Auf den Spuren der Ahnen
veröffentlicht: 18. Februar 2008
Rund 500 Kunstobjekte weist der Auktionskatalog der 53. Tribal Art Auktion auf. Darunter eine große Auswahl aus dem Kulturraum Ozeanien (rund 60 Objekte) mit Schwerpunkt Indonesien, Südsee und Papua-Neuguinea. Gleich zu Beginn der Auktion kommt das mit 14.000 € angesetzte Reisgottpaar bulul der Ifuago, Philippinen, auf den Tisch (Lot 2), das sich in den 70er Jahren in der namhaften Pariser Sammlung Alain Schoffel befand.
Unter den Alt-Amerika Objekten findet sich eine – nicht nur vom Erhaltungszustand – herausragende anthropomorphe Jadeit-Figurine der Olmeken aus Mexiko (Lot 98). Sie verzeichnet auf der Rückenseite noch eine alte Sammlungsnummer „321-4“. Der Aufrufpreis liegt bei 10.000 €.
1972 schon einmal bei Sotheby Parke Benet versteigert, gelangt unter Lot 184 ein 'tjiwara'-Antilopentanzaufsatz der Bamana, Mali, wieder in den Kunstmarkt (Aufrufpreis 18.000 €). Das religiöse und soziale Leben der Bamana wurde von sechs Initiationsbünden bestimmt, die jeder männliche Stammesangehörige nacheinander durchlaufen mußte. Jede Initiationsstufe war mit dem Gebrauch bestimmter Maskentypen verknüpft. Die 'tijwara'-Aufsätze gehören zur 5. Stufe. Angehörige derselben sollten durch rituelle Tänze die Fruchtbarkeit der Felder fördern. Die Masken traten immer als männlich-weibliches Paar auf, das die Sonne und die Erde und deren Bedeutung für das menschliche Leben symbolisierte.
Bei den Dan-Ojekten rangiert eine deangle-Maske (Lot 240) ganz vorne. In ihrer Formvollendung gehört sie zweifelsohne zu den Klassikern der afrikanischen Kunst, die in den 20er Jahren vor allem in Frankreich gesammelt wurde (Aufrufpreis: 33.000 €). Gesichert ist ihre Provenienz Jean-Paul Delcourt, französischer Händler und Sammler, der seit Ende der 40er Jahre in Abidjan, Elfenbeinküste, lebt.
Auch bei Sammlern der klassischen Moderne dürften zwei expressiv gestaltete Skulpturen viel Aufmerksamkeit finden. So eine Gesichtsmaske der Fang aus Gabun (Lot 360) vom Typus der 'ekeke'. Gerade in Gabun hat die Zerstörung der erreichbaren Kultobjekte und Masken dazu geführt, daß heute nur noch vergleichsweise wenige Kunstwerke der Fang erhalten sind. (Aufrufpreis: 35.000 €). Die Maske befand sich einst in der New Yorker Sammlung Joseph und Doris Gerofsky, deren Provenienz bei zwei weiteren Auktionsobjekten gesichert ist.
Expressionistisch anmutend auch der Karyatidenhocker der Holoholo (Lot 397), einer kleinen Volksgruppe am mittleren Tanganyika See, von denen nur sehr wenige Skulpturen gesichert sind. Zugeschrieben wird sie dem „Master of slit eyes“, dessen bekanntesten Objekte Museen verwahren (Aufrufpreis 40.000 €). Ihre Entstehung liegt im ausgehenden 19. Jahrhundert. In die koloniale Sammlung des Gouverneursekretärs Max Wentzel in Tabora (Tansania) gelangte sie nach der deutschen Ruanda Expedition 1893/94 und ist nun seit 1909 in deutschem Familienbesitz gewesen.
Unter (Lot 422) findet sich eine nur 9,5 cm messende Elfenbein-Amulettfigur der Luba, Zaire, mit Provenienzangabe Marc Felix, Brüssel (bedeutender Publizist und Kenner der Kunst Afrikas sowie Sammler und Händler). Elfenbeinamulette der Luba haben portraithaften Charakter und werden in Gedenken an Vorfahren verehrt. Diese sehr fein ausgearbeiteten Figürchen erhielten durch regelmäßiges Ölen und Berühren mit der Zeit eine glatt glänzende und karamellfarbene Oberfläche, die von gelblich-braun bis – wie dieses – hin zu rotbraun reichen konnte (Aufrufpreis 13.000 €).
Im Anschluss an die Tribal Art Auktion führt das Auktionshaus zum zweiten Mal eine stille Auktion für Fachliteratur zum Thema außereuropäische Kunst mit rund 500 Lots durch. Hier kann der Interessierte Gebote nur schriftlich abgeben.
Unter den Alt-Amerika Objekten findet sich eine – nicht nur vom Erhaltungszustand – herausragende anthropomorphe Jadeit-Figurine der Olmeken aus Mexiko (Lot 98). Sie verzeichnet auf der Rückenseite noch eine alte Sammlungsnummer „321-4“. Der Aufrufpreis liegt bei 10.000 €.
1972 schon einmal bei Sotheby Parke Benet versteigert, gelangt unter Lot 184 ein 'tjiwara'-Antilopentanzaufsatz der Bamana, Mali, wieder in den Kunstmarkt (Aufrufpreis 18.000 €). Das religiöse und soziale Leben der Bamana wurde von sechs Initiationsbünden bestimmt, die jeder männliche Stammesangehörige nacheinander durchlaufen mußte. Jede Initiationsstufe war mit dem Gebrauch bestimmter Maskentypen verknüpft. Die 'tijwara'-Aufsätze gehören zur 5. Stufe. Angehörige derselben sollten durch rituelle Tänze die Fruchtbarkeit der Felder fördern. Die Masken traten immer als männlich-weibliches Paar auf, das die Sonne und die Erde und deren Bedeutung für das menschliche Leben symbolisierte.
Bei den Dan-Ojekten rangiert eine deangle-Maske (Lot 240) ganz vorne. In ihrer Formvollendung gehört sie zweifelsohne zu den Klassikern der afrikanischen Kunst, die in den 20er Jahren vor allem in Frankreich gesammelt wurde (Aufrufpreis: 33.000 €). Gesichert ist ihre Provenienz Jean-Paul Delcourt, französischer Händler und Sammler, der seit Ende der 40er Jahre in Abidjan, Elfenbeinküste, lebt.
Auch bei Sammlern der klassischen Moderne dürften zwei expressiv gestaltete Skulpturen viel Aufmerksamkeit finden. So eine Gesichtsmaske der Fang aus Gabun (Lot 360) vom Typus der 'ekeke'. Gerade in Gabun hat die Zerstörung der erreichbaren Kultobjekte und Masken dazu geführt, daß heute nur noch vergleichsweise wenige Kunstwerke der Fang erhalten sind. (Aufrufpreis: 35.000 €). Die Maske befand sich einst in der New Yorker Sammlung Joseph und Doris Gerofsky, deren Provenienz bei zwei weiteren Auktionsobjekten gesichert ist.
Expressionistisch anmutend auch der Karyatidenhocker der Holoholo (Lot 397), einer kleinen Volksgruppe am mittleren Tanganyika See, von denen nur sehr wenige Skulpturen gesichert sind. Zugeschrieben wird sie dem „Master of slit eyes“, dessen bekanntesten Objekte Museen verwahren (Aufrufpreis 40.000 €). Ihre Entstehung liegt im ausgehenden 19. Jahrhundert. In die koloniale Sammlung des Gouverneursekretärs Max Wentzel in Tabora (Tansania) gelangte sie nach der deutschen Ruanda Expedition 1893/94 und ist nun seit 1909 in deutschem Familienbesitz gewesen.
Unter (Lot 422) findet sich eine nur 9,5 cm messende Elfenbein-Amulettfigur der Luba, Zaire, mit Provenienzangabe Marc Felix, Brüssel (bedeutender Publizist und Kenner der Kunst Afrikas sowie Sammler und Händler). Elfenbeinamulette der Luba haben portraithaften Charakter und werden in Gedenken an Vorfahren verehrt. Diese sehr fein ausgearbeiteten Figürchen erhielten durch regelmäßiges Ölen und Berühren mit der Zeit eine glatt glänzende und karamellfarbene Oberfläche, die von gelblich-braun bis – wie dieses – hin zu rotbraun reichen konnte (Aufrufpreis 13.000 €).
Im Anschluss an die Tribal Art Auktion führt das Auktionshaus zum zweiten Mal eine stille Auktion für Fachliteratur zum Thema außereuropäische Kunst mit rund 500 Lots durch. Hier kann der Interessierte Gebote nur schriftlich abgeben.

