Ende der 40er Jahre in Abidjan, Elfenbeinküste, lebt.

Rund 600 Kunstobjekte stehen auf dem Block, darunter wieder eine große Auswahl aus dem Kulturraum Südsee und Papua-Neuguinea. Zu den Kuriositäten zählen drei ganz unterschiedliche, alte und komplett erhaltene Kultschädel: von den Asmat (Aufrufpreis 7.800 €) aus Papua-Neuguinea sowie von den Dayak (Aufrufpreis 5.200 €) und Apo-Kayan (Aufrufpreis 2.000 €) aus Borneo, Indonesien.

Im zweiten Teil findet sich erneut eine stille Auktion für Fachliteratur zum Thema außereuropäische Kunst – versteigert werden rund 500 Objekte.