Neue Dauerausstellung "Afrika" im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
veröffentlicht: 21. Januar 2008
Am 1. Februar 2008 eröffnet das Museum für Völkerkunde zu Leipzig seine neue Dauerausstellung „Afrika“. Bis zum Frühjahr 2009 wird die Ausstellung durch die Bereiche Amerika und Australien / Ozeanien ergänzt. Dann zeigt das Museum auf 4.000 qm Ausstellungsfläche wieder einen „Rundgang durch die Welt“.
Das Museum für Völkerkunde zu Leipzig besitzt über 45.000 afrikanische Objekte, davon knapp 39.000 aus dem Afrika südlich der Sahara.
Der Rundgang beginnt mit mehreren Vitrinen, die das Gebiet des Nahen Ostens darstellen, speziell den Irak sowie die zum Jemen gehörende Insel Sokotra. Blickfang ist eine Guffa, ein Rundboot, das seit ältesten Zeiten bis ins 20. Jahrhundert auf Euphrat und Tigris in Gebrauch war.
Eine kleine Sammlung von Gegenständen aus der ägyptischen Oase Siwa, die von Berbern bewohnt ist, bildet den Übergang zu den Kulturen Nordafrikas. Ein Jahrtausende alter Kulturaustausch mit Einflüssen aus der gesamten Mittelmeerregion und der Sahelzone am Südrand der Sahara prägte Nordafrika. Gleichermaßen gestalteten vielfältige soziale und wirtschaftliche Wechselbeziehungen das Leben der Menschen in den Städten, der Wüste und in den Oasen. Die Ausstellung thematisiert, wie sich die Menschen mit ihrer schwierigen Umwelt zu arrangieren verstanden, und mit welchen Gefahren sie heute konfrontiert sind. Der Besucher erfährt, welche Bedeutung der traditionelle Markt "suq" hat und lernt das Leben in Haus, Hof und in den Zelten kennen, welches dem fremden Gast in islamischen Ländern sonst verborgen bleibt, weil es die Domäne der Frau ist.
Werke der Kunst Benins gehören zu den besonders gesuchten und am meisten geschätzten Objekten afrikanischer Kunst überhaupt. Die Benin-Sammlung des Leipziger Völkerkundemuseums zählt heute zu seinen größten Kostbarkeiten und wird in der neuen Dauerausstellung einen herausragenden Platz einnehmen. Die hoch entwickelte Kunst des Bronzegusses und der Elfenbeinschnitzerei des Königreichs Benin im heutigen Nigeria demonstriert in herausragender Weise Größe und Pracht der Kulturen Afrikas.
Als einzigartig und umfangreich gilt die Sammlung Leo Frobenius aus Westafrika sowie die Sammlung des ehemaligen Museumsdirektors Karl Weule. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Masken der ostafrikanischen Makonde, von denen das Museum die weltweit bedeutendste Sammlung besitzt.
Die Ausstellungen sind so konzipiert, dass sie Kunstkenner genauso ansprechen, wie Besucher, die sich für das Leben anderer Völker interessieren. Als Einzelstück werden in der Ausstellung unter anderem präsentiert: der “Meister von Buli“, eine kunstvoll geschnitzte Holzplastik aus Zentralafrika, eine Prunkaxt als Würdezeichen und geschnitzte Palmweinbecher in Form menschlicher Figuren aus dem Kongo.
Lange Zeit galten Ost- und Südafrika in Europa als geheimnisumwittertes Goldland des Altertums. In den beeindruckenden Steinbauten Simbabwes und den einst blühenden Handelszentren der afrikanischen Ostküste können die Ausstellungsbesucher den Spuren dieser Legenden folgen. In Ost- und Südafrika finden sich auch die frühesten Spuren der Menschheit. Recht urtümlich erscheinen auch die San – Buschleute bzw. Buschmänner – deren Kultur aber nicht als „Reste der Steinzeit“ ausgestellt wird, sondern als typisches Zubehör einer Lebensweise als hochentwickelte Jäger und Sammler.
Öffnungszeiten: Di – So 10-18 Uhr; Eintritt für die Dauerausstellung: 4 € / erm. 2 €
Kontakt: Ute Uhlemann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig; Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig
mvl-grassimuseum@ses.smwk.sachsen.de;
Telefon: +49 341 9731-916; Fax: +49 341 9731-909
Das Museum für Völkerkunde zu Leipzig besitzt über 45.000 afrikanische Objekte, davon knapp 39.000 aus dem Afrika südlich der Sahara.
Der Rundgang beginnt mit mehreren Vitrinen, die das Gebiet des Nahen Ostens darstellen, speziell den Irak sowie die zum Jemen gehörende Insel Sokotra. Blickfang ist eine Guffa, ein Rundboot, das seit ältesten Zeiten bis ins 20. Jahrhundert auf Euphrat und Tigris in Gebrauch war.
Eine kleine Sammlung von Gegenständen aus der ägyptischen Oase Siwa, die von Berbern bewohnt ist, bildet den Übergang zu den Kulturen Nordafrikas. Ein Jahrtausende alter Kulturaustausch mit Einflüssen aus der gesamten Mittelmeerregion und der Sahelzone am Südrand der Sahara prägte Nordafrika. Gleichermaßen gestalteten vielfältige soziale und wirtschaftliche Wechselbeziehungen das Leben der Menschen in den Städten, der Wüste und in den Oasen. Die Ausstellung thematisiert, wie sich die Menschen mit ihrer schwierigen Umwelt zu arrangieren verstanden, und mit welchen Gefahren sie heute konfrontiert sind. Der Besucher erfährt, welche Bedeutung der traditionelle Markt "suq" hat und lernt das Leben in Haus, Hof und in den Zelten kennen, welches dem fremden Gast in islamischen Ländern sonst verborgen bleibt, weil es die Domäne der Frau ist.
Werke der Kunst Benins gehören zu den besonders gesuchten und am meisten geschätzten Objekten afrikanischer Kunst überhaupt. Die Benin-Sammlung des Leipziger Völkerkundemuseums zählt heute zu seinen größten Kostbarkeiten und wird in der neuen Dauerausstellung einen herausragenden Platz einnehmen. Die hoch entwickelte Kunst des Bronzegusses und der Elfenbeinschnitzerei des Königreichs Benin im heutigen Nigeria demonstriert in herausragender Weise Größe und Pracht der Kulturen Afrikas.
Als einzigartig und umfangreich gilt die Sammlung Leo Frobenius aus Westafrika sowie die Sammlung des ehemaligen Museumsdirektors Karl Weule. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Masken der ostafrikanischen Makonde, von denen das Museum die weltweit bedeutendste Sammlung besitzt.
Die Ausstellungen sind so konzipiert, dass sie Kunstkenner genauso ansprechen, wie Besucher, die sich für das Leben anderer Völker interessieren. Als Einzelstück werden in der Ausstellung unter anderem präsentiert: der “Meister von Buli“, eine kunstvoll geschnitzte Holzplastik aus Zentralafrika, eine Prunkaxt als Würdezeichen und geschnitzte Palmweinbecher in Form menschlicher Figuren aus dem Kongo.
Lange Zeit galten Ost- und Südafrika in Europa als geheimnisumwittertes Goldland des Altertums. In den beeindruckenden Steinbauten Simbabwes und den einst blühenden Handelszentren der afrikanischen Ostküste können die Ausstellungsbesucher den Spuren dieser Legenden folgen. In Ost- und Südafrika finden sich auch die frühesten Spuren der Menschheit. Recht urtümlich erscheinen auch die San – Buschleute bzw. Buschmänner – deren Kultur aber nicht als „Reste der Steinzeit“ ausgestellt wird, sondern als typisches Zubehör einer Lebensweise als hochentwickelte Jäger und Sammler.
Öffnungszeiten: Di – So 10-18 Uhr; Eintritt für die Dauerausstellung: 4 € / erm. 2 €
Kontakt: Ute Uhlemann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig; Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig
mvl-grassimuseum@ses.smwk.sachsen.de;
Telefon: +49 341 9731-916; Fax: +49 341 9731-909

