Kraftvolle Präsenz
veröffentlicht: 16. Februar 2010
Es ist unbestritten, die Faszination afrikanischer Masken und Skulpturen liegt in ihrer außerordentlichen Ausdruckskraft. Aufwertung aber erfahren sie in erster Linie durch alte, einschlägige Provenienzen und – im Glücksfall – durch eine nachvollziehbare stilistische Zuschreibung an einen Künstler oder eine Werkstatt.
Gleich beides erfüllt ein nachweislich dokumentiertes Ahnenfigurpaar der Mangbetu, D.R. Kongo (Los 353). Von DOPIA MOTOTO zwischen 1914 und 1928 gefertigt, tragen beide Figuren die Stilmerkmale der höfischen Kunst der Mangbetu-Aristokratie. Die Provenienzangaben reichen von Emil Storrer, Zürich, bis Pierre Dartevelle, Brüssel.
Wohl dem Künstler NDAM NJI MARE aus dem Dorf Makoutam zuzuschreiben ist ein Kopfaufsatz der Bamum aus dem Kameruner Grasland (Los 252), zeitlich verortet in das ausgehende 19. / beginnende 20. Jahrhundert. Die Ähnlichkeiten mit nachgewiesenen und publizierten Kopfaufsätzen sind so frappierend, dass er diesem Künstler zugeschrieben werden kann. Ein vergleichbarer Kopfaufsatz aus dem Malantuen-Gebiet befindet sich heute im Musée du Quai Branly, Paris, ein weiterer wurde 2008 in der großen Kamerun-Ausstellung des Museums Rietberg, Zürich, gezeigt.
Weil rituelle Figuren der Fang in Folge christlicher Missionsbemühungen zumeist verloren gegangen sind, dürfte die mit 80.000 € höchstnotierte Offerte, eine 49 cm große Reliquiarwächterfigur der Fang-Beti aus dem südlichen Kamerun (Los 258), zu den besonderen Objekten der Auktion zählen. Sie entstammt einer alten deutschen Kolonialsammlung des 19. Jahrhunderts und besticht durch ihre klaren Formen, denen Zauber und Magie zeitlos innezuwohnen scheinen.
Die Gesamtofferte umfasst rund 450 Objekte in gewohnter Vielfalt, wobei der Kunst des Kongo, aus Nigeria und von der Elfenbeinküste diesmal ein breites Spektrum gewidmet ist. Ihnen allen gemein ist eine abstrakte Formensprache, wie sie später insbesondere in den Werken des Primitivismus und der Fauvisten ersichtlich wurde.
Mehr im Online-Katalog unter
Gleich beides erfüllt ein nachweislich dokumentiertes Ahnenfigurpaar der Mangbetu, D.R. Kongo (Los 353). Von DOPIA MOTOTO zwischen 1914 und 1928 gefertigt, tragen beide Figuren die Stilmerkmale der höfischen Kunst der Mangbetu-Aristokratie. Die Provenienzangaben reichen von Emil Storrer, Zürich, bis Pierre Dartevelle, Brüssel.
Wohl dem Künstler NDAM NJI MARE aus dem Dorf Makoutam zuzuschreiben ist ein Kopfaufsatz der Bamum aus dem Kameruner Grasland (Los 252), zeitlich verortet in das ausgehende 19. / beginnende 20. Jahrhundert. Die Ähnlichkeiten mit nachgewiesenen und publizierten Kopfaufsätzen sind so frappierend, dass er diesem Künstler zugeschrieben werden kann. Ein vergleichbarer Kopfaufsatz aus dem Malantuen-Gebiet befindet sich heute im Musée du Quai Branly, Paris, ein weiterer wurde 2008 in der großen Kamerun-Ausstellung des Museums Rietberg, Zürich, gezeigt.
Weil rituelle Figuren der Fang in Folge christlicher Missionsbemühungen zumeist verloren gegangen sind, dürfte die mit 80.000 € höchstnotierte Offerte, eine 49 cm große Reliquiarwächterfigur der Fang-Beti aus dem südlichen Kamerun (Los 258), zu den besonderen Objekten der Auktion zählen. Sie entstammt einer alten deutschen Kolonialsammlung des 19. Jahrhunderts und besticht durch ihre klaren Formen, denen Zauber und Magie zeitlos innezuwohnen scheinen.
Die Gesamtofferte umfasst rund 450 Objekte in gewohnter Vielfalt, wobei der Kunst des Kongo, aus Nigeria und von der Elfenbeinküste diesmal ein breites Spektrum gewidmet ist. Ihnen allen gemein ist eine abstrakte Formensprache, wie sie später insbesondere in den Werken des Primitivismus und der Fauvisten ersichtlich wurde.
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