Lot: 304

Ahnenfigur eines Stammesfürsten "singiti"

D. R. Kongo, Hemba

Provenienz Größe Zuschlag
Jan Baum and J. Silverman Gallery, Los Angeles, USA H: 69,5 cm 6500 EUR

Holz, Sammlungsnummer "650", Aufkleber "Hemba 198", Sockel Eine "singiti"- Figur desselben Künstlers wurde am 31. Oktober 2017 im Dorotheum in Wien versteigert "Singiti" - Figuren sind idealisierte Darstellungen bedeutender verstorbener Stammesfürsten. Nach dem Glauben der Hemba wohnte den Figuren der Geist des Verstorbenen inne und konnte das Wohlergehen der Gemeinschaft günstig beeinflussen. Um Unterstützung zu erlangen wurde den Ahnenfiguren mit Gebeten und Blutopfern gehuldigt. Die Figur transportierte auch eine ideologische Botschaft, sie legitimierte den Anspruch auf Herrschaft, den die Lebenden von den Vorfahren geerbt hatten und war Hinweis auf den Fortbestand der Sippe. Aber nicht jeder Stammeshäuptling wurde durch eine solche Figur geehrt. Dazu mußte dem amtierenden Stammesfürsten der betreffende Vorfahre im Traum erscheinen. Erst dann wurde das Schnitzen einer Figur in Auftrag gegeben. Zwei Körperpartien sind bei "singiti" - Figuren stets besonders hervorgehoben: der Kopf als Sitz des Wissens und der Bauch, bzw. der Nabel als Verbindungsstelle zu den Ahnen.


Neyt, Francois, La Grande Statuaire Hemba du Zaire, Louvain-la-Neuve 1977, p. 84