Lot: 9

Reiterfigur

Nepal (West) - Karnali

Provenienz Größe Aufruf / Schätzpreis
German Collection H: 72,5 cm 2500 EUR / 3500 EUR

stark erodiertes Holz mit Resten von weißer Bemalung, Sockel

Vorliegende Figur ist auf einem Elefanten sitzend dargestellt. Laut Goy wird das Motiv des Reiters von Schnitzern des Jumla-Gebietes (Distrikt in der Provinz Karnali) häufig für die Darstellung von Würdenträgern verwendet. Als Bekrönung auf hohen Pfosten, wurden Reiterfiguren zum Schutz von Brückenübergängen eingesetzt, wie ein Foto von G. Krausskopf belegt (Goy & Krauskopff, Milan 2009, S. 70 f., ill. 47- 48).

Bis heute werden diese archaisch anmutenden Holzfiguren von Schamanen angefertigt und geweiht.

Aufstellung finden sie an den unterschiedlichsten Orten, in schamanistischen Tempeln oder auf Hausdächern, an Pässen, Wegkreuzungen, dem Zusammenlauf von Flüssen, in der Nähe von Quellen oder in Feldern.

Die Figuren dienen als Schutzgottheiten, die die Menschen vor allem Bösen und vor allen Gefahren bewahren sollen. An Brücken aufgestellt, sichern sie die Reinheit des Wassers und den sicheren Übergang. An Wegkreuzungen, wo sich schändliche Geister versammeln, schützen sie die Reisenden und bringen Glück für ihre Unternehmungen. In Felder eingepflanzt, sollen sie über die Erde und das Getreide wachen.

An den Dorfrändern finden sich Heiligtümer, die den Ahnen geweiht sind. Sie haben die Form von einfachen Unterständen mit Satteldach. Darin kann man Dutzende von Figuren angehäuft vorfinden. Oft hat die sitzende oder aufrecht stehende Figur die Hände zum Gebet gefaltet.


Stadt Offenburg (Hg.) Als die Götter noch jung waren, Offenburg 2002, p. 22 ff. Goy, Bertrand & Gisèle Krauskopff, "Wood Sculpture in Nepal, Jokers and Talismans", Collection of Max Itzikovitz, Milan 2009, p. 61, Pl. 13